Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XI (1906)
- Issue
- Heft 4 (26.1.1906)
- Date
- 1906-01-26
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE RUNDSCHAU N0J 4־ Seite 54 die in immer grösseren Kreisen der jüdischen Bevölkermiß um sich ereilende Bcweßunß für die Schaltung ehter jüdische!. Wahlkuric in Beratune gezogen und mit Stitmr.encinhclligkcit sich in bestimmtester Weise gegen diese Bestrebungen auf eine politische Sonderstellung der. Juden in Oesterreich erklärt. Es geht ׳:lichts über die Bünden, die dein Volke den W eg weisen wolle!!. In ihrem Königrc'che ist der Einäugige der auf dem nach Zion, gewandten Auge blind ist. immerhin noch der geborene König. Auch aus Berlin holt man sich Sukkurs. und man weiss. wo man ihn zu suchen hat. Was Byk für fializien ist ist Mosse mutatis mutandis für Berbn. Er muss also sekundieren und lässt das tun in einem Leitartikel ..D i e J u d e n k u r i c" den die ALLGEMEINE ZEITUNG DES JUDENTUMS bringt •und dessen Schlussfolgerungen lauten: ..Das fehlte noch dass derartige Schlagworte die ohnedies so schwierigen Verhältnisse der Juden in den gemischtsprachigen Ländern Oesterreichs no:h inehr in Verwirrung bringen. Es ist hoch au der Zeit, dass aus den Kreisen, die der gleichen Ansicht sind, bald diesen Plian* tasien, die auf politischem Boden nur Unheil anstiften können, ein deutlicher Absagebrief geschrieben wird.‘־ Es ist ebenso seltsam, dass dieser Notschrei au> Berlin kommt, wie cs fraglich ist. dass er an seine Adresse gelangen wird, zumal die überwiegende Mehrheit der indischen Blätter Oesterreich* ohne die Parole der ALLG. ZTG. abzuwarten, mit aller Energie für die ..phantastische” Judenkurie cirgetrcteu ist. Die Oösterreichischen Juden wollen sich nicht mehr nach der alten Landwchrparole ..Immer langsam voran”. ■J. 11. immer weiter zurück richten und wollen ihre nationalen Rechte im N'ationaütätenstaate gewahrt sehen. Judenflucht Im Dorfe Czcrlenv in Bessarahicn zwangen Bauern unter Führung des Gemcindevorstaudes de Juden durch Todes- Androhung, atiszuw andern. Aus ganz Bessarabieu flüchten d:e Judcnfamilien nach der Bukowina. Die Balmzüge, die über die russische Grenze kommen, sind übcriüllt. Rundschau der Presse Ucbcr den offenen und versteckten Antisemitismus in der Schweiz handelt ein Aufsatz von S. B o 11 a g in der ISRAELIT!- SCHEN WOCHENSCHRIFT FÜR DIE SCHWEIZ. ..Trotzdem die Emanzipation der Juden ׳n der Schweiz teilweise schon IS IS und vollständig durch die Bundesverfassung von 1S7-I cingerührt worden ist. wird es in den allermeisten Kantonen nicht Vorkommen.■ dass ein Jude durch Volkswahl in eine gesetzgebende, verwaltende oder richterliche Behörde berufen wird. Im Kantonsrat von Zürich sitzt wohl ein jüdisch-russischer Sozialist, aber er hat vielleicht keinen einzigen Kollegen in der Schweiz. Man bedenke aber, wie gering noch heute die Zahl der Juden in der Schweiz ist. die vor IS-S überhaupt nur an ganz wenigen Orten sich niederlassen durften, und dass leider auch hier dein Worte ..Jude“ in den Augen der minder gebildeten Bevölkerung noch immer das aus dem Mittelalter herstammcndc. in erster Linie von der Kirche ihm mifgenrägte und von ihr genährte Stigma anhängt. Da die Wahlen zu öffentlichen Ämtern in der Schweiz fast durchgängig direkte und geheime sind, so macht sich dieses instinktive Vorurteil selbst da geltend, wo die Wälder gar keine Berührung mit Juden gehabt haben: umsomehr, weil die Mehrzahl der Juden doch wohl aus der Fremde stammt.“-— ״Auch d׳c durch die Kantonsrütc (nicht durch das Volk!) erfolgenden Naturalisationen von fremden Juden sind in den protestantischen Kantonen häufig genug, mir aus dem Kanton Bern erinnere ich mich, dass der Grosse Rat (der eher! meist aus Bauern besteht) vor einigen Jahren alle jüdischen Bcwerher um das Bürgerrecht und nur diese ‘durchlallen liess." Die DEUTSCH ISRAELITISCHE ZEITUNG wiederholt den von D. Feinberg. Dr. Paul Nathan. Carl Stettauer und J. M. Meyers erstatteten Bericht über das russische Hilfswerk und druckt auch den Scblusspassus des Berichts ab. jedoch mit fettgedruckten Zwischenbemerkungen. Da die DEUTSCHE ISRAELITISCHE ZEITUNG in diesem Passus auf den wundesten Punkt der russischen Judenpolitik des ausländischen Hilfswerks hinweist, so geben wir ihn hier buchstäblich wieder: ״Es muss leider ausgesprochen werden: es besteht nicht die geringste Garantie dafür, dass gleiche Ausschreitungen für die Zukunft unmöglich sein werden. Die Befürchtung ist vielmehr gerechtfertigt, dass bei der systematisehen Hetze, die auch jetzt noch in zahlreichen Ortsciialteri gegen unsere Glaubensgenossen betrieben wird, und bei der Straflosigkeit, der sich zahlreiche bei den Pogromen betetligte russische Staatsbeamte erfreuen, neue schwere A1׳ s s c h r c i t u 11 g e n gegen die russischen Juden in jedem Augenblick erwartet werden könneu. (Und bei dieser Sachlage will man die Auswanderung verhindern und die Bedrohten 2111 Käfig fcsthaUen?) Es bleibt daher die Pflicht der nichtrussischen Juden, auf das Ernsteste mit diesen Möglichkeiten zu rechnen und auf eine erneute Intervention gefasst zu sein (und die Auswanderung zu fördem!!).“ Zur gefälligen Beachtung. T23 Den werten Abonnenten und Ortsgruppenvorständen zur geil. Nachricht, dass alle ausstehenden Abonncinentsbeträgc per (.Quartal 1906 nunmehr per Nachnahme cingczogen werden, was für Berlin 25 Pf. und ausserhalb 30 Pf. Mehrkosten verursacht! Verlag ״Jüdische Rundschau“, e. G. ni. b. ff., Auguststrassc *19 a. . . "־־..1' ־' "־ O CT. - - , Briefkasten der Redaktion - _I I_ Das LITERATURBLATT musste in dieser Woche aktueller Gegenstände halber Zurückbleiben. .E. jM. L, Der von Lilien gezeichnete T e p p i c 11. der dem Präsidenten Wolffsohn. in Erinnerung seiner Silbernen Hochzeit überreicht werde:׳ so!!, wird in der Kunstschule des Bezalcl in Jerusalem hcrgcstellt werden. Diese wird Ihnen die gewünschte Auskunft erteilen. Adresse Prot. Boris Schatz, zur Zeit in Jerusalem. Vorsitzender der Ge.sc!־'״ schaff für die Förderung der Wissenschaft des Judentums ist Rabbiner. Dr. L u c a s in Görlitz. Glückstc’n in Mittwefda. Ihr Schreiben und Ihre Doppelkarte wurde von uns direkt sofort au Herrn Dr, Klee weiterbefördert. Die verlangte Adresse ist: Neue Wintcrfeldtstr. S. Nürnberg. Der bei uns reklamierte Bericht sowie die Erwidening auf das Sharemarkeneingesandt s׳ud bei der Redaktion nicht eingegangen. Zionsgruss. Sch. in Breshu. Die Makkabäerfeier der Berliner Zionistlsehen Vereinigung war von über 500 Personen besucht. Grade Herr Tr. ist an diesem Druckfehler am unschuldigsten. Zionsgruss. Geschäftliche Mitteilungen Durch den Umstand, dass manche Zigarettenfabrikanten auf ihren Schachteln Konstantmopei oder andere türkische Städte- und Provinznamen anbringeii. um bei dem Publikum de•!! Glauben zu erwecken, da^s sie Fabriken in der Türkei besitzen, ist Folgendes für Liebhaber einer echt türkischen Zigarette wissenswert. Im ganzen türkischen Reiche ist es ausser den Manufakttircii der Kaiserlich Türkischen Tabak-Regie niemandem vesMttcL Zigaretten zu fabriziere!!. Die Zigaretten der Kaiser!. Türk. Tabak-Regie bieten allein die absolute Garantie, dass sie nur reinen türkischen Tabak enthalten, weil das strenge Einfuhrverbot die Verwendung anderwciFger Tabake ausschl'esst. Hingegen können bei den ausserhalb des türkischen Reiches, auch in Samos und Aegypten angefertigten sogenannten türkischen Zigaretten auch Tabake nichtttirkischer Herkunft verwendet werden. Um Ver- Wechselungen zu vermeiden achte man auf das Kaiserlich türkische Staatswappen, welches jede Schachtel und jede Zigarette tragen muss. Die Zigaretten der Türkischen Tabak-Regie haben sich übrigens schon derartig in Deutschland eingebürgert, dass'sie :11 fast allen besseren Geschäften vorrätig sind. Wenn man lange Zelt gezwungen Ist, Kreosotpraparatc zu nehmen, so werden sic sehr leicht zum Ekel. Besonders wenn der Apoetit so wie so darnieder liegt, ist eine Aufnahme solcher Medikamente oft kaum möglich. Allen diesen Schwierigkeiten kann man entgehen, wenn man das beste aller Tccrpräparatc. wenn man ..Sirolin Roche“ nimmt. Es ist ein tadelloses, absolut unschädliches in seiner Zusammensetzung völlig gleichartiges Mittel von gutem Geschmack, das man viele Monate ohne Unterbrechung nehmen kann. Zu haben in den Apotheken.