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Jüdische Rundschau · 1905-07-21 · Heft 29 (21.7.1905) · page 18

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
X (1905)
Issue
Heft 29 (21.7.1905)
Date
1905-07-21
Page
– (sequence 18)
Language
German
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No. 29 Seite 358 JÜDISCHE RUNDSCHAU der Kolonisten gestärkt werde, sich nach und nach vervollkommnen und zum Segen beider ehrlichen Kontrahenten gereichen. Wer den Türken und die Türkei kennt, weiss nur zu gut dass cs schwer und sehr langsam geht v1״. ihnen eine bindende Zusage zu erlangen, dass aber die Heil ekeit des gegebenen Wortes und geschlossenen Vertrages dort beinahe höher steht als bei a״.len anderen, mit ihrer Kultur paradierenden Völkern. Hier also ist der Hebel anzusetzen und cs muss unsere Haupttätigkeit darauf gerichtet sein, mit einen! solchen Fmjekt »m Jiidiz durchzudringen. Die politische Tätigkeit bei den anderen Mächten müsste sich darauf beschränken, ihr Wohlwollen in dem Sinne zu erlangen, dass sie n'cht hinderlich im Gegenteile, nach Möglichkeit förderlich werden, weil daraus auch für tsic durch Entlastung mancher mit Juden überfüllten Landteile politisch ein Nutzen herausschaut, den sie zu würdigen wissen werde!•.״ Kleine Mitteilungen Basel, 19. Juli. Das Personal der Baseler Strassenbahn hat gestern Abend in einer von etwa 400 Mann besuchten Versammlung fast einstimmig beschlossen, sofort in den Ausstand zu treten, und hat denselben heute früh begönnen. — Im Interesse der Kongressbesucher und der Finanzen der Baseler Strasscnbahn wollen wir hoffen, dass cs gelingt, den Streik noch vor dem Kongresse bcizulegcn. In Ausführung des Testaments des Barons Alphonse Roth• Schild wurde von den Erben des Barons mit drei Millionen eine wohltätige Stiftung begründet, welche den Namen Alphonse Rothschild-Stiftung führen und Bedürftigen ohne Unterschied der Religion zu statten kommen soll. Übrigens gelangen, wie aus Paris berichtet wird, grosse Betrüge an verschiedene gcmeinnützige Anstalten zur Verteilung: 200 000 Francs an die Acadöntie des Beaux Arts. 250 000 Francs an das jüdische Hospital in der Ruc Pipus. 100000 Francs zur Bestellung von Mitgiften fü£ Töchter von Nordbahnbediensteten, 200 OOo Francs an den jüdischen Wohltätigkeitsverein. Gross-Möhlin gen. 19. Juni. Die hiesige Synagoge, die gerade 100 Jahre gestanden hat. aber seit etwa 20 Jahren zu gottesdienstlichen Zwecken nicht mehr benutzt wurde, wird letzt abgebrochen. Eine der wenigen kleinen Gemeinden. die sich überhaupt im Nordthüringgau befinden, verschwindet damit, dem Zuge der Zeit und dem Zwange folgend, der die Juden unwiderstehlich aus den kleinen Landgemeinden In die grossen Städte treibt. Die zweite Pückterversammlung ln Berlin wurde polizeilich aufgelöst. Der Vorsitzende, Gastwirt Sommer, teilte bei Eröffnung der Versammlung' mit, dass die Einladungen zu der Ver- Sammlung, auf denen die letzte Rede des Grafen Piicklcr abgedruckt war, am Abend vorher konfisziert worden seien. Graf Pückler sprach im Anfang seiner Rede ziemlich gemässigt. Er wolle heute sein politisches Glaubensbekenntnis ablegen: Er sei ״antisemitischer Sozialist“, aber kein Sozial, demokrat; mit ihm könnten alle Parteien gehen. Seinen ״roten Brüdern“ gab .der Graf dann VerhaUungsmassrcgcln für den Kampf gegen die Juden. Als der Graf dann die Berliner aufforderte, Sturmkolonnen zu bilden und noch in dieser Nacht die Juden aus den Caids und Restaurants herauszuprügeln, erklärte der überwachende Polizeihauptmann die Versammlung' iür auf ge l öst. =— Lustige Ecke Marseiller Aufschneiderei Uber Marseiller Aufschneiderei erzählt Harduin, der Redakteur des Pariser MATIN: ״Das Schifflein flog, von frischer Brise getrieben, flott über die Wellen, als ein Stoss von unten es geradezu in die Höhe hob. Der Kapitän beugte sich über die Brüstung und sah einen enormen Walfisch. Da er von Marseille war und Marius itiess, lässt sxli denken, dass er keinen Augenblick erschreckt war. ,.Komm und sieh',‘‘ sagte er zum Steuermann, ״das Tier hat Hunger. Wirf ihm einen Korb. Madarinen zu; vielleicht lässt's 11ns dann in Ruhe. Der Steuermann gehorchte und der Walfisch verschlang den Fruchtkorb, griff aber das Schiff von neuem an. Der Steuermann warf ihm eine Bank zu, die auf Deck stand; das Tier verschlang die Bank; dann aber warf er beinahe das Schiff um! Die..Situation ward kritisch; grosse Entschiisse taten not. iMarius packte einen Chinesen, der sich unter den Passagieren befand und schleuderte ihn direkt in den geöffneten Rachen. Die Bestie blieb unersättlich. ״Welcher Appetit, mein Gott!" rief Marius, halb ln Verzweiflung. Da bemerkte er einen alten Juden, der übers Geländer blickte; er bückte sich, packte ihn an den Beinen, hob ihn und warf ihn im Bogen über Deck. ״Wenn dieser Fisch dann noch Hunger hat,“ meinte er, ״dann ist's aus.“ Leider hatte er noch Hunger. Da Marius ihm genug Zugeständnisse gemacht zu haben glaubte, hielt er cs für angebracht, zu den Mitteln der Gewalt zu schreiten. Der Walfisch wird• harpuniert, an Deck gezogen und geöffnet. Und wollet! Sie wissen was man da sah? Der alte Jude sass auf der Bank und verkaufte dem Chinesen gerade die Mandarinen.“ —!!!! — - Nationalfond —. Sammlungen für den Nationalfond und andere zionistische Zwecke sind lediglich zu senden an den Schatzmeister des Zentraibureaus, Herrn Max WotUtciner. Berlin NW. aj, — .■--־ - •==. .Holsteiner Ufer 10. =====: SelmaLewy, Berlin, Passiergeld gesammelt auf dem Dampfer beim Bar-Kochba-Ausflug. Familie Schindler, Breslau, statt Telegramm zur Hochzeit Moses-Hecker. Walter Steinitz, Breslau, statt Glückwunschdepesche zur Hochzeit Frieda Moses -Max Hecker Julius Rabbinowitz, Breslau, gratuliert zur Hoch• zeit Frieda Moses -Max Hecker hcrzlichst . Seltnnr B u e t o w, Berlin, verlorene Wette an Bruno I) o b r z y n s k i. Derselbe, von Jwan W i 11 k 0 w s k y für den Kaffee in Ziegenhals (im Bar-Kochba). Derselbe, Sammlung bei verschiedenen Bar• Kochba'nern. Stammtisch Hütte, Berlin, Taubcnstra*se und ein Herr aus Consta־ z. Die Bundesschwestern des ,V. J St.*, Berlin, gratulieren dem Dipl.-Jngcnicur Max Hecker zur Hochzeit . א. N., Kattowitz. Jwan Salonon, Berlin ,wünscht Rabbiner Gradenwitz zu seiner Wahl in Tarnowilz viel Glück . . Hugo B 1 u m , Berlin, aus'derselben Veranlassung . . Adolf Blum, Berlin, desgleichen. LcipzigcrZion istischeLesehalle, Nationalfond-Büchsc. G. B. St, Leipzig, für geliehenen Fächer. Aronsohn-Birara'schc Hochzeit, Berlin . Frankfurter M. D. C. Dr. Hoppe, Königsberg, gratuliert Frl. M o s e ö zu ihrer Hochzeit... Dr. Jacoby, Königsberg, ans derselben Veranlassung Otto Cohn, Königsberg, desgleichen. Else Witt ko wer, Berlin, gratuliert Frau Lina Wagner-Ta über nachträglich zum Geburtstage M. Schapiro u. Frau, D•ssau, gratulieren nach• trag!ich zum Geburtstage der kleinen Ruth W o 11 - Steiner, Berlin. Die in Berlin anwesenden Münchener grüssen ihren I. M ü o c b e o e r V. J. St. . . . Geschwister Majerowitsch, Berlin, gratulieren Dr Emil Simonsobn, Schöneberg, berzlichst zur Verlobung. Grete u. Hete Amolski, Berlin, gratulieren Arthur Pelz, Königsberg, zum grossen *בבח. Sammlung Prusinin, Berlin. N. N., Berlin, dankt Solowei für das Lesen einer Korrektur. Jüdisch-Nationale Frauen-Vereinigung, Berlin, Sammlung a jf dem Kinderausflug. J. H. Wagner u. Frau, Berlin, Gruss und Dank an die M e s s i n g w e r k e r. Dieselben, Grüssc an M. & Fl. G., Hamburg . . Dieselben, gratulieren Siegfried Wiener, und Frau, Kattowitz, zum Erstgeborenen. Aus Königsberg: Hellcrstein, Alban, Schlossberg, Sis»le, Ä. Pomcrar.z, G ibermann, N’iemenoft, D. Rosenberg, Satzmann, Smoliczansky, Jsai Pomeranz, J. Kowncr gratulieren 1,32 Mk. 0,50 מ 0,50 9 1,50 * 1 _ 9 ,־;0,4 9 0,50 9 10,- 9 1,20 «1 1,20 9 0,50 9 0,50 9 0,50 9 5,40 9 0,90 9 10,— מ 1,50 9 0,50 0,50 9 0,50 9 0,;0 9 1 - 9 4,— 9 3,- 9 0 50 9 10,- 9 ־־.1 9 2,55 9 1,- 9 1,— 9 0,50 9 Z i m e Is , Danzig. Liebermann, Königsberg, gratuliert Holland- 6,80 . Schul zu seiner Vermählung. Aus Casscler Nationalfond-Büchsen: 2,- , Simon Strauss 19,38 Mk. Clara Sichel . . 1,— » Oppenheim . . 11,— , A m s t e r . . . . ״ 0,70 Hotel Meier . . 4,84 . Joseph Klein . . 6,— , Adolf Sichel . . 3,— ״ zusammen 60,92 Mk. •V וי

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