Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- X (1905)
- Issue
- Heft 28 (14.7.1905)
- Date
- 1905-07-14
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE RUNDSCHAU No. 28 Seite 342 seiner ״bildlichen“ Freisprechung, in einer Berliner Volksvcr- Sammlung ein ״Hoch auf das liebe.brave Landgericht Glogau“ ausbringen sollte. Pückler am Ende Eine Pflckler-Versammlung, die zu B e r l in in Kellers Festsäien in der Koppenstrasse abgchalten wurde, war sehr schwach besucht Die Versammlung konnte daher erst gegen yV* Uhr eröfinet werden. Oraf Pückler sprach etwa eine halbe Stunde lang.: Er beschäftigte sich in seinem Vortrage mit den Vorgängen in Russland und machte dafür einzig und allem die Juden verantwortlich. Hier eine kleine Blutenlese aus den ״geistreichen" Ausführungen des Dreschgrafen. ״Bei der Judenverfolgung in Lodz wurden 3-17 Juden glattweg totgeschossen. Für den Anfang eine ganz respektable Strecke . . Die russischen Kosaken send die ״beste Kavallerie der Welt". Auf ihren kleinen, ieurigen und schnellen Pierden ritten die Kosaken durch die Stadt und schossen immer feste in die Judenfenster. Was gibt es herrlicheres, als solche Judenjagd auf flüchtigen Pferden? Wenn ich nicht Graf wäre, möchte ich Schwadronschef bei den Kokasen sein. 20 000 Juden haben Lodz verlassen. Wer sind die Erben? Niemand anders, als die Kosaken. Sic sind jetzt wohlhabend, haben goldene Uhren ,und Ketten; sie haben Geld in der Tasche, sowie goldene Broschen und weisse Kleider für ihren Schatz. Ihr rote ת Kerle von Berlin, werdet ebenso schneidig wie die Kosaken. ״Auf, Ihr Bürger von Berlin, ihr roten Brüder“ -— so animierte der Graf sein Publikum, — ״Ihr Klamottenbrüder. Penn- und Radaubrüder, Einbrecher und Spitzbuben, auf zur frischen T a t!“ Aber, so iiigte der Dreschgraf hinzu, da eine Auflösung hierauf nicht erfolgte, schnell müsse es gehen, denn niemand könne von ihm. dem Grafen Pückler, verlangen, dass er sein Leben lang Volksreden halte. Sechs Jahre stehe er in der Öffentlichkeit, dreimal sei er verhaftet und achtzeimnial angekiagt worden. Zweimal habe er in! Gefängnis gesessen״ einmal auf Festung, einmal itn Icrcnhause (Heiterkeit). Ausserdem habe er *10 verantwortUchc ,Vernehmungen gehabt Jetzt stciie er am Ende seiner Kraft.“ Danach scheint den Grafen der schwache Besuch der , Versammlung sehr entmutigt zu haben. Die Polizei schien damit gerechnet zu haben, dass die Versammlung der Auflösung_ verfallen würde, denn sie hatte 70 Schutzleute zu Fuss und 15 zu Pierd vor dem Lokal und im Hofe postiert. Der überwachende Poiizeileutnant löste aber bei den ״Kraftsteifen“ der Rede, wie bereits aus dem Bericht ersichtlich, die Ver- Sammlung nicht auf, sondern hörte lächelnd zu. Persönliches Professor Israel Fried 1 ander, New-York, der den tmeisten Lesern wohl bekannte Herausgeber und Übersetzer von Achad Ha'ams ״Am Scheidewege", zeigt soeben se ne Verlobung' an mit Miss L i I i a n R u t h B e n t w׳ i c h, der Tochter unseres Londoner Gesinnungsgenossen Herbert Bentwich. Kleine Mitteilungen Der Hilfsvereia deutscher Juden hielt unter dem Vorsitz ■des Herrn James Simon eine Ausschusssitzung ab. Die Haupttätigkeit galt, den Berichten zufolge, den russischen ״ Juden, für deren Unterstützung im ersten Halbjahr 1905 nicht weniger als 210 000.Mark verausgabt wurden. Zu gunsten der Opfer der letzten Judenverfolgungen in Russland soll eine gemeinsame Aktion aller grossen jüdischen Organisaoonen. unter Leitung des Hilisvercins und der Grossloge für Deutschland U. O. B• B. 4n die Wcrc geleitet werden. , Der Verband der deutschen Juden hält am 30. Oktober ■seine erste Hauptversammlung in Berlin ab. Professor Dr. Mart1." PhiHppson hat sein Amt als Vorsitzender, sowie als Mitglied des geschäftsführendcn Ausschusses des Verbandes n J e d e r g e I e g t. Am 27. Juni starb in Homburg v. d. H. der bekannte volkswirtscbaitler und Parlamentarier Dr. Max Hirsch, der Begründer der nach ihm mitbenannten Hirsch-Dunckcrsehen Gew erk vereine. j)er Newyorker , Jüdschc Frauenbund“, dessen Vorsitzende -Miss _Sadie American ist. erhielt von einem anonymen Geber -10«)0 Dollars zur Begründung eines Heims für alleinstehende, -n Not benndliche junge Mädchen. Dem Hause sind bereits weitere Stiftungen von Mrs. Maud Nathan und änderest zugegangen. Das Heim wird auf Ellis Island errichtet werden und 31.^”* ־^®,tslosen Mädchen und Frauen solange aufnehmen. Hs sie Arbeit und anderweite Unterkunft gefunden haben. —־ Eine andere Stiftung ist das Klara de Hirsch-Heim für Arbeiterinnen, wo die Mädchen gewerbrehe und kaufmännische Ausbildung finden. Antisemitische Bade-, Kur- und Erholungsorte Augustusbad bei Radelbcrg. Bansn. Hotel Acgir (Kecker & Naumann). Konkordia (Naumann). Fatuilien-Pcnsion Strandhaus (Kecker) nebst zugehörigen Villen, Pensionen und Gartenhaus. Binz. Villa ״Glückspilz“. Villa ״Owisisanna“. Villa ״Seeblick“. Potcnbergs Hotel. Villa ״Somienschcin“. Bozen. ״Zur weissen Rosen“. ״Zum Rcussen“. Brauntage (Braunschwcig). Borkum. . . ״ , . . St. Blasien (bad. Schwarzwald). Pension ״Kehre wieder . Cabarz in Thiiringen. Chiemsee. Die Fraucuinsci. Cuxhaven. Nordsee-Hotel. Einöd. Luft- und Wasserkurort bei Pricsach in Obcrstcicrmark. Ebbs und Erl am lim. Fürstenblick bei Tambach in Thüringen. Gaisenstein. Garm'sch. Gasthof zum Lamm. Gehlberger Mühle bei Oberho! in Thüringen. Graal bei Ribnitz. Hahnenklee. Pension Bergfriede. Heil gcnhafeii. Itcrzberg am Harz. Innsbruck. Die Gasthöfe ״zum weissen Kreuz" und ״zum roten Adler". St. Johann bei Heiden in Appenzell. Juist. Karlsbad. Hotel Morgenstern. Hotel National. Hotel de Russic. Residenz-Hotel. Haus Griüparzer. Alte Wiese. Haus Römischer Feldherr, Neue Wiese. Haus Oelz־we;g, Marienbaderstrasse. Haus Ita!׳a, Schtossberg. _ •Haus Florenz. Schlossberg. Haus Stadt Warschau,!{aiserstr. Hans Malta, Kaiserstr. 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