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Jüdische Rundschau · 1905-10-06 · Heft 40 (6.10.1905) · page 10

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
X (1905)
Issue
Heft 40 (6.10.1905)
Date
1905-10-06
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 510 No. 40 JÜDISCHE RUNDSCHAU Es Ist zu erwarten, dass diese rein jüdischen Wirtschaftliehen Verbände unserem Volke eine Reihe tüchtiger Kräfte erhatten werden, welche sonst von anderen Organisat onen ansorbiert oder die untergegangen sein würden. 3. Die dritte Abteilung ist als Leitung der Gcsanilorgamsation zu betrachten. Es ist klar, dass nur ein geordnetes Zusanmienarbeiten aller Gruppen Aussicht auf Erfolg gewahr•. Und es ist ebenfalls klar, dass dieses Wirtschaft! che Programm welches eine Ergänzung unseres politischen sein soll, den 11:•• teressen des letzteren in keinem Falle entgegengesetzt sein darf. — Im Wesentlichen werden die Vorteil einer wirtschaftlichen Ergänzung unseres politischen Programms folgende sein: Mit der Bekämpfung der jüdischen Not wird sofort begonnen und zwar in einem M a s s s t a b e und auf einem W e g e der — s o w eit es überhaupt symptomatisch möglich ist — dem Massenelend am wirksamsten begegnet.! i e jüdischen Notleidenden werden uns als J ude n e r h a 11 e 11. Die j 11 d : s c h c Masse wird organisiert und lernt, sich auf die eigene Kraft zu verlassen. Sie lernt den Wert von Einigkeit und Dis- 7.1 p I f 11 kennen u u,d wird sich ihrer Kraft b c - vusst. Dass M a s s der allgemeinen Bildung und der nationale Wohlstand wird gcliobf n. Auf diese Weise wird eine wesentliche Vorarbeit für unseren politischen Z u k 11 n! t s - plan geleistet. Es werden brauchbare Volljüden erzogen. E s w i r d a b e r a 11 c 11 ein ruhigeres Zusammenarbeiten im Sinne unseres für allein richtig erkannten Baseler Programms gewährleistet, das Gefahr läuft, durch Rücksicht auf das gegenwärtige Elend geändert zu werden. Dr. Hans Mü hsa rn. Zwei Erklärungen Von dem Vorsitzenden des Zentralkomitees der ״Ziomstisehen Vercin'gung für Deutschland*' erhalten wr folgende Berichtigung, die wir um so lieber wied^rgeben, als auch uns der Bericht aus Köln Bedenken erregte. Wir nahmen jedoch keinen Anstand, ihn zu veröffentlichen, da er uns von offizieller Seite der Kölner Gruppe übersandt wurde. Herr Rechtsanwalt Dr. .8 0 d cii h c i m e r schreibt uns: Köln, den 2. Oktober 1905. Sehr geehrte Redaktion! f Der Bericht über meine Ausführungen in d.r Kölner Vor- Sammlung, welche nach dem Kongress stattfaud. ist völlig entstellt, fch bitte Sio denselben dahin zu b c r i c 111 i g e 11. dass ich ausdrücklich betont habe, es sei Pflicht der deutschen Zionisten, sich den Beschliissen des letzten Kongresses zu unterwerfen und d•*e Eü 11 ru 11 g in ihrer politischen Arbeit zu unterstützen. Ir. diesen! Sinne habe ich selbst ein Amendement zu der Resolution des Herrn v. Clcef beantragt, welche sich gegen die Freiburger Beschlüsse aussprach. Mit Zionsgruss! Dr. Bodenheim er. * * Herr Dr. Kalmus- Hamburg schreibt uns: Hamburg, den 2. Oktober 1905. An die RedakEon der .Jüdischen Rundschau*4 Berlin. Sehr geehrter Herr Redakteur! Ich bitte Sie höflichst, in nächster Nummer der JÜDISCHEN RUNDSCHAU bekamuzugeben, dass ich in der Berliner Komitee- Sitzung des ״Verbandes politischer Zionisten“ gegen die Kundgebung au Mr. Zargwill gestimmt habe. Ich b'edaure es ferner aufs tiefste, dass einige meiner politischen Freunde erklärt haben, sich von der Agitaton ztiriickzuzichen. Meiner Überzeugung nach ist es Pflicht eines jeden Zionisten, unbeschadet seiner Partcistellung, wie bisher m i t ganzer Kraft iiir die Ausbreitung unserer Bewegung einzutreten. Mit Zionsgruss! Ihr sehr ergebener Dr. Kalmus. Bezalel Bekanntlich hat sich ein grösseres Komitee, dem neben viele!: hervorragenden Mitgliedern der jüdischen Gemeinschaft auch eine Reihe bedeutender Künstler, wie Jos.׳! Israels, Max Lieber n! a n 11, E. M. Lilien, Prof. Boris Schatz, Herrn. Struck u. a. angehören, gebildet mit dem Zwecke, die Hausindustrie und das Kunstgeverbc in Palästina einzt!- fiihr.n. Schon jetzt ist das Komitee i!1 der Lage, an die Austitlirung dieses Flaues heranzutreten, und zwar begibt sich der bekannte Bildhauer Prof. Schatz in Gesellschaft des Malers E. M. Lilie 1! l.ocli ii: diesem Herbsfc nach Palästina, um dort die nötigen Ateliers und die Kunstgewerbeschule cinzurichten, deren Leitung in opferwilligster Weise Boris Schatz übcrnomn1-:u hat Für diese Schule wird ein jüdischer Lehrer gesucht. Ausserdem‘ sol! eine beschränkte Anzahl besonders talentvoller Schüler vorgemerkt werden, denen in der Kunstgcwerbcschule in Jerusalem unentgeltlich Unterteilt erteilt werden, wird und die nach Absolvierung derselben Aussicht haben, Leiter von Ateliers zu werden. (Spenden für das Institut werd.n von der JÜDISCHEN RUNDSCHAU angcr.oimncu und ausgewiesen.) $ ♦ * 111 der Kunstgcwcrbcschulc ״ß c z a 1 e 1“ in Jerusalem werden zehn jüdsche Schüler und Schülerinnen Aufnahme finden. In der unter Leitung von Prof. Boris Schatz bleiben־ den Schule wird Unterricht: a) im Zeichnen und Maien; / b) in der Plastik; c) im Entwert, n von Modellen für die in Aussicht genonmienen Kunstgewerbe Tcppiehkiüipfcrci, Text׳!-, Holz-, Ton-, »Metall-,. Steinarbeit u. a. erteilt, ferner wird!für die praktische Ausbildung in den einzufülircndcn Ateliers gesorgt werden. Aus den besten Schülern Werden später die Lchicr der Jerusalemer •wie neuer an anderen Ort:n Palästinas noch zu errichtender Schulen und Leiter 1von Ateliers entnommen werden. Bewerber, d ie das 15. Lebensjahr ü b e r s c h r i tt e n haben m ii s s e 11, haben als Nachweis ihrer kunstgewerblichen und sonstigen Befähigung 1. selbstgezeiclirr.te Entwürfe odej• Reproduktionen von solchen, 2. selbstgeschriebenen Lebenslauf mit Angaben über die absolvierten Schulen u״tl die VcrmögcnsverhäUnisse, I /

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