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Jüdische Rundschau · 1905-06-30 · Heft 26 (30.6.1905) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
X (1905)
Issue
Heft 26 (30.6.1905)
Date
1905-06-30
Page
– (sequence 5)
Language
German
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I Abonnementspreis (Zusendung Inbegriffen) rlorteljiKKIch: 1. durch die Expedition: t) ln Berlin —,00 Mark, b) nach aus- «Srts 1,— Mark, c) für das Ausland 1,50 Mark. L In pMttbonnement 1,25 Mark. Insertionspreis Ce Tiergespaltene Petit-Zeile oder deren Raum 25 Pfennig. Alle Rechte Vorbehalten. 3§s Organ ^2 der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Adresse der Redaktion: _ Borfln N W. BZ kteianehthoastrac•• 4 Abdruck aus der JUEDiSCHEN RUNDSCHAU nur bei Toner Quellenangabe gestattet. Adresse für Geldsendungen und Bestellungen: Vertag Jüdisch• Rundtchiu, E O.tn. b.H, Berlin N.B4, Augurtstr. 49t. Oe>chäft*»tunden der Expedition täglich (ausser Sabbat und Sonntag) vor• mittags IO—I, nachmittags 5—7 Uhr. Nummer 26 Berlin, 30. Juni 1905 — 27. Siwan 5665 x. Jahrgang An unsere Leser Die vorliegende Nummer ist die letzte des laufenden Quartals. Auch in der jüngsten Zeit wieder musste die Auflage der Rundschau wesentlich erhöht werden, weil ihr Leser- und Abonnentenkreis dauernd wächst und gleichen Schritt hält mit der günstigen Entwicklung, die unsere Bewegung im allgemeinen, im besonderen aber in Deutschland genommen hat. Die grösseren Anforderungen an unsere Redaktion und unsere Mitarbeiter, die hieraus erwachsen, stehen hiermit in Wechselwirkung. Mit der grösseren Ausbreitung! unseres Blattes wachsen unsere Pflichten; und wir; bemühen uns, ihnen auch durch Erweiterung und Vergrösserung unseres Blattes nachzukommen. In diesem Sinne haben wir unsere neue Beilage, das LITERATUR־ BLATT geschaffen, das weiter auszubauen unsere nächste Sorge sein wird. Dazu bedürfen wir aber der Unter- Stützung durch unsere zahlreichen Freunde noch mehr als bisher. Wenn jeder unserer Leser uns nur einen neuer! Abonnenten zuführt, so sind wir in der Lage, auch redaktionell unser Blatt weit reicher auszugestalten. Auch während des Kongresses werden wir in der Lage sein, trotz der bedeutenden Kosten, die es verursacht, durch tägliche Berichte die Gesinnungsgenossen über die Kongressvorgänge zu unterrichten. Das Nähere findet man unter den Mitteilungen des Zentralbureaus in dieser Nummer. Gleichzeitig bitten wir unsere Abonnenten, den Abonnementsbetrag für das künftige Quartal an die Expedition der JÜDISCHEN RUNDSCHAU, Berlin N. 54, Auguststr. 49a umgehend einzusenden, damit unnötige Kosten durch Einhebung der Beträge durch Po st nachnah me vermieden werden. Verlag u. Redaktion der JÜDISCHEN RUNDSCHAU. Theodor Herzl Am 3. Juni ist ein Jahr verflossen seit jenem Tage, an dem der Mann aus unseren Reihen ge• rissen wurde, der diese Reihen formiert, der die Menschen auf den Kampfplatz gerufen hat, die nun um ihn trauern. Und das darf gesagt werden, dass Theodor Herzl einer der wenigen Menschen war, um dio der Gegner Trauer bei seinem Tode so aufrichtig ging wie die der Freunde. Eines schönen Julinachmittages denke ich, da wir *— eine kleine Gruppe Zionisten — in Gent‘ am Ufer der Rhone in einem Cafe sassen, und zwischen lustigen Weisen einer Zigeunerkapelle uns ganz dem Genuss des Augenblicks ergaben, dieser unvergossliehen Momente, die das herrliche Genf jedem schenkt, der nur ein wenig Sinn für seine unvergleichliche Schönheit hat. Wir hatten uns getroffen, um einen Freund aus unserer Mitte zu verabschieden, der schweren Herzens seine Gesinnungsgenossen verliess — und so war keine Fröhlichkeit, eher Wehmut in unserer Stimmung, aber doch gestützt von der grossen; grossen Hoffnung junger Menschen auf die Zukunft, auf die Zukunft, in der wir uns wiederzufinden hofften im gemeinsamen Kampf für unsere Sache, für das Ideal, das uns alle so verschiedenartige Menschen zu-; sammengeführt, beieinander gehalten and nns zu- Freunden hatte werden lassen. Nichts war uns bekannt von einer plötzlich akut gewordenen Krankheit Herzls. Mau sprach von ihm wie immer von der kraftvollen energischen Persönlichkeit des Führers, sprach von dem, was er wohl vorhabo, wie man sich zu seinen Plänen werde stellen müssen. Kurz, man rechnete mit ihm als dem Faktor, der eben in unserer Bewegung Theodor Herzl warf Und doch war er zur selben Stunde bereits ein Toter. Noch heute kann ich die Worte nicht so fügen, wie es nötig wäre, um einen Begriff za geben von dem Eindruck, den dio Nachricht in unserem so ganz unvorbereiteten Kreise hervorrief, dio ein Student uns brachte, der mit einer Berner Zeitung in der Hand uns tonlos sagen kam: ״Herzl ist gestorben.u Kein Wort als diese drei wurde mehr gesprochen. Schweigend und mit äusserster Beherrschung nahm einer, nahm der andere dio Zeitung und las die kurz© Nachricht. י *; ־ Und was dann in den folgenden Tagen kam, das ging wohl 80 ähnlich überall vor sich, wo es auf der Welt Zionisten gibt. Es kamen die Nachrufe in allen, allen Zeitungen, den •grössten bis herab zu den kleinsten, und sogar die NEUE FREIE PRESSE erinnerte sich, dasr Theodor Herzl auch noch einige Bedeutung in des Welt hatte ausser der, dass er ihrer Redaktion ange- < V , v ׳1 . v

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