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Jüdische Rundschau · 1905-06-23 · Heft 25 (23.6.1905) · page 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
X (1905)
Issue
Heft 25 (23.6.1905)
Date
1905-06-23
Page
– (sequence 18)
Language
German
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V % Seite 302 - JÜDISCHE RUNDSCHAU No. 25 Bezüglich des Stimmrechts der Mitglieder der Exekutiv- Grgane dachte ich natürlich an ein näher noch zu bewertendes korporatives Votum dieser Organe, was ja eben aus der Anführung der Rosenbaumschein Bemerkung hervorgeht. De lege lata waren meine Ausführungen insofern, als sic eine konsequente W e 11 c r b I ^'d vjn g vorhandener Ansätze fordern — eine ״Umgestaltung von Grund aus״ sehe ich darin nicht Julius Becker. —I Aus der Beweguijg ן— Berlin. Am Montag, den 26. Juni, abends 9 Uhr, findet in ״Dräsels Festsälen“, Neue Friedrichstr. 35, eine Versammlung zur Vornahme der Wahl der Delegierten zum VII. Kongress statt. Der Zutritt ist nur gegen Vorzeigung der auf den Namen lautenden Schekelquittung oder der Einladungskarte der Berliner Zionistischen Vereinigung gestattet. Berliner Zionistische Vereinigung. Gross-Strehlitz. Die Ortsgruppe hat in ihrer letzten Sitzung vom 13. d. Mts. folgende Resolution angenommen: Die Zionistische Ortsgruppe Gross-Strelilitz stimmt den Beschlüssen den Zentralkomitees in No. IS. der JÜDISCHEN RUNDSCHAU in allen Punkten bei und betont, dass sie nacb wie vor auf dem Boden des Baseler Programm stellt. Hannover. Am 13. Juni sprach in einer öffentlichen Ver- Sammlung Herr Rechtsanwalt Grone m a n n fiber die E xzessc in Shitomir. Seine sachkundigen Ausführungen fanden viel Beifall. In der Diskussion meinte Herr Goldenbef ״. dass sich die Lage der Juden in Russland in kurzem total verändern würde. Seine weiteren polemischen Ausführungen gegen den Zionismus widerlegte Herr Dr. Salomen Hirsch mit zündenden Worten, während Herr Eise 11 he in die Befürchtung aussprach, dass in Russland die jüdischen Rcvolutionäre die Kastanien für die Nichtjuden aus dem Ecuer holen, die Juden schliesslich aber doch das Nachsehen haben würden. Die Versammlung war gut besucht, wir hatten eine Reihe Beitrittserklärungen zu verzeichnen. In den vergangenen Monaten wurde in zwei Gruppen v er sam in iun gen das Ostafrikaprojekt und 7.war insbesondere die prinzipiclle Frage behandelt. In der ersten Versammlung hielt Herr Schnelling, in der zweiten Herr Referendar Block dis einleitende Referat Eine grosse Anzahl von Gesiunungsgcnosseil beteiligte sich an der Diskussion. Wesentliche Meiiuings- Verschiedenheiten traten nicht hervor. Dem eigentlichen Territorialisnius redete niemand das Wort. Würzburg. In der letzten Versammlung unserer Ortsgruppe referierte Herr Pinczower über die gegenwärtigen Parte- Strömungen und verbreitete sich im besonderen über die Erkiärung des deutschen Zentralkomitees und über die Warschauer Konferenz. Nach sehr langen, eingehenden Debatten, die sich dem Vorträge anschlosscn. gelangte eine längere Re- Solution zur einstimmigen Annahme, in der erklärt wird, dass die Gruppe zwar der Erklärung des Zentra'koniitecs der Z. V. f. D. im wesentlichen zustinunc. es aber ״nicht für angebracht halte, sich in Fragen der praktischen Politik für alle Zeiten zu binden“. Ferner hält die Gruppe die Beschlüsse der Warschauer Konferenz, ״der Zionismus solle sich gleichzeitig nach Territorien urnschaucn, welche vorläufig geeignet wären, autonome nationaljüdische Zentren zu schaffen," nicht für eine Durchbrechung des Baseler Programms. — — Rundschau . Aus Russland Das neue Passgesetz Über die vom russischen Ministerium des Inneren neu ausgearbeiteten Passvorschriften, die am I. Januar 1906 in Kraft treten sollen, wird folgendes mitgeteilt: Der neue Gesetzentwurf sicht im Prinzip die Aufhebung des bisherlgen allgemeinen Passzwanes vor, indem er •ausspricht, dass niemand, weder an seinen! Wohnorte, noch beim Wechsel desselben, einen Pass zu besitzen braucht, m i t alleiniger Ausnahme der unter Polizeiaufsicht stehenden Personen, der nicht naturalisierten Ausländer und der Juden (gleichviel ob Aus- oder Inländer). Bei den Polizeiliehen Meldungen soll nur noch in den beiden Residenzstädten Petersburg und Moskau ein Pass verlangt werden, doch soll bei dem Mangel eines solchen die Legitimation auch auf jede andere Weise erfolgen können. Bei der Ausfertigung der Auslandspässe soll von der Beibringung der Erlaubnis der Ortsbehörde und der Bescheinigung, dass ״kein Hindernis für eine Reise nach dem Auslände" vorlicgt. abgesehen '״״Heu, auch sollen die Auslandspässe während ihrer Gültigkeitsdauc! wiederholt zu Reisen nach dem Auslände benutzt werden diirfcn. Bei der Ausstellung der Pässe für Ausländer sollen die bisherigen umständlichen Formalitäten in Wegfall kommen. Es soll künftig genügen, wenn Ausländer in Russland einen Nationalpass mit dem Visum des russischen K011suis und einer beglaubigten Übersetzung des Wortlautes des Passes in russischer Sprache besitzen. Ausser der Konsulatsgebühr lind der Mcldcsteuer in Petersburg und Moskau wird eine besondere Passsteuer für Auslandspässe nicht mehr erhoben werden. Ausländische Juden sollen ebenso wie die übrigen Ausländer behandelt werden, so dass sie nach den neuen Vorschriften im Gegensatz zu ihren russischen Glaubensgenossen unbeschränkte Bewegungsfreiheit gemessen werden. Die russischen Juden werden von der Neuordnung noch nicht betroffen, für sic bleiben die bisherigen Vorschriften bis auf weiteres bestehen. Beim Friedensrichter Der VORWÄRTS erhält aus guter Quelle die folgenden Mitteilungen: Die letzten Bluttaten in Minsk und Warschau, wo in der Rolle der Krawalllicldcn die Soldaten der örtlichen Regimenter hervorgetreten sind, bilde״ die allerneueste Taktik der selhsthcrrschenden Ciqiie. Die Banditen des Zarismus, mit Trcpow an der Spitze, bereiten allem Anschein nach eine neue Reihe von Judenkrav. allen mit Hilfe der Soldaten und Reservisten vor. Der dazu organisierte städtische Mob und die ״schwarze Bande" haben, wie cs scheint, die auf sie gesetzten Hoffnungen nicht erfüllt. Tatsachen, die vn aus Lodz erfahren, verbreiten über die letzten Mordtaten In Minsk und Warschau ein neues Bild. Nach unseren Info!- mationen hat an! Mittwoch, den 31/18. Mai, um 10 Uiir abends, beim Friedensrichter des neunten Bezirkes, i n seiner Wohnung (Konstantinowskaja 31), eine Verstimmhing der bürgerlichen und m’Htärischcn Beamten stattgefunden, auf der beschlossen wurde, den Versuch zu machen, mit Hilfe der örtlichen Reservisten einen Judenkrawall zu veraastallen. Juden, Semslwo und Volksvertretung Petersburg, 15. Juni. Es bestätigt sich, dass die Juden selbst von den geringsten Wohltaten der zugesagten Reformen ausgeschlossen bleiben sollen. Angesichts der furchtbaren Not. die die Judengesetze über die West- Provinzen gebracht haben und in deren Gefolge auch die Demoralisation der russischen Bevölkerung eingetreten ist. haben die S e m s t w o m ä n n e r beschlossen, in ihrer Audienz beim Zaren auch die Judenfragc zur Sprache zu bringen. Bleibt erstens abzuwarten, ob sie cs auch tun werden, und zweitens, ob auch nur etwas herauskoninicu wird. Petersburg, 17. Juni. Die allscitigc offen geäussertc Entriistung über die Ausschließung der Junen vom aktiven und und passiven Wahlrecht in Bulygins Valksvcrtretungsentwurf hat die Reaktionäre zum Nachgeben veranlasst. Der Fi na!1 zminister erwirkte, dass den Juden die Beteiligung an den Wahlen gestattet wird, doch soll die Zahi ihrer Vertreter gegenüber den christlichen proportional herabgesetzt werden. Persönliches Emden. Am Dienstag, dem 27. Juni, findet in Kassel die Hochzeit des Begründers und 2. Vorsitzenden der hiesigen Ortsgruppe, Herrn Wilhelm van Clccf mit Fräulein Sarah Löwenberg. Hcrrfcld statt und widmen wir unserem lieben Gcsiunungsgcnosscu auch auf diesem Wege unsere herzlichsten Glückwünsche. — Die Redaktion schlicsst siel! diesen Wünschen der Ortsgruppe an. ~r־V Sprechsaal Für die Mitleilungeh an dieser Stelle übernimmt die ־ Redaktion nur die pressgesetzliche Verantwortlichkeit Sehr geehrte Redaktion! Leider muss ich noch einmal in gleicher Sache wie kürzbei! Sie um einigen Raum in Ihren! werten Blatte bitten.

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