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Jüdische Rundschau · 1906-04-06 · Heft 14-15 (6.4.1906) · page 25

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XI (1906)
Issue
Heft 14-15 (6.4.1906)
Date
1906-04-06
Page
– (sequence 25)
Language
German
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No. 14/15 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 215 Ausgaben: Per. Landesbeitrag abgcfiilirt.223,— Mk. .. Schekel abgeführl.30-1,— ״ , .. N a t i o n a I i o n d abgeführt.328,36 ״ V n I i n n fi I f n 11 /I 11 1"! 1• 11 c ח n I,1r,.t,il1 rt?IO_ «• n n 1 1 11 11 1 1 11 11 וי u 1' 11 v׳n >1 v 11 v ־,ק 1 יי** ., O c I b a ti m ־ S p e 11 d e 11 ahireiiihrt . . . 108,05 ״ Spesen für Natioiialfond . 30,65 Mk. iür Vorträge . . . •1-16,81 ״ für Drucksach.. Porti. Inkassi, Miete Logenheim (200 M.) 71636 .. 1193,82 ״ ״ Sei bst wehr abgeführt . 2389,83 ״ ״ S e 1 b s t \v c 11 r d i v S p c s e n . . . . . 1-16,27 ״ ״ Schriften Kt0, abg. an ״Rüd. Rundscli." 52,30 ״ ״ Sparkassen-Konto-Be stand für Nationalfond.160,07 Mk. für Ortsgruppe.. 9-1,15 ״ 254,22 ״ ״ Kassa-Bestand pro Ende M ä r z 06 663,27 Mk. 5932,12 Mk. Ich habe heute die Kasse revidiert und mit den Belegen und Büchern übereinstimmend gefunden Hamburg, den 13. Mär/. 1906. Martin B c 11 r e 11 d , Re\ isor. Wir bemerken dazu, dass der Rechnungsabschluss mir die- }eiligen Geldspenden enthält, die dtreh unserii Schatzmeister nach Berlin gelangt sind. Insgesamt sind dagegen in Hamburg-AUona aufgebracht worden laut Ausweis in der .,Jiid. Rundschau": fiir Nationalfond: 1-116.32 Mk. (i. Vorjahr 811,82 Mk.) für Oelhäumc: 432,— ״ (i. Vorjahr 360,— ״ ) für Selbstwehr: 2691.— ״ Die Nationalfondkommission. (Vorsitzender Dr. tned. Marcus), richtete ihr besonderes Augenmerk auf den Vertrieb von Nationalfondstelegrammen und hat vor kurzem 6 Verkaufsstellen eingerichtet, die auf den Linladuugskarteu und durch Zeitu11gsfnsc־ate bekannt gemacht werden. Infolge des regeren Vertriebes der Telegramme ist im verflossenen Jahre ein Umsatz von 4500 Nationalfondsmarken in Hamburg erzielt worden. Wir sind von der weiteren Ausgestaltungsmöglichkcit dieser Einrichtung überzeugt und sind dabei, auf Veranlassung des Zentral-Bureaus eine Telegranuu-Propagauda-Zentrale für Deutschfand in Hamburg cinzurichtcn. Die lokale Sammclstellc fiir Materialien verwaltet Fräulein Liihke (Erster Erlös itn vergangenen Jahre ca. 100 Mk.), den Sliaremarkenvertrieb besorgt Heinrich Mavcr (Umsatz 518 Marken), die Agitationskoinmission leitet L. M. Michael, den Flugschriften- und Büchervertrieb, die ..Rundschau”- und ״WeIt”-Propaganda Josef Go 1 d s c h md t. Seit Oktober befindet sich in Hamburg die deutsche Shareklubzentralc. die unter der Leitung von Moritz Gold- Schmidt erfreuliche Ergebnisse erzielt. Die Ortsgruppe war auf dem Kongress vertreten durch Gustav O. Cohen und Dr. Kalmus, auf der Brüsseler Konferenz durch Moritz S. NVolf f. Personalien: Zu unserem Bedauern vcrliess uns zu Beginn des Geschäftsjahres der allgemein geschätzte bisherige Schatzmeister S. N. M a r g u I i c s. der nach New-York fibersiedelte: in Ane*kenuu1ie seiner Verdienste ernannte ihn die Ortsgruppe zum Ehrenmitglied. Auch durch den Wegzug des unermüdlich tätigen D r. P i n k u s wurde uns eine wertvolle Agitationskraft entzogen. Einen herben Verlust haben wir durch den allzutrfihen Tod unseres liehen Mitglieds, des Referendars D r. Hertz erlitten. Die bisherigen beiden Vorsitzenden D r. E r a n c k und Eduard L c v i n s o 11, die leider vor Beginn dieses Geschäftsjahrcs eine Wiederwahl ablehntcn. ehrte die Ortsgruppe durch Eintragung ins Goldene Buch. —־ Wenn auch die Zahl der Zionisten in Hamburg-Altona im Verhältnis zur jüdischen Bevölkerung noch eine geringe ist. so berechtigt uns doch die bisherige Entwicklung der Ortsgruppe und der Arbeitseifer ihrer Mitglieder zu der Hoffnting, dass die zionistische Idee auch bei uns immer weitere Kreise ergreifen wird. Der Vorstand: Gustav G. Cohen. Ehrenpräsident. Dr. Kalmus. L. Esfermaim. Dr. Victor. Dr. Besser. I. Vorsitzern!. II. Versitzend. I. Scliriftfiihr. 11. Schriftfiilir. -%־י ״ * ״״ — Jeder, der die bisherige Tätigkeit der־ Schutz-Komitees beobachtet hat, ohne sich i» der unbefangenen Beurteilung durch die Zeituugspolemikeu beirren zu lassen, weiss. dass sic eine ungemein segensreiche ist. da sie vielen Tausenden unserer russischen Glaubensbrüder in reichem Masse Heit und Nutzen gebracht hat. Er weiss aber auch, dass niemals auf politische lAirteizugehörigktit oder auf Gesinnung, in irgend welcher Hinsicht. Rücksicht genommen worden ist. dass vielmehr jeder als unser unglücklicher Nächster behandelt wird. Soweit eine Prüfung der Auswanderer stattfindet, erstreckt sich dieselbe lediglich auf die Feststellung der tatsächlichen Uiiterstiitzungsbedürftigkeit. Das Schutz-Komitee hat sich seiner Aufgabe mit aller Hingebung •gewidmet, keines der Mitglieder jedoch mit solcher üpferwiiligkcit, wie gerade Herr M. Pcrlnjann, welcher die Anforderungen seines Geschäftes ganz hinter die Pf lichten des Licbcswcrkes zurficktreten licss. Er konnte deshalb auch mit ruhigem Gewissen die skrupellosen, in ihrem Inhalt gänzlich unbegründeten Angriffe über sicli ergehen lassen. Was ist denn in Wirklichkeit geschehen? Herr Perlmann und andere Komitcemitgiicdcr wurden durch Belästigungen und unberechtigte Anforderungen einer Anzahl jugendlicher Leute aus Russland derart behelligt, dass sic bei Andauer ähnlicher Zustände das ganze Hilfswerk als gefährdet ansehen mussten. Einzelne KomHeemitgl'eder hatten daraufhin auch bereits ihre Mitwirkung eingestellt, ln solcher Stimmung und einer Augenbiickseiitgebtmg folgend, entschloss sich Herr Perlmaun zur Versendung eines an 6 Herren gerichteten Schreibens, das. wie wir gern zugeben wollen, höchst unglücklich abgefasst war. Von Selten der anderen Auswanderer waren die betreffenden Personen als ..Bundisten" beze'chnet worden. Nur durch eine unentschuldbare Indiskretion ist der Brief in die Ociientliehkeit gelangt und hat dadurch so viel Aufregung verursacht. Zu keinem Zeitpunkt aber hat bet Herrn Perlmann oder den anderen Komiteemitgliedern das innigste Mitgefühl mit den Opfern der russ’sclien Barbarei eine andere Unterscheidung als nach dem Grade des Leidens gekannt, und ebensowenig hat der Wille aufgehört. allen, soweit dies irgend anging, zu helfen. Indes so hoch uns auch die grossen Ziele der jüdischen Wohltätigkeit stehen, wir sind alle nur Menschen, die, zumal wenn uns Unrecht und Böswilligkeit entgegentreten, auch einmal felilgreifcn können. Das sollte man entschuldigen, aber nicht durch masstosc Verdächtigungen das ganze Liebeswerk untergraben. In grösster Hochachtung Das Schutz-Komitee für durchreisende russische Juden ln Königsberg. Königsberg I. Pr. In der letzten Versammlung, über die wir in nächster Nummer berichten werden, teilte der Vorsitzende das Folgende mit: ,Bevor wir in die Tagesordnung eiutreten. habe ich im Auftrage des Vorstandes der Zionistischen Vereinigung folgende Erklärung abzugeben: Es herrscht über die Aiiürc Perlmaun in der Königsberger Judenheit eine tiefgehende Erregung, und es dürften daher yiele der Anwesenden der Meinung sein, dass die Angelegenheit halte zur Sprache kommen wird. fch lialc ihnen nun in dieser Sache folgendes mitzuteilcn: Das von unserer Vereinigung in das Schutzkomitee delegierte Mitglied des Vorstandes. Herr Rechtsanwalt Dr. Jacobi. hat auf seine Anfrage vom Schutzkomttee, eine von den Herren George Marx und Prof. Dr. Lassar-Cohn unterzeichnet׳.* Zuschrift erhalten, in welcher zum Ausdruck gebracht ist: 1. dass ״niemals auf politische Parteizugehörigkeit oder auf Gesinnung in irgend welcher Hinsicht Rücksicht genommen worden ist, dass vielmehr jeder als unser unglücklicher Nächster behandelt wird, dass, soweit eine Prüfung' der Ausw’andercr stattfindet, sich dieselbe lediglich aut die Feststellung der tatsüchVchcn Unterstützur.gsbcdüritigkeU erstreckt, und $ass nie eine andere Unterscheidung als nur nach dem Grade des Leidens anerkannt worden ist." 2. dass ..das von Herrn Perlmaun an 6 Herren vertraulich gerichtete Schreiben höchst unglücklich abgefasst war". Damit hat das Scliutzkomitce unzweideutig ausgesprochen, dass es sich mit dem Inhalt des Perlmanu'schen Britfcs nicht identifiziert, sondern ihn iui Gegenteil verurteilt, und dass cs auch fiir die Folge nicht gewillt Ist, von seinen Grundsätzen abzuweichen.

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