Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- X (1905)
- Issue
- Heft 28 (14.7.1905)
- Date
- 1905-07-14
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Seite 338 JÜDISCHE RUNDSCHAU No. 28. English Zionist Federation I (CommuniQnk) 1 London, 16. Juni. Am Montag fand it! Inns of Court Hotel eine Versammlung der English Zionist Federation statt die von Delegierten aus London und aus der Provinz zahlreich besucht war. Präsident Sir Francis Montefiore entschuldigte sein Fernbleiben in einem Schreiben, in welchem er ausführte, dass er gleicherweise den Beschlössen des grossen A.-K. als auch der Haltung der englischen zionistischen Federation zustimme. Der den Vorsitz führende Vizepräsident J. Co wen sprach sein Bedauern darüber aus. dass einige zionistische Körperschaften nicht gleich der English Zionist Federation dem Ostafrikaprojekte gegenüber Neutralität bewahrten. Die Harmonie in den zionistischen Reihen könne nur bewahrt werden durch völlige Unterordnung aller Differenzen über Detailfragen unter das Baseler Programm, wie denn auch betont werden müsse, dass die Differenzen nur entstanden wegen verschiedener Meinungen über die beste Methode und «licht etwa wegen des Prinzipcs selbst. Redner hofft, dass die Versammlung das Ende bedeuten werde der vorübergehenden Missstimmung, die meist von Jenen verursacht wurde, die nichts weniger als die besten Freunde der Bewegung seien. Der Kassier Walter Nathan verlas einen Bericht über die Finanzen der Federation, der nach kurzer Diskussion einheilig zur Kenntnis genommen wurde. Der Ehrensekretär der Federation L. J. Green berg lenkte die Aufmerksamkeit cer Versammlung auf die Behauptungen, die Dr. Gaster in bezug auf seine, des Redners, das Ostafrikaprojekt betreffenden Vcr- Handlungen aufgestellt Da aber Dr. Gaster trotz des Redners wiederholter Aufforderung in der Presse seine Bebauptungen weder erwies noch zurückzog, scheine es Redner am tunlichsten, die Angelegenheit der Beurteilung der Delegierten vorzulegcn. Nach einer hierauf eingetretenen Pause verstand sielt Dr. Gaster dazu, seine Dr. Grcc.tberg betreffenden Behauptungen zurückzuziehen, indem er zugab. nicht richtig informiert gcwesen zu sein. Auf Antrag des Herrn Lennox Locve wurde hierauf einhellig eine Resolution angenommen, laut welcher die Ver- Sammlung sich ebensowohl mit dem Berichte des Herrn G r e en bc r g'als mit der Antwort des Herrn D r. Gaster zufrieden gibt und Herrn Greenbcrg ihr Vertrauen ausdrückt, «namentlich in bezug auf seine das Ostafrikaprojekt betreffenden Unterhandlungen. Herr Qrccnberg dankt für das ihm erteilte Vertrauens- Votum und hofft, dass die ledige Affäre hiermit beendet sei. Es scheint ihm aber Immerhin tunlich, einen an ihn gerichteten Brief Dr. Herzls vom Juli 1903 zu verlesen. In diesem Schreiben drückte der verstorbene Führer seine Zufriedenheit mit dem Angebot der englischen Regierung aus und bat Grccbcrg, sein bestes zu tun. um die Angelegenheit bis zum nächsten Kongress in eine definitive Form zu bringen. Nach Verlesung eines sein Fernbleiben entschuldigender. Schreibens van Israel ZangxviH verlas Sekretär Greenbcrg längere Auszüge aus dem Berichte der Ostafrikakommisston. Nach Absolvierung einiger Formalitäten und einer kurzen Diskussion wurde die folgende Resolution angenommen: ״Die Versammlung von der English Zionist Federation augehörenden Vereinen billigt die vom grossen Aktionskomitee ln bezug auf das Ostafrikaprojekt unterbreiteten Vorschläge. Die Versammlung bestätigt aufs neue die unausgesetzte und unwandelbare Anhänglichkeit der Zionisten an ihr einziges terri* torialcs Ziel — an die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte fiir das jüdische Volk in Palästina — und verwirft irgend eine Aeitdenmg des Baseler Programmes oder die Ersetzung Palästinas durch irgend ein anderes Territorium als Heimat für das jüdische Volk.“ Den Vereinen wird hierauf empfohlen, in das Aktionskomitce nach dem Kongresse die folgenden Herren zu wählen: Sir Francis Montefiore. Dr. Gaster. Dreyfus und Fuchs, den Ratsherrn Moser, de Herren Cowcn. Greenbcrg. Nathan und Zangwill. '׳ Weiters w׳urdc den Vereinen empfohlen, in Jede Körper- Schaft besondere Delegierte zu entsenden, anstatt eine Personlichkeit mit mehreren Mandaten zu betrauen. Dr. Qaster dankt hierauf Herrn Co wen namens der Versammlung für seine mustergültige Leitung der Verhandlungen und spricht die Hoffnung aus. dass mit dem nächsten Kongresse wieder volle Einigkeit in die Reihen der Zionisten einziehen werde. In seinem Schlussworte betonte Herr Cow e n. der beste Dank wäre die Verwirklichung der gefassten Beschlüsse. worauf nach Verlesung einiger inzwischen eiugctroffcncn Zu- Schriften die Versammlung geschlossen wurde. Am 19. d. M. fand unter dem Vorsitze des Herrn W. Miller eine Konferenz der Exekutive der Federation statt. Es wurde beschlossen, fiir die Reise zum Kongress eine gemeinschaftliche Fahrt zu organisieren, und zwar so. dass man am Dienstag, den 25. Juli, des Nachts von London über Ostende und Brüssel abrcisc, um am Donnerstag nachmittags in Basel! einzutreffen. Das Retourbillct solle 25 Tage Giltigkeitsdaucr haben. Vereine, die wünschen, dass ihre Delegierten der Begünstigungen teilhaftig werden, mögen den Betrag von 3 Pfd. St. 3 sh 6 d. Nichtdelcgierte den Betrag von 3 Pid. St. 8 esh 6 d cinsenden. Die nächste Konferenz findet am 4. Juli statt. —I Aus der Bevveguijg p— Freiburg I. B. Die deutschen Kongrcssdclcglerten palästlnischer Richtung werden zu einer Konferenz der Zionfi-Ziön eingeladen, die vom Freitag, dem 21. bis Sonntag, dem 23. Juli zu Freiburg im Breisgau stattiinden soll. Freiburg liegt in unmittelbarer Nähe von Basel und ist einer der Durchgangsorte von Norddcutschlaud dorthin. Unser Gesinnungsfreund D r. Kaufmann, prakt. Arzt in F r e t b u r g i. B. erteilt auf Wunsch gern nähere Auskunft. Namens des Zentralbureaus der ZionC-Ziön. L. J a f f e. Prag. Zwecks Gründung einer Vereinigung ״Alter Herren“ werden alle ehemaligen Mitglieder der Vereine Makkabäa und Verein Jüdischer Hochschulen Bar-Kochba in Prag ersucht, ihre gegenwärtige Adresse dem Unterfertigten mitteilen zu wollen. Im Aufträge des Vereins Bar-Kochba in Prag: Jur. Kami. Arthur Bergmann, Prag, Liliengasse 1069. Rischon le Zion. In unserer Kolonie fand eine Versammlung der politischen Zionisten statt, in welcher folgende Relutionen mit Einhelligkeit angenommen wurden: Der Verein ״■En Hakore“ steht auf dem Standpunkte des politischen Zionismus, wie ihn Dr. M a n d c l s t a m rn und Rabbiner Reines formuliert haben, und macht cs seinem Delegierten zum VII. Kongresse zur Pflicht, für diese Richtung im Zionismus ehizutrcfen. Zum Delegierten wurde Herr EL Ben-Jehutla, Redakteur der HASCHKAFA, gewählt; itu Falle, dass dieser an der Reise nach Basel verhindert sein sollte, wird Herr E. Rcsnik aus Rischon zu seinem Stellvertreter bestimmt. Der Delegierte hat die Pflicht, auf dem Kongresse für die fetlerative Organisation an Stelle der geographischen, ferner gegen Arbeitsprojekte in Anatolien, Mesopotamien oder Cypern einzutreten. Als Präsident sei Dr. Nordatt allein, Wolrfsohn und Green berg seien als Vizepräsidenten zu wählen. Jedenfalls kein Dreierkollcgium, wie es letzthin vorgeschlagen wurde. Hamodia. — Diesem merkwürdigen Bericht, den wir der WELT entnehmen, haben wir einstweilen nur hinzuzufügen, dass wir der Meinung sitjd, dass der politische Zionismus, auf Grund dessen der VII. Kongress Zusammentritt, von Dr. Theodor Herzl fortmiliert wurden ist. Merken muss man sich immerhin, dass Herr Ben-Jchuda einen a n d e - ren Zionismus vertreten will, mit dem er freilich kaum auf unsern Kongress gehört. Ihm sind also sogar noch Anatolien, Mesopotamien und Cypern zu nahe an Palästina. Wir sind begierig zu hören, wie sich die Kolonisten von Rischon l'Ziön zu diesem eigenartigen Delegierten stellen und was fiir cm Verein En-Hakorc das ist, von dem diese durch Erteilung eines imperativen Mandats e o ipso unglltige Wahl ausgeht. Red. d. J. R. Eine Bitte an die Leser und Freunde der JUEDISCHEN RUNDSCHAU Wciui de Redaktion der JUEDISCHEN RUNDSCHAU ihren Plfichtcn in jeder Weise nach kommen soll, so darf sie wohl an ihre Freunde die Bitte richten, sic h-'erm dadurch zu unterstützen, dass man sie über alles Wissenswerte unterrichtet. Zu diesem Zwecke bitten wir unsere Freunde, aueb von allen Vcrcmsdrucksachen. Statuten, Flugblättern. Berichten usw. regelmässig zwei Exemplare o'nscnden zu wollen und zu׳ar, um Zeitverlust zu vermeiden, direkt an die Redaktion, nicht erst an die Gcschäftsleitung des Blattes. Besonders jetzt vor der Baseler Tagung und um die Zeit des Kongresses ist es für uns doppelt wichtig, alles ■im Original zu erhalten, was über Juden und Judentum im allgemeinen, über Zionisten und Zionismus im besonderen gedruckt wird. Was in Zeitun-