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Jüdische Rundschau · 1906-03-30 · Heft 13 (30.3.1906) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XI (1906)
Issue
Heft 13 (30.3.1906)
Date
1906-03-30
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Abonnementspreis einschliesslich LITERATURBLATT vlertaljlhrlich: 1. «furch dts EipedUton: ■) In Berlin —,90 Mark, b) nach aus• «irts 1,— Mark, c) für das Ausland 1,50 Mark. X. Im PotUbonnement 1,25 Mark. Insertionspreis tlt viergespaltene Petit* Zelle oder deren Raum 25 Pfennig. Allgemeine Jlidiselie Zeituncr C2» Redaktion: BERLIN NW. 52, Melanchthonstrasse 4. Telephon: II, 3387. Expedition und Adresse für Geldsendungen und Bestellungen: Verlag Jüdisch• Rundschau, E. O.m.b.H., Berlin N.S4, Auguststraus 49a. OeschifUstundcn der Expedition täglich (ausser Sabbat und Sonntag) vo׳■- mittags 10—1, nachmittags 3—7 U . Alle Rechte Vorbehalten. Abdruck aus der JUEDISCHEN RUNDSCHAU nur bei voller Quellcnangibc gestattet. Nummer 13 Berlin, 4. Nissan 5666—30. März 1906 XI. Jahrgang An unsere Freunde! Die vorliegende Nummer ist die letzte im laufenden Quartal. Auch in der jüngsten Zeit können wir wieder von einem gleich erfreulichen Fortschritt der nationaljüdischen Bewegung wie von einem solchen unseres Blattes berichten. Die JUEDISCHE RUNDSCHAU hat sich mehr und mehr zu einem allgemeinen Organ für alles jüdische Interesse ausgewachsen. Sie ist ein Sammelpunkt für alle selbstbewussten Juden geworden, denen die Achtung vor sich selbst die Achtung vor dem Judentum, dem sie entstammen, gebietet. Für die Einigkeit und die Zukunft der Judcnheit kämpft •sie unentwegt und hat sich in diesem Streite einen grossen Stab fleissiger und getreuer Mitkämpfer geschälten. Mehr als je ist die Not der Judcnheit zugleich mit der Not des Judentums gewachsen und beide heischen gebieterisch eine Abhilfe. Gegen Judennot und Judentunisnot führt die JUEDISCHE RUNDSCHAU einen schweren und ernsten Kampf und bedarf in ihm der tätigen Mithilie aller Freunde. Die weitere Ausbreitung der JUEDISCHEN RUNDSCHAU in immer weitere Kreise soll dazu dienen, die Gedanken der Neubclebimg des Judentums in die weitesten Kreise der Judcnheit aller Länder, vor allem aber der deutschen Judenschaft zu tragen. Alle Interessen der Judcnheit haben wir in unserer Zeitung zum Gegenstand der Darstellung gemacht und werden uns bemühen, das noch mehr zu tun als bisher. Den Untcrhaltungsteil unseres Blattes werden wir erweitern und unser LITERATURBLATT im weitesten Sinne ausbauen. Kein jüdisches Interesse soll unserer Zeitung fremd bleiben. Jüdisches Selbstbewusstsein hat uns den Weg vorgezeichnet den wir eingeschlagen haben. Nicht um einer schwächlichen Abwehr willen, sondern aus ernster Hochachtung und tiefer Bewunderung für unser angestammtes Judentum haben wir uns um die Fahne des Judentums geschart. Rein und makellos wollen wir sic unserin Volke vorantragen helfen. Rein und blank soll der Ehrenschild der Jüdischen Nation sein und bleiben, wie wir ihn von den Ahnen überkommen haben, die um ihretwillen die Scheiterhaufen bestiegen und mit ihrem Blute die T reue besiegelten, die sic ihrem Volkstu me und der Väter Sitte hielten. Wir scharen uns um die alte Fahne des Judentums. Die Losung, der unsere JUEDISCHE RUNDSCHAU folgen soll, wird wie bisher heissen: Alles mit unserm Volk, Alles für unser Volk. Redaktion und Verlag der JUEDISCHEN RUNDSCHAU. An unsere Abonnenten Wir bitten der Porto-Ersparnis wegen um geil. Ein- Sendung der Abomieraentsbeträge für das neue Quartal, da wir sonst annehmen müssen, dass die Erhebung des Betrages durch Nachnahme gewünscht wird, was eine Mehrausgabe von 30 Pfennigen verursacht. Hochachtungsvoll Verlag ״Jüdische Rundschau“, E. G. m. b. H., Berlin N. 54, Auguststrassc 49a. Die russische Seuche Zuweilen gelingt es einem Juden aus dem ber.aeh- ן barten Russland, nicht bloss die Grenze zu überschreiten und sich in Deutschland sässig zu machen, sondern sogar doch einmal das deutsche Bürgerrecht zu erwerben.' Man kann es den gehetzten Juden von ganzem Herzen gönnen, dass dann und wann einmal einer von ihnen durch die Erwerbung dieser Bürgerrechte dazu kommt, ungestört und ohne berechtigte Furcht, ausgewiesen zu werden, in einem Ordnungs- Staate mit seiner Familie leben zu dürfen. Man begreift es, dass diese Leute teils in einer gewissen Dankbarkeit, teils, weil sie natürlich die sehr wertvolle Bedeutung dieser Errungenschaft zn schätzen wissen, sich . ihres neuen Deutschtums freuen und sich gewisser-!nassen in dem Platze an der Sonne, den sie sich errungen haben, behaglich wärmen. Freilich ist die menschliche Natur eine ganz merkwürdige. Die Erinnerung au den Jammer in Russland möchten diese Juden am liebsten in ihrer Seele vergessen machen, und da sie selber das Land nicht vergessen können, in dem sie das Brot des Elends gegessen haben, so wünschen sie wenigstens, dass andere ihnen ihre Abkunft nicht anmerken sollen. Dieses Motiv, das in ähnlichem, zwar anderem, aber doch analogem Sinne die Judentäuflinge zu ganz besonders eifrigen Christen nach aussen hin macht, ist psychologisch begreiflich,

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