Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XI (1906)
- Issue
- Heft 10 (9.3.1906)
- Date
- 1906-03-09
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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, . - , No. 10 JÜDISCHE RUNDSCHAU .Seite 149 dass cs gerade der türkische Sultan war,— der einzige unter den europäischen Monarchen — der anlässlich der Oktoberpogrome seinem Gefühl herzlichen Mitleids Ausdruck gegeben ״hat. Wir wollen hier uns weiter auf die Gestattung der türkischcn Politik und auf die Motive, die sic zu dieser oder iener Haltung den Juden gegen bewegen, nicht cinlasscn, wir konstatieren Jedoch die Tatsache, dass das muslimische Europa mit viel grosserer Sympathie den Juden gegenübersteht als das christliche. Ein bedeutender Vertreter des osmanischcn Reiches, Abdullah־Ouiili״m*Bcy, Scheich-al-IslAm für das Britische Reich, hat vor einigen Tagen in einer Versammlung der London Zionist League eine interessante Rede über ״Die Juden unter der Herrschaft des Islams“ gehalten. Nach einem geschichtlichen Exkurs, in dem der Referent auf die Sympathic, die die Muhammedaner für die Juden immer empfunden haben, was durch die GcschicMc bewiesen ist, hingewiesen hatte, ging er auf die jüngsten Ereignisse und auf die Lage der Juden über. ״Wäre ein Zehntel dessen in der Türkei geschehen,“ meinte er, ״was sich in Russland ereignet hat, so wären schon Flotten und Armeen ausgescliickt worden und es hätte sich von allen Seiten ein allgemeiner Schrei des Entsetzens erhoben. Aber cs geschah in einem christlichen Staate — und da liegt die Sache ganz anders.“ ־— Und der Vertreter des Islam plädierte in seiner Rede iiir die Juden und für die jüdische Einwanderung nach dem Osmanischcn Reiche. Er riet den Jude־ sich in grösserer Anzahl auf tiirkischem Gebiete niedcrzula-.?!1. sielt in der Nähe der Küsten des schwarzen Meeres. 7. iJ. n Trapezunt anzusiedeln. Das ist ein Hafenplatz, nicht weit entfernt von Odessa, und cs wäre vielleicht angezeigt, ״das das jüdische Hilfskomitee sich mit der Frage befasse, ob man nicht mit der Hohen Pforte eine Vereinbarung treffen könnte, wonach die Opfer der Verfolgimgen in Odessa nach Trapezunt überführt werden könnten, wo sie im Hinterland eine Siedlung bilden wurden." Dies und noch manches andere sagte der Sclteich-al-lsläm über die Möglichkeit, der Niederlassung von Juden auf türkischem Gebiete. Fs ist nicht anzunelunen. dass ein offizieller Vertreter einer Regierung derartige Erklärungen ohne hinreichenden Grund gcinaclit Iiaben wird. Wir wollen nicht die Bedeutung der Erklärungen des Scheich־al־ls!äm überschätzen. Aber sic entbehren nicht einer politischen Bedeutung .... Als Ferdinand der Katholische die Juden aus Spanien vertrieben hat, nahm sie der türkische Sultan Bajazet II. in sein Reich auf und sagte: Ihr nennt Ferdinand einen weisen König! — Er aber macht unser Land reieli und sein eigenes .arm!“ Die Politik Bajarets ist in Stambu! nie ganz verlassen worden. Der Augenblick ist wieder gekommen, wo die Juden aus ihrem Wohnlande fliehen müssen. Und die Worte Bajazcts klingen wieder in etwas veränderter Form: ״Die Juden würden durch ihre Einwanderung nach der Türkei zum Reichtum des türkischen Reiches beitragen und zugleich Stärke und Sicherheit erlangen.“ Also auch von islamischer Seite beginnt man das Problem der jüdischen Einwanderung von einem modernen Standpunkte aus zu betrachten was eine erfreuliche und verhcissungsvolle'Tatsache ist. Das beweist die sich entwickelnde Debatte. Dabei wollten die meisten Redner, denen die freundliehen Beziehungen des ilhistren Redners zu seiner Majestät dem Sultan nicht unbekannt sind, von ihm manches über die politischen Aussichten des Zionismus erfahren. Der Redner bemerkte die Absicht der verschiedenen Fragesteller und ging ihr «wandt aus dem Wege. Er versprach seine Dienste der zionistischen Sache, mit der er sehr viel svmpathisicre, und emnfahl. im Sinne der Resolutionen der Brüsseler Konferenz, den Strom der jüdischen Emigranten aus Russland nach der Türkei zu leiten. Mr. L. J. Orecnhcrg kam ihm 711 Hilfe und machte die Versammlung darauf aufincrkstm, dass der Vortrag des geehrten Referenten durchaus nicht den Charakter eines politischen Referats trage. Fr bestätigte die Nachricht, dass die Pforte letzt mit alter Bestimmtheit die Tore Palästinas den aus Russland fliehenden Juden ohne Jede JSchwfcrlßkcit öffnen werde X b‘ Nationalfond Sammlungen tür den Nationalfond und andere zionistische Zwecke sind lediglich au senden an den Schatzmeister des Zentralbureaus, Herrn Maa Woliiteiner• Berlin NW, 3j, ,=■׳״:■=:■!=: .׳.:־.■:.ד: Holsteiner Ufer 10. ==r־־=~־=srr־s; (L) Familie Dr. H. Loewe, Berlin, gratuliert Frt. Helene Wein b er g, Caternbcrg, zum Geburtstag 10. März.0,50 Mk. (L.) Levy Rosenberg, Essen, und Frau aus derselben Veranlassung 1,— י (L.) Dr. ff. Loewe» die für Ihn von Rosenberg bezahlte Zeche. 1,15 , (L.) Frilz Abraham, aus gleicher Veranlassung . 0,50 a Sammlung J. Schnelling, Hannover. Willi van Cleef, Emden, gratuliert W. Falk, zur Vermählung statt Tete* gramm (verspätet). 0,50 Mk. Derselbe,gratutiertMoritz van der Berg zur Hochzeit (verspätet) . . , Derselbe, gratuliert Jsaak Stein, Emden, zur Wahl als Gemeindevörstand statt Telegramm (verspätet).0,50 Jn der Versammlung der Gruppe H a n n o v e r am 27. I. 06. Jn der Versammlung der Gruppe Ahawath Zion . . . . . . . 2,75 N. N.. J. Schnelling, Spende. J. Schnelling, Hannover, gratuliert Fischbein zur Verlobung. 0,50 Dorsche Schtom Zion, Hannover . J. Schnelling, Hannover, 12 Kupons der Jüdischen Kolonialbank in London . 0,50 Mk. 0,50 « 0,50 9 1,80 9 2,75 9 0,20 9 ' 1 9 0,50 9 60,- 9 5,90 M 73,65 Mk* Max Lewinger, Trachcnberg in Schles., Selbstbesteuerung für die Monate Kislew, Tebeth, Scbebat und /.dar ... 4,— ״ Z. Semmelmann, Dessau, SeiösibesUucrung . . 3_,— . KönigsbergerZionistische V ereinigung: Sclbstbestcuerung. Fri. Fanny Rattner, Königsberg I. Pr. I,— Mk. Fri. Paula Ra 11 n er. I,— * M. S a m b u r s k y.. 4,— , Messing werk, Selbstbestcueruog . . Messingwerk, Ausserordentliche Beiträge.. . . 4,- I.־ Mk. 6,— Mk. Durch Ari Marcuse, Berlin: 5,— Mk. 6, 0,81 2,11 24.45 Mk. '0 ׳׳־־,־ Frau E. H. Marcuse, Antwerpen . . Frau Adler, Antwerpen ...... Herr u. Frau F. Ratzersdorfer . . Sammlung bei der מילה JVC von .אליהו בן שלםד 33,37 Mk. Sammlung Kantor W. A. Lob, Beuthen O.-S.: Anlässlich der מילה JVC bei Schuhmacher Bad rian 3,— Mk. Frau Johanna Heilborn, Frankfurt a. O., für Viel* liebchen an FrL Betty Herzberg. 0,55 , Herzlklub, Stettin, Versammlung am 25. 2. 06. . 1,60 ״ Emma Cohn, Berlin, statt Blumen zum Geburtstage von M irjam Barth. 1,— m Jancu Grünberg, Tescani, Rumänien, am Jahrzeit־ tage seines seligen Vaters, 3. Adar. 1,— , (L.) Else Berger, Speicher gratuliert Herrn und Frau Leopold Abraham, Hamburg, zur Geburt ihres Sohaes Siegfried . Frau Bertha H a a 8 e und Dr. Baruch K a h a n e, Berlin, gratulieren zur Verlobung Caesar Luft- Gertrud Arndt. 1, - Mk. Moritz und Ernestine Majerowitsch, Berlin, gratuiieren zur Verlobung Julie Ascher-Julius Levy. 1,— Bertha Majerowitsch, Berlin, aus derselben Veranlassung. I,— Sophie Majerowitsch, Berlin, aus derselben Veranlassung.. 1,— Karl und Elise Majerowitsch, Berlin, aus derselben Veranlassung. 1,— Dr. Max Jungmann, Berlin, gratuliert Dr. Emil Cohn, Berlin, zur Wahl als Rabbiner. 0,50 Dr. Albert G o 1 d b e r g, Neuenahr-Berlin, aus derselben Veranlassung. 0,50 Heinrich Freyban, Kattowitz. gratuliert Jakob Oppenheimer, Halbersladt, herziiehst zur Hochzeit 0,50 zusammen 140,17 Mic. Goldenes Buch des Naflonalfonds Zur Eintragung des Vereins Jüdischer Studenten', Breslau. N. N. (Selbstbesteuerung) 3,—, Nationalfondbüchse Nr. 1347 W. Greifenhagen, stud. jur. Greifswaid 2,30 5,80 M*. Zur Eintragung der Zionistischen Ortsgrup Gloiwit*. E, A., Berlin...50,— *י• ■«•*MT T