Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1905-10-20 · Heft 42 (20.10.1905) · page 15

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
X (1905)
Issue
Heft 42 (20.10.1905)
Date
1905-10-20
Page
– (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2651273-2651394-2651436--02896-2659800
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

No. <42 Seite 545 JÜDISCHE ’RUNDSCHAU ־ oc , Die ״Berliner Zionistische Vereinigung" erblickt SDcziell ‘ in der Erweiterung des Landp'rogramms der zionistischen Bewegung! wie sic der VII. Kongress beschlossen hat, ־ das beste Mittel zur Durchführung der zionistischen Ziele , und auch eine Basis der Einigung und' des ,Zusammenarbeite^ der jetzt dissenticrcndcn Gruppen ini Zionismus, ... Die'betreffende Resolution des VII. Kongresses •lautet: (Folgt der; •Wortlaut;der bekannten Resolution des A.-K•) Schliesslich, erteilte• ARd *Verbindung einer : von’Herrn Julius Becker beantragten •Resolution (die sich auf eine von uns in vorigerNitnfmer;:lan . flfCSdr Stelle bereits behandelte Angelegenheit bezieht!' Aiiiih’׳ d. ,Red.) ihre Zustimmung, die der F.nriistung über den gröbiieh entstellten Bericht, deii ein hiesiges jüdisches •Blatt Über die letzte zionistische Versäumtlung gebracht hatte, Ausdruck gibt, und der bestimmten Er- Wartung, dass dieser Bericht bald berichtigt werde. ־ - Die Versammlung •wahrte bis gegen I Uhr nachts. Göttingen. Nachdem atn 10. September gelegentlich eines Vortrages des Herrn Dr. EliasAucrbach (Berlin) die hiesige Ortsgruppe gegründet worden war. hielt in der ersten Mitgliederversammlung am 23. September •Herr cand. iur. A. Löb einen Vortrag über die Geschichte des Zionismus. Er legte in kurzen Worten die Vorgeschichte des Zionismus dar, ausgehend vom Verlust der staatlichen Selbständigkeit der Juden bis zum 19. Jahrhundert und brachte dann die Entwicklungsgeschighte des politischen Zionismus im 19. Jahrhundert, wobei er besonders am, die Bedeutung des N'ationalgcdankens und der Palüstinakolonisationsbestfebung cinging. In der zweiten Versammlung, am 7. Oktober sprach Herr Sigin Singer über das Thema: ״Ist das zionistische Kolonisationsproblcm i!1 Palast.na durchführbar oder eine Utopie?” In dem streng sachlichen, wissenschaftlichen Vortrag widerlegte der Redner schlagend die hauptsächlichsten Einwändc, die gegen das Problem von der gegnerischen Seite erhoben werden und beleuchtete den wirtschaitlichcn W'ert Palästinas als Kolonisationsgebiet. — Der Abend brachte ierner eine mit grossem Beifall aufgenonmienc. meisterhafte Rezitation von Erl. Emma Schlesinger aus jung-jüdischen Dichtungen. K. J• T Gailingen (Baden). Am Ereitag.dem 13. d. Mts. fand־ die Beerdigung des im 7-4. Lchtnsjanrc verstorbenen Herrn Max Jakob Weil statt. Derselbe war seit IS Jahren Mitglied des Gememdcrats. 25 Jahre Vorsitzender der Leih- und Sparkassc und ca. 12 Jahre Präsident des israelitischen Krankenhauses Gaijingen. An dem Leichenbegängnis beteiligten sich of.iziell der Kricgervcrcin. dessen Mitglied er seit Gründung desselben war, sowie der Bürgermeister und das ganze (jenieinaeKollegmm. ln ergreitenaen unu senonen Worten beleuchtete Herr Bezirksrabbiner Dr. Spitz das gemeinnützige Wirken des Verblichenen; doch musste von eigentlichen Trauerreden des Kitus wegen aogeserien werden. Die zion.stisehe Ortsgruppe (Jai.mgcn,'welcuer der Verstorbene seit t$estehen derselben angehorte, betrauert in ihm ein treues M.’tglied. Lemberg. Am Vorabend des Versöhnungstags starb hier Rabb. Scnmelkes, der Rabbiner der ortnoaoxen Uemeinde. Der Verstorbene war einer der bedeutendsten Talmud-sten der Jetztzeit Dem Sarge folgten viele Freunde. M.. IS. J. * ־ f Aus Jerusalem , Seit dem Regierungsantritt des neuen Paschas mohren siel» die Neueinrichtungen, die den Bewohnern der hl. Stadt zum Segen gereichen. So ist es einzig und allein dem neuen Unlersherift zu dank*־•* dass die• Strassen nunmehr rein gehalten 1!nd des Nachts mittels Laternen beleuchtet werden. Letzthin ist eine Allee angelegt worden, die sich die Jaffastrasse entlang Lin?icht. — Wie er aber einerseits auf Verbesserungen der Zustande bedacht ist, so strenge ist' er andrerseits gegen alles, was in die Politik eingre.ft. So Hess er dieser Tage eine jüdisehe Lenrerkonferenz auflösen, weil Anzeige erstattet wurde, dass sic sich mit politischen Fragen befasse. Wer diese bodenlose Unwahrheit erdichtete, ist nicht zu ermitteln. An Denunzianten hat es nie gefehlt. —־ Eine Verordnung, dass Bücher, wes Inhaltes sie auch seien, ohne Genehmigung von Stambul. hier nicht gedruckt werden dürfen, hat die hiesigen Buchdrucker schwer getroffen. Hoffentlich wirü diese Verordnung, wenn nicht gänzlich aufgehoben, doch zumindest modi« fixiert werden. Noch nie hat hier ein Buch, das staatsgeführlieh wäre, die Presse verlassen. Ein Umstand, der gewiss in Erwägung gezogen werden wird. SchlicssUch sei noch erwähnt, dass die HASCHKAFA. die obenerwähnte Konferenz ankündigte, auf vier Wochen geschlossen wurde. Hazioni. De! vorstehenden der. WELT entnommenen Notiz müssen wir etwas .hinzufügen: Es geht in der letzten Zeit durch die nichtzionisb'sche Presse ein geheimnisvolles Raunen, der Zicnismus sei in der Türkei als staatsgefährlich erklärt worden. Wahr ist daran nach unseren Erkundigungen nur. was in dem obigen Bericht gesagt Ist. Aber cs gi<cH leider jetzt eine Reihe von Juden, d׳e ein Interesse daran haben.‘ dass der Wunsch, der der Vater der neusten- Sensation ■ist in Erfüllung gehe, um die Tätigkeit in Palästina als unmöglich ersclicihcn zu lassen. Bemerkt sei überdies, dass die verbotene HASCHKAFA kein palästinatreues, sondern ein temtorialistischcs Orgen ist! Jüdische Frauen und Mädchen Der Winter. diese Jahreszeit, so geeignet für .frisches und fröhliches’ Schaffern ist nicht mehr fern, und Euch, jüdischen Frauen und Mädchen, eröffnet sich ein reiches Arbeitsfeld! Gilt es doch nichts Geringeres, als das Heil des Jüdischen Volkes, und Ihr alle könnt dazu beitragen, ind.m Ihr die Be- Strebungen des Zionismus unterstützt, seine Ziele zu fördern sucht. Den Einwand: ..Was kann ich Einzelne der grossen Gesamtheit helfen?“ lassen wir nicht gelten. Leistet jeder nur etwas Gutes, und sei cs auch noch so wenig .es ergibt sich doch ein nutzbringend.s Ganzes daraus. — Aus einzelnen Tropfen setzt sich der befruchtende Regen zusammen!-— Darum, jüdische Frauen und Mädchen, besucht unsere Vcr- Sammlungen, nehme! teil an unserni Diskussions-Abenden, an unseren Kursen für jüdische Literatur und Geschichte, und wem die Gabe der zündenden Rede verliehen, der entflamme durch Haben von Vorträgen die Begeisterung für unsere gute Sache! Kau! es ein edleres und vornehmeres Ziel für das jüdische Weib gehen, als den jüdischen Ge:st wi.der in die Familie zu tragen und eine Stütze des Judentums zu sein? Darum jüdische Frauen und Mädchen, unterstützt uns in unseren! Bestreben, in die jungen Herzen unserer Kinder den jüdisch-nationalen Gedanken und die Liebe zu unserem Volke ins Herz zu pflanzen. Lehrt unsere Jugend die Grösse und Schönheit und Bedeutung des Judentums verstehen! Jüdische Frauen und Mädchen! Tretet ein in .unsere Reihen! Reicht uns die Hand zu gemeinsam, ireudigen Wirken! Kämpit mit uns. Schulter an Schulter! Ein schöner Erfolg wird uns daun sicher sdn. Jüdisch-nationale Frauenvereinigung Anfragen und Anmeldungen sind zu richten an; Fräulein Adele Aliteld. Jerusalemcrstr. 4-J/45. Frau Lina Wagucr-Tauher. Prenzlauer Allee 9. Rundschau — ״Bezalel“ Am 8. Oktober hat sich in Berlin der ״B e z a l e!“. Komitee für Entwickelung von Kunstgewerbe und Hausindustrie in Palästina, definitiv konstituiert• Zunr Vorsitzenden wurde Prof. Dr. O. Warburg. zum stellvertretenden Vorsitzenden Dr. Paul Nathan, 2mm ־ Schatzme^ter B e r t F» 01 d Israel. Dem Komitee gehören ,ferner an: James Simon. Dr. E. Mittwoch. Dr. S. S o s k i n. Fabrikbesitzer S. Hepner, Dr. H. Hildesheimer. Direktor P.• Levy. in Fa. Gladeubcck & Sohn. Dr. F. Oppenheimer*. Proi. Dr. M. Ph i 11 ppson. Dr. p. Schottländcr. •Den Künstlerischen Beirat bilden: J. Bodenstein. Josef I z r a e 1 s, Max Liebcrmann. E. M. Lilien. H. Struck. Es wurde beschlossen, die Schule mit Beginn des Jahres 1906 zu eröffnen, zu welchem Zweck der Bildhauer Prof. Boris Schatz und de•• Maler E. M. Lilien sich demnächst nach Palästina begeben werden. Eine Anzahl Schüler hat stell bereits angcmcldct und es werden noch weitere Anmeldungen cntgcgengcnomnien. Per Unterricht in der Kunstgewcrbeschulc ״Bezalcl" in Jerusalem findet völlig unentgeltlich statt. Auch das für den Unterricht nötige Material (Papier. Farben usw.) erhalten die Schüler kostenlos. Es werden von den Schülern bet dem Wettbewerb keine fertig ausgeführten Werke verlangt, sondern irgendwelche Arbeiten überhaupt aus denen nun ein Urteil über die künstlerische Veranlagung gewinnen kann. Bevorzugt bei der Aufnahme werden Schüler, welche Mittel zum Lebensunterhalt haben. Fis können jedoch auch solche aufgenommen werden, welche keine Mittel besitzen, wenn sie sich durch besondere Begabung auszciclmen. Es ist •deshalb sehr erwünscht, dass dem Komitee -Mittel zur Bildung eines entsprechenden Süpeudicnfonds zur Verfügung gestillt werden. Kleine Mitteilungen Der Verband der Deutschen Juden hält seine erste Haupt- Versammlung, aq|, Montag, dein 30. Oktober, vorm. 9VI* Uhr, im grossen Saale .der ״Gesellschaft der Freunde", Potsdamer- Strasse 9. ab. Am Abend des 29. Oktober soll in den Räumen der Repräsentanbenversammlung ein Empfang stattfinden.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.