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Jüdische Rundschau · 1905-04-14 · Heft 15 (14.4.1905) · page 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
X (1905)
Issue
Heft 15 (14.4.1905)
Date
1905-04-14
Page
– (sequence 13)
Language
German
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No. 15 J Ü D1 S C H E RUN DSC H A *J Seite 173 b;s 8000 Fuss Höhe erhob. Sechs Tagereisen von Nakura entfernt schlugen die Reisenden ein Lager auf* um von diesem aus das ganze Gebiet zu bereisen. Die Aufgabe der Expedition war die, festzusteilcn. ob das Gebiet für eine weissc Ackerbau- Kolonie geeignet ist, und ausserdem, die natürlichen Grenzen des Landes zu suchen. Das Gebiet hat ei.tc Ausdehnung von 5000 Ouadratmeilen Es ist 95 englische Meilen lang, und 55 englische Meilen breit. -15 Meilen laufen parallel der L'ganda-Bah 11 von der das Gebiet 20 bis •10 Meilen entfernt ist. Das Land ist ein Höhenplateau ohne ständige Bevölkerung. Vor etwa 25 Jahren wurde es von einem Stamm der Massai besetzt. Die einzige weisse Bevölkerung besteht augenblicklich aus drei Afrikandern. Nach Gibbons Ansicht gibt es in ganz Afrika kein gesünderes Land. Das Plateau ist geradezu ideal für eine weissc Ansiedlung. Moskitos gibt cs nicht und iettes Weideland ist im Überfluss vorhanden. Dass icdoch auch Gründe gegen die Niederlassung vorhanden sind, geht aus der Bemerkung Gibbons hervor, dass er mit den Argumenten für. und gegen die Niederlasstvig augenblicklich noch zurückhalten müsse. Im Süden hat das Land in den Kandis unangenehme Greiiznachbanu die gelegentlich Raubzüge in dis reservierte Gebiet unternehmen. Zweimal griffen sic die Farmen der vorerwähnten Afrikander au. und einmal machten sie aus dem Urwald heraus einen Angriff auf Gibbons Karawan*\ Es gelang ihnen, einen Teil des Gepäcks zu rauben. Die Kandis unieruahuw« ihre Angriffe stets aus dem Urwald Icraus. Gibbons hält es für durchaus notwendig, dass ihrem Räuberhandwerk ein Ende gemacht wird, damit die Eingeborenen anderer Stämme nicht auch zum Räuberhandwerk verlockt werden. Fr ist der Ansicht, dass die Ansiedler nur dann scher sein körnten, wenn diese Kandis durch eine Expedition zur Vernunft gebracht worden sind. So berichten die Zeitungen übereinstimmend nach einer Korrespondenz. Inzwischen sind wir in der Lage tu itzt! teilen, dass die Anslcdek! rugiinstigerc sind, dürfte bald 1>1 tau tvii• gsve:hä!t!ris$e jenes Landes noch erheblich Ss aus obigem hervorgeilt. Kühe res darüber Eine alte Ehrenschuld Eine alte Ehrenschuld, so schreibt die TÄGLICHE RUKD- SCHAU, ist vom Kultusministerium beglichen worden: der Charlottenburger Stadtrat und Syndikus der Aeltesten der Berliner Kaufmannschaft Dr. Ignaz Jas-trow. ist endlich zum ausserordentlichen Professor ernannt worden. Zwanzig Jahre lang hatte Jastrow an der Berliner Friedrich-Wilheinis-Universität als. Privatdozent gewirkt. Er hatte als Wirtschafts׳• Historiker begonnen und sich dann der Nationalökonomie zugewandt; auf beiden Seiten leistete er gleich Vortreffliches; an seiner Gelehrsamkeit war cbcn$ow׳enig Zweifel möglich, wie an seiner Lehrbefähigung. Trotzdem hat er. wie gesagt zwanzig lange Jahre im Schallen stehen müssen; erst als Achtundvierziger erreichte ihn letzt die Würde des Extra- Ordinarius. Über diese Zurücksetzung ist schon vor ein paar Jahren *im Reichstage Beschwerde geführt worden. Als bei der Gründung' des REICHSARBEITSBLATTES ein fiitcres, von Jastrow auf eigene Gefahr ins Leben gerufenes Institut matt gesetzt werden sollte, beklagte man mit Recht dass damit die Interessen eines ohnehin oft genug benachteiligten Mannes aufs neue geschädigt würden. Damals sprach Posadowsky das vielbeachtete Wort: Das Peichsamt ist leider nicht die Stelle, um wissenschaftliche Dienste zu belohnen. Ucbcrall verstand man die Anspielung nur im Kultusministerium nicht wo man sich noch anderthalb Jahre besann, bis man spät, sehr fcpät Jastrow’s wissenschaftliche Verdienste belohnte. — An Professor Jastrow wird eine Professur für Vcrwaltungswis- Seilschaft übertragen werden.” — Die Zurücksetzung Jastrow's hatte natürlich ihren einzigen Grund in seiner Eigenschaft als Jude. Rundschau der Presse DIE WELT bringt in Ko. H eine Würdigung Moses Hess' aus der .Feder A. Coralniks. — I)r. Pasm a 11 i k ־ Genf setzt seine ״Zeit- und Streitfragen im Zionismus'* fort mit einer Erörterung über ״Charter- oder Chowewe- Zionismus.“ —- In einer Skizze ..Golus und Zionismus” tritt Dr. Felix Pinkus entgegen anderen Anschauungen für die Diese ein. dass .,die Judennot in allen ihren Formen durch den politischen Zionismus, wie er im Baseler Programm iestk’elegt ist, gelöst wird.” — Dr. E. Sin'ionson veröffentlicht an der gleichen Stelle sein in der Berliner Zionistischen Vcremigung am 23. Februar gehaltenes Referat ״Zur Ostafrikalrakre‘‘ (Das Rösuniö der Diskussion erscheint bekanntlich in er J. R.). — Auf eine ,Antwort an Herrn Greenberg" von 'V. S c h a b o 11 n s k y kommen wir noch ausführlicher zurück. Das JÜDISCHE VOLKSBLATT (Wien) behandelt ln einem Leitartikel ln No. M das Thema ״Deutsche Juden — jüdische! Deutsche?” und zitiert dabei die von dem preussische::! Kriegsminister von Einem kürzlich gebrauchte Wendung I von dem ״Gegensatz bis tief in die Bevölkerung hinein,“ der zwischen Deutschen und Juden bestehe. — Dasselbe Blatt bezeichnet es als eine Geschmacklosigkeit Grecnbergs» dass er die Arier n Miss Oordon habe in einer Versammlung eine lange Rede halten lassen., in der sic ..aus verschiedenen Stellen in Jesaias und anderen biblischen Schrittstelicn klipp und klar den ,.Nachweis erbt ächte“, dass Uganda uns schon in der •Bibel prophezeit erscheint und unser Weg nach Pa- Uistina nur über Uganda, den modernen ״Goschen”, führen kann," Sollte das wirklich mit Wissen oder gar auf Voranlassung Mr. Grecnbergs geschehen sein, was wir einstweilen nicht glauben wollen, so wäre frei.licli der Ausdruck ״Ge- Schmucklosigkeit” reichlich milde. Verschiedenes Eine füdische Rcllglonsschule wird an; I. Mai von der Berliner jüdischen Gemeinde in C h a r l o 11 c n b u r g eröffnet. Die Stadtgemeiiide Charlottenburg hat zu diesem Zwecke geeignete Räumlichkeiten in der Getucindeschuie in der J o a» chimsthalerstrasse zur Verfügung gestellt. Alliance Israö’.ite Universelle. Das Zcntral-Koniitce bewilligte in seiner Sitzung vom 5. April KiOw Frcs. für die Notle'dctiden in Grodito und Minsk und für die in Moskau aus d*־r Mntukrhio i vVruinicletcii; ferner 10וי(י Frcs. zur Beschaffung von Mazzoth für die in Jap,״; internierten russischen Kriegsgefangenen. Der Auftrag nach Japan xwmle sofort durch mehrere dort vertretene Firmen telegraphisch übermittelt.. ,ו ־ ־..irr Nationalfond __ Sammlungen für den Nationalfond und andere zionistische Zwecke sind lediglich zu senden an den Schatzmeister des Zentra'hureaus, Herrn Max Wollstctner. Berlin NW׳, aj, r=r-,דד -■-=.״= Holsteiner l’fer 10. .——■r—- E. E, K., Breslau, nicht bezahlt genommenes Billct von Siivy Karger .. 0,^5 .Mk Jakob Dawidow; Breslau, dankt den Breslauer Zionisten für die Glückwünsche zur Barmizwah seines Sohnes.. 3,— , Familie M a j e r o w i t 3 0 h , Berlin, kondoliert Jakob H. Wagner, Berlin!,— ״ cand.phil. Edelstein, Hasmonaea, Danzig, verlorenc Wette ..... 3,— m cand. ing. Rechenberg, Hasmonaea, Dan2ig, . Skatgewinn . . . . . ־ J,— ’״ Derselbe, Sammlung . . . . ... . . . I,־־ » A. D z., Berlin, Hausvogteiplatz,. für holl., ind. Briefmarken ... 5, — , A. .Nt״ Berlin' .... 25,— ״ Walter Weigert, Hamburg, gratuliert Hermann. Hirsch zur Barmizwah seines Bruders .... 0,50 ״ Walter Weigert‘, Hamburg, aus sdindr National-* lond-Büchse pro März. 2,50 ״ Königsberger Zionistische Vereinigung. Dr. Pelz, verspätete Ablösung der Purimgeschenke zu . Ehret» von Dr. H o p p.e 3,—, Bernhard Isaak 0 w i t z , aus derselben Veranlassung 10,—, aus der gemeinschaftlichen Büchse von Dr. J a c o b i, Dr. Pelz und Dr.' Cohn 19,06, Frl. Gertrud 'Cohn 3,—, eine Me ziehe Schlossberg 0,52, 35,58, abzgl. 0,30 Porti .. 35,28 , Aaron Gurland, Cölhen, anlässlich seines bc- , standenen Examens.als Ingenieur, . .. . . . . 2,— , Statt Depesche an Ingenieur Aaron Gurland, Cöthcn, anlässlich seines Examens von einem Bckannten. 1,״ *־ Louis und Julia. Lamra, Berlin, an Stelle Telegramm zur Hochzeit Dubowsky- Dr. Fein stein .0,50 ״ S. S i 1 b e r s.t e i n , Berlin, früher in Hamburg ... 0,50 ״ Rabbiner Dr. .E. L e v y , Charlottenburg, statt Glückwunsch-Telegramm zur Hochzeit, Dr. Lc&zynski, . Berlin .. 0,50, ״ Sammlung Aron Jakob, Bcnfeld, auf der Hochzeit . Lehmann-Jacob.16,— ״ Sammlung Bernhard Neumann, Hannover, von Mitgliedern der Herren-u.nd Damen-Ricge der ״Jüdisehen Turnerschaft“, Hannover, bei einer gemütlichen Zusammenkunft. 2,50 ״

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