Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- X (1905)
- Issue
- Heft 18 (5.5.1905)
- Date
- 1905-05-05
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2651273-2651394-2651412--02330-2659210- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Abonnementspreis (Zusendung Inbegriffen) rtertetjihf!leh: t durch die EipeJition: ul In Berlin —>» A'.jrK. b) nach aus■ wlrts I,- Mark, c) fOr das Ausland 13» Mark. 2. Im Postsbonetnenl 1,25 Mark. Insertionspreis die triergespaltene Petit-Zelle oder deren Raum 25 Pfennig. Organ der Zionistischen Vereinigung für Adresse f&r Geldsendungen and Bestellungen: Vertag Jödlich• Rondiefua, E. O. m. b.tt, Berlin 54 .א, Augmütr. 40a. aesehiftaatundeo der Expeditloai täglich (ausserSabbat undSonnu!g)vor• tnltugs 10—1, nachmittags ן—ג Uhr. Deutschland. Adresse der Redaktion: Berlin NW. 62, MeltflcfcUienrtrtte« 4. Alle Rechte Vorbehalten. Abdruck aus der JUEDISCHEN RUNDSCHAU nur bei votier Quellenangabe gestattet. Nummer 18 : Berlin, 5. Mai 1905 — 30. Nissan 5665 X. Jahrgang AN DIE DEUTSCHEN ZIONISTEN Das Heraunahen unserer Koneresse war für uns immer das Signal zu zitier erhöhten At»<n?.nn«j!g unserer Kräfte, zu einer inneren und äusseren Sammlung. Mehr aber noch als sonst wollen und müssen wir uns zum 7. Kongresse rüsten: Der Führer, der uns die Tribüne geschaffen, von der aus wir der Oeffentlichkeit unsere Hoffnungen und Wünsche mitteilen konnten, der die Bedeutung dieser Tribüne durch die Macht seiner Persönlichkeit erhöhte, ist uns entrissen worden. Damit ist die Bewegung in unsere Hände gelegt. Mit gesteigertem Yerautwortliehkeitsgetühl gegenüber unserer Idee, gegenüber unserem Volke, müssen wir an die Ausführung der Arbeit herantreten. Dazu kommt, dass das jüdische Leben in seiner tragischen Vielgestaltigkeit uns immer wieder vor neue Probleme stellt, die Antwort von uns heischen. Die Zeit, die seit dem 6. Kongress verstrichen ist, war ausgeiüllt von ernsten ind bedeutsamen Auseinandersetzungen. Diese Erörterungen rührten auch an die Grundfesten unseres Programms, Hessen uns manchmal befürchten, dass neue Strömungen, die dem Wesen des Zionismus widersprechen, zur Geltung kommen könnten. Aber diese Auseinandersetzungen waren auch nicht ohne Nutzen. Wir haben sie nicht zu bedauern, wenn wir gelernt haben, die Grenzen und den Umfang unserer Bewegung klar zu bestimmen. Nun heisst es — und das vermehrt den Ernst unserer Vorbereitungs-Arbeit —gerade bei der nächsten Tagung, die unsere Delegierten aus allen Ländern wieder zusammenführt, nach dem Kampf der Geister die Einheit unserer Anschauungen, die Einheit unserer Organisation kraitvoll in die Erscheinung treten zu lassen. Das Zentral-Komitee der Zionistischen Vereinigung für Deutschland ruft daher schon jetzt die Zionisten Deutschlands auf, die Einheit ihrer Anschauungen öffentlich zu bekräftigen und damit die Einigkeit der Organisation zu dokumentieren. Wir brauchen keine neue Flagge zu enthüllen: Auf Grund des Baseler Programms haben wir uns gesammelt, auf seinem sicheren Boden stehen wir heute, und an seinen Sätzen wollen wir nicht rütteln lassen. Nur den Sinn dieses Baseler Programms wollten wir unzweideutig feststellen in einer Erklärung, zu der sich die Mitglieder des Zentralkomitees in ihrer Sitzung einmütig bekannt haben. Wir geben diese Erklärung zum Schutze unseres Programnies gegenüber allen Aspirationen, die es in seinem innersten Wesen verändern wollen, vor allem gegenüber den ״Territorialisten.“ Ihnen wollen wir sagen, dass das Bas cle r Programm mit Palästina steht und fällt. Diese Erklärung soll aber auch ein Wegweiser sein für die Richtung, in der sieh unsere Bewegung demnächst entwickeln soll. Bei der Feststellung unserer Aufgaben und unserer Arbeitsmethoden haben wir nichts grundstürzend verändert. Alle Tätigkeiten und Methoden, deren Notwendigkeit für uns teststand oder aus der Entwicklung der Bewegung sich ergab, wurden gleichwertig nebeneinandergestellt tmd alles berücksichtigt, wodurch unser Zionismus das sein kann, was wir von ihm fordern: Eine w e i t a u s s c h a u e n d e, politische Bewegung. Ueber den grossen Zielen soll aber das Kleinste nicht übersehen, über der Kleinarbeit auch nie der Ausblick ins Grosse verloren werden. Wenn darum in unserer Erklärung die Notwendigkeit von Arbeiten in Palästina besonders hervorgehoben und detailliert wird, so ist doch eine deutliche Demarkationslirilc zwischen Sinn und Zweck dieser Tätigkeiten und den Bestrebungen der anderen Kolonisatoren