Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XI (1906)
- Issue
- Heft 13 (30.3.1906)
- Date
- 1906-03-30
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 13 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 193 verjüngt und auch die Judäer ausserhalb Palästinas befruchtet. F.s sei daher hoch erfreulich, wenn auch heute weite Kreise des jüdischen Volkes sich zusanimentun, um die Rückkehr nach dem Heimatlande zu erwirken. Die Mittel, deren sich der Zionismus bedient, seien ebenfalls dünne Fäden. aus welchen die Vorsehung die Richtschnur spinnt, an der sich das jüdische Volk aufrichten solle. In Palästina, im Lande der Väter, wurde das jüdische Volk gefunden, in der Fremde, in der Zerstreuung müsse es verwelken. Fs sei daher die Pflicht aller Juden, an dem grossen Befreiungswerke mitzuarbeiten, unt wie einst im ersten Exil das Land unserer Väter wieder zu erlangen, dann werden wir das Purimfest in der Heimat feiern, ganz nach dem Ausspruch des Talmud: ״Wenn alle Feste autliören sollten, das Purimfest wird nimmer untergehen.” Diese Rede wurde von der Festcsversammlung beifüllig aufgenommen. Hierauf sang Frau Dr. Seligkowitz einige Lieder, die die Gesellschaft in festliche Stimmung versetzte. Ebenso hat ein Herr Lewinsohn aus Cöthen, ein Geigenkiinst- Icr. die Zuhörer durch sein Spiel entzückt. Das Fest nahm einen glänzenden Verlauf. Die Jugend tanzte nach Herzens- Hist. Während der Kaffeepause erschien der Landesrabbincr, Herr Dr. Walter, und brachte in warmen Worten ein Hoch auf den Zionismus aus. ״Wenn.er, — so sagte er — noch nicht ganz den Standpunkt des Zionismus teile, s״ ziehe es ihn mächtig zu ihm hin, cs sei wünschenswert, dass alle Juden sich dieser edlen Bewegung anschliessen mögen. Eine harmonischc ungetrübte festliche Stimmung hielt die Anwesenden die ganze Nacht hindurch, bis das Morgenlicht um 6 Uhr zum Aufbruch mahnte. Königsberg. Am 1. April wird Herr Dr. A. Sandler aus Breslau hier im Artushof in öffentlicher Versammlung über die Brüsseler Konferenz und die Judenfrage sprechen. Vor einigen Wochen referierte Herr Rechtsanwalt Stcinitz in Kattowhz vor einem Publikum vun 120 Personen mit Erfolg. Es konstituierte sich darauf eine Ortsgruppe, die sich nunmehr, wie wir bestimmt hoffen, am!,eben erhalten wird. J» L. Moschin, 26. März 1906. Am 25. er. fand hier im Saale des Herrn Mannheimer die zweite öffentliche Zionistische Versammlung statt. — Herr Dr. Jeremias referierte über: ״Wohin mit den russischen Juden". Dieses Thema, so oft es auch besprochen und behandelt wird, es ist leider nicht zu erschöpfen. Klar und begeisternd waren die Ausführungen des Referenten und die Versammlung, die mit dem lebhaftesten Interesse den Ausführungen des Redners folgte, spendete reichcn Beifall. — An der darauf folgenden Diskussion beteiligten sich einige Herren der hiesigen Gemeinde, hauptsächlich Herr Mannheimer, der das jüdische Volksbcwusstsein gänzlich in Abrede stellen und von einer jüdischnationalen Idee gar nichts wissen wollte. Ebenso traten wieder und wieder die allgemeinen und hinlänglich bekannten Einwendungen gegen den Zionismus in den Vordergrund. — Jedoch wurden alle Einwendungen von dem Referenten selbst, ausserdem von den Herren Bcndix (Posen), Kantor Glass und Adolf. Loewy aufs trefflichste widerlegt. Herr Bendix erntete mit seinen Ausführungen kolossalen Beifall. In der Person des Herrn A. Locwy begriissen wir mit Freude einen guten Zionisten. Wie tief der Zionismus seine Wurzeln in dem Gemüt dieses Herrn geschlagen hat, konnten wir aus seinen Worten hören, die er in Bezug auf jüdisches National- und jüdisches Selbstbewusstsein sprach. Grosser Beifall seitens, der Ver- Sammlung war der Dank. — Sei cs uns an dieser Stelle noch gestattet, dem Referenten, Herrn Dr. Jeremias, für seinen Vortrag, auch Herrn Bendix für sein Erscheinen und tiiehtiges Eingreifen in der Diskussion im Namen der hiesigen Gesinnungsgenosseti bestens zu danken; auch Herrn Mannheimer, der in liebenswürdiger Weise seinen Saal zur Verlügung gestellt hat. — Es traten eine Anzahl von Personen der Zionistischen Vereinigung bei, und wir beabsichtigen, in nächster Zeit eine Ortsgruppe hiersclbst zu gründen. —• Sammlung und Broschürenverkauf. Die Versammlung erreichte ihr Ende gegen II Uhr nachts. — Zur Erinnerung an den Vortragsabend wird Herrn Dr. Jeremias ein Ölbaum gepflanzt. K. 0. M. Würzburg. Sämtliche Briefschaften für die hiesige Ortsgruppe sind an die Adresse von stud. tned. Lasar W. Dünner. Gocthesir. 7 HL zu richten. Mayen. Samstag, den IS. er. sprach hier in einer Propagandavcrsammlung. die von Herrn Lehrer E. Nathan geleitet wurde. Herr Redakteur Julius Berger über den Zionismus. In der sich anschliessenden Diskussion snracheti Herr Nathan und Herr Dr. Gottschalk ihre Bedenken gegen den Zionismus, (leiten von Herrn Dr. Minke!. Herrn Lehrer Reinhardt und Herrn Berger entgegnet wurde. 31 Damen und Herren erklärten sich für die Gründung einer Zionistischen Ortsgruppe. Diese wurde vergangenen Samstag konstituiert, zu welchem Zwecke Herr Reinhardt über die ״Organisation des Zionismus" sprach. Ergebnis der Wahlen: Dr. Minkel, Vorsitzender; A. Treidel. Schriftführer; B. Krämer. Kassenführer; M. Gottschalk. C. Günter und A. Meyer Beisitzer. Mannheim. Das diesjährige Purim- Kinderfest verlief in ebenso wundervoller Weise wie im Jahr zuvor. Un- Kcfahr 700 Kinder füllten den grossen Festsaal, wieder mit flackernden Fähnchen in den jüdischen Farben und in bunten Masken. Ein wogendes, farbenfrohes Bild! Trotz der Erregimg der Kleinen, die mit glühenden Wangen und jauchzenden Augen dasassen. verlief das ganze Fest in vollkommener Ordnuttg. Der Dank gebührt wieder dem Komitee von •10 Damen, die in diesem Jahr wieder in einheitlicher Kleidung, in Schürze und Häubchen, die Kleinen besorgten und in mustergiltiger Weise ihrer Aufgabe gerecht wurden. Und oben, auf der Galerie, drängte sich ein vielliundertköpfiges Publikum, die Litern und die Freunde der Kinder . . . Das Stadtschulrektorat der vereinigten hiesigen Volks- und Bürgerschulen hatte eine Deputation von drei Lehrern zum Fest entsandt, um den pädagogischen Wert dieses Kinderfestes kennen zu lernen. Die Aufführungen waren entzückend, nrt unendlichem Fleiss eingeübt. Und dann: Kinder spielten! Eine ernste Note freilieh durfte in diesem Jahr im heiteren Purimspiel nicht fehlen: eine stille, aber starke Bewegung ging' durch Gross und Klein, als der Vorhang sich über einem ic'n gestellten Bild erhob: ״Jüdische Flüchtlinge aus Russland”. Die ״Mutter" sang von Not und Leid nach der Methode des jüdischdeutschen Liedes ״Rosinkens und Mandeln". Dann spielten die Kinder der Flüchtigen, die ..russischen" zusammen mit den ..deutschen" und feierten zusammcn Purim in gemeinsamen Spielen und in gemeinsamem Jubel und waren fein stille, als die ״Mutter" das ״Schluflied" sang in Berthold Feiwels Uebersetzung. um ihr Kleinstes in den Schlaf zu wiegen. Darin lag mehr, als ein allgemeinnädagogischer Wert: das war eine sinnfällige Lehre fü,r de Kleinen, dass uns nichts trennt, kein Ost und West, dass wir gemeinsam leiden und gemeinsam uns freuen ״weil dass wir ludert sind", wie’s im Refrain eines frohen Purimsaugs hiess. Daneben e;n lustiges Purimspiel: ..Der kranke Achaschverosch". /׳u'־or ein sehr fein gesprochener Prolog, dann ein Kinderballet, ,,'e Kindersympbonie von Haydn, prächtig vorgetragen. ein Kinderkotillon. der nicht zu Ende zu kommen schien . . . . Schliesslich wurden auch diesmal die Kleinen wieder vom Damcn-Komitee nvt Schokolade und Kuchen bewirtet. Die hiesige Nv B. LANDESZEITUNG schrieb: ..Eit! st׳־rk betonter indischer Zug bestimmte den Charakter aller Darbietungen..." Wir hoffen dass jetzt, nachdem die Feier bereits zum zweiten Mal so vortrefiiich gelang, unser Purim-Kinderfest zu einer bleibenden Einrichtung werde, wenn wir iüdische Feste feiern. Rybnik. O.-S. Am Sonntag, dem 17. März 1906. voranstaltete unsere Ortsgruppe eine wohlgelungene Purimfeier. die mit einem Kinderfeste am Nachmittage eröffnet wurde. Bei d'escm begrüsstc Herr A ס t als Vorsitzender die zahlreichen Teilnehmer, und besonders wurden die heben Kie nen auf die Bedeutung' der Feier vom jüdisch-nationalen Standpunkte hingewiesen. Eine Kindcrpolonnaise und besonders da.s nette Festspiel ..Streit der Kleinen“ fanden reichlichen Beifall. Am Abend wechselten Prolog. Violiu-Solo und besonders die von den Herren Kantor Nathan und Max Trans-! a t c u r gut voreetracenen jiid:sehen Lieder ״S i m c 11 a t h - Thor a". ״Z i o n" und ״A I c f Bet h" in schöner Reihenlobe. Den Glanzpunkt der Feier bildete die Festrede des Herrn Arthur Morgenstern aus Gleiwitz. der als lieber Freund der hiesigen OrtseruDoc die Zuhörer zum 3. Male in Bcgeiste- "!!!יי׳ hinriss. Dem flotten Spiele von ..Die Jude n“ von O. E. Lg ssi!1 g wurde eifriges Interesse cntcceengebracht. Fine interessante Verlosung. Ball und lüdisch-humoristischc Vorträp'c hielten die Teilnehmer bis zum Morgengrauen eemiitlieh bpisammeu. A. Sch. Eine Krossere Anzahl von Berichten musste Raummangels halb**»• ,»••r Nummer Zurückbleiben. -י- Nationalfonri -J Sammlungen für den Nationalfond und andere zionistische Zwecke sind lediglich zu senden an den Schatzmeister des Zentralbureaus, Herrn Mas WolUtelner. Berlin NW.!j, - .—' .. Holsteiner Uler 10. ״־-־ -.- —. — (L.) Paul Rappaport und Frau, Kattowitz, gratulieren Herrn Arnold Wiener zur Hochzeit. 0,50 Mk. (L.) Bruno Dobrzynski, Berlin, dankt Familie Grciffenhagcn, Stettin, nochmals bestens für erwlcsone Gastfreundschaft. j(- י Familie Majerowitsch, Berlin, als Glückwunsch zur Verlobung Mamiock , , . . . . . .!י— m