Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XI (1906)
- Issue
- Heft 26 (29.6.1906)
- Date
- 1906-06-29
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 26 JÜDISCHE Versammlungen sollen nur in Orlen veranstaltet werden, in denen bereits ein fester, wenn aucli der Zahl nach geringer Stamm von 0csm111111gsgen<fsse» sich gebildet hat. Wo ein zum Vorsitz, geeigneter Zionist nicht vorhanden ist, muss sich die Ortsgruppe an den Gruppenverband wenden, damit dieser einen geeigneten Vorsitzenden entsendet. Eine Agitationsver- Sammlung mit einem Nichtzionistc» oder wenig gewandten Gesinnungsgcnosscii als Vorsitzenden hat erfahrimgsgctnüss keinen Erfolg. II. Der Versammlung soll eine eindringliche Propaganda vorausgehen. Soweit irgend tunlich, sind die Gcmeiiidcmitglieder mündlich zu beeinflussen und durch Broschüren und Flugblättern aufzuklären. Der Übergang zu neuen politischen Anschauungen vollzieht sich bei den meisten Menschen — insbesondere bei den für uns wertvollen intelligenten Elementen — nur allmählich. Man darf daher von einem kurzen Vorträge nicht alles erwarten, wenn derselbe auch noch so eindringlich gehalten ist. Ein Vortrag hat nurdann Erfolg, wenn das Publikum bereits auf die Gedankenwelt des Zionismus vorbceitet ist. überdies ist die Wirkung der Vcrsamtnl’-tigen kemeswcgs'aussclilicsslich vom Redner abhängig, vielmehr auch von viele!) anderen Faktoren lokaler und allgemeiner Natur. 1. י י _•\׳*-־ .—.<״ד.״ז.י' III. Der Redner ist rechtzeitig schriftlich und mündlich von lokalen Verhältnissen, den Strömungen in der Gemeinde, sowie unter den Parteigenossen tisw. zu unterrichten, d.amit alles Verletzende der Rede fernbleibt. IV. Auswärtige Redner sollen nur dann in Anspruch genommen werden, wenn ein grösserer Erfolg zu erwarten ist. Die Berufung gerade der besten und daher am meisten :n Anspruch genommenen Agitatoren von Seiten kleiner Gruppen oder gar einzelner Personen nach Orten, in denen die Bevölkerung vom Wesen unserer •Idee noch wenig oder nichts weiss, ist ein oft wiederholter Missbrauch, der beseitigt werden muss Ein solches Vorgehen schädigt indirekt die Bewegung, weil dadurch Vorträge an wichtigen Orten unmöglich gemacht werden,.dass die bekannten Agitationsredner nur einem kleinen Teil deran sic gerichteten Wünsche genügen können. Die Ausbildung jüngerer Herren zu Agitationsrednern. insbesondere für Kleinstädte mit anspruchsloserer Bevölkerung ist daher eine zwingende Notwendigkeit. , ־ ״ * V. Am Eingang des Saales soll sielt ein Tisch befinden, auf dem Broschüren. Flugblätter, zionistische Bücher aller Art, Photographien. Ansichtskarten etc. zum Verkauf ausgclegt werden. Die Preise sind auf den Schriften dcUlict' kenntlich zu machen. Dieser Verkauf nützt der Verbreitung unserer Idee, fördert die Interessen der Schriftsteller und deckt einen Teil der durch den Vortrag entstandenen Ausgaben Die Expedition der JÜDISCHEN RUNDSCHAU hält dia aus der Anlage ersichtlichen Schritten ständig zur Verfügung der Ortsgruppen. ... VI. Diskussionen sind nur da notwendig und zweckentsprechend, wo das Publikum bereits eingehende Kenntnis vom Wesen das Zionismus besitzt. Andererseits wird durch dieselben seht oft nur vorlauten Elementen Gelegenheit gegeben sich zu brüsten und der Redner gezwungen, sielt mit oft albernen Einwänden abzugehen. Solche Diskussionen verderben die Wirkung der Vorträge. Es ist daher im einzelnen Falle zu prüfen .oh nicht besser vom Vorsitzenden bekannt gegeben wird, dass der Redner bereit ist, Fragen über unklar gebliebcnc Punkte zu beantworten. (Schluss folgt.) Nachtrag zum Bericht über den 10. Delegiertcntag in Hannnover Dem Delegiertcntag sind G I ii c k w ü n s c h c von folgenden Ortsgruppen und Parteigenossen zugegaitgen: Gustav W o I f f ־ Köln. Dr. Harry Epstein, z. Z. in Harzhurg. Pfingstturnfahrt des Jüdischen Turnvereins Bar- Koch ha. gez. Erich Burin, E. Hermann Katzky. Zionistische Vereinigung Leipzig, gez. Dr. E. C h a - mitzer. Gustav G. Cohen - Hamburg. Frau Lina Wagn er- Berlin, Freie Verbindung J o r d a n i a ■Mil ivhcn. Ortsgruppe Ratibor. R. A. S t c i 11 i t z - Gleiwitz. Ortsgruppe Glei w itz. Freie Verbindung Hasntonaea. Ortsgruppe RUNDSCHAU Seite 399 Kiel, gez. Willy Unna. Frau R.-A. Dr. Bod cn h e i tn e r- Köln. Dr. Julius Mose s- Mannheim. Wo lf f so h n - Memel, Dr. N o r w i t z k v ־ München, Fräulein Wölpe- Frankfurt, Bernhard Neu tna nn - Hannover, sämtliche in Kissingen. Ortsgruppe Strass bürg. Dr. Regensburger - Müneben. Dr. Hirsch- Hannover, Inncröstcrrcichischcs I) i s t r i k t s k o m i t e c - Wien, Jüdisch - nationale F r a u e 11 v e r e i n i g u n g - Berlin. Berliner Zionistisehe Vereinigung. Martha B a c r - Lemberg, Dr. Albert Goldberg. Eduard Le v in so 11 n - Hamburg, stud. ehern. W o 1 k - Bonn, sämtlich in Bad N c u cn a It r. Regen s - burger Zionistische Vereinigung, gez. Natzler. Zionistisehe Ortsgruppe Er ei bürg, gez. Dr. Kaufmann. —ך Aus den Ortsgruppen,— Berlin. Die Generalversammlung der Berliner Zionistischen Vereinigung, die wegen der Protestversamm- Itmgen verschoben werden, mussten,— findet...nunmehr Montag, den 2. Juli, in Dräsels Pestsälen Neue Friedrichstrasse 35 statt. Es wird um pünktliches Erscheinen gebeten. Berlin. Die Verbindungen im K. Z. V. Hasmonaea-Bcrlin und Jordania-München haben laut ,Kartellbeschluss folgende Bestimmungen getroffen: 1) 5 Prozent der monatlichen Einnahmen der Verbindungen sind an den N.-F. abzufiilire.n. 2) Jedes Mitglied der Verbindungen ist verpflichtet, sich mit mindestens 0,5 Prozent seines Einkommens zu Ounsten des N.-F. zu besteuern. Obige Bestimmungen treten atn I. Juli in Kraft. Auf dem X. Delegiertentage der deutschen Zionisten wurde folgender Antrag des K. Z. V. angenommen: ״Da sich das Karteil Zionistischer Verbindungen, sowie die In ihm vereinigten Verbindungen gemäss Kartellbeschluss als Glieder der zionistisehen Organisation betrachten, möge der Delegiertcntag in Anregung bringen, dass die zionistischen Ortsgruppen das K. Z. V. in der Propagierung des Zionismus unter der Jugend unterstützen. Es mögen insbesondere die Ortsgruppen veranlasst werden, die Abiturienten zum Anschluss an die zionistisehen Verbindungen zu bewegen.“ Die Präsidialverbindung Im K. Z. V. Hasmonaca. L i c h t h c 4 m. Duisburg. Atn 28. d. Mts. veranstaltete die Ortsgruppe Duisburg einen wohlgelungencn S c h c k e l - A b e n d. Das Referat hat Herr M. Goldreich -Köln übernommen, der in seinem äusserst interessanten Vortrag sich eingehend mit der allgemeinen Lage der Juden beschäftigte und seine Rede in eine Outforderung ausklingcn iicss. seinen Schekel am heutigen Tage zu errichten. An die Rede knüpfte sich eine lebhafte Diskussion. Schekclsatmnlung. Nationalfondsammlung. (Berieht Raummangels halber verspätet abgedruckt.) Parteitag der böhmischen Zionisten Sonntag, den 17. Juni d. J. fand im Jüdischen Vereinsheiinc in Prag ein ausserordentlicher Parteitag der Zionisten Böhmens statt. Es waren 38 Delegierte erschienen. Die Verhandlungen wurden mit einer Trauerkundgebung für die Opfer der längsten russischen Judenverfolgung itt ßiatvstok eröffnet. Die Versammlung beschloss unter dem erschütternden Eindruck dieser Nachrichten umso intensiver in der bisherigen Richtung zu arbeiten und am Basler Programm unerschüttcrlieh festzulialtcn. welches allein eine endgiltigc Lösung der Judenfrage herbeizuführen im stände sei. Es wurde weiter ein immer stärkeres Anwachsen der zionistischen Bewegung in allen Teilen Böhmens, insbesondere auf dem Lande, konstatiert. Die Beratungen, denen Herr Bcchcrt-Teplitz und Herr Epstcin-Raudiiitz präsidierten, beträfe» aktuelle Fragen und den Ausbau der inneren Organisation. Einige Berichte mussten Raummangels rausbleiben. Der Palästina-Beitrag Um eine» .grossen Eingang an Palästina-Beiträgen zu sicher». kö»»te wohl folgende Praxis in Betracht komme». Die Entrichtung des Palästina-Beitrages ist wohl kaum an das Bekenntnis des Basler Programms gebunden. Es können