Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- X (1905)
- Issue
- Heft 22 (2.6.1905)
- Date
- 1905-06-02
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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No 22 Seite 264 JÜDISCHE RUNDSCHAU gegen Herrn Lcvy Anklage wegen vorsätzlicher Körperver- Ict&ung erhoben. Oh diese mittelst eines Schirmes oder eines gefährlicheren Werkzeuges verübt wurde, datüber gehen die Aussagen auseinander. Die Verteidigung des Angeklagten hat Justi/.rat Wronkcr übernommen. Das Reichsgericht hat die Revision des Grafen P ii c k ־ ler gegen das Urteil vom 12. Januar d. J., durch das er wegen Aufreizung zun! Ungehorsam, zu Gewalttätigkeiten usw. zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden war. v e rwarfen. ..Der einzige zur Zeit lebende Vertreter des wahren Deutschtums", wie sich Graf Piickler in Jener Vcrhaudlung nannte, wird also die sechs Monate, die Ihm zudiktiert waren, absitzen müssen. Verschiedenes Wien, 27. Mai. Die Statt haltcrci hat heute das vol Wiener Gemeinderat kürzlich erlassene Schäcntverbot aufgehoben. Der Magistrat hatte bereits in allen Wiener Schlachthauseru die Kundmachung anschlagen lassen, wodurch das rituelle Schächten vom 1. Juni ab verboten sei. Budapest. Hier ist eine seiner Zeit vielgenannte Personlichkeit, der alte Josef Scharf, im Alter von 65 Jahren gestorben. Scharf war der Hauptan geklagte in dem sensationellen Tisza-Eszlarcr Prozess. Er war bcschuldigt, ein Christemnädciieii, namens Esther Solymossy, ermordet und ihr ,Blut anlässlich der jüdischen OstcrieTertagc ttir religiöse Zwecke verwendet zu haben. Der Prozess war die Folge einer starken antisemitischen Hetze in Ungarn tmd hat seinerseits dazu ’beigetragen. dieser Hetze neue Nahrung zuzufiihreii. Die Untersuchung wurde in der tendenziösesten Weise durchgeführt, und der eigene Sohn Scharis, Moritz, wurde von den mit der Untersuchung betrauten Gendarmerie- Organen so stark beeinflusst, dass er gegen seinen Vater aussagte. Trotzdem erwies der Prozess die völlige Haltlosigkeit des Blutmärchens, und Schart wurde ireigesprochen. Er lebte seither im grössten Elend. Er war hei einem ßudapester Fleischhauer angestcllt und bezog dort monatlich 60 Kronen, von welcher Summe er seine Frau, zwei Söhne und zwei Töchter zu erhalten hatte. Armer Klausner! Die TÄGLICHE RUNDSCHAU vom 24. Mai enthält iolgcndc Notiz: ״Graf Posadowsky veranstaltete gestern einen parlamentarischen Abend, zu dem mit Ausnahme der Sozialdemokraten und Polen alle Parteien Vertreter entsandt hatten. Minister und hohe Beamte, Kaufleute, Gelehrte und Künstler waren anwesend, und die entferntesten Richtungen und Neigungen fanden, wie immer auf solchen Abenden, auch diesmal Berührung. Sah man doch, um nur ein Beispiel zu erwähnen, den Hofprediger Stoecker im vertrauten Gespräch mit dem Zionisten Klausener. Gegen Mitternacht fand der anregende Abend sein Ende.” Dazu redet man nun Tag und Nacht gegen den Zionismus, um am Ende zum Zionisten gestempelt zu werden. Trauriges Schicksal! ^F־i Sprechsaal r~f^ Für die Mitteilungeil an dieser Steile, übernimmt die Redaktion nur die pressgesetiliche Verantwortlichkeit Ich schliesse mich dem Proteste des ״Dcmokrates" durchaus an; der Beschluss des Aktionskomitees ist — mit Rücksicht auf § 25 der Geschäftsordnung — staatsrechtlich unzulässig; 7m den essentiellen Begriffsmerkmalen der ״Öffentlichkeit״ im Vereins- und Parlamentrechtlichen Sinne gehört nach allgemeinsten Rechtsgrundsätzen die Unentgeltlichkeit! Köln. M. d e J 0 n g e, Dr. jur. Zur Beachtung Diese Nummer der JUF.DISCHEN RUNDSCHAU musste wegen des aut Donnerstag, den 1, Juni, fallenden Feiertages bereits am Montag abends abgeschlossen werden, um am M 111 w o c h In den Druck zu gehen. Die Nationalfond -Ausweise folgen aus diesem Grunde in nächster Nummer. ■ יי—■ ■י■'"»" ■"■'■י יי■ «■ “ ■■ I »■״י■!»״׳■״׳■ן• י . fr - י ■ - ( Briefkasten der Redaktion י......1 E23 . ..I. 1' ־ י- II., Altona. Um feststellen zu körnten, ob wir Ihnen die fehlende Nummer ersetzen können, müssen Sic uns angeben, welche Nummer Ihnen fehlt. Polak, Amsterdam. Wir haben keine Veranlassung, Ihren Artikel, der keineswegs durckfertig ist, abzudrucken. Er ist weder so gut, um ihn zu bringen, trotzdem Sie uns ein bereits gedrucktes Manuskript einsenden. noch können wir den Ton für angemessen finden, den Sie diesmal der andern Redaktion gegenüber angeschlagen haben! Uebrigens geben Sic sich, bitte, keine Mühe, wir werden uns keineswegs von Ihnen klein kriegen lassen. Die Expedition der JÜDISCHEN RUNDSCHAU gibt folgende Werke ab: - I. Bücher. Dr. Theodor Herzl: Altuculuud 2 Mk. Adolf Friedemann: Reisebilder aus Palästina mit Illustrationen von Hermann Struck. -1,50 Mk. Jüdischer Almanach. 6 Mk. Wohlfeile Ausgabe 3,50 Mk. Stimme der Wahrheit. 6 Mk. Dr. J. B. Sapir: Der Zionismus. Wesen und Geschichte der zionistischen Bewegung, 2 Mk. Dr. Theodor Zlocisti: Vom Heimweg. 3 Mk. Stenographische Fi otoknltc der Zionistenkongresse. יא Pf. Dr. Heinrich I.oewe: Liederbuch für jüdische Vereine. 5. Aufläge. 5" Pf. II. Vork-Steiner: Der Tuhnudbauer, 5.50 Mk. Emil Cohn: Amtsgericiitsrat David Markus. Tendenzsatire in einem Akt. 30 Pf., auf Velinpapier 50 Pf. Dr. A. Sandler: Anthropologie und Zionismus. S5 Pf. L'r. Alfred Waldenburg: Das isocepha'c blonde Rassenclemouf unter Halligfriesen und jüdischen Taubstummen, 1.80 Mk. Dr. Leo Pinsker: Autoemanz.ipation, 2. Auflage, 70 Pf. Neu-Judäa. 2. Auflage. Neu heransg. von Heinrich Loewe. 90 Pf., bei Abnahme von 10 Exemplaren ä 50 Pf. 11. Tiroschüren. Was will der Zionismus? Herausgegeben von der Zionistischen Vereinigung für Deutschland. 20 PL, bei Abnahme von 10«> Exempl. 10 PL Dr Max Kollenscher: Zionismus und Staatsbürgertum. 15 PL, bei mehr als 20 Exemplaren 10 PL, bei mehr als 50 Exempl. 8 PL, bei H'0 Exempl. 7 PL Dr. Theodor Herzl: Eröffnungsrede zum 5. Kongress. 5 PL M. A. Roth: Der Zionismus vom Standpunkte der jüdischen Orthodoxie. 50 PL Dr. mcd. Hugo Hoppe: Hervorragende Nichtjuden über den Zionismus. 50 PL Rabbiner Nobel: Sind die Gebete für Zion eine Gotteslästerung? 5 Pf. Dr'. Bodenheimcr: Zionismus tmd Sonntagsgottesdienst. 10 Pf. Dr. Heinrich Loewe: Der Liberalismus macht selig und der Sonntagsgottesdienst macht liberal. 10 PL Eine Jüdische Hochschule. I Mk. Jüdischer Volkskalemler. III. Jahrgang, 60 Pf. Leo Motzkin: Die Juden in Palästina. Berlin 1898, 30 PL Adolf Kurrein: Dr. Hcrzls Grab. Nachruf, 15 PL M. Ussischkin: Unser Programm, 50 PL II. Reproduktionen etc. Theodor Herzls Originalradienmg von Hermann Struck. Schriftdruck 10 Mk. Vorzugsdruck mit eigenhändiger Unter- Schrift Dr. Herzls 75 Mk. Theodor Herzl an der Rheinbriiekc in Basel, 1,50 Mk. Herzl-Postkarten: 10 Pi., bei Abnahme von 100 Stück '5 PL Ansichtskarten mit jüdischen Sujets in beliebiger Auswahl ln PL. bei Abnahme von 100 Stück 5 PL Sämtliche Preise sind exklusive Porto berechnet. Der Versand erfolgt gegen Nachnahme. MARTHA EPSTEIN ERNST H1RTZ Verlobte DUISBURG AACHEN Mai 1 05 ייוי■