Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XI (1906)
- Issue
- Heft 19 (11.5.1906)
- Date
- 1906-05-11
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE RUNDSCHAU No. 19 Seite 283 Jedenfalls müssen unsere Gesinnungsgenossen bemüht sein, auch In zlonc-zlonlstlschen Ortsgruppen Mandate für politische Zionisten zu erlangen. Da In einzelnen Ortsgruppen schon in allernächster Zeit die Wahlen stattfindcu. bitten wir nochmals eindringlich um schleunigste Antwort auf diese Zuschrift. Mit Ztongruss ergebenst gez. Dr. Jeremias. gcz. Köllen sc her Die zionistische Partei bedarf solcher Heimlichkeiten um so weniger, als durch Heimlichkeiten und Hintertüren die ganze missliche Lage im Zionismus geschaffen wurde. . Der Dclegicrtcntag wird nicht dadurch, ״ein getreues Bild der Stimmung in Deutschland abgeben'*, dass man eine solche Wahlmachc treibt, wie sie im vorliegenden Flugblatt vorliegt. Wir müssen endlich den Frieden im Zionismus und besonders bei uns in Deutschland wieder!!erstellen. Darum weisen wir diese Wahlmachc zurück und geben sie allen deutschen Zionisten zu ihrer unbefangenen Beurteilung bekannt. Wir bemerken ausdrücklich, dass unseres Wissens nur die beiden Unterzeichneten für den Inhalt verantwortlich sind und glauben, dass diese übereifrigen Herren am allermeisten von denen zu־ rfickgcwicscn werden, die leicht zu Unrecht für mit verantwörtlich gelten könnten. Wir zweifeln sehr, ob die Unter־ zeichneten ein Mandat hatten, im Namen der ,'.politischen Zionisten" zu sprechen. Denn wir honen, dass gerade der Dclegicrtcntag die Brücke sein soll zur Verständigung der Hauptgruppen im deutschen zionistischen Lager. Wir unsererseits halten cs für geboten, dass sich die Zionisten aller Gruppen rechtzeitig in ihren Wahl gruppen verständigen, dass von beiden Seiten solche Männer gewählt werden, denen am Zionismus und nicht au irgend einer Partcischatticrung Innerhalb der Partei gelegen ist. Wir habe״ keine Zeit und keine Kraft zu vergeuden. Wir müssen endlich wieder einig werden, um grossen Gesichtspunkten in der zionistischen Arbeit folgen zu können. Wir bedürfen einer Politik des Zionismus, aber keines Politisierens im Zionismus. Alle Mann auf Deck! Alle Mann einig. Zur Einigkeit gehört Vertrauen. Vertrauen kann abe! nur existieren, wo es keine Heimlichkeiten gibt. —I Aus den Ortsgruppen.— י Berlin. Die Mitglieder der Berliner Zionistischen Vereinigung werden dringend gebeten, die rückständigen Schekel umgehend Herrn J. H. Wagner, Prenzlauer Allee 9 einzusenden. Berlin. Am Mittwoch, dem 16. Mai, findet im Verein ..Makkabaca zu Berlin" (zur Pflege jiid. Lebens) bei Lazarus, Roscnthalcrstr. 60. ein Vortrag über ״Jüdische Frauengestal־ ten" statt. Beginn abends 9 Uhr. Gäste, Damen ung Herren, willkommen. Berlin. Jüdischer Turnverein ״Bar Kochba". Sonntag, den 13. Mal 1906, abends 8’a Uhr, in den Sophien-Sälcti. Sophien- Strasse 17—18. Vortrag des Herrn Kantor Blitz aus Dessau über ״Bar Kochba und seine Zeit*. Hierauf Kommers und geselliges Beisammensein. Gäste. Damen und Herren, willkommen. Metz. In der am 3. er. im Saale des Hotel du Nord veranstalteten Versammlung hielt Herr Dr. Ernst Hochschild aus Metz einen formvollendeten, sehr stimmungsvollen Vortrag über ״Theodor Herzl". Redner schilderte den Werdegang unseres grossen Toten, seine Bedeutung als Mensch und Schriftsteller. Besonders eingehend wurde Herzls zionistische Tätigkeit behandelt, und ausgehend wurde Herzl’s zionistische Tätigkeit behandelt, und ausgehend von ״Judenstaat" seinen Plan zur Lösung der Judeniragc entwickelt. Zuui Sclduss forderte Redner die Versammlung auf. sich der zionistischen Bewegung anzusclilicsscn und im Sinne Dr. Herzls an der Schaffung einer Heimstätte für das indische Volk mitzuarbciteii. Das Referat wurde mit grossem Beifall aufgcuoiumeii. Nachden! der Vorsitzende. Herr Dr. Dannenberg auf die Wichtigkeit des Schekels hingewicsen hatte, traten J8 Damen und Herren der Ortsgruppe bei. Wir haben nunmehr in Metz be־ reits über 70 Mitglieder, und kann mit besonderer Genugtuung konstatiert werden, dass unsere Sache hier allenthalben Sym* pathien erweckt hat. Df• D. Würzburg. Der verflossene Sonntag brachte unserer Gruppe ein Referat des Herr!! Oberndorfer aus Fürth über Theodor Ilcrzl. Der Redner schilderte in längeren Ausführungen den toten Führer, den er zum grossen Teil als Menschen charakterisierte. Lebhafte Diskussion. N.-F.-Samm-!ung. München. Die Übersiedelung unseres bisherigen 1. Vorsitzenden. Herrn Lobatz*. machte eine Neuwahl des Vorstandes notwendig, die folgende Besetzung zeitigte: I. Vorsitzender: Herr Schacher. 2. Vorsitzender: Herr Fett; 1. Schriftführer: Herr Alpcr, 2. Schriftführer: Herr Theilhcimcr, Pcttcnkofcrstr. 10B: Kassenwart: Herr Hausdorf; Kassenrevisor: Herr Kunstmaler Hermann: Beisitzer: Frau Kunstmaler Herrmann. Die erste Veranstaltung des neuen Vor- Standes bildete der Vortrag Dr. L. Kahns über ״Zionismus und Judentum", der sich eines sehr zahlreichen Besuches aus allen Schichten der jüdischen Bevölkerung rekrutierte. Dr. Kahn setzte auseinander, dass jeder Orthodoxe Zionist sein müsse. Aber auch für die andern ergebe sich die Notwendigkeit des Zionismus, wenn sie das Judentum weiter erhalten wollten, dessen Fortcrhaltung durch die Geschichte der Juden als wünschenswert bezeichnet werden müsse, besonders wenn inan den alten Nationalstaat mit den damaligen Griechen und Römern vergleiche und die Lebenskraft im Golus in Betracht zieiic. Durch den Zionismus erst habe der Jude gelernt, sich wieder als Juden zu fühlen und sich auch um seine eigenen jüdischen Angelegenheiten zu kümmern, die nun durch den Zionismus eine befriedigende Erledigung Finden können. Der von warmer Begeisterung durchglühte Vortrag machte auch bei den Nichtzionisten einen tiefen Eindruck, so dass sicli eine Anzahl der Anwesenden anmeldeten. Dieser Abend bcdeutete für die Münchener Ortsgruppe auch insofern einen Erfolg, dass die Münchener auch einmal einen älteren, in Am! und Würde befindlichen Zionisten kennen lernten, wahrend sic bisher geglaubt hatten, nur jui ge Leute könnten Zionisten sein. Der ruhig» Verlauf des Abends, au den! keine Diskussion stittfand. da sich keine Gegner meldeten, war gceignet, die Ortsgruppe wieder in guten Rut zu bringen, de! in den letzten Jahren zu schwinden begonnen hatte. A. 1. Die nach München kommenden Zionisten, besonders Studenten, werden darauf aufmerksam gemacht, dass sie zionistischen Anschluss im Kafice RcJchshofwo «ine Anzahl Zionisten verkehrt, finden können: übrigens ist der 2. Schriftführer, eand. jur. A. Theilhcimcr. gerne zu diesbezfiglichcn Aufschlüssen bereit. Kattowitz 0. S. Wenn wir es bisher als unsere Aufgabe betrachteten, die junge Organisation auszubauen und zu befestigen, erscheint uns eine Klärung und Stärkung der zionistisehen Überzeugung bei den neugewonnenen Mitgliedern der Gruppe notwendig. Diesem Zweck diente der Vortrag von Herrn Referendar Dr. Cassirer (Pciskrctscham) über ״Zionismus und Patriotismus“. Etwa 50 Danicn und Herren folgten den Ausführungen des Referenten mit Interesse. Rybnlk. In der hiesigen Zionistischen Ortsgruppe hielt am Dienstag, dem 2-1. April er.. Herr Lehrer Gold Schmidt hiersclbst einen Vortrag über ״Das Leben und Wirken Gabriel Riessers." Er erweckte durch seine, das jüdische Nationalgefiihl hebenden Ausführungen hohe Begeisterung und lebhaften Applaus. S. Ratlbor. Am 28. Aprii 1906 veranstaltete die zionistische Ortsgruppe in Gemeinschaft mit der Friedenslogc (U.O.B.B.) und dem Jüdischen Literaturvcrcin einen wohlgelungenen Vortragsabend zu Künsten des erkrankten Dichters Morris Rosenfehl. Nach der einleitenden Ansprache des Herrn Rabbinei* Dr. Dienemann schilderte Herr Dr. med. Kassel in einem licht vollen Referat das Leben und Leiden des Dichters und würdigte ihn als den Sänger des jüdischen Ghettos. Hierauf las Frau Mally Dicncmami einige gut gewählte Ro<־cnfeldschc Dichümgen mit vielem Verständnis und tiefer Empfindung vor. Es folgte schliesslich ein allgemeiner künstlerischer Teil, i» dem Frau Bertha Fröhlich und Frau Liebrecht im Gesinge. Frau Rosa Fröhlich am Klavier und Herr Referendar Bloch im Gcigenspiel Leistungen darboten, die auch verwöhnten An- Sprüchen gerecht wurden. — Der materielle Erfolg w׳at recht günstig. *׳יי• Duisburg. Wir erhalten folgende Zuschrift: ״Der Bcrieht in der No. 16 der JÜDISCHEN RUNDSCHAU über die General-Versammlung der Ortsgruppe beruht auf falschen