Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XI (1906)
- Issue
- Heft 23 (8.6.1906)
- Date
- 1906-06-08
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2651273-2651447-2651470--03631-2660567- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 348 AiiswandenniRSvcrsuch, sondern freiwillige Arbeit. — Zu vergcsscn ist aber vor allem nicht, dass die Palästinenser selbst sehnsüchtig auf rion’atisches Eingreifen "׳arten. Sonst drohen sic den Mut zu verlieren, und alles steht auf dem Spiele. (Beifall.)) Es wird Schluss der Rednerliste und Beschränkung׳ der Redezeit auf 5 Minuten anRenommen. Dr. J u n k 111 a 11 n frag» wcrch der unnötigen IfuiRcrcn ßcsoidutiR eines Agronomen in Palästina an. Prof. War bürg gibt die gewünschte Auskunft. Dr. Sandler-Breslau wünscht eine Besprechung und .Inangriffnahme,der Malariafrage in Jerusalem. (Die anwcscuden Ärzte verabredeten eine Besprechung;’ voraussichtlich wird ein zionistischer Arzt in dieser Sache nach Jerusalem gehen. D. Red.) Redner verlangt weitere Propagierung der für jeden Zionisten wichtigen Palästinazeitsclirift ALTNEU- LANd. Dr. S c h w a ז z s c h i I d hfilt einen Palästina-Schekel nicht für durchführbar. Er hält cs für besser, durch ausgedehnte Agitation die Bewegung so zu fördern, dass die nötigen Gelder einflicssen. Dr. Sos k i 11 - Berlin: Jeder Kolonisation muss freilich Forschung und Versuch vorausgehen, aber Forschung und Versuch haben auch keinen Sinn ohne anschliessende Kolonisation. Das ist der Sinn unserer Arbeit, nicht dass andere unsere Ergebnisse benutzen. Wir haben keine Regierung, aber wir müssen in der Kolonisation das tun. was jede Rcgierung zu tun hat: die Arbeiten, durch die von selbst dann eine Kolonisation entsteht. Nicht die Kolonisation seihst. Wir (die Palästina-Kommission) warne!) sogar vor voreiiiget Kolonisation. Das Land ist noch nicht so weit, um grosse Mengen aufzunchmen. — Andere Völker haben anderswo bessere Gelegenheiten, wir aber sind auf Palästina angewiesen. *— Was Herr Estermann sagte, dass andere Völker die Gelegenheiten längst benutzt hätten, wenn sie da wären, so gilt das natürlich auch für alle andern Länder. Das ist also kein Einwand. (Lebhafter Beifall und Zustimmung.) Dr. Fr i e d em a n n - Wiesbaden: Seine Freunde und er stehen auf dem Standpunkt ,dass die eigentlichen Vorbe• reitungen für eine Kolonisation erst nach Erlangen des Charters möglich sind. Vorher kann es steh nur um eine Erforschungsarbeit handeln. — Der Paläsätina-Bcitrag kann nicht obligatorisch sein, man kann niemand zwingen, ihn zu geben. Er soll dienen zur Ergänzung der Budgets der Palästina-Kommission. Darum ist es das Beste, durch freiwillige Spenden soviel aufzubringen, dass diese Summe erreicht wird. (Beifall.) — Redner stellt einen dahingehenden Antrag. Dr. A dl c r-Lübeck: Die ״politische“ Gruppe musste sich sehr vorsichtig der PaUistinaarbeit gcgenfibcrstelleu. Denn sie bleibt dabei, dass unsere Gelder nur in vorprüfender Weise ,verwandt werden sollen. Aber zu entscheiden hat doch über die Art des Verbrauches die Palästina-Komission. Es sind ernste, sachkundige Männer, denen wir vertrauen können, und die uns ja Rechenschaft abzulegen haben. Wir können auch ruhig sagen, dass wir mit der b is 11 e r i ge n Arbeit in Palästina einverstanden sind. Es ist also möglich, dass wir einig bleiben. (Lebhafter, abseitiger Beifall und Zustimmung.) Herr Locwy spricht sich namens der obcrschlcsischen Gruppen gegen einen festen Palästina-Beitrag aus. Dr. Kalmus-Hamburg: Der geplante Beitrag war immer ais freiwilliger gedacht. über diesen Punkt erhellt sich eine Gcschäftsordmingsdebatte. Dr. H a 111 k e - Berlin macht darauf aufmerksam, dass der Delcgiertcntag nicht befugt ist, eine feste Steuer zu bcscl1ticss.cn; das kann nur der Kongress. Nach längerer Geschäftsordnungsdebatte, während derer sich eine lebhafte Erregung entwickelte, wird der No. 23 Antrag Hamburg-Altona (fester Palästina-Beitrag) mit 40 gegen 25 Stimmen angenommen. Ein weiterer Antrag, die Begründung -eines Palästina Vereins gutzuheissen, wird mit 34 gegen 17 Stimmen angenominal. Zum Antrag Dr. Zlocist! (Resolution gegen eine Ermutigung der Einwanderung in Palästina) wird namentliehe Abstimmung beantragt. Unter starker Erregung wird darauf die namentliche Ah- Stimmung vorgenommen. Es stimmen f ü r den Antrag Dr. Ziocisti 32. gegen ihn 40 Delegierte. Er ist demnach abgclchnt. Der Antrag lautete: Der Delegierten tag der deutschen Zionisten sicht in jeder Begünstigung der Zuwanderung 11 a c 11 Palästina durch das A.-K. eine Gefahr für die politische Arbeit für Palästina und lehnt die moralische V e r a 111 ־ w ortung gegenüber den Z11 w an d c r er 11 ab. Dr. Th. Ziocisti. Für den Antrag stimmte 11 (mit ״Ja“): G 01 d sc h m i d <, Michael, Dr. Victor, Dr. F r a 11 c k . E s t e r 111 a n n, Dr. S c h w a r z s c 11 i 1 d, Stern, Dr. Ziocisti. S a m i t o w s k i. Frau Gronein a!111, L i c 11111 c 4 m, Rechtsanwalt K o 11 e n s c h c r, ilenry Meyer, Dr. Ci t ro 11, Gutiunan 11, Leo Kollen sc her, Max Walk, Bernhcim. Frau Dr. Joel, Dr. Joel, Max E I i a s - Kassel, Dr. E! i a s -Kassel, Victor Oppenheim, Fräulein Mfi'hsam, Fräulein Adler, Dr. Adler, Dr. Klee, Dr. Friede mann, Oroncinan ״, Dr. Kalmus, Dr. J c r e m i a s, Dr. S i m o 11 s o h n. Gegen den Antrag Ziocisti (mit ״Nein“): Dr. H a 1 p e r n, Dr. Presch, Dr. BI o c k, C 1111 s s i d, Schnelling, Dr. S tr a 11 s s, Professor W a r b u r g, Dr. J u 11 g m a n n, Dr. M ühsa in, J. H. Wagner, Dr. Sos kin, Dr. Israel Auerbach, Dr. H. G. Hey mann, Struck, Hepncr, Frau Dr. Locwc. E. Bcncnsohn, Dr. Nussig, Arthur Hirsch, Van Clccf, Dr. Sandier, Michaelis, Dr. Moses־Dessau, H. Schachtel, Translateur, Eduard Locwc, Locwy. Dr. Bernhard Kahn, TI1 eil habe r, B. Fciwel. Hoffmann, Dr. Li 11 ma n n , R ose!1 ba um, Dr. E. Auerbach, Prcepzep, Schapiro, Faden 11 echt, Dr. Hantke. Julius Simo n. Der Antrag Schachtel, die Nationalfond-Marke von 5 auf 2 Pfennig herabzusetzen, ehe der Nationalfond legalisiert wird, wird abgclchnt. Dr. St rau ss-Heidelberg beantragt, die einzelnen Ortsgruppen sollten für die Durchführung der Sclbstbesteuerung für den Nationalfond sorgen. Der Antrag wird angenommen• Die durch Dr. M ii h s a m vertretene Anregung der Berlincr Ortsgruppe auf Gründung wirtschaftlicher Oiganisationen wird angenommen. Der Präsident verliest die Antwort des Dcuts-bcn Kaisers auf das vom Präsidium abgesandte HuidigungstcUgramm. 4. Sitzung. Die Wahlen Nach einer kurzen Pause werden die Wahlen zum Zcntral-Komitec und Zentral-Burcau vorgcnomme1־, über die inzwischen durch private Besprechungen eine allgemeine Verständigung erzielt worden war. Zunäciist gibt der Präsident eine Erklärung ex praesidio ab, von der er annimmt, dass dieselbe zur Beruhigung der Gcmülcr beizutragen in der Lage ist: