Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XI (1906)
- Issue
- Heft 21 (25.5.1906)
- Date
- 1906-05-25
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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.Seite 315 Np:. 2L . _ JUtMSCHE RUNDSCHAU —[ Aus den Ortsgruppen— Berlin. Zur Feier des Schekcltages findet Sonnabend, "den 26. Mai. in D t ä s c I s F e s t s ä I c n, N e u e F r I e d r i c hstrassc 35. eine öffentliche Versammlung statt. ,Die Festrede hat Herr Dr. Zlocisti übernommen. Im Anschluss an dieselbe wird Dr. Heinrich Locwc über •Palästina unter V o r f ü r u n g zahlrcichcrLicht* b i I d c r sprechen. Berlin. Die Berliner Zionistische Vereinigung hat m da Sitzung vom 21. Mai 1906 zu Delegierten für den 10. Delegier tentag in Hannover die Herren Prosessor Dr. 0. War bürg, Dr. Heinrich Loewc. Dr. H. Mühsam Dr. Zlocisti, J. H. Wagner» Df. S o s k i n. Dr. Max J u n g m a n n , Dr. Israel Auerbach und Dr. Hans Gideon .H cy man n gewühlt. Stellvertreter sind die Herren H. Struck S. Hcpncr. A. Hirsch. A. Graupe und Frau Dr. Locwc. Die Ortsgruppe hat durch diese Wahl ausdrücklich zu erkennen gegeben, dass cs Pflicht einer Ortsgruppe ist, auch eine kleine Minorität bei Wahlen zu berücksichtigen. Der Antrag de» •Ortsgruppe Ham bürg־ Altona auf Einführung eines Pa I ü s t i u asch ckels wurde mit der Massgabe, dass der Name .,S c h c k c I“ iiir diese Abgabe n i c h t verwendet wer■ den soll, mit grosser Majorität angenommen. Hannover. In der von ca. 206 Personen besuchten Vcr- Sammlung vom 19. Mai fanden die Wahlen zum Delcgiertentag statt. I:s sind gewählt worden Delegierte: 1) Dr. Presch, 2) Herr .1. Schnelling. 3) Referendar H. Block, 4) Herr M. C!1 u s s i d: Ersatzdelcgicrtc: 1) Frau Rechtsanwalt G r o n c in a 11 n . 2) st 11 d. J. B e 11 c n s o n, 3) Fräulein Aennc Berliner. 4) Herr M. R c i n g c 11 ־ heim. Samter. Am 6. Mai hielt hier Herr Dr. Jeremias einen Vortrag über ..Praktische• Leistungen des Zionismus". Die Mitglieder unserer Ortsgruppe waren vollzählig erschienen: aber auch 9 Damen und Herren aus Ohcrsitzko hatten die l^stfindigc Wagenfahrt nicht gescheut, um den Abend gemcinsam mit uns zu verleben. Der Vortrag fand lebhaften Beitall und war von kurzer Diskussion gefolgt. Beitritt einiger 'neuer Mitglieder. Nationalfond-Sammluag. — An die önentliehe Versammlung schloss sich eine interne Sitzung der Ortsgruppe. Hier wurde zunächst als Vertreter der Sair.tercr und Ohersitzkoer Genossen am Dclegicrtcntag Herp-Rosen־ bcrg-Samtcr. als stellvertretender Delegierter Herr Dr. Kollenschcr-Poscn gewählt. Ferner wurde die Beschauung zionistischcr Zeitungen und Biichcr besprochen. Die Einrichtung von Gcschichtskursen wurde angeregt und fand abseitige Zu- .stimmug. Nürnberg. Mittwoch, den 16. Mai er. hielt in der Zionistischeu Ortsgruppe N.iV r.n b c r g -F ü r t h Herr Dr. Herrn. Stahl- Beuthen einen cinsfii'ndiecn interessanten Vortrag über «Gcucnwartsarhcit i m Z i o n i s in u s". der zu einer sehr angefegten Diskussion Veranlassung gab. fn der Er- •Ziehung der Jugend 7.11m Judentum und zur Disziplin in jeder Hinsicht, erzeugt durch praktisches Beispiel der Eltern ersieht Redner den' wichtigsten Faktor zur Erstarkung und zum Fortschritt unserer Bewegung. Es sei durchaus nicht zu bedauern, dass das gesteckte hohe Ziel noch nicht erreicht sei. Die kulturelle Reife unseres Volkes sei eine unerlässliche und noch nicht erfüllte Bedingung dazu. Die Aufgabe eines jeden .Zionisten, sich an allen jüdischen Fragen der Diaspora zu heteiligcn sowie die in Angriff genommene jüdische Arbeit in Palästina seien wichtige Etappen auf dem Wege zum Ziel. Reicher Beifall lohnte den Redner, den der II. Vorsitzende, Herr Dr. Baniber gcr. noch durch herzliche Danke:: .׳orte bekräftigte. Eine Entgegnung Das Zirkiilarsclireihcn' voni 4. Mai. das wir an 34 uns befreundete deutsche Ziomst-.n gesandt haben, ist n der JUKDISCHEN RUNDSCHAU 7.11111 Gegenstände der Kritik ge■ macht worden. Wir haben darauf folgendes 7.u erwidern. Dass sich im Zionismus vor dem VII. Kongress und auf ihm eine PaTtcibiidung Vollzüge« hat. mag bedauerlich sein, ist alier eine offenkundige Tatsache. Jede der beiden Riehtungen ..Zinne-Zionisten" und ..Politische Zionisten" tum die bekannten Schlaeworte zu gebrauchen gehen davon aus. dass nur ihre Anschauungen richtig, dass mir deren Vcrwirklielniiig uns dem Ziele der zionistischen Bewegung näher bringen kann. Darum haben beide Richtungen nicht nur das unbedingte Recht, sondern geradezu die Pflicht, für den Sieg ilircr Ideen in der Bewegung zu sorgen. Ein Verzicht auf die Ausübung dieses Rechts wäre Pflichtverletzung, wäre — die Ueberzeugungstrcuc jeder Partei vorausgesetzt — eine Auslieferung der Bewegung an die andere Richtung, deren Mittel und Wege man für nachteilig hält. Und das wich־ tigste Mittel, seiner Meinung znm Siege zu verhelfen, sind in allen politischen Dingen die Wahlen. Darum wird jeder ernsthafte Politiker Einfluss auf die Gestaltung der Wahlen zu gewinnen suchen. Das ist eine so selbstverständliche Tatsache für jeden gereiften Politiker, dass man sich wundern muss, in zionistischen Kreisen doch noch aui ihre Unkenntnis zu stossen. Die eigenen Kräfte zu den Wahlen zu sammeln und zu organisieren, ist ein Mittel, das keine Partei entbehren kann, die politisch ernst genommen werden will. Das hat auch die andere Richtung im Zionismus zuerst erkannt und in die Praxis umgesetzt. Und nun der Vorwurf der Geheimnistuerei! Gewiss. Politik ist Taktik, und die Taktik verbietet es eben oft, mit unfci tigen Dingen vor die Ocffentlichkcit zu treten und zu jeder Zelt und jeder Person gegenüber mit offenen Karten zu spielen. Trotzdem haben wir, in! Bewusstsein unseres guten Rechtes, das Zirkular vom 4. Mai an dreissig Gesinnungsgenossen verschickt, ohne es diesen gegenüber ..vertrau- I i c h“ zu bezeichnen. Sie alle haben politischen Takt genug gehabt, um zu schweigen und uns sachlich zu antworten. Ein einziges Zirkular — nach Mannheim — hat aus äusseren Gründen den Zusatz, ״vertraulich“ erhalten, gerade dieses ist auf den Redaktionstisch geflogen. Wir werden auch weiterhin die Ocffentlichkcit nicht scheuen. Die Vorbereitungen zum Dclegicrtcntag, die wir in dem von uns verstandenen Interesse der Bewegung zu trefien iiir notwendig erachten, werden jetzt ruhig fortgesetzt werden. Noch einen Vorwurf, der uns zwar nicht von der Rundschau-Redaktion. aber .von massgebender privater Seite gcmacht worden ist. wollen wir .an dieser Stelle zurückweisen. Es heisst, unser Vorgehen bedeute einen Brucli des im Oktoher 1905 im Schosse des C. C. vereinbarten Kompromisses. Demgegenüber zitieren wir folgende Sätze aus der in der WELT ־ erschienenen Erklärung, die die letzte Kundgebung des nach dem Kompromiss aufgelösten ״Verbandes politischer Zionisten" und von den Herren Dr. Adler, Dr. Jeremias, Dr. Kalmus und Dr. Klee unterzeichnet war: ..Die Grundsätze, die uns bei und seit unserem Baseler Aufruf geeinigt haben, werden die Tätigkeit jedes einzelnen von uns nacli wie vor Riehtug und Ziel geben und, wo es sich um die Betätigung dieser Grundsätze für die Gesamlorganisation handelt, bleibt es nicht nur ein gutes Recht, sondern heilige Pflicht jedes politischen Zionisten, seine individuelle Stellungnahme zu betonen und zur Geltung zu bringen." Das Kompromiss sollte und konnte fa .nicht gewisse fortdauernde Mci1111ngsdiiferenz.cn wcgdekretiercii. wollte vielmehr mir ihrer Betätigung in festen, getrennt organisierten Verbänden ein Ende machen: abci das Wirken für die besonderen Anschauungen musste jedem einzelnen und jeder Gruppe Gleichgesinnter Vorbehalten bleiben und konnte am wenigsten vor den Waiden Halt machen. Es gewährt uns einen hohen Grad von Befriedigung, dass unsere engeren Gesinnungsgenossen die Lage ebenso, wie wir, erfasst haben und — zum Teil allerdings erst auf die kritisierende Publikation in der RUNDSCHAU hin —* in die Wahlhewegung im Interesse des politischen Zionismus eingetreten sind.• Posen, den 14. Mai 1906. Dr. Jeremias. Dr. Koücnschcr. Wir bringen diesen Versuch der Rechtfertigung zum Ahdruck, obgleich er an der Redaktion absichtlich vorbeigegeben wurde-und ausserdem mit einem Drohsclireibeu einging, in dem ״der sofortige Abdruck in der nächsten Nummer" verlangt wird, weil 11״ ur so vermieden werden könnte, dass die Sache ln der nichtzionistischen Prcsss behandelt wird." Trotz dieses Versuchs der Nötigung bringen wir ohne weitere Erwiderting den Rechtfertigungsversuch zum Abdruck, haben aber keine Absicht, aus uns auf dem obigen Wege einer Ortsangabe her a-u s 11 o I e n zu lassen, von wo das Blatt auf den Tisch der Redaktion fierniederkam. Die sachlichen Irrtümer der obigen Rechtfertigung ziiriiekzuwcisen haben wir hier keine Veranlassung._ ד.— — Nationallond M-tir- Sammlungen für den Nationallond und andere aiuuisüsche Zwecke sind lediglich au senden an den Schatzmeister des Zentralbureaus, Herrn Mu Wollstalner. Berlin NW. az, ׳s■״ :1■־.. ~~-- Holsteiner Uler in. (L.) Reichlin aus seiner N'ationalfondbüchse . . . 1,50 Mk. (L.) Lehrer Auerbach, Posen, als Gratulation zur Verlobung F a b ia n - Schönlanke. |,— ,