Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XI (1906)
- Issue
- Heft 27 (6.7.1906)
- Date
- 1906-07-06
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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No. 27 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 411 ncrschaft. Erlangung der Öffentlichkeit der Repräsentanten- Sitzungen. Wachsende N.-F.-Sammlung (40 Büchsen), Sammtun« für Sclbstwchr und Morris Rosenfcld. Die Ortsgruppen Schönlankc und FiIchne haben in der Mitgliederzahl den Beharrungszustand erreicht; sic entfalten eine regelmässige Tätigkeit nach allen Richtungen zionistischcn und jüdischen Lebens. R a w i t s c h ist endlich in Aktion getreten und hat erheblich an Mitgliedern gewonnen. Die neue Gruppe S a in t c r •0 b c r s i t z k o ist bereits auf 40 Mitglieder gekommen und entfaltet an beiden Polen rege Arbeit. In den kleinen Gruppen M o s c h i n. T h o r n. S t r a Ikowo herrscht erfreuliches Interesse. Pieschen und S c 11 r o d a sind noch inaktiv, K r o c b e n ist nach kurzer Blütezeit, seit dem Fortgang des Herrn Kantor Glass. verfalle!, Kempen K r o t o s c h i n und Graudenz sind nach wie vor ohne Leben. O s t r o w o hat sich nach langem Siechtum, endlich aufgelöst. Dem Eifer des Herrn stud. Naftali danken wir die Finbc- Ziehung eines russischen Grenzbezirkes in den Bereich unserer Arbeit; dort wurde, trotz der Unruhe der Zeiten, eifrig diskutiert gelesen, gesammelt. So bietet unser Distrikt ein im ganzen recht erfreuliches Bild von Wachsen und Gedeihen; darüber hinaus aber enthalt dieser, noch immer von Juden dicht bewohnte Laudesteil iiir uns ״unbegrenzte Möglichkeiten“. Hamburg, Am 14. Juni erstattete Herr Kstcrmai!n in einer von ca. 100 Personen besuchten Versammlung Bericht über den X. Delegiertcntag. Er sagte u. a.: Der Delegiertentag habe gezeigt, dass man mit dem dauernden Bestehen prinzipieller Gegensätze unter den deutschen Zionisten zu rechnen habe. Nach Erledigung des Ugandaprojektes sei die Diskussion über diesen Punkt rein theoretisch und könne nicht mehr die Grundlage für eine Parteibildung abgeben. Es handele sich heute wieder um die alte Frage, welche .Methoden zur Erlangung Palästinas geeignet seien. Ein innerer Zusammenhang mit der Ugandafragc scheine allerdings insofern za bestehen, als auf zione-zionistischer Seite die Überzeugung von der Möglichkeit und Notwendigkeit der praktischen Arbeit in Palästina zeitlich mit der Opposition gegen Uganda zusammenfalle. Die durch die Ablehnung des Ugandaprojcktcs zurückgewiesene Möglichkeit einer praktischen Arbeit suche man nämlich durch die Gegenwartsarbeit in Palästina za erreichen. Es sei unverkennbar, dass in Deutschland eine Tendenz zur Umbildung der Ansichten vorherrsche, die zionc-zionistischc Richtung habe sich zur Majorität entwickelt: anerkennenswert sei. dass seitens dieser Majorität auf dem Delcgicrientaee bei den Wahlen zum Zentralkomitee grosse Objektivität bewiesen worden sei. Der Delegiertcntag sei eine Versammlung von Männern gewesen, die mit politischem Verständnis über alle kleinen und grossen Differenzen hinweg das Interesse der Ge- Samtbewegung vorangestellt haben. Lebhafter Beifall folgte diesen Ausführungen. In der Diskussion weisen Dr. Kalmus, Dr. Victor u. a. auf die mangelhafte Berichterstattung über den Delegiertcntag in der RUNDSCHAU hin. Es wird richtig* gestellt, dass kein ..fester“, sondern ein freiwilliger Palästinabeitrag, dem Hamburger Antrag entsprechend, beschlossen worden ist. Auch sei in der RUNDSCHAU vergcssen,.das einstimmig angenommene Amendement Friedemann wiederzugeben, das dahin ,ging, den Redakteur der RUND- SCHAU zu ersuchen, ״in tunlichster Weise alles zu vermeiden, was die Gesinnungsgenossen verletzen könnte.“ Dr. Frank begründet mit dem Hinweis auf die Pressdebattc die . Notwendigkeit} einer Organisation und publizistischen Vdrtretung der gesctzcsgetreucn Zionisten. Herr Sticbel wirft in scharfen Worten dein Vorstände und der Ortsgruppe vor, dass man sich vom Standpunkte des politischen Zionismus entfernt habe. Herr Moritz S. W o I f f bedauert, dass der Delegiertcntag sieh ausschliesslich mit theoretischen Fragen befasst habe, statt wichtige Fragen wie die der Agitation zu besprechen. Dr. Kalmus erklärt gegenüber Herrn Stiebei. dass die politischen Zionisten unbeschadet ihrer Überzeugung. s. Zt. bei Auflösung des ״Verbandes“ bewusst den Kampf eingestellt haben, um nicht die Bewegung zu schädigen. Gegen Mitternacht schloss die anregende Diskussion. Nachbemerkung der Redaktion. Wir bringen diesen Berieht mit dem Bemerken v.um Abdruck*, dass die in Hannove! anwesend gewesenen Delegierten und Gäste am besten bcurteilen werden, oh unser Bericht ein, mangelhafter w׳ar. Der Antrag Fricdemann. den unser Redakteur auf dem Delegiertentage ausdrücklich als Amendement zu dem fiir ihn beantragten Vertrauensvotum aeceptierte und zur Annahme empfahl, wurde gleichwohl keineswegs einstimmig, sondern mit einer viel geringeren Majorität als dis Vertrauensvotum angenommen. Der Wortlaut des Amendements Friedcmaim konnte nicht wiederf .;geben v erden weil es unmöglich w׳ar. den schriftlichen «'\t des Antrages zu erhalten. Verbindung im K. Z. V. Jordanla. -—, München. Wie bei Beginn des Semesters vorauszuschcn war. ist das Wachsen der Jordania weiter fortgeschritten, und die Activitas hat sich noch um 3 neue Fiixe vermehrt. Die Vorträge und die zionistische Innenarbcit nehmen ihren rüstigen Fortgang, und es gelingt uns. immer mehr Interesse in der Stadt wie auch ausserhalb für unsere Koiporation zu erwecken. Allwöchentlich finden, wie bisher, neben kurzen Referaten im zionistischen Seminar öffentliche Vorträge statt, die sich stets eines regen Besuches erfreuen. Am Dienstag, dem 26. Juni sprach A.H. Dr. Elias Auerbach über das ״Jüdische Zeremonialgesetz". am 3. Juli BI)»־. Scltocncmann übet ״Zionismus und Staatsbürgertum", am 10. Juli spricht Bbr. Sch mul über ״Charter und Konzessionen", am 17. Juli Bbr. Gerson über ״Die Arbeiten der Kongresse" und am 24. Juli — Schluss des Semesters — Bbr. M ü 11 c r h c i m II über ״Die Lage der Juden In den einzelnen Ländern." — Da insbesondere die letzten Vorträge in die Zelt fallen, wo viele unserer Freunde München passieren, so seien sie hiermit zu unseren Veranstaltungen herzlichst eingcladcn. Wir sind ausserdem täglich zwischen 2—3 Uhr nachmittags im Kaffee Reichshof zu sprechen und zu jeder Auskunft gern bereit. Lokal: Restaurant Zen t r a Iba h n 11 of. Arnulfstrassc 30, Kaffee und Bricfabtagc: Kaffee R e i c h s h o f. So 11 neu strassc.!München. Wir beabsichtigen, in der ersten Hälfte des Monats Juli evtl, eine grössere öffentliche Studen ten versam ml u n g zu veranstalten. •11 der etwa über das Thema: ״D i c S t e 11 u 11 g des fü d i s c h c n A k a d c 111 i k c r«; zum Zionismus“ referiert w'crden soll. Wir bitten nun diejenigen Herren Gesinnungsgenossen, die in der Zeit von ungefähr 5.—15. Juli sich vorübergehend in München aufhaltcn und evtl, bereit wären, in der Studenten- Versammlung über das oben angegebene Thema zu sprechen, uns möglichst umgehend und genau von Zeit und Dauer ihres Aufenthaltes in München gütigst In Kenntnis setze! zu wollen. Mit Zionsgruss! Die Verbindung im K.Z.V. ״Jordania“. München. Strassburg. Der ״Jüdischnationatc Frauenverein“ zu Strassburg I. E. feierte durch eine sehr gemütliche Abenduntcrlialtung offiziell den Schluss des Somnierhalbjahrs. Die Feier w׳ar eine sehr gelungene, denn der Hauptzweck des Abends, seinen Güsten einige Stunden gemütliclicn Beisammenseins zu bieten, und dadurch den Geist der Zusammengehörigkeit zu wecken und zu pflegen, wurde erreicht. Nicht zum mindesten trug hierzu der ״Verein Jüdischer Studenten“ bei. der sich stets bereitwiligst In den Dienst der Sache stellt. Es war für geistigt und körperlichc Genüsse aufs reichlichste gesorgt, und ein kleines Tanzvergnügen beschloss den Abend. — Der ״Jüdischnationale Erauenverein" blickt bereits auf eine erfolgreiche Tätigkeit zurück.. Seit seiner Gründung im November letzten Jahres hat Vorträge, die ungefähr alle 14 Tage stattfanden, waren meist gpt besucht, und die Zuhöicr lauschten stets mit Interesse den Worten der Referenten. Der Verein, der sich in der kurzen Zeit seines Bestehens so entwickelt hat. berechtigt zu den schönsten Hoiinuiigen. R. —Nationalfond — ■■■— Sammlungen (Qr den Naüonalfond und andere zionistische Zwecke sind lediglich tu senden an den Schatzmeister des Zcntralbureaut, Herrn Max WolUlalner. Berlin NW. xj, Holsteiner Ufer 10. =~ -=-1...-.-= \ Erna ,Wittmund*, Derenburg, spendet zum letzten Male.. ....... Albert F 1 i e 8 s , Derenburg. Lutz W i 11 m u n d , Darenburg, gratuliert herzlichst zur Hochzeit Erna Wittmund und Albert FHess Aus Frankfurt am Main; Von einem Nicht* zionlsten. ... Sammlung bei der Hochzeit Giedisky . . . . . 2 Geschenke a 1,— Mk. Saly Geis statt Telegramm zur Hochzeit Berger- Meyer in Gelnhausen. S. H. Goldmann, Frankfurt am Main, gratuliert Herrn und Frau Jos. Hackenbroch zur Geburt ihres Sohnes Gabriel. Sclbstbesteuerung; N. Liebes 1,20, Dr. E. M. 0,90, S. Gutmann 0,50, S. N. 0,30, Benno Lamm, Saly Geis, Selmar Ge 1 s ä 0,60 (1,80) . . . . 3,—Mk. L- . ״ 0,50 . ־־,3 5* » O _ «« «י¬ , 0,50 1t ־־|1 4,70 H