Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XI (1906)
- Issue
- Heft 6 (2.2.1906)
- Date
- 1906-02-09
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 6 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 89 Palästina und derZionismus". Er «ab eine daukenswerte Zusammenstellung des einschlägigen Materials und beleuchtete jede der in Betracht kommenden Rechtsformen unter dem Gesichtspunkte ihrer Nutzbarmachung für die Realisicrung unserer Ansiedlungspläne. Die Diskussion erörterte die Frage: ״Gross- oder Kleinkolonisation‘‘ und die Be- Ziehungen der Franz Oppenheimcrschcn Vorschläge hierzu. Posen. 4m 3. Februar fand eine zahlreich besuchte Monats• Sitzung der Ortsgruppe statt.. Df. Jeremias referierte über alle Ereignisse der letzten Zeit im Rahmen einer ״Zionistischen Umschau.“ Die Ergebnisse der Brüsseler Konferenz begrüsste er vor allem wegen ihrer Bedeutung für die Einheitsbestrebungen des Gesamtjudentums, namentlich wegen der dabei bcwirkten Rückkehr des offiziellen Zionismus zur Fürsorge für die gegenwärtige Judennot und zur Beteiligung an den hochwichtigen Tcrritorialbestrebungcn. — Die von der National־, jüdischen Frauenvereinigung eingerichteten Damenkurse sind bisher regelmässig vom 70 —80 Damen besucht. Neustcttfn. Es fanden hier in diesem Winter bis jetzt 2 Veranstaltungen statt. Ende November ein Vortrag von Dr. Moses-Berlin über ״Jargon und Jargonpoesie“. Mitte Dezember eine Makkabäerfeier, bei welcher Dr. Joseph- Stolp und Dr. L e w y ־ Neustettin Ansprachen hielten. Daneben eine besondere Makkabäerfeier für die Kinder. t . . ■ ■ - Kfcl. ln der hiesigen Ortsgruppe sprach am 15. Januar unter lebhafter Betei! gung Herr cand. Lur. Löwin -Hamburg über ״Zionismus. Antisemitismus und Patriotismus". (Nationalionds-Sammiung. — Am 1. Februar hielt im hiesigen ״Verein fpr jüdische Geschichte und Literatur" Herr Dr. H e in r i chLoc w c-Berlin einen begeisternden Palästina -Vortrag, der aut alle Anwesende tiefen und nachhaltigen Eindruck machte. Im Auitrage unserer Ortsgruppe und auf Einladung des Vorstandes der jüdischen Gcmc-inde Rendsburg sprach im Gerne;adesaal derselben am ¬ו. d. M. Herr cand. med. Unna (11 a s in 0 n a e a) über ..O e g e n w a r t u n d Zukunft des Judentum s“.!וו der anschliessenden Debatte, in der der Reiercnt zahlreiche Anfragen zu beantworten Gelegenheit hatte, trat auch Herr Lehrer Rosen b c r g mit warmen Worten für den Zionismus ein. Herr Gcrichtssckr.etär Holde, der die Versammlung jm Aufträge des Gemeindevorstandes cröfinete, schloss sie mit einigen kernigen •Worten, in denen er das Andenken unseres seligen Führers feierte. ־ ״ _ 4 Hamburg. . ln - der zionistischen Ortsgruppe Hamburg- Altona hielt am 1. Februar Frau L. Ta r lau einen Vortrag über den ״Jargondichter Morris Rosenfeld“. . Die Redneri:1 schilderte in tcinsmntgeit Ausführungen, das Leben. Fühlen und Schaffen dieses hochbegabten Dichter und zeigte, dass zwei Momente, das Judentum und die Judennot. die Kunst Rosenfelds zur‘Entfaltung gebracht hätten. Der Vortrag, der zahlreiche Proben aus den ״Ghettaliedcm“ brachte, wurde mit lebhaitem Beifall belohnt. Die Versammlung hatte noch Gelegenheit, von Herrn Dr. H a I p c r n eine Reihe von Roscnfcid’schcn Gedichten und eine Novelle von Peicz in: jüdisch-deutschen Originaltext vortragen zu hören. Beuthcn O.-S. In der an» 3. Februar er.. stattgehabten Mitgliederversammlung unserer Ortsgruppe konnte der Vorsitzende Herr L e s s c r mit besonderer Genugtuung den künstlerischen wie materiellen Erfolg des atu 30. Dezember v. J. stattgehabten Makkabäerfestes konstatieren. In selbstloser, liebenswürdiger Weise hatten sowohl die ersten Kräfte unseres Stadtthcaters sowie Damen und Herren aus privaten Kreisen ihre Kunst in den Dienst der Charitas gestellt, ln hervorragender Weise hatten sich die Herren Oberkantor de Beer und der •Schriftführer Lewandowski um das Gelingen des Festes verdient gemacht, so ■dass nach Abzug der pnumgängliebsten •Unkosten 175 Mark zu Gunsten der russischen Waisen nach dem Vorschläge des Herrn Schacht«! überwiesen werden konnten. Dem Festredner Herrn Schachtel spendete die Ortsgruppe auf Veranlassung des Vorsitzenden in Ancrkemumg der zündenden Festrede einen Ölbaum, desgleichen dem bisherigen Vorsitzenden Herrn Heinr. Koplowi tz, dessen Verdienst ׳um die Gründung der Gruppe und warmherzige Opferfähigkeit um die Verbreitung und Befestigung der zionistischen Idee nicht nur in Beuthen, sondern auch in» Oberschlesischen Industriehczirke der Vorsitzende in gerechter Würdigung .mit warmen Worten gedachte. Ebenso fand die durch den Vcrcinsleiter vorgeschlagene .Ernennung des Herrn Koplqwitz zu»»» Ehrenmitglied^‘ der Gruppe allgemeine Zu- Stimmung. Nach eingehender Besprechung der Pctitioii gegen das neue Preuss. Schulgesetz, berichtete Herr Herzfeld über die Verwendung der Nationalfond-Bfichsen, von denen dank der rührigen Tätigkeit des Herrn Kantor Löb bereits 57 Stück in Familien untergebracht, die sich in eifrigster Weise um den Zweck der Sammelbüchsen bemühtet». Nach erfolgter Vcrlesung der eingelaufenen Rundschreiben bezüglich der Brüsseler Konferenz und der auf derselben gefassten Resolutionen, bcrichtete der Vorsitzende Herr Lesscr über die allgemeine politische Lage der Juden in allen Ländern mit besonderer Bcrücksichtigung der Konferenzen in Brüssel und Algüciras. Die interessanten und klaren Ausführungen des Redners fanden eine so lebhafte und beifällige Aufnahme, dass sich Herr R.-A. Cassel veranlasst fühlte, dem Redner den Dank der Versammlung in anerkennendster Weise zum Ausdruck zu bringen. Mit der Mitteilung, dass seitens des Vorstandes eine Purimfcicr in der Ortsgruppe geplant werde, was allgemeinen Anklang fand, schloss der Vorsitzende den höchst anregend verlautenen Abend. 1• Leipzig. Am 18. Jar»uar sprach im grossen Saale des Etablissements ״Bonorand” ior einem zahlreichen, zum grossten Teile zionistisch oder wenigstens nationaljüdisch gesmnten Publikuiri Herr Redakteur Julius Becke r-Berlin über ״Die Zukunft der Juden“. Es galt zu zeigen, welche Lehren die Judcnheit aus der richtigen Erkenntnis der Vergangenheit für die Zukunit zu ziehen hat. Der Red מיו r gab zuerst einen historisehen Ucberblick zur Charakteristik des jüdischen Wesens, besprach dann die Lage und den Zustand der Juden in allen Ländern der zeitgenössischen Diaspora, um schliesslich unsere dringendsten Aufgaben für die Zukunft klar und genau zu präzisieren. Die geschickte Gruppierung der Tatsachen und die an dieselben geknüpften Betrachtungen verfehlten nicht, auf die Zuhörer einer» tiefen, nachwirkenden Eindruck zu machen. Die zwei (zionistischen) Diskussionsredner hatten, der erste den Redner, der zweite die Tendenz des Vortrages missverstanden. — Nach Schluss der Versammlung wurde eine Saturnlung für die Waisen veranstaltet. Leipzig. Am 24. Januar far!d die ordentliche General vcr- Sammlung der Zionistischen Vereinigung Leipzig statt. Zu Beginn derselben gedachte der Vorsitzende Dr. E. C h a m i z e r in warmen Worten des verstorbenen Dr. Oser Kokescii. Darauf erstattete er in kurzem den Bericht über das Vereinsjahr 1905 und in Vertretung des Kassierers den Kassenbericht, während über die Zionistische Volkslesehalle und Bibliothek Herr J. Raskin referierte. Nach Erteilung der Decharge wurde:» in den Vorstand für 1906 folgende Herren gewählt: Dr. E. Chann'zer (1. Vors.). Dr. E. Locbl (2. Vors.), Rechtsanwalt Löfiler (Schriftführer). J. Raskin (Bibliothekar). S. L. Fuchs imd S. Pneczep (Kassierer) und J. Tockel (Beisitzer). -- Nach Schluss: Sammlung für den Herzlwald. Braunschwelg. Auf der Versammlung von» 5. Dezember beschloss die braunschweiger Akademische Zionisten-Gruppe zu Gunsten der notleidenden Brüder in Russland, der Opfer de» jüngsten Metzeleien, eine Spendensaintnlung sowie ein Wohl• tätigkeitskonz.ert zu veranstalten. Zur Ausführung dieses Bc- Schlusses wurde ein Komitee aus den Herren cand. dien». Sclior-lngmaun. stud. Petrikowsky und stud. Glücksmann ge• wählt. Dank der unermüdlichen selbstlosen Tätigkeit dieser Herren und der Unterstützung seitens einiger hiesiger äugescheuer Bürger gelang es, die hervorragendsten Künstler und Künstlerinnen des hiesige»»־ Hoftheaters für die Sache zu gevvinnen und am 17. Januar fand das Konzert im grossen Saale des Wilhelmsgarten statt. Der ca. 1000 Personen fassende Saal war von einem auserlesenen — jüdischen wie christlichen Publiku»»» überfüllt. Die künstlerischen Darbietungen waren grossartig und fanden .stürmischen Beifall, so dass mehrere PiCcen wiederholt werden mussten und das Konzert, das un» 7'i Uhr. abends anfing. erst gegen 11 Uhr endete. Der materielle Erfolg war ein glänzender. Der Reinertrag von rund 2000 Mark wurde dem Hilfskomitee überwiesen. Strassburg I. Eis. An» letzten Samstag fand hier die ordentliche Generalversammlung der zionistischen Ortsgruppe statt. Der Vorsitzende, Zahnarzt Hausmann, cröfinete die Sitzung, und machte vom Rundschreiben des Zcutralbureaus, betreffend die Brüsseler Konferenz, Mitteilung. Sodann kam er zürn Jahresberic 111: ausgehend Vom VII. Kongress besprach der Referent die Lage im Zionismus nach demselben, und kan» aut die Strassburger Verhältnisse, die für die zionistischc Propaganda sehr •ungünstige seien. Zwar seien die Erfolge der Strassburger Zionisten im Verhältnis zur Aufgabe des Zionismus gering, doch gross in» Verhältnis zu den Mitteln die ihnen zur Verfügung stehen. Es schloss sich eine Diskussion an, an der sich die Herren stud. Kolski, Math. Bickert, E. Meyer, Aron Dur lach, E. Biekhard und M. Bloch beteiligten. Sodann folgte der Kasseuberieht, die Dechargierung und Neuwahlen. 111 den Vorstand