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Jüdische Rundschau · 1905-08-04 · Heft 31 (4.8.1905) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
X (1905)
Issue
Heft 31 (4.8.1905)
Date
1905-08-04
Page
– (sequence 5)
Language
German
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r;״v '.r/J f)0 p ,yo.^r־Ar>, 1 \ ץ ,•׳ ץ n~ Hv.t1 xjiiju fj\jüu'Kj Jms Abonnementsprtis (Zusendung Inbegriffen) vltrtiljikrilch: 1. durch dis Eipsdltlta: t) ln Berlin —,90 Mark, b) nach aus- Wirts 1,— Mark, c) für das Ausland 1,50 Mark. t, la PotUbannemeat 1,25 Mark. Insertionspreis 41• viergespaltene Petit-Zeile oder deren Raum 25 Pfennig.! 2^ Organ der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Adresse für Geldsendungen und Bestellungen: tfartas JCdlseho Ruadaehau, E. Q.m.b.H« Bartin N.64, Aafuttstr. 48a. Oft»chi(u«tnod«n der Expedittost täglich (ausser Sabbat und Sonntag) tot■ mittags 10—1, nachmittags 3—7 Ute, Adr#««# der Redaktion: Bsrtla N W. C2, HslaBaktlisactms• 4 Ane Rechte Vorbehalten. Abdruck aus der JUED1SCHEN RUNDSCHAU nur bei voller Quellenangabe gestattet Nummer 31 Berlin, 3. Ab 5665;— 4. August 1905 X. Jahrgang Vor dem VII. Kongress ׳!! Der VII. Kongress unterschied sich von alle־,! frü-! liercn in einem wichtigen Punkte. Sonst wussten wir j nie, was der kommende Kongress als Hauptproblem \ zu heliandelu haben' würde, die uhersehöpfliclien Konij binationen Hcrzk boten stets etwas Ungealmtes. das ן alle Berechnungen und Vorbereitungen über den Hauten j warf. Diesmal wussten wir es ganz genau. Der I VII. Kongress ist der Kongress des Pa* 1 ä s t i 11 a - P r i n z i p s. Pr sollte entscheiden über die La nd f rag c im Zionismus. Alles Uebrige trat vor dieser grossen Frage zurück; auch die Ostairikafragc, faktisch schon erledigt, war mir ein Teil dieses Problems. Un'd trotz dieser einfachen Sachlage, auf die sich jeder vorher ein richten konnte, sind wir nie vorher so zagend zum Kongress gefall reu wie dieses Mal. Der erste Kongress ohne Herz!! Was soll das werden? Werden wir zersplittern in- Parteien und Fraktionellen, die sich zerfleischen? Werden wir eine Drücke zum gegenseitigen Verständnis finden? Wird jetzt, wo die überragende Autorität des anerkannten Führers fehlt, Streberci und persönlicher Zwist eine ireic Bahn erhalten? Werden• wir die Freudigkeit grosszügiger Arbeitet! wicderiindeit? Die Stimmung ist — ich kann es nur s o nennen — ängstlich. Man scheut sich, an den Kongress zu denken. Jeder vermeidet es, von ilun zu sprechen, und wenn cs doch geschieht, klingt die schwere Sorge aus jedem Wort. Heimlich kommt manchem der traurigste Oedanke: Vielleicht ist es der letzte Zion,.sten- Kongress. So kommen/ wir hach Basel, und was w ir hier finden, ermutigt nicht. Im Kongresshaus flutet cs schon tagelang auf und nieder, aber ,das Aussehen der Masse ist etwas anders als sonst. Es w irkt beklemmend, dass jene charakteristischen Gesichter der fanatischen jugendlichen Stürmer einem häufiger begegnen, als man es gewohnt ist. Ihnen gegenüber fühlt man, dass eine Welt zwischen Mensch und Mensch liegt. Wie soll man zu ihrem Herzen sprechen? An diesen Stirnen prallt alles ab, was nicht im gewohnten Gedankeinkreise liegt. Das Chaos, das man für den Kongress erwartet, scheint in der Tat gekommen zu sein. Es umschwirren uns so viele Namen von Parteien und Gruppe;:!, dass uns weit ums Herz wird. Die Tage vor dem Kongress dier.en der Zusamnicnordnung der Gruppen. Die wichtigste ist die der ״Zione־Zi״n“, d. 11. der Zionsc-Zionisten.. ln Freiburg i. B. traten sic zusammen, alle, die eine Aeiiderung des Baseler Programms nicht ׳k;|de'n wollen, und die jede kolonisatorische Betätigung des Zionismus in einem anderen Territorium als in Palästina und seinen Nachbarländern verwarfen. Mit iertigern Programm •and straffer Taktik für den Kongress sind sic Ri Basel erschienen. Das•» sie eine madnvolle Richtung vertreten, ist sicher, wie stark sie sind, soll erst der Kongress zeigen. Ihr energischer Vorstoss ruft jedenfalls auch alle Kräne der Gegner auf den Plan. Wo sind sic, jene gefürchteten Territorialisten. die Palästina aus dem Programm streichen wollen, gegen die wir seit 2 Jahren entschlossen gearbeitet haben? Noch schwärmen sie in kleinen Konventikeln durcheinander. Die einen, die sozialistischen Zionisten, haben eine törichte Strassendemonstration veranstaltet, welche die wohlwollenden Baseler Behörden zu einer ernsten Warnung an die Kotigresslcitung veranlasst hat. Jene jungen Fanatiker, die uns besorgt machen, gehören zum grossen Teil zu dieser Gruppe, aber wie stark sie sind, lässt sich noch laicht erkennen. Ein grosser Teil von ihnen sind nachweislich ..Bundisten“ (russiseh-jiid. Sozialdemokraten), die mit bewusster Gegnerschaft gegen den Zionismus zum Kongress kommen. Eine Anzahl von andern Namen laufen herum, die weitere Parteien bezeichnen. Da ist eine Gruppe, die Palästina beibehalten will. Aber sie will, dass das Ugaftdaprojekt nicht fallen gelassen wird, und dass ganz allgemein, auch wenn das nicht augeht, territoriale Projekte vor den. Kongress gebracht werden. Es heisst, sie nennt sich die ״politische“ Gruppe. Früher nannte man sie Ugandistda oder bedingte Terrkorialisten. Daneben schwirren noch andere, schon vertraute Begriffe: ״Poalc Zion“, ״Misrachi“, ״Kulturziairmtis“ und wer weiss, was noch alle?! Es herrscht Chaos. Wie soll man mit euch reden, ihr Maurer von Babel! ln dem verwirrenden öebrause hört ieder nur seine eigene Stimme. .» ' * Und doch! Es beginnt das Chaos sich zu ordnen. Eine Nacht vergeht, ur׳d vieles, was gestern gesagt

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