Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XI (1906)
- Issue
- Heft 7 (16.2.1906)
- Date
- 1906-02-16
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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No• 7_ ■־־ ־ JÜDISCHE R ÜNDSCHAU Seite 99 GRAPH statt dessen zugesandt. In Warschau erscheint jetzt eine neue Zeitung in polnischer Sprache GLOS ZYDOW3KI, deren bisher uns vorliegende drei Nummern die Sache des Zionistischen Judentums sehr geschickt und interessant ever-; treten. Viel kleiner, kaum ein Viertel an Unifang, umfasst das neue territorialistische Organ Papörins EVREJSK1J GOLOS ‘ in russischer Sprache, das in Bialystok erscheint, obwohl; sie eine Doppeinummer ist. Sie enthält, wie die wenigen anderen kleinen Organe dieser Richtung, grösstenteils ־Zustim- ד rnungsschreiben von Nichtjuden an Zangwill. .Bei Schluss der Redaktion wird uns gerüchtweise mitgeteilt, dass •HAZEFIRAH wieder freigegeben sein soll. Wir geben diese Meldung ohne alle Gewähr wieder. Kleine Mitteilungen . . ' ־ , Brussel, 4. Februar. Der Vorsitzende der vom zionistischen C - Aktions-Komitee einberufenen Brüsseler Konferenz teilt der;FRANKFURTER ZEITUNG mit, der von ihr , veröffentlichte f : •Bericht (Vgl. Mgbl. I vom 2. Februar) sei dahin zu berichtigen, j!dass die am Schlüsse des Berichts angeführte Resolution: ״Die I Konferenz erachtet es für nötig, dass diese Erklärung zur י Kenntnis der russischen Behörden gebracht werde,“ von der Konferenz nicht nur nicht angenommen, sondern nicht einmal proponlert worden sei. Es widerspräche auch die Annahme ' «einer solchen Resolution den Absichten der Konferenz, die aus-; driicklich erklärte, sich mit den inneren russischen Angelegen- : heilen nicht befassen zu wollen.; ־ Der Vorsitzende der Deutschen Konfcrenzgeineliischaft der Alliance Israölite Universelle, Geheimer Kommerzienrat Gold- ' berger, hat eine Tagung der Mitglieder der Deutschen Konfercnzgemeinschaft nach Berlin auf Dienstag, den 13. Februar einberufen. Die Tagesordnung betrifft in der Hauptsache innere. .־Organisationsfragen.; j . .Breslau, ln ihrer Sitzung vom 25. v. Mts. haben die Stadt- •: verordneten 5000 Mark für notleidende deutsche Reichsauge- י ' hörige in Russland bewilligt, dagegen die beantragten 5000 Mk. י für die Opfer des Massakrcs nicht genehmigt. Es hatte den 1 -Anschein, als ob die von den Antisemiten ausgesprengte Be-! hauptung, es würden auch revolutionäre Elemente von diesem . Gelde mit unterstützt, bei dieser Ablehnung eine Rolle spielte. , ־, * ־ / i Wie der GENERALANZEIGER mitteilt, fand am 31. Januar'! in Ostende eine Besprechung statt, an der u. a. die Herren Dr. Mandelstamm -Kiew, Rechtsanwalt Jasinowski- Warschau, Dr. Klee-Berlin, Rechtsanwalt Salaman-; London teitnatimcn und in welcher Zangwill über seine׳ נ politische Tätigkeit berichtete. 'j , " * * , .. * l ־ יDortmund. Der neue Rabbiner, der von der hiesigen:; Gemeinde erwählt ist, Herr Dr. pliil. Jakob aus Göttingen, der j bisher dort in gleicher Stellung amtiert, wird sein hiesiges | Amt am 1. März antreten. I . \ Dr. Lucas in Glogau, welcher dort seit 6 Jahren amtiert, ist zum Rabbiner der Synagogcngemcinde in Magdeburg durch ... einstimmigen Beschluss der dortigen Vertretungs-Körpcrschaf- ten berufen worden. Er findet,dort ein sehr unfruchtbares Feld "vor.’ Es ist Ihm zu Wünschen, dass er es zu beackern versteht. In der Sitzung der Berliner städtischen Sciiuldeputation -,.am,7. Februar 1906 wurde beschlossen, in Zukunft in den! städtischen Gemeindeschulen jüdischen Religionsunterricht in j drei, aufsteigenden Stufen erteilen zu lassen. Der Unterricht | im Hebräischen wird in Zukunft fortiallen . , ן! ] Berlin. Die“)üd*ische LesehaIIe und Bibliothek,‘ \ E. V., hielt am 23. d. Mts. in den Vereiiisrätimcn, .Oranien- \ burgerstrassc 28. die 122. Generalversammlung ab. Der Vor- sitzende, Herr. Dr. Max Ginsberg, erstattete den Jahresbericht. ־— Die Bibliothek umfasst 5207 Bände; 67 jüdische Zeitungen liegen iin Lesesaal aus. . Der Besuch des Institutes war ein j überaus starker; 2202 4־ Personen benutzten die Lesehalle im ‘ Jahre 1905. Von den Bibliotheksbeständen waren 257J Bücher \ (etwa 50 pCO entUclicn. Der Schatzmeister, Herr Bcnas Lev3־, erstattete den Kassenbericht. Die Einualunen betrugen 3892,35; Mark, die Ausgaben •41873 Mark. ־ Er wies darauf hin, dass i die ‘ laufenden Einnahmen nicht gross genug soien, um das Institut weiter aus!־ :teil zu können und um allen berechtigten : Wünschen nach/n‘ nmmen. Deswegen müsste versucht wer-? den, die Zahl der betragzahlendcn Mitglieder zu erhöhen. Bei « den sodann folgenden Vorstandsvvahlen wurden die-bisherigen Herren wieder gewählt. Uni 101 ע Uhr schloss der Vorsitzende die Generalversammlung mit dem herzlichen Wunsche für ein weiteres Gedeihen des Vereins. Krone a. Br. Auf dem jüdischen Friedhöfe ist ein Fachwerk aus der Leichenhalle hcratisgcschlageji und ein frisches Orab aufgegraben worden: Schleifen sind von den Kränzen abgerissen und die Kränze an den Leichenwagen gebunden worden. Der Täter ist noch nicht ermittelt. — Wir hatten ausnahnisweise beinahe vier Wochen lang über eine solche Betätigung europäischen Kulturfortschrittes nicht zu berichten. Die Kulturträger von Krone an der Brahe haben das scheinbar sinkende KuUurniveau in seiner bisherigen Höhe ei halten. Llssa i. Posen. Während unsere Stadt in den vierziger Jahren .noch 4900 jüdische Einwohner hatte, die eine öklassige jüdische Volksschule mit 6 jüdischen Lehrern ihr Eigen nannten, ist mit dem Sinken Llssa's in seiner Bedeutung als Handclsplatz auch die jüdische Einwohnerzahl konstant zurückgegangen; die vorletzte Volkszählung ergab nur noch 1200 jüdische Seelen und die letzte sogar nur 900. Die Lissacr jüdische Gemeinde hat sich immer einer guten jüdischen Gesinnung rühmen können. Viele junge Leute aus der jüngeren Generation, die der national-jüdischen Bewegung überzeugt angehören, nennen Lissa teils ihre Vaterstadt, teils haben sie dort ihre Schul- und ihre jüdische Bildung erhalten. Drohobycz. Herr Jakob Feuerstein, der zweite Bürgernieister unserer Stadt, hat für 52 000 Kronen ein Grundstück angekauft, um auf demselben ein jüdisches Nationalliaus zu erbauen. Auch in vielen andern Städten Galiziens und der “ Bukowina plant man den Bau solcher jüdischer Nationalhäuser. Zur gefl. Beachtung Durch eine Nachlässigkeit der Druckerei war in voriger Nummer auf dem Aüsscntitel statt Nummer 6 nebst dem zugehörigen Datum Nummer 5 mit falschem Datum gedruckt worden. Aus dem Innentitel haben unsere Leser ersehen, dass es lediglich ein boshalter Druckfehler war, der sich hier elngeschlichen hatte. 2. Jüdischer Vortragsabend Der Vortrag von Herrn Dr. Heinrich Loewe ״Eine Wanderung durch das Heilige Land“, findet nicht am 21. d. M., sondern erst einige Tage später statt. Ort und Tag werden noch rechtzeitig bekannt gegeben. . Geschäftliche Mitteilungen Le Traducteur (14. Jahrg.) und The Translator (3. Jahrg.) Halbmonatsschriften zum Studium der französischen, englisehen und deutschen Sprache. Bezugspreis je F. 2,50 halbjährlich. Probenununcrn kostenlos durch den Verlag des ״Traductur“ oder des ״Translator“ in la Chaux - de-Fonds (Schweiz). . . Wer sich auf angenehme Weise in der einen ö.dt־r andern der oben ־ genannten Sprachen vervollkommnen will, dem empfehlet! wir ein Abonnement auf diese praktischen Lehr- Schriften, deren Vorzüge sind; Zweckmässige Anordnung, Vielseitigkeit des Stoffes, gediegene Uebersetzungen und Anmerkungen. Sie gestatten eine möglichst mühelose Bereicherung des Wortschatzes lind führen den Lernenden in einfachster Weise in die eigentümlichen Redewendungen der fremden Sprachen ein. Ausserdem wird den Lesern Gelegenheit geboten, mit Franzosen oder Engländern in Briefwechsel zu treten. . ־ f ' ' * ‘ ־ * ' * Schlecht schmeckende Medizin wollet! die Kinder nicht nehmen. Wenn der Arzt Kreosotpräparatc verordnet, hat man mit den Kleinen seine liebe Not. Sie schmecken für sie gar zu schlecht. Dann bittet den Arzt, er soll ״Sirolin Roche" verordnen, das schmeckt s.ehr gut, und sie nehmen es immer gern. ״Sirolin Roche" ist das beste aller Buclienteerpräparate, weil es wirksam, reizlos und ungiftig ist. Zu hüben in den Apotheken.