Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XI (1906)
- Issue
- Heft 5 (2.2.1906)
- Date
- 1906-02-02
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 5 JÜDISCHE RUNDSCHAU . Seite 75 £ % Das Goldene Buch des Nationaifonds Der Jüdische Nationalfond dient der privatrechtlichen Erwerbung von Grund und. Boden in Palästina, um ihn dem «Privatrecht" und der privaten Spekulation für alle Zeiten zu entziehen. Die Grundrente wird verstaatlicht und dadurch von vornherein Jenen schweren sozialen Krisen vorgebeugt, gegen die die modernen Staaten so schwer ankämpfen müssen, eben weil ״Grund und Boden" p r 1 v a t rechtlich behandelt wird. Hier knüpft der Zionismus, d. i. das Jüdische Volk auf der Wanderung nach Palästina, gleichzeitig an seine älteste Landverfassung und an die modernste soziale Bewegung, die Henri* Georgesche Bodenbesitzreform, an. Der Vermehrung des Nationalfonds dient u. a. auch die Einrichtung des Goldenen Buches. Als Dom Pedro Ii. in seiner Hauptstadt ein grosses Krankenhaus errichten wollte, versprach er iedein, der eine bestimmte grosse Summe dafür leisten würde, einen bestimmten Orden. Infolge der leckenden Auszeichnung kamen die erforderlichen Summen sehr 5 schnell zusammen. Der gelehrte Dom Pedro setzte nachher über das Portal des Krankenhauses die witzigen Worte: 1 ״Vanitas Humana humanae debilitat i." In ähnlichem Sinne soll auch das hier im Bilde wiedergegebene Goldene Buch der Stärkung des allcrwichtigsten Instruments, das dem Judcnvolkc in seiner alt neuen Heimat die soziale und damit die nationale Freiheit verbürgen soll, dadurch dienen, dass die Eitelkeit zum Vorspann des Ideals benutzt wird. Diese Eitelkeit wird gewiss verzeihlicher und wünschenswerter, wenn es nicht sosehr einzelne Personen sind, die ihre eigene Eintragung veranlassen, als vielmehr •Vereine oder Personen, die ihre Freunde und solche Personen zur Eintragung bringen, die sich nach ihrer Meinung um die Arbeit des Zionismus verdient gemacht haben. Dann schwindet das Moment der persönlichen Eitelkeit und es wird zu einer Auszeichnung, die ein Verein seinem Mitgliede, die Mitglicder ihrem Vereine zuteil werden lassen. Es ist wünschenswert, dass das Goldene Buu! bald die Namen aller in Deutschland existierenden zionistisehen Vereine und Komitees enthalte. Der bisherige Präsident, Herr Samuel Pineies, ist nach 25jähri- I ger ausserordentlich verdienstlicher Tätigkeit vom Präsidium zurückgetreten. Er richtete aus diesem Anlass einen herzliehen Abschiedsbrief an die Zionisten Rumäniens. English Zionist Federation Die diesjährige Landeskonferenz der English Zionist Federation fand in Glasgow statt. Trotzdem dtc Zionc-Zion nichts für die Agitation zu dieser Tagung getan haben, war doch die überwältigende Mehrheit von ihnen. Der wichtigste Punkt war die Frage, ob die Zionisten der Ito beitreten dürfen. Greenberg und C 0 w e n ver• traten mit Ruhe und Entschiedenheit den Standpunkt der Mehrheit des VH. Kongresses und des Aktionskomitees. Der Be- Schluss, der auf der jüngsten Sitzung des Aktionskomitees in Köln gefasst wurde, und der dahin geilt, dass es keinem zionistischen Verein erlaubt sei, zu gleicher Zeit der territoriatistischen Organisation anzugehöreii, wurde als verbindlich anerkannt. In das Präsidium wurden gewählt Sir Francis Montefiore als Präsident, Mr. Joseph Co wen und Mr. Moser (Bradford), Mr. Greenberg, Prof. Dr. Gaste r, Pcrcy Baker, Herbert B e n t w i c h, H. G ü n 1 b u ז g, J. G 01 d b 1 o 0 ni, W. Nathan. M. S h i r e, Dr. D r e y f u s und D r. W c i 7. m a n n, J. P i n t o und J. Bernstein, S. Ettingcr. S. Goldberg, M. Jacobs, M. Levy 1 und J. L e w i s. 1 Poali-Ziön In Amerika Kürzlich fand in Ncw-York ein Kongress der Vereine Po’ale-Zion (palästinatreuc zionistische Arbeiterpartei) statt, der aus ganz Amerika (auch aus Kanada) beschickt war. Es wurde das Programm der P.-Z. festgelegt, und, abgesehen von Massnahmen für die Ausbreitung der Organisation, die