Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XI (1906)
- Issue
- Heft 17 (27.4.1906)
- Date
- 1906-04-27
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 250 . . . ׳ . י , ‘ . * < ' JÜDISCHE RUNDSCHAU No. 17 Alle Bestellungen sind an den Verlag ״Jüdische Rundschau“, Berlin N. 54, Augustslr. 49a, zu richten. 2. In Obersitzko (Provinz Posen) hat sich eine neue Gruppe von Schekclzahlern gebildet. ^f~1; Sprechsaal - 1 1 FOr die Mitteilungen an dieser Stelle übernimmt die Redaktion nur die pressgesetzliche Verantwortlichkeit 1 «*■!■■«■■■■*■*■«י**p Rudersport ln verschiedenen Zweigen hat die körperliche Regeneration der Juden ihre Früchte gezeitigt, so in der I urnerscliait, dein Zusammenschluss jüdischer Studenten und anderen \ ereincn. die sich auch die Pflege der physischen Regeneration des jttdisehen Volkes atigcdcihcn lassen. ' Nur e i ״ Sport und zwar einer der schönsten ist Ins jetzt unberücksichtigt geblieben. Der Rudersport Wenn inan beobachtct, wie Rudervereine, die teilweise von Juden initbegründet und hocligcbracltt wurden, stell jetzt den Juden gegenüber vollkommen exklusiv verhalten und auf jüdische Ruderer lierahseheit ist es Pflicht jüdischer Sportslcntc. sich eine eigene Statte zu gründen, wo sie der körperlichen Wiedergeburt der Juden Achtung verschaffen liehen. Es existieren einige Rtidervcrdne. deren grossere Anzahl Mitglieder Juden sind, die jedoch, um ja nicht als ..jüdischer Verein" zu gelten, nach bekannter Weise Reiiomniier-Gojin■ bei sieh halten, und trotzdem. — ja vielleicht gerade deshalb der Verachtung der christlichen Ruderer preisgegeben sind. Wir beabsichtigen als״ jüdisch-nationale Ruderer zu'sam* inenzusehücsscn. und bitten Gesinnungsgenossen tim ihre Adresse. I. A. des provisorischen Komitees: Hugo Eisenstadt, Krausnichstrasse 5. —I Aus den Ortsgruppen Neuhebräischer Sprachunterricht. Der hebräische Sprachverein Sara Berura veranstaltet seit einiger Zeit Kurse zur Erlernung der neuhebräisclicn Sprache und Literatur. Diese Kurse, welche nach der neuesten Methode (Berlitz — שפה היה) von tüchtigen Kennern des Neuhebräischen erteilt wurden haben grossen Anklang und allseitige Anerkennung gefunden. Der bisherige Erfolg hat uns bewiesen, dass unter den jüdischen Bevölkerung Berlins noch ein reges Interesse iür unsere angestammte, altgcheiligtc hebräische Sprache vorhanden ist. Wir ersuchen daher alle Juden und Jüdinnen. Erwachsene sowie Niehterwachscne, denen die Kenntnis und Verbreitung der hebräischen Sprache erwünscht ist. an unseren Kursen teilzunehmen und dieselben in ihren Kreisen bestens zu empfehlen. Lehrplan ftir das Somnierhalbjalir: I. Abteilung für Erwachsene. Oberklasse: Sonntag 12 1 Uhr: Mittwoch 8—9 Uhr abends. Mittelklasse: Dienstag ' ׳ Uhr: Donnerstag 9—10 Uhr abends. Unterklasse: Montag ,-•s 1-•9 Uhr: Donnerstag 7:8 79־ Uhr (abends. II. Abteilung für Kinder. Obcrklassc: Montag K!7--'iS Uhr: Donnerstag 7-7 —7:8 Uhr!abends. Unterklasse: Montag 5—6 Uhr: Donnerstag 5—6 Uhr nachm. Beginn: Montag. 30. April 1936. Untcrriclitslokal: Schul- Zimmer Artilleriestr. 32 Mittelgang rechts. Änderungen der festgesetzten Stunden sind Vorbehalten; die Klassen werden nach Bedürfnis vermehrt. 11er Eintritt kamt jederzeit erfolgen. Anmeldungen und Anfragen bitte zu richten an Herrn .1. Lew. Auguststr. 84II. ' Der (ieschäftsausschuss des hebräischen Sprachvereins Sala Berura. R. ß r a i 11 i 11. D r. W׳ i c $ e I. Nürnberg. Nach längerem Leiden ist in Augsburg Erl. V״ Amsoti verstorben. Sic war die Schwester des erst vor kurzem 11 i e r verst. H. Julius Antson dem in diesen Blättert, für sein warmes Interesse an unserer Bewegung Worte des Dankes gewidmet worden sind. Auch F r I. Amsoti verdient das. Sic hat zu jeder Zeit gerne dem Zionismus ihre Dienste gewidmet. Ihr Andenken wird in unserer Ortsgruppe fortleben: stets werden wir der Toten in Dankbarkeit gedenken. Hannover. Am 17. März sprach in einer sehr stark besuchten Versammlung der Ortsgruppe Herr Referendar Hans Block über: ״Die soziale Lage der Juden im Osten und die Auswanderung״. Referent wies an der Hand der Statistik auf die ausserordentlich starke Vermehrung der Juden im vergangenen Jahrhundert und ihre Konzentration in der. Städten hin, die die Bildung der ihrer Bedeutung und Eigenart sich bewusst werdender jüdischer Proletariermassen zur Folge gehabt hätten. Da sich die Juden in Osteuropa schnell vermehren, so müsse mau auf absehbare Zeit hinaus mit der Auswanderung rechnen. Bei der Auswaiidcrungsbewcgung. die eine Tatsache sei und durch keine Konfcrenzrcsolutioneu aus der Welt geschafft werden könne, müsse daher t i n e energische, g r o s s z ii g i g e G e g e 11 w a r t s a r b e i t einsetzen. Es schloss sich eine überaus interessante Bespreclunnr an das Referat. Fräulein Aeunc Berliner berichtete über den Durchzug der Emigranten durch Hannover. Es wurde beschlossen, die Teilnahme an der Hilfsorganisation für sämtliche Mitglieder der Ortsgruppe obligat״* risch zu machen. Stralkowo (Prov. Posen). Am 21. April d. Js. fand in der Synagoge eine Versammlung des Zionistischen Vereins ״Jung-Juda* slatt. die sehr besucht war. Den Vorsitz führte Herr L. Cohn, welcher dem Referenten stud. (electr.-icch.) L. Kctnpc aus Cötheu (Anli.) das Wort zu seinem Vorträge ״D i c Brüsseler K o 11 f e r e n z oder Wohin?“ erteilte. Es schloss sich eine anregende Diskussion au, an der Frau E. Leiser, Herr Mendel. Herr Kantor Stichel tciinalimcn. Der Vorsitzende brachte eine Resokition zur Abstimmung, die dahin ging, das Bascier Programm nach jeder Richtung hin zti uutersuitzen, die einstimmig angenommen wurde. Die Beherzigung dieses bedeutenden Anträges fand darin ihren Ausdruck, dass einige Aktien der jüdischen K01onialbr.uk verkauft wurden. Ebenso zahlt fast die ganze Gemeinde Sc 11 ekel. Es ist erfreulich, dass in einer so kleinen Gemeinde wie hier sch(»:! dvr Zueiisluus seinen Einzug gehalten hat und wäre es sehr wünsche nswert, wenn die andern Gemeinden ' diesem hervorragenden Beispiele folgen würde. mk. Töplitz-Schönau. Der jüdische Volksvcrcin ..Zion" veranstaltetc Sonntag, den 25. März 1906. eine zweite Wanderver- Sammlung in Brüx, die durch ein Flugblatt vorbereitet wordui war. und in der Fabrikant Adolf Böhm aus Wien referierte. Nach einer angeregten Debatte ergab eine Einladung zur Vercinsgründung 25 Ncunmneldungen. Nunmehr wird ein Verein mit über 50 Mitgliedern nach Ablaut der gesetzlichen Frist sofort konstituiert werden. Sopron (Ungarn). Hier haben Hochschiilcr einen zionistisehen Verein gegründet, welcher seine Tätigkeit mit Ende Ücs Universitäts-Schuljahres beginnen wird. Der Verein heisst: ״Verband zionistischer Hochschiilcr in Sopron". In Alexandrien (Aegypten) wurde ein Verein der Poaie- Zion ins Lehen gerufen. Der Verein hat bereits die Schwierigkeiten und Hindernisse, die ihm die eigenartigen Verhältnissc des Landes bereiteten, überwunden und beginnt eme recht gedeihliche Tätigkeit zu entfalten. Er befasst sich u. a. auch mit der Frage der jüdischen E i n w anderu ״ g aus R11 s s I a n d 11 ach Aegypten, indem er den ankormnciidcu Juden mit Rat an die Hand geht. (Bravo!) — Hier wurde ferner ein zionistischer Verein mit Namen ..Bnc-Zion" gegründet, der hauptsächlich die Jugend umfasst und eine grosse Aktivität zu entfalten verspricht.־ Das Komitee richtet die Bitte an alle Zionisten, welche Aegypten als Durchreisende besuchen und Reden halten wollen, sieh au diesen Verein zu wenden. In Philadelphia hat eine neue zionistische Zeitung in jüdisch-deutscher Sprache zu erscheinen begonnen. Das Blatt, das ein Wochenblatt ist und das Organ der ״Poale-Zion" in Amerika sein wird, trägt den, Namen: DER JUEDlSCHF KAEMPpER. Als Programm des Blattes dient die von der Konferenz der Poale-Zion in Baltimore, die im Dezember v. J. stattgefunden hat. angenommene Resolution, wonach die Poale-Zion Amerikas sich zum Bascier Programm bekennen und dem palästinischen Zionismus sich anschliesseii. Australien. Auf einer Reise durch Australien und Neu-Seeland hielt Herr S. Goldreich aus Johannesburg. Mitglied des A.-K.. u. a. Versammlungen ab in Auckland, Wellington, CUristeTntrclt und Dunediu. In Auckland bestand schon eine zionistische Ortsgruppe: in den letztgenannten drei Städten haben sich solche nach dem Vertrage des Herrn Ooldrcich gegründet. Die Ortsgruppen Ncu-Seelands beabsichtigen sich zu einer Föderation zusammenzuschlicsseii. deren Zentrale in Wellington sein soll. Auch die australischen Gruppen haben die vorbereitenden Schritte unternommen, um eine Föderation der australischen Zionisten zu bilden.