Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XI (1906)
- Issue
- Heft 20 (18.5.1906)
- Date
- 1906-05-18
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 300 JÜDISCHE RUNDSCHAU No. 20 —- Aus den Ortsgruppen ן-— Berlin. Die Wahl,der Berliner Zionistischen Vereinigung zümDelcgiertcntag findet, Montag. den 21. Mai, abends 9 Uhr präzise in Dräscls Fcstsälcn, Neue Friedrichstr. 35, statt Die Mitglieder werden dringend gebeten, pünktlich zu erscheinen. Berlin. Den Berliner Zionisten geht dieser Tage ein Zirkular zu, in der die Parteigenossen zur Zahlung von Schekelgeldcrn aufgefordert werden. Es wird dringend um recht schleunige Erledigung‘desselben gebeten. Berlin. Mitglieder der Berliner Zionistischen Vereinigung, die sich um ein Mandat für den Delegiertentag bewerben wollen, werden gebeten, dies dem Zentralbureau der Zionistischen Vereinigung. Mauerstrassc 2, umgehend mitzuteilcn. Köln. In unserer Versammlung am 12. d. Mts. referierte Herr Berger über die Judenausweisungcii aus Berlin. Er wandte sich insbesondere gegen das untätige Verhalten der deutschen Judenheit. die sich infolgedessen zu Mitschuldigen an diesen Akten Dolizeilicher Willkür und mittelalterlicher Brutalität gemacht hätten. Die Organisationen der deutschen Juden hätten in diesem Falle vo 11 s t ä n d i g versagt. Es hätte sich gezeigt, dass keine von ihnen den Mut besitze, unter allen Umständen für das Judentum einzustchcu, sie hätten sich samt und sonders des Vertrauens der deutschen Juden unwert gezeigt. Redner besprach sodann den Fall eines hiesigen Repräsentanten und Vorstandsmitgliedes der jüdischen Gemeinde, der aus nichtigen Gründen einen ausländischen Juden aus der Synagoge heraus der Polizei übergeben und denunziert hat. Hier zeige sich so recht das ganze jammervolle Gebühren der deutschen Assimilanteii. die sich die obrigkcitlichc Gunst selbst um den Preis Ihrer Mannesehre er«׳ schleichen möchten. Herr D.r Bodenheimer behandelte die Ausweisungen vorn rechtlichen Standpunkte aus und kennzeichnete sie als Verletzungen der Grundsätze des Völkerrechtes. Folgende Resolution gelangte einstimmig zur Aunähme: *Die Versammlung protestiert gegen die vom Berliner Polizeipräsidium verfügte .Massenausweisung von russischen - Juden, die sowohl den Grundsätzen der Menschlichkeit als denen des Völkerrechtes Hohn sprechen und erklärt diese als ein Zeichen der Missachtung des Jüdischen Vclkselementes In Deutschland seitens der höchsten Behörden.“ Berlin. Die Generalversammlung der Jüdisch-nationalen Frauviivereinigung fand am 30. April im Restaurant Simon Gipsstrasse, statt: sic bot viel Erfreuliches. Laut Jahrcsbcrieht des Vorstandes war der Winter reich an Vorträgen. Festen für bedürftige Kinder und geselligen Vereinigungen. Der vorjährige Vorstand, welcher einstimmig wiedergcwälilt wurde, macht es sich zur schönen Pflicht, eitrig für den Nationalfond zu sammeln, damit einst Zion auferstehe; das Paradies der Vertriebenen! Posen. Der hier seit ca. 4 Jahren bestehende Turnverein, in dem sich vielfach heftige Kämpfe zwischen Zionisten und assimilatorischen Elementen abgespielt haben, ist nun endlich mit überwältigender Mehrheit der *Jüdischen Turnerschaft“ beigetreten. — Der Jüdische Diskutierklub vcranstattete einen sehr gut besuchten Morris Rosenfeld-Abeiid, dessen Ergebnis ein ansehnlicher Beitrag zur Nationalspende für den kranken Dichter war. - Auf heftige Angriffe, mit denen bei der Ricsser-Feier des Zentralvereins der Festredner hier den Zionismus bedacht hat, hat die Zionistische Ortsgruppe in einem ausgezeichneten Flugblatt geantwortet, das in weiten Kreisen den besten.Eindruck macht. J. München. Die Verbindung im K. Z. V. ״Jordania* begann ihr zweites Semester mit einer stark besuchten Ferien, kneipe, zu der viele Gäste, darunter auch Herr Dr. K a h n au! Wien, erschienen waren. Herr Dr. Kahn, der vorher ii der hiesigen Ortsgruppe referiert hatte, gab in warmen Wortci 1 fCü h0״en. Befriedigung Ausdruck über den schönen Ver u *vJc!pe sowohl wie ganz besonders über den gutci iüdischen Geist, der in der Verbindung herrsche, und freut! sich, eine solche Meinung mit nach Wien nehmen zu können 7 ״en&ch£ Scmcstcrantrittskneipc fand an 5. Mai statt Die .Tendenzrede hielt Bbr. cand. jur. H e r m a n! ה c n m 01• Es sprachen ferner der Vertreter des V. J. St der zion. Ortsgruppe, sowie des Vereins für Statistik dci Juden. Von der Kartellverbindung Hasmonaea-Berlin, sowie von auswärtigen Bundes- und Kartellbriidcrn liefen Glückwunschtelegramme ein. Die Sammlung für den N.-F. ergab 100 Mark. Die Chargcnwahlen fiir das laufende Semester ergaben folgendes Resultat: cand. jur. Georg Müllerheim I erster, cand. ined. dcut. Bernheim zweiter, cand. jur. Schm ul dritter. Wiederum wird das Hauptgewicht auf den zionistischen und Gcscliichts-Fuchsenunterriclit gelegt, der unter Leitung von Bbr. S c h!11 u I steht. Allwöchentlich finden ausserdem öffentliche Vorträge statt. Nächsten Dienstag tag spricht A. H. Dr. Elias Auerbach über ,.Die Sekten im Judentum.“ — Die Zahl der Aktiven hat sich bereits verdoppelt. Briefablagc wie bisher im Kafiec Reichshof. Hamburg. Am!0. Mai d. J. hielt unsere OrtsgruDpc eine Versammlung ab. in der die Wahlen für den 10. DcleeiertAn‘ag der deutschen Zionisten in Hannover stattfanden. Als Delcgierte wurden gewählt: D r. Frank. D r. H a 1 p c r n. E s te r m a n n. D r. Viktor. Moritz S. W o 1 f f. Als Er• satzleutc wurden gewählt: Samuel Cohen. 11011ander. Levlnsohn. Referendar Dr. David. Frl. Veilc henfcid. — Ferner wurde beschlossen, am Schekcbag gleichzeitig drei Versammlungen im Stadtgebiet von Hamburg-Altona abzuhaltcn. ־- Auf zionistische Anregung hat sich ein Verein ...1 ii d i s c 11 e V o 1k s 1 e s c 11 a 11 c“ gebildet, dessen Vorstand aus folgenden Herren bestellt: Rahbiner Dr. Loc weilt ha! I. Vorsitzender. Salonion Gold- Schmidt 2. Vorsitzender. Dr. Viktor 1. Schriftführer, cand. phil. Lebowitz 2. Schriftführer. Michael. Kassenwart. Die Lesehalle ist im Zentrum der Stadt gelegen. Duisburg. Die Duisburger Ortsgruppe veranstaltet am 2S. d. M. einen Schekelabend. gm Sprechsaal Für die Mitteilungen an dieser Stelle übernimmt die Redaktion nur die pressgeseutirhe Verantworil'Clikeit. Rudersport. I Die in Nummer 17 der JÜDISCHEN NRUNDSCHAU enthaltene Aufforderung zur ״Gründung eines nationalj üd i s c 11 c n Ruderklubs" hat allgemeinen Anklang geiunden. und eine Anzahl Gesinnungsgenossen haben gern ihre Mitarbeit zugesagt. In der am 3. Mai stattgehabten Zusammenkunft wurde ein Komitee von fünf Herren gewählt, das sich mit den nötigen Vorarbeiten, wie Aufbringung des Fonds sowie der technischen Mittel befassen soll. Es ist sehr erwünscht, wenn Damen und Herren ihrer Sympathie durch Beitritt als ״unterstützende Mitglieder“ praktischen Ausdruck verleihen, da bekanntlich zum Rudersport und dem mit diesem sicli Achtung verschaffenden ״Muskcljudcn" unbedingt die nötigen Mittel zur Verfügung stehen müssen. Auch können noch einige aktive Mitglieder aufgenonimcn werden und bitten wir jüdische Herren sich au untenstehende Adresse zu melden. Wir hoffen, dass die bereits energisch in Angriff genommenen Vorarbeiten bald von Erfolg gekrönt sein werden, und wird es sicherlich jedem Nationaljuden eine Ehre und Freude zugleich sein, zur physischen Regeneration des Jüdischen Volkes durch Gründung des ersten Jüdischen Ruderklubs beigetragen zu haben. Anfragen sind an unterstehende Adresse zu richten. I. A. des Komitees: Hugo Eisenstadt. Krausnickstr. 5. Sammelt Materialien und schickt sie nach Lübeck!