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Jüdische Rundschau · 1905-08-11 · Heft 32 (11.8.1905) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
X (1905)
Issue
Heft 32 (11.8.1905)
Date
1905-08-11
Page
– (sequence 5)
Language
German
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ו I i I חחח^ו i I ־י / ׳. * וי, i * •J if ß Abonaementsprels (Zusendung inbegriffen) visrieljlhrllel»: 1• durch die E1?»d:tion: a) In Berlin —,90 Markb) nach aus- «Irts 1,— Mark, c) für das Ausland 1,50 Mark. Z. Im Pttttbonnemeat 1,25 Mark. Insertionspreis die Tiergespaltene Peiit-Zeile oder deren Raum 25 Pfennig. Organ der Zionistischen Vereinigung für ־ Adresse für Geldsendungen und Bestellungen: VaritB JQditch• Rundtehau, E. G. tn. b.H» Berlin N. 54. AujurUtr. *di. Oe*chift»»tundea der Expeditl®■» täglich (ausser Sabbat und Sonntag) vor« mittags 10—1, nachmittags 3—7 Uttc, Deutschland Adresse der Redaktion: Berlin N W. 62. IleitacküieiuiraaM 4. Alle Rechte vortjehaiten. Abdruck aus der JÜEDISCHEN RUNDSCHAU nur bei Toner Quellenangabe gestatteu Nummer 32! '1 Berlin, 10. Ab 5665 — 11. August 1905 X. Jahrgang i P, . . t selber zum Richter aui über das, was sie erst dem Ur- Uer Zionismus und die Kresse i teil der öffentlichen; Meinung unterbreiten sollten. In die gute Stadt Basel ist die altgewohnte Rulle wieder eingezogen. Auch die ausdauerndsten Zionisten smd entweder ta die tScrge hinauf oder m die Henna! zu rückgegaiigcn, aber über ein paar Wochen noch — da beginnt das politische Leben von neuem, beginnt auch unsere Arbeit wieder intensiver eir.zusetzen, und dieses Mal so intensiv wie vielleicht noch nie zuvor. Sollen wir doch erw eisen, ob die trüben Prophezeiungen unserer Gegner Recht haben, die uns wieder einmal tot sageirv — diesmal weil wir Uganda ablelinten, so wie vor zwei Jahren, weil wir es anzunehmen schienen — oder ob w i r das Recht hatten, solche einschneidenden Beschlüsse zu lassen, was einzig sagen will, ob wir die Kraft und Energie haben werde!!, sie konsequent, zielbewusst und siegreich durchzunihren. Es ist ein verfängliches Beginnen, sich selber die Geschichte schreiben zu wollen, und es ist noch törichter, 'der Geschichtsschreiber seiner Zeit überhaupt sein zu wollen. Das heisst Chronik und Geschichte verwechseliii Nichtsdestoweniger leben viele unserer Zeitungen geradezu ihr ganzes Dasein von dieser Ver- Wechselung. Und da spielt sich ein ganz merkwürdiger, wirklich des Merkens würdiger Vorgang ab. Wie viele liberale oder sozialistische Zeitungen haben über den Basler Kongress überhaupt irgendwie berichtet; wie viele brachten־ einigermassen objektive Berichte; und wieviele haben schliesslich ein Urteil gefällt, das auch hur von einiger Sachkenntnis zeugte? Die Zahlen, die aui diese Fragen Antwort geben, werden immer kleiner. Wird man nicht lebhaft an Goethes Verse erinnert: ..Das Zeitungs-Geschwister Wie mag sich's gestalten, Als um die Philister Zum Narren׳• zu halten?*‘ Hatte man nicht wirklich, wenn man die Berichte mancher selbst grossen Zeitungen über diesem VII. Kongress las, das Gefühl, eine absolute Umdrehung und A!ü־den־K־op!־Ste!lu!1g aller Tatsachen sei da mit satanischer Bosheit vorgenonnneii worden? Und doch trifft diese Vermutung nur auf einige wenige Fälle zu, in denen gerade ״gute Freunde“ unserer Bewegung glaubten, ihr ׳dieseh ״Dienst“ erweisen zu müssen. Im ganzen Grossen handelt es sich bei allen diesen verdrehten Berichten um falsche Aufiassung der Dinge durch die betreffenden Korrespondenten. Die Blätter, die ihrer ganzen sonstigen politischen Stellung nach offen uJ1d frei bekennen! sollten, was ist, und es 'vermeiden sollten, nur dozieren zu wollen, was sein sollte — denn dieser Pfeil könnte seine Spitze in ihr eigenes Mark bohren — diese selben Blätter, fasst ausnahmslos unsere liberale und sozia Id emokratische Presse, ignorieren eine so eminent demokratische Bewegung, wie es die zionistische ist, einfach und machen sich ihren Lesern gegenüber einer Unterschlagung schuldig, die dadurch nicht gerechtfertigt wird, dass unsere Strafgesetze einstweilen beim geistigen Eigentum nur den Begriff des Diebstahls definieren konnten. Sie halten sieh für bcrufen, Geschichte zu schreiben — und in ihr historisches Gesamtbild passt der Zionismus nun einmal!:licht, was frcjilich weit mehr gegen die prinzipielle Gcstaltung ׳des liberalen oder sozialdemokratischen Weit- Hildes spricht als gegen den Zionismus, der doch faktisch existiert. Aber dabei vergessen sie ihrer Chroniste.npfticht. die in Wahrheit die vornehmste Pflicht der mcdenicn Tagespresse ist und werfen sich Wie oben gesagt: wir wollen nicht selber unsere Geschichte'״ schreiben, aber wir wollen doch sorgen, dass unsere Chronik von deinen richtig aufgezeichnet werde, bei denen der zukünftige Geschichtsschreiber einmal die objektiven Quellen suchen wird, von den Zeitungen Gcgeai die Presse, die uns totschweigeri mochte, werden wir uns zu wehren wissen; es gilt aber vor allem, jetzt ungesäumt Massnahmen zu treffen, dass wir nicht länger gänzlich falsch beurteilt werden von der Presse, die uns gerecht zu werden bestrebt ist. Wir haben bisher allzusehr nicht nur unsere eigene Presse vernachlässigt, sondern habefn es auch verabsäumt, die nichtjüdische Presse über unsere Bewegung genügend zu informieren. Früher hat diese Presse uns überhaupt wenig beachtet; nun der Zionismus aber der Gegenstand vielfacher Erörterungen! geworden ist — teilweise dank jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft! — nun wird einwichtiger Zweig unserer Propaganda darauf gerichtet sein müssen, dass unsere Bewegung auch rielmg und gerecht in der Presse gewürdigt werde. Bei der eminenten Bedeutung־ I ü I

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