Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- X (1905)
- Issue
- Heft 22 (2.6.1905)
- Date
- 1905-06-02
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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(SöQOp (?9 PPP ßft \ 14־ t I **i*- « 1 Abonncmcntsprels (Zusendung Inbegriffen) viertcljlfcrflch: 1. durch di• Expedition: 1) In Berlin —,90 Mark, b) nach ausw2rts 1,— Mark, c) für das Ausland 1,50 Mark. 2. In PojUbonntmant 1,25 Mark. Insertioasprels die viergespaltene Petit-Zeile oder deren Raum 25 Pfennig. Organ & der Zionistischen Vereinigung lür Adresse (ur Geldsendungen und Bestellungen: Virfag JOdiich# Rundschau, E. Q. m. b. H, Berlin N. 64, f—Mr, 49a. OetchSIUstuodeD der Ezpedltloal täglich (ausser Sabbat und Sonntag) vormittags 10-1, nachmittags 3—7 Uhr. Deutschland. Adresse der Redaktion: Barfla N W. 62. Melaachthtattrana 4 Alle Rechte Vorbehalten. Abdruck aus der JUED ISCHEN RUNDSCHAU nur bei voller Quellenangabe gestattet. Nummer 22 Berlin, 2. Juni 1905 — 28. Ijjär 5665 X. Jahrgang Beschluss des A.-K. Das Grosse Zionistische Aktionskomitee hat einstimmig beschlossen, dein am 27. Juli in Basel zusaminentreteiidei! Zionistenkoiigress ein Kollegium, bestelientl aus den Herren D r. Max N 0 r d a 11 Paris, David \V 0 I f f s 0 h ji - Köln. Professor Dr. Otto W a r b 11 r g - Berlin für die Leitung der Bewegung vor- /!!schlagen. Die genannten Herren haben ihre Bereit- Willigkeit erklärt, die Kandidatur anzunelimen. M a x Nor da 11 wird hauptsächlich die politische Arbeit fortführen, D a v i d W 0 1 f iso h n wird die Organisation und Fiiianzangeiegenlieiteii leiten und endlich die Gegenwartsarbeit in Palästina den Händen Otto Warburgs insbesondere anvertraut sein. Neuer Steuermann — alter Kurs Beinahe ein Jahr ist verflossen, seitdem die Ziigcl der Leitung der Zionistischen Partei den Händen Theodor Herzls entglitten. Bis zum letzten Augenblick seines Lebens war er der einzige und unbestrittene Führer der Zionistischen Partei gewesen und geblieben, wenn auch das Programm der Ausführung, wie er es vorgezeichnet hatte, nicht immer ohne Widerspruch geblieben war. Trotz dieser Differenzen, die sich immer nur auf die Ausführung und die praktische Durchführung des Palästinaprogramms der Zionisten, niemals auf dessen Inhalt erstreckten, war Herzl das anerkannte und unbestrittene Parteihaupt, und jede Opposition, die über die sachliche Polemik hinausging, wurde von der gesamten Partlei, aber auch vom ganzen Jüdischen Volke, soweit es nicht zionistisch war, und ebenso von allen Aussenstelienden als etwas empfunden, das nicht den Wert und die Bedeutung hatte, die sie sich selbst beilegte. Der Tod Theodor Herzls wurde daher aus einer Frage der Nachfolge zu einer Frage der Umgestaltung und Ausgestaltung der Organisation. Das allein beweist am klarsten die grosse Bedeutung des Mannes, der seit dem Beginn des Kongresszionistmis an unserer Spitze stand. Nachdem inan ein Jahr gesucht hat und nicht finden konnte, wer Herzls Nachfolger sein würde, nachdem man immer mehr erkannt hatte, dass das ganze Volk in die Bresche treten müsse, die der Fall ucs einen grossen Mannes gelassen, hat jetzt unser Grosses Aktionskomilee, das ja auch zu Herzls Lebzeiten eigentlich 'die höchste Behörde des Zionismus war, einen Notbehelf geschaffen, der ja nach unserer aller Meinung sicher der beste Notbehelf ist. aber immer ein Notbehelf bleibt, nachdem der eine grosse Manu von uns geschieden. An die Spitze unserer Organisation wird ein Kollegiuni treten, das die Befuguiusc zusammen atisiiben wird, die Theodor Herzl allein atisznübcn hatte. Die drei vom Grossen Aktionskomitee gewählten Männer haben im Prinzip bereits, wenn auch mit schwerem Herzen sich bereit erklärt, die Arbeiten tortzufülneii. die unser Führer begonnen hat, und es ist kein Zweifel, dass der Kongress das bestätigen wird, wozu ihm das Grosse Aktionskomitee nach bestem Wissen und Willen rät. Ob daneben das engere Aktionskomitee fortbestehen w ird, ist eine Frage von geringer Bedeutung und auch keineswegs bereits entschieden. Dagegen wird es von grosser Wichtigkeit, da!>s das Grosse Aktionskomitee in seiner Zahl wesentlich herabgesetzt werden soll, indem man zu der ursprünglichen längst überschrittenen 7-alil von 23 Mitgliedern zurtiekkehren will. Freilich wird man auch das längst als falsch erkannte Prinzip aufgeben müssen, das ja der urspriingliehen Idee vollständig fern lag, dass mm jede Landsmannschaft vertreten sein muss oder gar möglichst zahlreich vertreten sein soll. Die deutschen Zionisten werden sich bemühen hierin mit gutem Beispiel voranz.itgehen und keineswegs Wert darauf legen, dass grade aus ihrer Mitte Vertreter im Grossen Aktionskomitee sein müssen. Das Grosse Aktionskomitee soll auch von . jetzt ab in dem Sinne gewählt werden, dass nicht gerade unsere Agitatoren in ihm Sitz und Stimme haben müssen, da es sich um ein Aktionskomitee, nicht um ein Agitationskomitce handelt. Bei der Wahl der Mitglieder des Grossen Aktionskomitees werden wir uns stets vor; Augen halten, dass wir die höchste Behörde des Kongicsszionismus zu wählen haben, der gegenüber das engere Aktionskomitee und auch der führende dreigliederige Ausschuss nur das ausführende Organ sind- Von wesentlicher Bedeutung für die Entwicklung des Zionismus im allgemeinen, besonders aber auch für uns in Deutschland ist die Verlegung des Schwer- Punktes unserer Bewegung nach Norden und Westen. Der neue geGchäftsfültrende Ausschuss bringt gewisser-!nassen die deutschen Zionisten mehr in die Führung als das bisher der Fall war, Ob das ein Vorteil oder eine Hemmung tiir die Bewegung ist, ziemt uns nicht T. *