Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XI (1906)
- Issue
- Heft 2 (12.1.1906)
- Date
- 1906-01-12
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 28 No. 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Wir wollen unsern Ahnen nicht nachstehen an Tatkraft and Opferwilligkeit, indem wir den Jahrestag ihrer Heldentaten festlich begehen, bringen wir zum Ausdruck, dass wir ihnen freudig nacheifern und ihrer würdig sein wollen. Unser Streben belebt feste Zuversicht auf ein herrliches Gelingen! Denn noch ist Israels Kraft ungebrochen. Wo ist das stolze Rom mit seinen erzgepanzerten Legionen, vor denen der Erdkreis zitterte? Wo ist die üppige Machtentfaltung Griechenlands und der Pharaonen himmeltrotzeudc Gewalt? Wo sind sie alle, die Bedrücker, die im Blute unseres Volkes wateten? ״Völker verrauschen, Namen verklingen.“ Der Sturmwind der Jahrhmiderte hat ihre Spur verweht und ihr Glanz modert im Zeitenschosse. Aber Israel, ihr Sklave, den sic zu vernichten meinten, Israel lebt fort, ein Volk der Ewigkeit! Und darum Mut! Unsere Schar ist klein, klein wie die Schar Juda Makkabls. Aber wie fette der Gedanke an das hehre Ziel mit siegender Kraft begabte, so wird auch uns der ideale Gehalt unseres Strcbens zum Aeussersten anspornen und uns die Kraft geben, das heilige Werk zu vollenden: Millionen darbender Brüder aus Knechtschaft und entehrendem Tode zu herrlicher Freiheit in das geweihte Land unserer Ahnen zuruckzuitihren, wie es uns verheissen ward! Jetzt herrscht Frevel und Züchtigung, und cs ist eine Zeit der Verwüstung und des grimmigen Zornes. Wir aber wollen eifern für das Gesetz und unser Leben hingeben für den Bund unserer Väter. Wir wollen gedenken der Taten unserer Väter, die sic vollbracht in ihren Geschlechtern, au! dass wir rechte Ehre und einen eigenen Namen erlangen, und Freiheit, Freiheit. Freiheit! '♦ •־י. . Voranzeige Berlin. Im Neuen Kgl. Opern- Theater (Kroll) findet am Montag, dem 22. Januar, 9 Uhr abends, eine Jüdische Gedenkfeier statt Der Ucbcrschuss ist für die durch die russischen Judenmassakers Geschädigten bestimmt. Aus dem Programm: l. Ouvertüre aus der Oper .,Josef** von Mehul. (Orchesterdirigent: Herzogi. Musikdirektor Willy Boehme). Prolog von Alfred Nossig. .J u d a s* M a k k a b ä u s“. Oratorium von G. F. Händel. (Chöre aus dem ersten Teil). Gedenkrede von D r. Franz Oppenheimer. Lebende Bilder aus der Geschichte des Jüdischen Volkes. Mit Or- Chesterbegleitung), gestellt von Hermann Struck und Regisseur Egon Brecher vom Kleinen Theater. 1. Die Blüte Israels; 2. Auf den Ruinen Jerusalems; 3. Der Ewige Jude; •I. Ein Pogrom; 5. Die Zukunft Israels. II. Althebräische Gesänge, bearbeitet von Prof. Dr. Oscar Fleischer. (Für Chor und Orchester: gesungen in historischen Kostümen). ״Die M a k k a b ä e r־*. Tragödie von Otto L u d w׳ i g. (Schlussakt). Dargestcilt von hervorragenden Künstlern der Berliner Bühnen. Judas Makkabäus: Herr Karl Marr vom Lessing-Theater Regie: Prof. Leo Friedrich, ehern. Regisseur und Schauspieler des Kaiscrl. Hofhiirgtheaters in Wien. III. Promenaden- Konzert. Vorträge jung-jüdischer Dichtungen. Tombola (reich ausgestattet mit jüdischen Kunstwerken und jüdisch-künstlerischen Publikationen). — Gelegentlich der Gedenkfeier erscheint ene dem Programm beigefügte Festschrift: ״Die Zukunft der Jude n" mit!Beiträgen hervorragender Schriftsteller und vielen Illustrationen. Logensitze.10 Mk Vorderpaquet.10 Mk. MUteloatque־. L—S.'Reiht und 1. Rang Mittelbatkon . . 6 Mk. Mlttelparquet. 6,-12, Reihe. 5 Mk. Seitenparquet, 1.-2. Reihe . 5 Mk. Mittclparquet, 1L—22. Reihe .1 Mk Seitenparquet, 3,-22. Reihe . 3 Mk SeUenbalkon.3 Mk Tribüne.2 Mk Stehplatz.2 Mk Zu haben im Warenhaus W e r t h e i nt. Leipzigerstrasse, bei Bote & Bock, Leipzigerstrasse, und überall, wo die Voranzeige aushängt. — Am Tage der Gedenkfeier an der Abendkasse des Neuen König!. Opern-Tbeaters. —I Aus den Ortsgruppen ן— Berlin. Am Montag, dem 15. Januar, Abends 8 Uhr, spricht Herr Dr. Hans M ii h s a 111 in den Königsälen, Neue König- Strasse 26. über: ״Das Gcgenwartsprogramm und das Zukumts- Programm des Zionismus“. Gäste sind willkommen Berliner Zionistische Vereinigung. Königsberg l. Pr. Die Kölligsberger Zionistische Vcrcinigütig veranstaltete am 28. Dezember im grossen Saale des Schtitzenhauses ihre Makkabäerfeier bei ausserordentlich Starker Beteiligung. Die Festrede hielt Herr Dr. Pelz, während Herr Dr. Israel Auerbach-Berlin eine begeisternde Rede auf die jüdische Selbstwelir hielt. Die künstlerischen Darbietungen, die Herr Arthur Cohn mit ganz besonderem Chic leitete, fanden vollste Anerkennung, ganz besonders die lebenden Bilder, Jüdische Vergangenheit, Gegenwart (Hirszenbcrger's Golusbild) und Zukunft. Das von den Damen der Vereinigung gespendete Büffet, fand grossen Zuspruch und half zu einem bedeutenden Reinertrag. Lübeck. Am 28. Dezember veranstaltete die hiesige Ortsgruppe ihre M a k k a bä e r f e i c r, die von über 150 Personen besucht war. Nach einem trefflich vorgetragenen Chnrgesang des hiesigen jüdischen Gesangvereins und einem inhaltsreichen Prologe hielt Herr Dr. Landau in packenden Worten die Festrede, die in der letzten und dieser Nummer der JÜDISCHEN RUNDSCHAU unter dem Titel ״M a k k a b ä c r tu m und Z i o n i s tu u s“ abgedruckt ist. Herr L c b o w i t z - Hamburg trug wie im Vorjahre in seiner rühmlich bekannten Art Lieder jungjfidischen Inhalts vor. Herr Brand erfreute die Anwesenden durch Rezitationen aus der jüdischen Literatur. Eine von unserer jüdisch-nationalen Frauenvereinigimg veranstaltete Vcrlosung von Handarbeiten und anderen zu diesem Zwecke geschenkten Gegenständen, erbrachte einen recht erheblichen Ucbcrschuss. der zur Häiftc für den Nationalfond, zur Hälfte für unsere russischen Brüder verwendet wurde. Die Ortsgruppe kann mit grosser Befriedigung auf den stimmungsvollen Verlauf der Feier zurückblicken.“ Posen. Zu dem am 30. Dezember vorigen Jahres von der Zionistischen Ortsgruppe veranstalteten Makkabäerfest hatten sich über 700 Personen eingefutiden. Der Terrassensaal des Apollothcaters war stimmungsvoll in den jüdischen Nationalfärben dekoriert. Um M*10 Uhr cröffnete Herr Dr. Jeremias das Fest mit einer Ansprache, in der er auf die Wandlung des ..Liciitfcstcs" zum Makkabäerfest hinwies und die russischen Märtyrer pries, die, den alten Nationalhclden nacheifernd, damit die würdigste Makkabäerfeier begingen. Alsdann folgte eine Reihe erlesener Rezitationen aus den verschiedensten ncujüdischen Dichtwerken. Hier glänzte Herr Siegnsund Bruck vom Stadttheater in seiner rühmlichst bekannten Vortrags- Kunst und riss das Publikum zu Beifallsstürmen hin; aber auclt Herr Dr. Rosenkranz-Breslau bot ganz Hervorragendes im Rezitieren und wurde mit Beifall überschüttet. In den Einlagen boten Frau Berggruen-Kristelicr und Herr Kapellmeister Ehrenberg musikalische Genüsse. Im zweiten Teil wurde eine Ausstellung jüdischer Bilder und Bücher geboten, die lebhafte Bewunderung fand und auch viel Kauflustige anzog. Zum Schluss wurde eine Verlosung veranstaltet, bei der neben Handarbeiten, jüdischen Ansichtskarten usw. Bilder und Bücher im Gesamtwert von zirka *100 Mark ausgelost wurden. Trotzdem ist ein ansehnlicher Ucbcrschuss für die russischen Juden geblieben. Alle Teilnehmer werden das schöne Fest in dankbarer Erinnerung behalten. Hamburg. Ant 27. Dezbr. veranstaltete die zionistische Frauen gruppe eine wohlgclungene nationale Makkabäerfeier für Kinder. Es nahmen 3C0 Kinder und 150 Erwachsene teil. Programm: Entzünden der Chanukah-Lichter durch Herrn Oberkantor Lichten stein, deklamatorische Vorträge von Frl. Engel und 2 Knaben (״Jung Israel", ״Zwiegespräch in Versen" zwischen einem russischen und einem deutschen Judenknabeu. verfasst von Sa 10 U n n a - Altona), musikalischer Teil: jüdische Lieder gesungen von Fraji Dr. Michelsohn in Begleitung eines SOköpfigcn Kinderchors. Eine trefiliche, von nationaler Begeisterung getragene Makkabüerrede hielt die Lehrerin Frl. Selma Veilchcnfcld. Das Podium blau-weiss dekoriert mit Herzi-Bild und Zionsfahne. Die Kinder erhielten als Geschenk ״Jung-Juda", das Liederbuchc des Turnvereins Bar-Kochba, und die Herzl-Nummer der JÜDISCHEN RUNDSCHAU. Ebcrswatde. Am Sonntag. 31. Dezember, fand die M a k k a - bäerfeicr der hiesigen zionistischen Vereinigung statt, die einen wohlgclungcnen Verlauf nahm. Die Berliner Konzert- Sängerin Frl. Betty Hirsch, die sich durch ihre früheren 1 t i I \ **■!*ייייאי«