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Jüdische Rundschau · 1906-05-25 · Heft 21 (25.5.1906) · page 13

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XI (1906)
Issue
Heft 21 (25.5.1906)
Date
1906-05-25
Page
– (sequence 13)
Language
German
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I! : ו » i I* י I, ׳;יו No, 21 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 3J1 können morgen wir die Entrechteten sein. Nur gleiches Recht für alle.“ sprach der Bauer Sokolowsky. Von 150 Baucriiabgeordnctcn haben nur drei gegen den Antrag für die Gleichstellung der Juden gestimmt. Lehrerkongress in Braila Seit Jahren machten u. a. die Jassyer Dr. Lippe. Ralb. Dr. Nicmirower. Dr. Steuermann. M. Schwarzfcld PropaRanda iür die Abhaltung eines Lehrcrkongresses. Dank der Tätigkeit und Instiativc des Herrn Rosenbaum aus Jassy, jetzt zu Niamzi, kam ein Kongress zu Staude. Die Brailacr Gemeinde und ihr Präsident Goldbcrg. die dortige B.B.Logc und ihr Präsident Dr. Nesterjaku erwarben sicli grosse Verdienste. Der Bürgermeister Brailas L. Siolctto hielt eine Bcgrfissungsrcdc volle» ..Toleranz“. Unser Rabbiner Dr. Nicmirower entwickelte ein interessantes Referat über die Lage der Lehrerschaft. Auf Vorschlag der Direktoren Albrecht, ßoto Sachani. Retter, Krajowa mit Rosenbaum au der Spitze wurde ein Lchrervcrband gegründet und werden Hiiilfskasscn für Pensionäre und Invalidität angelegt werden. Auf Vorschlag der Rabb. DDr. Beck-Bukarest. Nicmirower-Jassy und Nacht-Thschani wurde beschlossen das Hebräische als lebendige Sprache zu unterrichten. Aus Palästina Am 6. Mai d. J. wurde in Jaffa die Knabenschule eröfinct. die der Hiifsverein der Deutschen Juden daselbst begründet hat. Im ersten Schuljahr werden zwei Klassen eingerichtet; nach erfolgten! Ausbau wird die Schule 6 Klassen enthalten, die beiden oberste»! mit je zwei Jahrgängen. Die Eröffnung der Schule in! jetzigen Zeitpunkt .ist von besonderer Bedeutung, weil infolge der Verhältnisse in Russ-!and ein starker Zuzug russischer Emigranten nach Jaffa erfolgt ist. die den ärmste!! Bevöikertmgsschicliten angehören und fiir deren Kinder erzieherisch zt! sorgen der Hiifsverein der Deutschen Juden als eine dringende Pflicht erkannte. Unter den obwaltenden Verhältnissen wird auch der seit mehreren Jahren bereits bestehende Kindergarten des Hilfs- Vereins in. Jaffa eine doppelt segensreiche Wirkung ausziiüben berufen sein, weil nunmehr durch die Anglicdcruug der Schule für die Jtigendbildung ein Abschluss herbeigeführt ist. Auf der anderen Hemisphäre Ein jüdischer Farmer. J. Abrahams (Australien), teilt den JEWISH CHRONICLE seine Erfahrungen über die doartiger! landwirtschaftlichen Verhältnisse mit •und empfiehlt Austra- 1 i c n für die Besiedlung m i t jüdische 11 F a tu 11 i c n, die sieb dem Ackerbau w i d m e n wollen, iferr Abrahams war ursprünglich Zuschneider und ״rundete vor drei Jahren zu gleicher Zeit mit seinem Bruder eine Farm. Er besitzt jetzt 242 Acres Land, sein Bruder 160 Acres. Von seinem Land hat Herr Abrahams bereits 60 Acres kultiviert, 30 bebaut er mit Mais. 3 mit Moorliirse. 3 mit Futtcrgerstc und drei mit Kartoffeln. Letztere verkauft er für 8 Pid. 10 Sh. per Tonne: der allgemeine Krtrag Ist drei Tonnen auf den Acre. Seine 20 Milchkühe bringen ihm jede *1 Sh. die Woche ein. Herr Abrnharnfl verfügt über vier Arbeitspferde und eine ansehnliche Anzahl von anderem Gross- und Kleinvieh. Er schlägt vor. 500 jüdische Familien versuchsweise in Australien anzusiedcln. Es würde genügen, wenn jede einzelne Familie über ein Kapital von 120 Pid. (2500 Mark) verfügte. Ein solches Darlehen könnte im Laufe von 10 Jahren abbezahlt werden. Die australische Regierung würde keinerlei Schwierigkeiten machen. Mit der genannten Summe können 160 Acres Lad mit Vieh und allen zur Bebauung nötigen Gerätschaften angekauft werden. Die Berechnung verstehe sich freilich nur für eine gleichzeitige Besiedlung mit mehreren hundert Familien, weil beim Ankauf grösserer Quantitäten der nötigen Gegenstände billigere Preise zu erlangen sind. Ein geeigneteres Land fiir Ackerbau und Viehzuclit als Australien, sei. wie Herr Abrahams meint, kaum zu finden. Kleine Mitteilungen Ausweisungslogik * Abg. Graf Kanltz (Kons.): Schon bei der zweiten Lesung habe ich meine schweren Bedenken als Ostpreussc gegen die geplante Lesung noch bedeutend gestiegen. Die Belastung des Fernverkehrs wird ausserordentlich hoch sein. (Vielfaches Hört, hört! links) und der Ertrag für die Reichskasse gering, weil die Reisenden aus den höheren Klassen In die niederen gedrängt werden. (Stürmisches Hört, hört! links.) Dadurch würden auch die Einnahmen der Einzelstaatcn aus den Eisenbahnen sehr erheblich zurückgehen. (Stürmischer Beifall links.) Trotz dieser Bedenken werde ich für die Fahrkarten- Steuer stimmen. (Anhaltendes, lautes Gelächter links.) Dem Mitglicdc des Aktionskomitees. Architekten Oskar Marmorek wurde laut der WIENER ZEITUNG vom 10. d. M. der Titel eines k. k. Baurates verliehen. » % ' * Unsere wackeren Gesinnungsgenossen Herr Hermann Jacob, der Vorsitzende der Stettiner Zionistischen Ortsgruppe, und Frau feiern am Freitag, dem 25. Mai (Rösch-Chödesch Siwan) das Fest ihrer Silbernen Hochzeit. Den herzlichen Glückwünschen der Gesinnungsgenossen schlicsst sich die Redaktion nicht minder herzlich an. Zur gef). Beachtung Die nächste Nummer der JÜDISCHEN RUNDSCHAU erscheint des Schabuothfestcs wegen einen Tag später als gewöhnlich. Dagegen machen wir unsere Mitarbeiter und die Schriftführer der Ortsgruppen dringend darauf aufmerksam, dass eben des Festes wegen die Redaktion der Nummer zwei Tage früher als sonst abgeschlossen werden muss. 'ס־־״יס״סי Folgende Wahlen zum Delegierten tage werden dem Zentralburcau noch ■ gemeldet: Berlin. Delegierte: Professor War bürg, Dr. H. Lee w e, Dr. .1 u n g m a n 11, Dr. Mühsam, Dr. ZI o c i s 11, Jacob W a g 11 e r, Dr. S o s k I n , Dr. Israel A u e r b a c 11, Dr. H e y m a 1111. Ersatzdeleglerte: Hermann Struck, Frau Dr. Loewe, Salo llcpncr, Arthur Hirsch, Graupe. Heidelberg. Delegierter: Dr. Isaak S t r a u s s. Vom Komitee des Delegiertentages wird noch initpeteilt: Für Zuhörer sind Plätze reserviert. Es wird gebeten, Meldungen schon jetzt an Herrn Capcll, Hannover, Hcilig c r s t r. 3 zu richten. Für den Natlonalfond sind noch zu quittieren: Dr. Richard Mayer gratulier zur Hochzeit Zlocisti 0,50 Mk.. Hecker dito 0,50 Mk., M a m I o c k dito 0,50 Mk., Dr L azarus Kaplan dito 0,50 Mk, Geschwister Majcrowitsch zur Hochzeit Ma 111 lock 1 Mk, Geschwister Majcro witsch zur Geburt des Töditerclicns gratulieren Reir. Richard Mayer und Frau 0,50 Mk.; Summa 3,50 Mk. Martin Daniel, Prenzlau, auf .vernünftige Art für die russischen Waisenkinder 4 Mk. Aus den Ortsgruppen Berlin. Am 9. Mai fand im ״König von Portugal“ die Semester-Antrittskiieipe der Verbindung im K.Z.V. Hasm o 11 a c a“ statt. Bbr. L i c 11111 e I m eröffnctc die Kneiptafel. IiLess die Gäste herzlich willkommen und verlas, die von Freunden und Gönnern der Korporation sowie namentlich von unserer Schwesterverbindung ״J o r d a 11 i a"-Münche»1 und den auswärtigen Bbr.Bbr. zahlreich eingelaufenen Glückwünsche. Nachdem das Bundeslied verklingen war. erhielt Bbr. Rosen- ‘bau m das Wort zur Tendciizrcdc. Darauf folgten Ansprachen der Vertreter der V.J.St. Berlin und Charlottcnburg sowie des Turnvereins Bar*Kchba. Dr. Israel Auerbach begliickwiinschtc mit warmen Worten die Verbindung zum Beginn ihres neuen Semesters und gab seiner Freude Ausdruck, wieder in unserer Mitte weilen zu dürfen. Mit dem Gesäuge des Hatikwahlicdes fand die anregende Kneipe einen würdigen Abschluss. Die Chargcnwahlen ergaben folgendes Resultat; stud. med. Licht heim X, stud. iur Rosenbäum XX. stud. med. dent. Nathan XXX.

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