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Jüdische Rundschau · 1906-07-06 · Heft 27 (6.7.1906) · page 12

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XI (1906)
Issue
Heft 27 (6.7.1906)
Date
1906-07-06
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 408 JÜDISCHE RUNDSCHAU No. 27 zuerlangcn. Das führte zu Konflikten: bei einem solchen Konflikt wurde der Jude Machav von einem־ Kosaken erschossen. Darauf wurde sowohl von dem Gcncralguuvcrneur wie von dem Jüdischen Hilfskomitee angeordnet. dass die . Sachen nur mit Hilfe der Polizei aufgcsncht und abgeholi 1 werden dürften. Aus der Stadt und den umliegenden Ortschaf־ ten wurden bald so viele Sachen gebracht, dass sie letzt einen «rossen Saal in der Gewerbeschule füllen. Es sind meist Sachen von geringem Wert. An dem Raul) beteiligte sich ieder. der sich überhaupt während des Pogroms auf der Strasse zeigte: junge Burschen. Soldaten. Schutzleute und das Raubgesindel, auch genutzte Damen und Dienstboten. Bei dem Zahnarzt Zitron. Nowolipowastrasse. raubte die Köchin eine Masse Sachen. Als nach dein Pogrom Frau Zitron es zuriickvcrlangtv. weigerte sich die Köchin und wurde auf Anzeige des Wirtes verhaftet. Bald darauf erschien bei Zitron eine Freundin der Köchin in Be• gleinmg eines bewaffneten Soldaten. Sie fragten nach der Köchin und als Frau Zitron ihren Aufenthalt iiient angeben konnte, drohte der Soldat sic sofort zu erschiessen. Frau Zitron entlief und rettete sich zu einem höheren Offizier, der die Verhaftung des Soldaten vcranlasstc. 2. Der neue Gcneralgouvernetir. Der an Stelle des baltisehen Herr» v. Bader zum Gcncralgouvcrnctt: ernannte russische General B u g a i e w s k i hat befohlen, dass, sobald ein bestimmter Verdacht ausgesprochen wird, in den Kasernen nach geraubten Sachen zu stielten ist. Er hat auch am Tage des Amtsantritts. Sonntag, den 24. Juni, die Veranstaltung einer orthodoxen Prozession verboten, obgleich am Tage vorher der General v. Bader sie genehmigt hatte. 3. Die Unterstützung der Geschädigten. Geldsendungen gehen bei dem Bialvstokcr Hilfskomitee nur langsam ein. Von grösseren Spenden sind zu verzeichnen: 20(MX) Mk. von der Alliance Israelite• Universelle Petersburg, a conto der seitens• der vereinigten grossen Hilfsorganisationen (Alliance Israelite Universelle. Hilfsverein der Deutschen Juden. Londoner Komitee usw.) bewilligten 100 wo Rubel: 21**1 Rubel (nicht bar)!von der Bialvstokcr Stadtverwaltung: cs *eigen noch einige wenige Beiträge bis 200 Rubel. 2 Offiziere, von denen sich der eine nannte, spendeten 10 und 3 Rubel. Auch mehrere andere Christen beteiligten sich an der Sammlung, darunter ein polnischer Graf. Noch Ist das Komitee mit der genaueren Aufstellung der Verluste beschäftigt. Ernteaussichten in Syrien und Palästina Der deutsche Generalkonsul in Beirut berichtet unterm 6. Juni: Da auch der Monat Mai d. J. ungewöhnlich reich an Niederschlägen war, so sind die Ernteaussichten in den meisten Gegenden Syriens fortdauernd günstig. Nur in dem schon ausserhalb Syriens gelegenen Wilaiet Adana. haben sich infolge der lang andauernden, in dieser Jahreszeit ganz ungewöhnlichen Regenperiode die Ernteaussichten verschlechtert: in der dortigen Bevölkerung herrscht die Besorgnis, dass beim Ertrag von Weizen und Gerste in diesem Jahre eh» grosser Ausfall zu verzeichnen sein wird. In diesem Monat wird mit der Einbringung der Gerste begonnen, im nächsten Monat wird der Weizen geerntet. Sprechsaal ÜEF För die Mhtellungeh *n dieser Stelle übernimmt die Redaktion nur die pressgeseultche Verantwortlichkeit. _|_ —. _ . —. — London N. W. 18. Juni 1906. Löbliche Redaktion! Hiermit ersuche ich Sie höflichst. In Ihrem Blatte Ihre Leser, soweit sic Aktionäre des Jcwish Colonial Trust (Judisehe Kolonialbank) sind, darauf aufmerksam zu machen dass am 29. .».ugust in Köln eine ausserordcnt’ichc Generalversammlung der Kolonialbank stattfindet und dieselben gleichzeitig zu veranlassen, alle ihnen zu Gebote stehenden Mittel zu benutzen, um die für diese Versammlung beantragten Statutenänderungen zu verhindern. Widerstand gegen diese Veränderungen kann nur in einer von folgenden zwei Arten bewirkt werden. Entweder durch persönliches Erscheinen der Aktionäre und Stimmabgabe gegen die beantragten Acnderuugeti. oder durch Entsendung von Stellvertretern. Formulare zur *Erlangung eines Stciivcrtrc־ ters sind erhältlich im Sekretariat des Jcwish Colonial Trust Ltd.. Brook House. Walbrook. London, E. C. Wenn mir diese Formulare richtig vollzogen cingesandt werden, werde ich für deren ordnungsmässige Vertretung in der aasserordentlicheti Generalversammlung sorgen. Meine Gründe, mich den Acndcrungen zu widersetzen,• sind In Kürze folgende: 1. Keine Veränderungen können In dem Moment wirksam sein, in welchem ein Vorstand gewählt ist. welche- (vermöge seiner Position als Besitzer der Gründeraktien) gegen Aenderungen sein würde, weil solch beratende Körper.,chaft fähig wäre, die Statuten wieder zu ändern. 2. Die K« sten solcher Acndcrungen winden eine Summe von mindcstoiK 600 Pf1!nd Sterling nötig macaen. die sich leicht auf viele tausende Pfunde erhöhen könnte, da cs davon abhängt, ob diese Acndcrungen von dem englisch״״ höchsten Gericht dem sie zur Genehmigung vorgelegt worden miVssen. ohne Widerspruch angenommen werden oder nicht. 3. Weil cs eine scharfe־ Auseinandersetzung mit denen geben würde, welche besorgt sind, das Geld der Bank möchte' ausserhalb Palästinas und seiner Nachbarländer gebraucht werden, und weil cs ferner Leuten das Recht gäbe, zu bchaupten. dass die Bank gegründet worden sein müsste zum Zwecke der Arbeit ausserhalb Palästinas »nid seiner Nachbarländer, da sic ja sagen könnten, cs xvärc in diesem Falle keine Statutenänderung nötig gewesen. Der einzige Erfolg dieser Acndcrungen wird sein, dass wir einen grossen Teil Geld ausgeben, um etwas zu erlangen, was wir doch nicht erhalten können, wenn ein Vorstand מwühlt ist, welcher andere Ansichten vertritt, afs sie unter den fetzigen Mitgliedern des Vorstandes vorherrschend sind. So lange nicht der Vorstand aus Männern zosammengesetzt ist, welche erlauben werden, dass die Gelder der Bank zur Arbeit ausserhalb Palästinas und einer Nachbarländer benutzt werden können, sind alle Statutenänderungen überflüssig. Ihr ergebener Joseph C .י w e n. r - ו fci r~-־־־’•־-־־— ־. 1' Briefkasten der Redaktion ...־־..1.נבו י־— r...- ־ Viele Berichte mussten Raummangels halber Zurückbleiben. Mehrere Freunde. Besten Dank für die Bereitwilligkeit, uns beim Lesen iüdischdeutschcr Zeitungen dienlich zu sein. Aber so viel iiidisdideutsehe Zeitungen haben wir nicht, wie stell uns frcundwillige Hände zur Verfügung gestellt haben. Ihm. Wir gaben Ihre Artikel einem des Russischen Kundigen zur Beurteilung. Bitte um gefl. Angabe Ihrer Adresse. Zur gefl. Beachtung An unsere Abonnenten. Wir bitten der Porto-Ersoarnis wegen um geil, umgehende Einsendung der Abonnemciitsbeträge für das neue Ouartnl, da wir sonst annehmen müssen, dass die Erhebung des Betrages durch Nachnahme gewünscht wird, was eine Mehrausgabe von 30 Pfennigen verursacht. Hochachtungsvoll Verlag JÜDISCHE RUNDSCHAU. E. O. m. b. H. Berlin N. 54. Auguststrassc 49 a. 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