Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XI (1906)
- Issue
- Heft 24 (15.6.1906)
- Date
- 1906-06-15
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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I H I f Beilage JUEDISCHE RUNDSCHAU j&x|■ N°24 Aus der zionistischen Bewegung Mitteilungen des Zentralbureaus der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Zur Einziehung der Sclickelgddcr machen wir auf folgendes aufmerksam: Wir haben eine vollständige Liste der Schekelgelder des vergangenen Jahres aufgcstellt und stellen dieselbe allen Ortsgruppen und Vcrtrauensinänncrn hiermit zur Verfügung. Es kann somit durch Vergleichung dieser Schekeizahlerlistc mit den in diesem Jahre eingegangenen Schckelgcldern leicht festgestellt werden, welche Personen, obwohl sie im vergangenen Jahre den Schekel entrichtet haben, denselben in diesem Jahre noch nicht bezahlten. Es dürfte in den meisten Fällen zweckmässig sein, diese Personen aufzusuchen oder sic schriftlich zur Zahlung aufzufordern. Wir bitten daher, von der Schekeizahlerlistc, die wir gern übersenden, Gebrauch machen zu wollen. 2. Auf dem 9. und 10. Delegiertentag sind eine Reihe Statutenänderungen getroffen worden. Wir veroffentliehen daher die im Statut abgeändcrtcu Paragraphen: § 4. Der Dclcgierlentag tagt jährlich au einem vom Zentralkomitee zu bestimmenden, der Regel nach in Deutschland gelegenen Orte. § 6a. Die Mitglieder des Zentralkomitees haben Sitz lind Stimme auf dem Delegiertentag. § 8d und § 9 sind zu streichen. § 12. Das Zentralbureau besorgt die laufenden Geschäfte der deutschen Organisation. § 18. Ortsgruppe ist die Vereinigung von mindestens 30 Zionisten an einen! ־Orte. Das Zentralbureau ist jedoch berechtigt, auf Vorschlag des zuständigen Gruppenverbandes kleineren Gruppen von Schekelzahlen! die Rechte der Ortsgruppe zu verleihen, wenn in denselben ein selbständiges Vereinslebcn herrscht. Mitglieder der Organisation an Orten ohne Ortsgruppen gehören zu der nächstgclegcncn Ortsgruppe. Generalversammlung des Verlags ״Jüdische Rundschau“ . Berlin. Auf Wunsch teilen wir in Ergänzung unseres Bcrichtes über die Generalversammlung des Ver- Iags Jüdische Rundschau den genauen Wortlaut des Schreiben mit. in dem die Herren Jeremias Köllenscher, Klee und Simon so n ihren Antrag auf Auflösung des Verlages zurückgezogen: ״Sehr geehrter Herr Wagner! Namens und im Aufträge der 4 Unterzeichne׳• des A n trags Jeremias und Genossen ziehe Mch denselben zurück, )er Antrag bezweckte, eine Aussprache unter den aus ganz Deutschland in Hannover zusammenkommenden Genossen zu ermöglichen. Da die Verwirklichung dieser Absicht bei der Generalversammlung am 2$. Mai in Berlin nicht möglich ist, hat die Behandlung des Antrags in dieser Versammlung unseres Erachtens keinen Wert. Mit Zionsgruss Ihr sehr ergebener D r. S i m r. n s o n.“ S chöncberg, den 21. V. 06. ■v i. —————— ־ _ . Die Presse über den Delegiertentag Ucbcr den Hannoverschen Dclegicrtcntäg hat die atlgemeine Presse wenn auch kurze, so doch der Zahl nach sehr bedeutsame Berichte gebracht. Dahin gehören ausser den Hannoverschen Blätter״ die VOSSISCHE ZEITUNG. BER- EINER BOERSEN-ZE1TUNG. FREIE DEUTSCHE PRESSE. NORDDEUTSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG. MUENCHENER ALLGEMEINE ZEITUNG. MAGDEBURG1SCHE ZEITUNNO. BERLINER BÖRSEN-COURIER. SCHLESISCHE VOLKS- ZEITUNG. MÜNCHENER NEUESTE NACHRICHTEN und sehr viele andere. Von den Hannoverschen Lokalblättern sind zum Teil recht drollige Berichte gegeben worden, die von einem Polgcnkönncn der betr. Berichterstatter ein sehr merkwürdiges Zeugnis ablegcn. Der HANNOVERSCHE COURIER hielt sich für verpflichtet, dem Dclegicrtcntäg ein aus seinen kleinen, jüdischgcwcsencn und dissidcntisch gewordenen Herzen kommendes Nachwort zu widmen, das nur zeigt, was er alles seinen Lesern vorsetzen darf. Von den überaus zahlreichen Pressäusserungcn greifen wir nur drei besonders stark charakteristische heraus, nämlich ein konservatives, ein katholisches und "ein indisches. Die SCHLESISCHE ZEITUNG, das Organ der Konservativen Schlesiens, schreibt: Der X. Dclegicrtcntäg der deutschen Zionisten, der am 4. und 5. d. M. in Hannover zusammentrat, war von etwa 100 Delegierten besucht. Er dokumentierte sich im Fpeit seiner Beratungen als eine Absage an die reinen Ideologen in der Partei und eine Stärkung der seitdem VII. allgemeinen Zionistenkongress inaugurierten praktischen Gckc 11 wartsarbeit in Palästina zum Zwecke der Vorbereitung und wirtschaftlichen Erschliessung des Landes und zur Schaffung einer realen Basis für die poiitisch-diplomatische Tätigkeit. Eine Resolution, die die ietzige starke Einwanderung insbesondere verfolgter russische! Juden in Palästina als eine Gefahr für den politischen Zionismus erklären und sie eindümmen wollte. Wurde in namentlicher Al»־ Stimmung abgciehnl. Prot. Warburg (Berlin) gab ein detailliertes Programm der in und für Palästina geplanten Arbeiten. Die Bewegung hat im letzte•! Jahre auch in Deutschland weiter zugenonmicn. Insbesondere wurde unter dem Beifall der ganzen Versammlung eine Immer stärker werden de Liebe für Palästina bei allen Stamtnesgcnossen konstatiert, die ganz spontan sich deutlich bemerkbar mache. Dagegen schien den meisten Rednern d.r Bankerott der tcrritorialistischen, von Palästina sich abwendenden Idee der sog. ״Landsuchcr" unter Führung des Engländers Zangwill nahe bevorstehend. Mit grossem Beifall wurde auch die Verlesung der Antwort auf ein Telegramm an den Deutschen Kaiser aufgenommen: ״Seine Majestät der Kaiser und Könj.K lassen für den Huidigungsgruss danken. Auf Allerhöchsten Befehl der Geheime Kabinettsrat von Lucanus." Die GERMANIA schreibt: Zionistisches. Am 4. und 5. Juni tagte in Hannover ״Der 10. Dclegicrtcntäg der deutschen Zionisten". Dr. Bodenh e i m e r gab den Jahresbericht, an den sich sofort eine lebhatte Debatte über die prinzipiellen Fragen der zionistischen Politik anschloss. Es handelte sielt im wcsentliclicn um die Frage, ob dio politische Tätigkeit oder die praktische Vorarbeit In Palästina in den Vordergrund der Intcrcsscn treten soll. Die Debatte ergab Insbesondere aui Grund der Ausführungen des Professors Dr. Warburg-Berlin eine Ueberclnstimmung dabin. dass die politische Tätigkeit den Schwerpunkt der Arbeit der Zentrale bilden müsse, und dass sieb die Aktionen in Palästina, entsprechend den Bc- Schlüssen des 7. Zionistenkongresses in Basel, auf gewisse vorbereitende Massregeln beschränken müssen. Der Bericht des Zeutralbureaus ergab ein starkes Anwachsen der Bewegung in Deutschland. Der Delegiertentag beschäftigte sich ferner mit der Angelegenheit der Parteipresse und beschloss die Einführung einer besotideren Palüstinastcuer. LchIct sind hiernach die Aussichten auf Verwirklichung des ausgezeichneten Proj’ektcs im- 111er noch recht gering. Im GENERALANZEIGER FÜR DIE GESAMTEN INTER• ESSEN DES JUDENTUMS schreibt Max Jung mann: ״Die erste Grosstat des unsterblichen Theodor Hcrzl war die Schaffung einer Welttribfine für das jüdische Volk. Aus den stimmdicht verschlossenen Gemeindestuben, in denen man