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Jüdische Rundschau · 1905-12-15 · Heft 50 (15.12.1905) · page 16

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
X (1905)
Issue
Heft 50 (15.12.1905)
Date
1905-12-15
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 672 JÜDISCHE . in welcher Ober die Stellungnahme der Juden zur Wahlrechtsfrage verhandelt wurde. Es wurde als eine unabweisbare Forderung anerkannt, dass die Juden im Kampfe um die Erreichung des allgemeinen Wahlrechtes die Erlangung einer jüdischen Minoritätsvertretung mit allen Mitteln anzustreben haben, ln diesem Sinne wurde eine Reihe von taktischen Massnahmen beschlossen, zu deren Durchführung ein Exekutiv- Komitee eingesetzt wurde, dem die Herren Arch. M a r tn 0 r e k. Dr. S c h a I i t und Herrn. M u 11 c r vorstehen." * * In der JÜDISCHEN TURNZEITUNG bringt Ms. Fr. einen warmen, herzlichen und zugleich sachlichen Nachruf auf P r. Heinrich Meyer Cohn, der freilich in dem engen Rahmen die markante Persönlichkeit nicht in ihrer Vielseitigkeit zu würdigen vermag. ״Das langsam erwachende Palastina hatte an ihm einen treu spendenden, wohlmeinenden Freund. Den Anschluss an den politischen'Zionismus hat er bis zuletzt nicht gefunden.” Hier liegt insofern ein Irrtum vor, als H. M. C. viel früher dem politischen Zionismus angehörte, als irgend einer der jetzt in Deutschland bekannten Zionisten den Weg zum Zionismus gefunden hat. Dagegen hat er von vornherein den ״diplomatischen Zionismus” abgelehnt, von dem er eine Ablenkung von den wirklichen, realen und notwendigen Arbeiten fürchtete. Er erkannte dabei gern und unumwunden auch dessen grosse agitatorische Bedeutung für die Erweckung des jüdischen Nationalgeiühls und die Schaffung einer grossen z i 0־ nistischen Volks Par tei an. * Seit dem 10. November erscheint in Warschau eine Tageszeitung in jüdischer Sprache. DER TELEGRAPH. Herausgeber und Redakteur ist der bekannte Schriftsteller und Besitzer de/ hebräischen Tageszeitung HAZEEIRA. unser Gesumungsgenu*sc N. Sok o io w. In einem ״Die Einigung“ übcrschriebeneti Artikel, in der letzten Nummer der WELT, der unterschrieben ist: Dr. Adler, Gronemann, Dr. Jeremias, Dr Kalmus, Dr. Klee, der die Kon* gressmaiorität ״die geschlossene, blind fanatische Masse - der russischen Zionc-Zionisten“— nennt, und behauptet: ״unsere Bewegung ist eben noch nicht reif für die Tolerierung einer organisierten, noch so loyalen Opposition“, ־wird über die Bedingungen referiert, die der Verband politischer Zionisten der Partei gestellt hat, wenn er seine Opposition cinstelien soll. Die Bedingungen seien ״als wesentliche Vorbedingung für den Frieden”, ״dass uns (den Unterzeichneten) fernerhin von offizieller Seite keine Hindernisse bei der Betätigung territorialer Bestrebungen ausserhalb der Organisation bereitet würden." Es solle jedem einzelnen die Möglichkeit geschahen werden, sich der ITO anzuschliessen. Der zweite Punkt der Einigung war der, dass die von den Unterzeichneten geforderte Ablehnung der notwendigen Palästinaarbeiten ohne ״rechtliche Garantien" ״in strengster Fassung des Begriffes“ angenommen wurden. Die Unterzeichneten Herten konten nicht umhin, ihrer Genugtuung darüber, dass der Redaktion der JÜDISCHEN RUNDSCHAU die Pressfreiheit vollständig genommen ist, in folgendem Passus Ausdruck' zu geben, bei dem es jedem einigermassen Unbefangenen klar ist, wie sehr sich die Personen unserer Redakteure hierdurch verletzt fühlen müssen: ״Es war weiterhin wesentlich, Sicherheiten dafür zu schaffen, dass die Friedenspolitik des Zentralkomitees in Zukunft nicht durch die Art der Redigierung des offiziellen Organs durchkreuzt werde. In dieser Bez:ehung haben wir keinen Zweifel gelassen, dass dabei die Personenlragc entscheidend ins Gewicht fällt. Vorläufig dürfte der Pressausschuss in seiner neuen Zusammensetzung und mittels der Pfüvcntivzcnsur die Gewähr für die Abstellung der ärgsten Missstände bieten“ usw.. Da die WELT nach unsern guten Erfahrungen wohl die Artikel der Territorlalisten gewissenhaft druckt, unsere Erwiderungen aber, ebenso erfahrungsgemäss nicht druckt, ausserdem wohl den in dieser Weise angegriffenen Rcdakteuren der JÜDISCHEN RUNDSCHAU zu ihrer Verteidigung das eigene Blatt, das sic durch Ihre Arbeit gross gemacht und eigentlich erst geschaffen haben, zur Verfügung stehen sollte, so haben wir uns am Sonnabend Abend schriftlich an den Pressausschuss gewandt mit der Bitte, uns gestatten zu wollen, unsere angegriffene Ehre zu verteidigen. Bis zum Schluss der Redaktion haben wir vom Pressausschuss keine Antwort erhalten, während wir auf einen andern erst am Sonntag abgesandten Brief bereits am Dienstag früh Antwort hatten. Di© Redaktion muss daher darauf verzichten. I ת d e r JÜDISCHEN RUNDSCHAU auf diesen Angriff zu e rwldern. RUNDSCHAU No. 50 Lustige Ecke Weihnachtsmarkt mit Menschenfleisch 88ci(nmi1t5n!nn|(l!. Für adl. Jüdin, * Mietas»(*. 20 W.M. 800,000.00 baut,!1101: mOgi. adl. Gatton. Wlttwe, 4 > Jjbzt. to,»:, Mark 400,000.--. fiutic «attfrt. Justlzratstoohter, MjrfiH'u, 21 ,V. »Ml• Mk. 60,000.- ,-sucht Arzt, Fabrikbes., Wittwe, Mk. 20.000. . refr.;’,tm'cn, cr4l., fiuht Gatten. Jüdin, 2J ,1 , ג!rcf(ffot4:o*t{r fofon I SViui.TJi iWtsUt,!tatet Dtrtiiut'r, sucht nur Professor 0>. 1*1ו!ז• Für 60 JUdlsohe, vormögondo $ar,<n tri5 -־lfm, au® cta^u« b<\tzt<n, fit®* Gatten. Stille frieft rer. FrauA. Wolff, Breslau, .... strasse .. . BRESLAUER ZEITUNG. Isr. Heiraten. tkr ft* cl <sat glüiii*. iKOfcn ct&ix, 11 יזו* ratra (Z-ivaU צ1ת: or.om'.r. ca b. Ctcrb. b. 5J1. untc: ... 1;־crtb«1:׳. FRANKFURTRR ZEITUNG, V. 12. 1905. No. 311. Zur Beachtung Da nach einer neuerlich uns zugegaugenen Mitteilung des Pressausschusses ״!a die Kompetenz des Pressausscbusses das gesamte Blau fällt“ und w'r d״»s ganze Korrekturenmaterial für die jeweilige Nummer am Dienstag Abend In der Redaktion zur Einsichtnahme des Pressausscltiisscs bereit halten müssen, so machen wir unsere Mitarbeiter, sowie die ßchriitführer der Ortsgruppen darauf admerksam. dass ausnahmslos jede, auch־ noch so kleine, Notiz bis spätestens Montag abends 8 Uhr in den Händen der Redaktion sein muss. Jede Notiz, die später eingeht, muss zur nächsten Woche Zurückbleiben. Wir bitten dies geh. beachten zu wollen und gleichzeitig, alle Einsendungen, die für den Inhalt der Zeitung bestimmt sind, ausschliesslich an die Redaktion, Berlin NW. 52, Mclanchthonstrassc 4, zu richten. Die Redaktion der JÜDISCHEN RUNDSCHAU. ,.׳-״ ...׳> ca 1: :—r - . 1 Briefkasten der Redaktion . ———*■■ ״«יי«■ ן«■«■!י■ J■■ "■■י■״ ״ ■'■■■״ ..״״ ■« Hebräische Sprachbrieic. Von verschiedenen Selten fcommen Anfragen an uns, aus denen wir ersehen, wie von allen Parteien die baldige Ausführung der von uns in Aussicht genommenen Unterrichtsbriefe zur Selbsterlernung der hebräischen modernen Umgangssprache gewünscht wird. Da wir nicht in der Lage sind, allen- Prägenden einzeln zu amwarten, so teilen wir hierdurch mit, dass wir die Absicht nicht aufgegeben haben, diese Unterrichtsbriefe dem LITERA- TURBLATT der JÜDISCHEN RUNDSCHAU beizugeben, dass wir aber nicht eher damit beginnen wollen, als bis wir einen grösseren Teil des in der Ausarbeitung befindlichen Manuskriptes fertig gestellt haben. C. J. in Mülheim (Ruhr).. Unserer Meinung nach wäre die Ablehnung des betreffenden Richters, der Verfasser des ״Borkumliedes” ist, durch-einen Juden durchaus gerechtfertigt. Dem Anträge dürfte auch sicher stattgegeben werden.

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