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Jüdische Rundschau · 1906-06-15 · Heft 24 (15.6.1906) · page 17

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XI (1906)
Issue
Heft 24 (15.6.1906)
Date
1906-06-15
Page
– (sequence 17)
Language
German
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No. 21 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 363 »Die Palästinapionierc sind geeignet. uns bei der Türkei 2u diskreditieren, da sic cin6 Plattform schaffen. Wenn wir sie nicht hindern, nach Palästina 7.11 Rehen, so liefern wir sie einem Armcnierschicksal aus. Wir wollen nicht das Ver* antwortlichkeitsccfüh! fiir diese Leute auf uns nehmen. Wir haben nicht einmal die Mößlichkcit. aaüf diplomatischem Wege dort etwas zu erreichen. KcschweiKC denn au! wirt* schaftlichem. mit unzureichenden Geldmitteln. r.s tst nicht wahr, dass man sich an die demokratische Masse der Juden zu wenden habe, eine solche Rübe es Rar nicht. Die oberen Zehntausend zu gewinnen, das sei unsere Aufgabe.“ Ich fürchte, dass diese kurzen Sätze kein rechtes Bild von dem Reben, was ich RCsaRt habe. Ich habe betont, dass 'die WarburESchcn Ausführungen, nach denen zionistische Oelder auf keinen Lalle zu Kolonisationszwccken gebraucht werden sollen, beruhigend wirken würden. Freilich hatte schon Herr Siemon wieder!! durch seine Bemerkung, dass eine Plattiorm im Lande geschaffen werden müsse, aufs neue Beunruhigung erweckt. Eine Plattform im Lande sei ein höchst gefährliches Experiment und es sei sehr gewagt, eine Verantwortung dafür zu übernehmen, dass vor Erreichung öffentlich-rechtlicher Sieherung die Emigration nach Palästina irgendwie angeregt würde. Wir sollten nicht vergessen, dass die aus Russland auswandernden Elemente zum grossen Teil aus einem revolutionären Milieu kommen, dass sic leicht geeignet seine könnten, das Misstrauen der türkischen Regierung wachzurufen .doppelt, wenn sie die ..Plattform“ im Lande dazu benutzen würden, irgend wcche autonomen Rechte zu erstreben. Es handle sich nicht um die paar Groschen, obwohl auch da betont werden müsse, dass die zionistischen Mittel so beschränkt seien, dass man schon an sich jedes kostpielige Experiment vermeiden sollte, sondern um das Prinzip. Entweder die Pforte ist überhaupt geneigt, auf die Pläne der Zionisten einzugehen, dann sei es Sache politisch-diolomtascher Arbeit im lierzlschen Sfnne, die Modalitäten fcstzusetzen — die alte Charterpolitik Herzls — oder sic ist es nicht, dann wird sic sich die Rosinen aus dem Geburtstagskuchen, den sie freiwillig nicht hergeben will, nicht nach und nach von ״Palästinapionicrcn“ hcrauspicken lassen.“ Ich habe dann weiter, in Bezug auf die Methode der Agitation in Deutschland ausgeführt, dass cs nötig sei, in den in Betracht kommenden Städten die massgebenden Persönlichkeiten zunächst zu gewinnen, da von der Haltung der führenden Persönlichkeiten In der Regel auch die Stellungnahme der übrigen Gemeindemitglieder abhängig ist. Wir hätten in Deutschland keine geschlossene proletarische Bevölkerung, die sich in einen Gegensatz zu den massgebenden Persönlichkeiten der Gemeinde zu setzen gewillt sei. und wir hätten deshalb überall da mit unsere Agitation keine oder doch nur geringe Erfolge erzielt, wo wir glaubten, von unten nach oben arbeiten zu können. Das mag vom Standpunkt einer bestimmten Weltanschauung aus von manchen bedauert werden, ist aber Tat- Sache. Dann noch eins: Herr Dr. Elias Auerbach hat gegen mich nach dem Bericht der RUNDSCHAU folgendes vorgebracht: .,Von Herrn Dr. Klee haben wir dieselben Gründe gegen die Durchführbarkeit der Palästinaarbeit gehört, die unsere Gegner sonst ihm hundertmal cntgcgcngchaltcn haben: Wenn der Sultan nicht will, geht die ganze Sache nicht. W'aren es denn Irrtiimcr, was Dr. Klee 8 Jahie hindurch darauf erwidert hat? War er nicht überzeugt, dass wir trotz aller Schwierigkeiten ans Ziel kommen können?“ Ich habe sofort auf dem Dclegicrtentagc Herrn Dr. Auerbach geantwortet und zwar dahingehend, dass Ich bei meiner Agitation Gegnern gegenüber stets hervorgehoben habe, dass die Politik Dr. Herzls und der Bewegung die sei. .die Mächte und die Pforte davon zu überzeugen, dass die vo.1 den Zionisten vorgeschlageuc Lösung der Judenfrage der einzig gangbare und ehrenvolle Weg sei, vorteilhaft in gleicher Weise für die Juden, die Türkei und die Mächte und dass wir auf dem Wege politischer Verhandlung!! zu einer öffentlich-rechtlieh gesicherten Hcimstätle in Palästina zu gelangen hoffen. Die Kolonien in Palästina habe ich höchstens als Beweis dafür angeführt, dass sich die Juden zum Ackerbau und das Land 7.uc Bewirtschaftung eignen; dass aber der Weg zum Endziel über eine durch praktische Arbeit in Palästina selbst zu schaffende Plattform führen könnte, habe ich niemals für möglich ge. halten. Was ich Gegnern erwidert habe, waren meines Erachten keine Irrtiimcr. es sei denn, dass man die Argumente Dr. Herzls. die ich noch heute fiir die einzig richtige halte, als Irrtiimcr bezeichnen will. Hochachtungsvoll Dr. Klee. —I Aus den Ortsgruppen ן-— Berlin. Die Generalversammlung der Ber• liner Zionistischen 'Vereinigung ist auf Montag, den 25. Juni, abends 9 Uhr p r ä z., festgesetzt und findet in Drüscls Fest- Sälen, Neue Pricdrichstr. 3, statt. Berlin. Am• Donnerstag, dem 7. Juni, erstattete Rechtsanwalt Dr. H a n t k e namens der Berliner Delegierten in einer von über 250 Personen besuchten Mitglicdervcr- Sammlung der Berliner Zionistischen V c r c in i g u n g den Bericht über den Delegierten tag. Der Redner gab ein übersichtliches Bild über den Verlauf derselben, sowie über die anschliessenden Veranstaltungen dci Ortsgruppe Hannover, deren sorgsame und rührige Tätigkeit besonderer Hervorhebung verdient um sodann in die Würdigung der Ergebnfssc des Delegicrtentagcs cinzutrcten. Die Tagung hat zwar, so wurde ausgeführt, wie begreiflich, die Differenzen unter den deutschen Zionisten nicht beseitigt, wohl aber deutlieh erkennen lassen, dass es sich nicht um Unterschiede im Prinzip, sondern nur um solche in der Methode handle, wie sic in jeder wachsenden Partei entstehen. Infolgedessen könne auf eine weitere rege Tätigkeit aller für die Ausbreitung des gemeinsamen Zieles gerechnet werden. Redner sicht den schlagendsten Beweis für die Richtigkeit seiner Auffassung in der Tatsache, dass cs gelungen sei, eine einstimmige Wahl für das gesamte neue Zentralkomitee zustandezubringen. In der Diskussion legte Dr. Klee die Gründe dar, die die Minorität in ihrem Verhalten geleitet haben. Wenn er auch glaubt, dass die bestehenden Differenzen über die Palästinapolitik sich nicht auf ein M-hr oder weniger beschränken, sondern das Prinzip treffen, so ist er doch ebenfalls der Ansicht, dass die Unterschiede in der Partei viel zu gering sind, urn gemeinsamc#Arbeit für das gemeinsame Ziel zu stören. Dr. Loewe entwickelt demgegenüber den Standpunkt der Majorität in der Paklstiiiapolitik und begrfTsst in herzlichen Worten die Bereit- Willigkeit auch־ der radikalen Elemente der Minorität, sich an der Ai beit zu beteiligen. Nachdem sodann noch Dr. Mühsam über seinen vom Delcgiqrtcntag angenommenen Antrag gesprochcn hatte, wurde die Diskussion vertagt. arrrra NütlOnalfOnd ™- Sammlung für den Natlonilfond und andere zionistische Zwecks sind lediglich zu senden an den Schatzmeister des Zentralburesu*, Herrn Max Wollstetnar. Berlin NW. aj, =r-- ״־־.— .. Holsteiner Ufer 10. =־: , .:■■■■■: Reinhold, Grete und Herta Michaelis, Lipine, : gratulieren ihrer Schwester Ruth zum Geburtstage Kt'3,~ Mk. Memmingen: JVDm. , Dr. Isaak St muss aus Heidelberg an H. Str. als Busse für falsche Rassendiagnose In Hannover . . 3,— m Translateur, Berlin, 1 Coupon Nr. 2 der Jüd. Kolonialbank.. . . . . 0,60 , Heinrich Freyhan, Kattowitz, gratuliert Joseph Kober und Frau, Breslau, zur Silberhochzeit . . 0,60 , Familie Weissmann, Kattowitz, aus derselben Veranlassung .. 0,50 . Heinrich Freyhan, Kattowitz, gratuliert zur Hochzeit David Perle-EUdot, Frankfurt a. M. . . 0,50 . Familie Kornblum, Kattowitz, gratuliert Frl. Paula Epstein, Grossstrehtitz zur Verlobung .... I,— , Familie Weissmann, Kattowitz, gratuliert zur Hochzeit Adele Weiss!er-David Löw . . . 0,50 , Eugen Weissmann und Frau, Beuthen, aus der* * selben Veranlassung .. . 0,50 , Ingenieur Fraenkel, Beuthen, aus derselben Veranlassung 0,50 , Familie Weissmann, Kattowitz, gratuliert zur Hochzeit von Alma Kleemn n-Jules Fried*!ander . 0,30 ״ Familie Adolf Zulig, Kattowitz, aus derselben Veranlassung. 0,30 . Familio Weissmann, Kattowitz, gratuliert zur Hochzeit von Frl. Hedwig Centower . . . . 0,30 9 Familie Cas sirer, Kattowitz, aus derselben Ver* anlassung. 0,50 , Dr. Hermann Stahl teilt seinen Freunden, Bundes* brüdern und Bekannten mit, dass er sich in Tarnowitz in Schlesien als Arzt niederge* lassen hat ..2,— .

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