Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- X (1905)
- Issue
- Heft 28 (14.7.1905)
- Date
- 1905-07-14
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 336 No. 28־ JÜDISCHE RUNDSCHAU strebt ist, nur auf strenger ethischer Basis begründet sein und verbleiben muss und es andererseits nicht ausgeschlossen, vielmehr wahrscheinlich ist, dass sehr viele noch durch Jahre den Schekel nur unter der Voraussetzung; seiner ursprünglichen Verwendung geben könnten, wodurch eine Irreführung entstehen würde, so wäre •ein solcher Beschluss bezw. dessen Ausführung inkdange moralisch nicht gestattet, als nicht dem allerletzten Schekelzahler die neue Verwendung desselben in zweifelloser Weise bekannt sein würde. Da schon der Private nicht durch Benützung eines falschen Scheines die Unwissenheit eines anderen ausbeuten darf, worin eine bezügliche Handlung erblickt werden müsste, so dürfte das ein höher organlsiertes Wesen, eine Gesamtheit, die ein Volksideal realisieren will, am allerwenigsten tun. Wohlgemcrkt, ich bin durchaus nicht dagegen, dass man auch fürterritorialistische Zwecke, sammelt. Ich würde mich im Gegenteile dabei vielleicht beteiligen, wenn der Dunstkreis defc! Abstrakten sich teilen 11>1d irgendwo ein bestimmtes sonniges Gefilde zum Vorschein käme, das Eignung hätte, eine jüdische Gesellschaft auf ganz- oder halbautonomcr Basis national-kulturell sich entwickeln und gedeihen zu laisscn. Aber ich setze auch von den Territoriaüsten als Menschen von idealem Streben voraus, und werde in meiner Annahme gewiss nicht getäuscht werden, dass sie für die hierzu erforderliehen Sammlungen entsprechende jeden Zweifel ausschlics3׳endc Benennungen, und wäre cs selbst nach | zionistischen Mustern, suchen und finden, dass sic aber am allerwenigsten solche Titel gebrauchen, die eine Irreführung zur Folge haben müssten, oder auch nur könnten. Ich Jaube es den Vertretern der Neben- Strömungen im Zionismus, dass auch ihnen die Regeneriening des Judentums in dessen Erhebung aus der ebenso traurigen wie schmählichen Lage ernst am Herzen liegt, die sie aus Pflichtgefühl nach ihrer Ueberzeugung in ihrer Weise herbeiführen wollen. Ich halte ihre Bestrebungen für ebenso hoch, als die der Palästinisten. Aber ich erwarte von ihnen, dass sie ihre Lautbahn nicht mit einem Unrechte öder auch nur mit einer Unwahrheit beginnen, dass sie nicht fremden Schein erborgen. Ich erwarte von ihnen, was ich von jedem Anständigen, der nicht dem Andern über die Tasche gehen will, zu fordern berechtigt bin: Achtung vor erworbenen Rechten und Schutz für die palästinensisch zionistischen Marken! Nachbemerkung der Redaktion. Wir geben diese Ausführungen des Herrn Dr. Kahn wieder, der in seiner doppelten Eigenschaft als Jurist und bis nun als Mitglied des Engeren Aktionskomitees über diese Materie sich zu äussern berufen ist. Dabei ist seine Beweisführung nicht vorn palästinisch-zionistisehen Standpunkte aus zu beurteilen, sondern nur von logischen und rechtlichen Gesichtspunkten aus. Ausserdem ist zu berücksichtigen, dass Dr. Kahn in seiner bekannten Kongressiedc für Ostafrika und weit mehr noch in den obigen Schlussützen seines Artikels sich ja eigeistlich im Prinzip selbst auf einen territorialistischen Standpunkt stellt. Aber gleichwohl muss er feststcllen, dass es absolut unzulässig ist, Nationaüond, Kolonial- bank und Partcischckel anders als für Palästina, als au ssoh(l i ess I?ch für Palästina zu verwenden. Denn was für jeden Land ausserhalb Palästinas gilt, trifft natürlich auch auf Nachbarländer zu, ob sie nun näher eder weiter von Palästina liegen. So wenig wie das Baseler Programm anders geändert werden Kann, als durch eine einstimmige Willensäusscrung des gesamten Volkes, so könnte, es auch für Nationalfond und Kolonialbank in ihren organischen Grundlagen nur durch einstimmige Volksabstimmung ändernd wirken. Ein einziger Widerspruch würde jede Wesensänderung hinfällig und rechtlich wirkungslos machen. Wenn die Territorialsten irgend welche Tätigkeit in ihrem Sinne unternehmen wollen, so ist cs selbstv ejrständlieh, dass sie das nur ausserhalb des Zionismus tun können. Mitteilungen des Zentralbureaus der Zionistischen Vereinigung für Deutschland. 1. Der Delegiertentag der Zionistischen Verein!- gung für Deutschland tritt in Basel, Zunfthaus zum Safran, am 25. Juli, nachmittags 4 Uhr zusammen. Die Tagesordnung ist folgcr.vIcVmassen festgesetzt: 1. Ansprache und Bericht des Zentralkomitees: R.-A. Dr. M. J. Bo d e n 11 c.j m c r; 2. Bericht des Zentralburcaus: R.-A. Dr. A. Hantkc; 3. Die Politik des Zionismus: R.-A. S. Grone mann; 4. Die Neu- Organisation des Zionismus: Dr. Adoli Friedemann; 5. Der Zionismus und die nationale Frage: Dr. Julius Moses- Mannheim. Diejenigen Ortsgruppen, welche ihre Delegierten noch nicht gewählt haben, bitten wir um umgehende Vornahme der Wahlen. 2. Es wurden uns noch folgende Wahlresultau: gemel/fiet: ' a) für den Kongress. Beuthen: Heinrich K 0 p 1 ow i t z; Stellvertreter: Dr. med Stahl. Freiburg: Dr. med. Kaufmann. Stellvertreter: Moritz Weil. Memel: R.-A. Dr H a n t k e - Berlin. Berlin; Dr. Alfred Klee, Ffrotqssor Wadbürg, Dr. Heinrich L •o e w e;, B e r t h 0 1 d F e i w e 1. Kassel: Bankier Magnus Elias; Stellvertreter: Victor O p p e n 11 e i m. b) für den Deleglertcntag: Beuthen: Heinrich K 0 p 1 o w i t z, Dr. Stahl. I sidor H e r z f e 1 d , Max M e 111. Würzburg: Heinrich O p p c n 11 e i m c r^• Landenbach, Frau R. Oppenheim c r. Strassburg; Emil Bickhardt. Dr. jur. C a 1 e b. 3. Falls einer der gewählten Kongressdeicgierteu nicht imstande sein sollte, zum Kongress zu fahren, so bitten wir den Betreffenden höfliehst, sofort auf das Mandat zu verzichten und uns dies niitzuteilcn, damit wir die Stellvertreter rechtzeitig benachrichtigen können. 4. Diejenigen Herren, welche bisher ausserhalb Deutschlands gewählt worden sind, haben wir hiervon in Kenntnis gesetzt. Herren, welche sich als Kandidaten gemeldet haben, bisher eine solche,' Nachricht aber nicht erhielten, sind somit bis jetzt nicht gewählt worden. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass noch 111 den letzten Tagen weitere Wahlen gemeldet werden. 5. Die verehri. Ortsgruppen werden daraui hingewiesen, dass es für die Agitation von grosser Bedentung werden kann, wenn sie die Kpngrcssausgabc der WELT den jüd. Restaurants ihres Bezirks gratis zur Verfügung stellen. Die Administration der WELT gibt hierfür die Kongrossausgabe zum ermässigten Preis von 1,50 Kronen 1,30 Mk. ab.