Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- X (1905)
- Issue
- Heft 30 (28.7.1905)
- Date
- 1905-07-28
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Abonnementspreis (Zusendung Inbegriffen) vferitHikrtlch: 1. durch die Expedition: a) In Berlin —,90 Mark, b) nach auswlrts I,- Mark, c) für das Ausland 1JO Mark. 2. 10 PotUbonnemcnt 1,25 Mark. Insertionspreis die *!«gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum 25 Plennig. 2§s Organ der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Adresse für Gcldsendangea and Bestellungen: Vartag JMitctt« Rundschau, E. O. m. b.hL, Berlin N.64, Auguststr. 49a. GetchSfUstuadca dar Expedition t tSglich (ausserSabbat und Sonntag) vormittags 10—1, nachmittags 3—7 Uhr• Adresse der Redaktion: Bsrila NW. Uelaachthonstms« 4» Alle Rechte rorbehalten. Abdruck aus der JUEDISCHEN RUNDSCHAU nur bei voller Quellenangabe gestattet. Nummer 30 Berlin, 25. Tammüz 5665 — 28. Juli 1905 mmmmtmmmmmmmmmmmmmrnmmmmm X. Jahrgang Vor dem Kongress Ein schweres Regenwetter hüllt das ganze Westgebiet ein, durch das die Volksboten der Jüdischen Nation nach Basel eilen, um in ernster Arbeit über das Wohl und Wehe des Volkes zu beraten. Nicht minder trübe ist der politische Himmel und nicht minder die Stimmung der Kongressbesuclier. Es ist stets dieselbe Strasse, die unsere Delegierten einschlagen. Von Berlin über Cassel und Giessen nach Frankfurt am Main. Dort merkt man während zweier voller Wochen deutlich, dass es Kongresszeit ist. Auf den Bahnhöfen begrüsst man sich und in den Wagenabteilcn debattiert man. Sollten alle in den Waggons gehaltenen Reden auch auf dem Kongress gehalten werden, sechs Monate würden nicht hfnreichen. Darum ist es gut, dass es beim Kongress Vorkonferenzen gibt, bei denen alle die gründlich zu Worte kommen, deren Schweigen auf dem Kongress damit nicht zu teuer erkauft wird. Die Vorkonferenzen und Fraktionssitzungen haben also auch diesen sehr lobenswerten Zweck. Sonst wird in diesen Konferenzen alles das verhandelt, was nachher auf dem Kongress darum schärfer und härter, aber auch klarer und entschiedener zum Ausdruck kommt. Und doch liegt hier auch ein Teil dessen, woran wir leiden. Die beklagenswerte Gewohnheit, in der Partei zu politisieren, innerhalb des Zionismus Diplomatie zu treiben, kommt hierbei zürn Ausdruck. Wir sind gewiss in erster Linie eine politische Partei, aber die Partei- Politik soll sich wie bei Herz! nach aussen richten, nicht nach innen. ״Bitte, hier tagt Misrachi, kein anderer hat Zutritt,“ heisst es an der einen Tür, an der anderen: ״HierZione — Zion, Sie waren kein Neinsager, hier werden Sie nicht eingelassen“. Am schroffsten separieren sich und werden separiert die Landsucher, von denen die verschiedensten Abstufungen hinüberfuhren bis zu den Anhängern Ussischkiner Schroffheit. Die Landsmannschaften sind durch diese Fraktionen und Gruppen durchbrochen, und nur wenige Landsmannschäften bleiben, wie die Deutsche, eine Geschlossenheit, eben weil sie von je etwas von einer Fraktion, von einer besonderen Färburg an sich hatten. Und doch wie sich der Himmel aufklärt, je weiter man sich der alten Baselstadt nähert, so wird die Stimmung einheitlicher, je näher der Kongress herannaht. Mit unendlieber Spannung harrt man der Eröffnung des Kongresses entgegen, aber je näher die Stunde kommt, wo uns Nordau seine grosse Gedenkrede auf unseren grossen Toten halten wird, um so mehr tritt die einheitliche Grundstimmung des Zionismus in den Vordergrund. Das Wetter hellt sich bereits auf! Einige lichte, blaue Flecke zeigt bereits der Himmel über Basel. Möge auch über dem Schluss de. Kongresses eine sonnigere Stimmung liegen, als über den Vorkonferenzen und den Vorbereitungen. Möge der Kongress dem Zionismus nützen und dem Jüdischen Volke! Heinrich Sachse. Mitteilungen des Zentralbureaus der Zionistischen Vereinigung für Deutschland. 1. Während des Kongresses erscheint täglich die Baseler Korrespondenz. Dieselbe geht auch an fast alle Vertrauensmänner der Zionistischen Vereinigung für Deutschland. In Berlin wird sie auch im Kaffee Monopol aushängen. , 2. Moses Hess: Jüdische Schriften mit einer eingehenden Biographie des Verfassers von Dr. Theodor ZI o c i s t i ist erschienen. Der Verlag Jüdische Rundschau, Berlin N. 54, Auguststr. 49a giebt das Werk, das im Buchhandel 3,50 Mark kostet, bei Abnahme von mindestens 5 Exemplaren zum Preise von 2,50 MarK ab. Der VII. Kongress Zur Tagesordnung des Kongresses wird nachträglich mitgeteilt, dass Dr. M. J. B o d e n h e i m e r ־ Köln ein Referat über Politik und 0 r g a 11 i s a t i o n s p r o b I e m e der Zionisten Bewegung halten wird. ♦ 1 Dem Sekretariate des Kongressbureaus wurden weiter toigende Resultate gemeldet. Gewählt wurden: Lodz: Ersatzmann Dr. Hantke, Berlin. Zawicrze: Delegierter Dr. A. Hantke. Berlin: Ersatzmann Dr. Emil Simonsohn, Berlin. Risclion-Ie-Zion: Delegierter Dr. J a s s 1 n 0 w s k y, Warschau. T s c 11 e r n i g o w: Dele- giertcr Rosenthal. Sokolke: Delegierter Rabbiner Isaak Jakob Reines. Linda; Ersatzmann Dr. Nachum Slouschz.