Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1905-09-22 · Heft 38 (22.9.1905) · page 19

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
X (1905)
Issue
Heft 38 (22.9.1905)
Date
1905-09-22
Page
– (sequence 19)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2651273-2651394-2651432--02806-2659706
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

ii No. 38 jüdische Rundschau Seite 489 Dringt diese Ansicht durch, dann ist es mit ledern praktischen Versuche zu Ende. Denn Jewisli Colonial Trust und Nationalionds sind statutarisch nur zu Geldanlagen und Gruuderwerb in Palästina und Nachbarländern berceht gt. Cypcrn soll aus politischen, El Arish aus klimatischen Gründe! n cht in Betracht kommen, die tiirk'schen Länder der rechtliehen Gründe wegen ausscheiden — folglich sind wir tertig Wir Mitglieder der Palästiiiakomission haben dann nur noch die Aufgaben, geographische, meteorologische, technische. agro״on:;sche. kommerztlle etc. Tatsachen zusam• menzutragen, um wenigstens theoretisch fii r ie 11 c n Sankt Nimmerleinstag ua r e h i p r 0 t s“ zu sein, wo der reite Charter uns vom politischen Apfelbaum in de!, Schoss fallt. Ich erkliire. dass ich für diese Narrcnroll» weder Zeit noch Lust habe. Ich verlange, dass H e r z 1 s le*zter. in der Tat letzter Wille respektiert und dass de wohlerwogenen Beschlüsse des grossen und kleinen A.-K. auctccffmrt werden, wciach für dit von unserer Kommission vo!geschlagenen Ve!suche aus derr. Nationalfonds Grund- und Be.riebskapital zur Verfügung g־.• stellt werden sollte. Wird c׳eser Beschluss umgestossen. v. lege Ich meine Möt.־ auf den Tisch und nic'11 Amt nie Je־. Ich will die Verantwortung n cht!nittragen Millionen Unglücklieber Menschen an d.r Nase herumzuziehen, und will ebenstwenig meine Zeit und Arbeitskraft auf N chtigküten vergeude! Herr Dr. Kahn hat mit seiuer Schilderung der türk.sehe;; Reclitsverliältn sse durchau־־. r°cht. Er hat uns mit seine«! Ausiiihrungcn nicht das mindeste gesagt, was wir nicht schon wussten. Wenn wir trozden! zu unseici Vorschlägen gelangt sind, ans den .Mitteln des Natioualioncs Land üir eine Versuchsstation, eine Lehrfarm und eine S cdlungsgenosscnsclutft zu bewilligen, so wolle man daraus nicht etwa darauf sch! essen, dass wir zur leichtsinnigen VergcuJiu.g unseres heiligen Schatzes geneigt sind. Nach unserer ebenso heligen Ueberzeiigung mussten wir die Gefahr eines Verlasus laufen, weil nur auf diesem Wege der Nationalionds seine Be- Stimmung erfüllen kann, und wir durften s'c um so eher laufen, weil der Verlust dies Teiles dieses Volksschatzcs. ja selbst des ganzen, völlig verschwindet neben der ungeheuren Kata- Strophe, die eintritt. wenn unser Versuch, eine Kred tbasis zu schaffen, scheitern sollte. Wenn das Schiit des Zionismus m.t Mann und Maus versinkt, dann mag das Geidspind mit zugründe gehen: ich wenigstens habe gar kein Interesse• mehr andern N a t i o n a I f o n d s. wenn der Z i o n i s ־ mus aufgehört hat zu ex.;stieren. Nur der Zion:?׳ mus kann seinen Schatz aussäen, um ihn in hundertfältige: Ernte Sn seinen Scheunen zu bergen, ”1111 wieder ausz.usüen und wieder zu verhundertfachen: ist der Z onismus einmal tot. dann ist der Jewish Colonial Trust eine gewölinl che Bank m t Filialen iin Orient und der Nationalfonds ein Bettä. gut genug für ein paar Almosen! ..... Wir haben den Schatz nicht aufgebracht, dam t die Hohe- Priester sch an seinem Glanze erlaben sollen, wie Geizkranke es lieben; ein Kriegsschatz sollte er Sen für unseren Kampf um Recht und Freiheit — wahrlich, wir setzen Wicht geres und Teureres ein als das Geld. Ein schlechter Feldherr. wer nicht rücksichtslos seine Bata'llonc für den Krieg einsetzt — und wir sollten nicht einmal Geld cinsctzen? Vorsichtig müssen wir sein, das ist heilgc Pfliclu — aber fe.lgc dürfen wir nicht sein, das wäre schlimmste Pflichtverletzung. Hat man uns unsere Stolle gestellt so sind wir den Mut schuldig, es auch auf eine Niederlage zu wage!» und auch auf die Flüche, die ihr iolgcn werden. Doch was ereifere ich mich! Diese ganze Besorgnis konnte nur auftauchen, weil die Aengstl chen n cht verstanden, was unsere kleiukoionisatorischen Pläne bedeuten. Der verehrte Herr Dr. Kahn hat eben auch geglaubf. wir treibe!, nur Rachmoncs-Kolonisation. Und dafür wäre in der Tat alles Geld zu heilig, auch wenn cs nicht der Nationalfonds wäre. Für das aber, was w'r wollen dürften w r mit freier Stir! das Geld aus der Bundeslade im Ailerhciligsten holen. Den:• wir wollen es nicht aus geben, sondern aus säen: w,- wollen nicht ein Grosses wagen, um ein Kleines zu gewinnen sondern ein Kleines, um das Grösste zu gewinnen.“ .... Kleine Mitteilungen Irn Seebad A h! b e c k ist dem antisemitischen Reichs- Ugsabgeordnetcn Br uh »»־Berlin ein böres .Mlssgesch ck widerfahren. Herr Bruhn, der prosaische Ritualniorddiohter, machte über die Frau des Badedirektors eine unflätige, ivicht wiederzugebendc Bemerkung. Daraufhin wurde er in det ersten Septembernacht von dem Kapellmeister der Ahlbecker Kurmusik im Strandhotel öffentlich eeohrfeigt, zur Erde geworfen und winde’weich geprügelt. — Ja* dagegen schützt halt auch die parlamentarische Immunität nicht — dem Flegelt, was des Flegels ist! üle neue Israelische Gewerbeschule in Strassburg i. E. wurde Montag vormittags durch den Präsidenten des Israelitischen Konsistonums Senatsrat Dr. Levy im Beisein der Landes- und städtischen Behörden feierlich eröffnet. Farts, 13. September. Den Abgebrannten in Adrianoocl sandte die Alliance Israölitc 300*3. das Haus Rothschild 5000 Franken. Reklamationen wogen unpünktlicher Lieferung der Zeitung sind stets bei demjenigen P 0 s t a tu t anzubringen, das die Zeitung /״stellt! An die Expedition sind solche Beschwerden ausschliesslich nur bei solchen Exemplaren zu richten, die durch die Expedition direkt unter Streiiband bezogen׳ werden. Die Expedition der JUEDISCHEN RUNDSCHAU. Nationalfond Sammlungen für den N'ationaifond und andere zionistische Zwecke sind lediglich zu s;.!aen an den Schatzmeister des Zentraiburcaus, fferrn Max Wollstcincr. Berlin NW. aj, Holsteiner Ufer 10. Dr. phil. Emil Cohn, Berlin, 5 Dividendenscheine N'r. 2 der Jüdischen Ko!onir«!-Bank. 2,50 Mk. Familie Tauber, Berlin, sagt anlässlich ihrer L’ebersiediung nach Dresden allen Bekannten Lebewohl. 2,— 9 Sammlung Theodor Müller, Carthaus in Westpreussen auf dem;״יך von י 3,70 צדקת תצ'ל Der Stammtisch ,Hütte*, Berlin, Taubenstr. ... II,— ״ Professor B. Dessau (Perugia), Karlsruhe, im Auftrage von Frau Dr. J. Gottein, Karlsruhe, aus einer Sammelbüchse.10,— g Aus Breslau : Von dem Nochnicht-Zionisten H. K. I,—, Jgnaz Fürst, zur Jahrzeit nach seinem seligen Vater 4,—, Salo Wislicki, verlorene Wette 1,—, Frl. Frieda Schüler, doppelt bezahlter Kaffee 0,35 zus. 6,35 Mk. Sammlung Edith Esther Kober in Gräfenberg: Kronen 21,—, auf dem Bärenstein Kr. 4,40, der leider noch nicht zionistische Bruder von Fr!. Lotti Wie n er, Zabrze, Kr. 0,60, von Herrn u. Frau Nothm&nn, Bcuthen, anstelle eines für sie bestimmten Abschiedsgeschenkes Kr. 4,— zusammen Kr. 30,— =3 25,50 ., .....«•••• 31,80 , D . . . . r, Berlin, Wette. 0,50 , Lehrer Bloch, Quatzcnhcim i. Eisass, statt Depesche zur Hochzeit Geismar -Netter.. 0,50 s Cand’. med. R. Asch, München, für führerlose Be- Steigung des Deiagoa-Vajoletturmes ais Alleingcher. 1!— > Nora Cos man, Berlin, zur Hochzeit einer nichtzionistischen Freundin in Breslau. 0,50 , Nora <*> »man, Berlin, zur Hochzeit einer Kusine in Amsterdam. 0,50 , Aus der Büchse des Versammlungslokales der Stettiner Zionistischen Vereinigung itn Restaurant Gold- Schmidt.11»— a Der Mittagstisch bei Oesterreich, Stettin . . . 4,25 , Sammlung bei der Verlobungsfcier von Fräulein Flora Cohn mit Kantor Benno Spie Id och, Weidenburg 2,50 ״ Sammlung bei der Geburtstagsfeier von Fräulein Martha Munter, Schönlanke. 1,— י Durch Fritz Müllerheim und Ludwig Aron, Stolp, gesammelt. 4,— י Adolf Brovz er, Stolp. , Rechtsanwalt Abraha msobn und Frau, Scnsburg, statt Telegramm an M. VV o l f f s o h n , Memel, zur Gcbutt seiner Tochter. 0,50 י Rechtsanwalt Abrahamsohn, Scnsburg .... 5,— , Der H erzlklub in Stettin, bei seiner Gründung. . 3,— , Arnold Wiener, Kattowitz, anlässlich seiner Verlobung mit Fräulein Golda Rosenblüth in Berlin.10,— , Cand. jur. Abraham Löb, Göttingen, Sammlung im Kaffee National nach der wohigelungenen Auerb ach *Versammlung . , . , .. 3,— , I f. t I 1 **■ fl '•׳X ) ■m >«

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.