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Jüdische Rundschau · 1905-04-07 · Heft 14 (7.4.1905) · page 17

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
X (1905)
Issue
Heft 14 (7.4.1905)
Date
1905-04-07
Page
– (sequence 17)
Language
German
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No. 14 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 161 ,arten zulässig ist, insbesondere liier auf die Gründe, welche zu dieser Gesctzeäverletzung verle.tcn oder auch nur auf die Häufigkeit der wirklich vorhandenen Abneigung gegen den •Militärdienst, nicht geknüpft werden dürfen.“ Das gilt natürlich für die Juden so gut wie iür die Christen, und wenn sich nun unter den wegen Verletzung der Wehr- Pflicht Verurteilten ein verhältnismässig grösserer Prozentsatz von Juden al$ von Christen befindet, so liegt das eben daran, dass die Auswanderung der jüd'sehen Bevölkerung stärker ist als die der christlichen, und zwar in einem Grade stärker, der sogar einen weit höheren Anteil der Juden an den Verurteilungen wegen Umgehung der Wehrpflicht rechtfertigen würde. A1>er was kümmert das den Herrn, der sch mit Vorliebe auf den ..antisemitischen Gentleman" hinausspiclt. Zu der PoL'.tik unserer Antisemiten gehören Fälschungen von Tat- Sachen, wie zum Leben das tägliche Brot. Jüdische Katakomben Der Professor für christliche Archäologie an der Berliner Universität, Dr. Nikolaus Müller, ist mit der genauen Untersuchung und der Publikation der jüdischen Katakomben betraut worden, die man vor einigen Wochen an den Hügeln von Montevcrde. nahe bei der Eisenbahnbahnstation Trastcvcre iviedergefundeit hat, nachdem sic Antonio Bosio linde 161)2 zuerst entdeckt hatte und im IS. und 19. Jahniudert mehrfach Untersuchungen daselbst angestellt waren. Diese Katakomben liegen unter einem CoUe Rosaro genannten Weinberg, und hier wurde jetzt ein Eingang entdeckt. Der siebennrmige Leuchter, 'der vielfach angebracht ist, und die Formel .Schlafe in Frieden“ sprechen dafür, dass Mitglieder der jüdischen Trastcvcregemeinde hier ihre letzte Ruhestätte getänden hatten. Sellins Forschungen in Palästina Professor Dr. E. Sellin, welcher die erfolgreichen Grabilligen in Palästina auf dem T e 11 T a a n n c k zur Ausführung brachte, hat der Wiener Akademie der Wissenschaften eine Abhandlung über die im August des vorigen Jahres wieder unternommenen Forschungsgrabirrgen überreicht, welche besonders durch die Muuiiizcnz der Herren Anton Dreher und P. Ritter v. Sch oe 11er gefördert wurden. Die Arbeiten an der seinerzeit freigelegten Burg des kananitischcn Fürsten I s c h t a r w a s c h u r . sowie an den verschiedensten Stellen des (Hügels neu angelegten Probeschächten haben neuerdings wichtige Funde zutage gefördert. Besonders keramische Er- Zeugnisse aus den einzelnen historischen Perioden Palästinas bieten ein bemerkenswertes archäologisches Material. Einen bedeutenden Beitrag zur Kultur- und Rcligionsgesehichte ergibt die Aufdeckung eines eingestürzten spätkananäischen Hauses, das allen späteren Ausgrabungen entgangen war. Hier lagen neben vielen Geräten des täglichen Lebens die Leichen einer Mutter mit ihren fünf Kindern und ein fast komplett erhaltener Schmuck, der zum grössten Teile aus Gold bestehend. Es ist der erste Schmuck, der bis jetzt in Palästina gefunden wurde, und daher von hoher -Bedeutung. Zugleich lässt dies auf einen höheren Wohlstand bei. den Kanariern schliesseu als man bis jetzt auf Grund der Ausgrabungen angenommen hatte. Auch eine bronzene weibliche Götterfigur enthielt das Haus die unter den bis letzt in Palästina gefundenen Götterbildern einzigartig dasteht. Auf Grund vieler anderer überraschender Funde meint Professor Sellin, dass diese ganze sogenannte Burg eigentlich ein Heiligtum war. welches als solches zugleich auch das fürstliche Archiv in sich barg. Darüber werden aber nur die weiteren Grabungen ci.1c sichere Ent- Scheidung bringen. Von seltenem Werte sind jedoch die neuerdings in dem Gebäude des Ischturwaschur gefundenen Tontafeln mit lubylon'sehen Keilschriittexteii. Zu den im Jahre 1903 ausgegrabcucn vier sind!1111־ noch drei atrnühernd gut erhaltene und die'Fragmente von liinr anderen Tontafeln hinzugekommen welche Briefe und NameuslLsten enthalten. Die neuen Briete besagen, was der Fürst an Vasallenpfiichten nach Megiddo und Gaza zu leisten hatte. Sie wurden von Dr. Fr. H rozny entziffert und stammen aus der Zeit 1*100 vor Christi. Rundschau der Presse DIE WELT setzt In No. 13 die Artikelserie von Dr. P a s m a 1־ i k - Genf fort über ״Zeit- und Streitfragen mt Zionismus“. Dort wird ansgeführt, dass wir, um den Tevritorialisnms zu beseitigen, der das Produkt der Massencmigration und der drohenden Schliessung der Immigrationsländer sei, ..d i c K o i o n i s a t i 0 n :11 Palästina mit den Nebenländern so schnell als möglich 11 e g i 1!!1 e n“ müssen. Daun wird auf den Vorschlag W a r b 11 r g s hingewiesen der sagt: ״Hingegen {gegenüber der Unmöglichkeit, viel von dem Ostafrikaprojekt zu erwarten) gibt es eine Möglichkeit der Massenkolonisation in relativ kurzer Zeit, die einerseits vom zionistischen Standpunkt aus keine» 1 Widerstand erregen kann, andererseits auch relativ leicht durchführbar ist, nämlich die Indische Kolonisation in Nordsyrien auf Grundläge der Baumwollkultur im Gebiete der Bagdadbahn." - Au der gleichen Stelle erscheint Kapitel III der Abhandlung von Dr. Leopold Kahn über .,Türkische Boden rechtsv e r h ü I t n i s s e". Diese Artikel seien allen den Zionisten zur Lektüre empfohlen, die sich iür praktische Arbeit in Palüstina interessieren. ALTNEULANP. unsere unter S o s k i n s Redaktion so erfretilich gedeihende Palästina-Zeitschrift, bringt in Nr. 3 ausser einer Reibe interessanter Notizen und den üblichen Marktberichten usw. einige grössere Arbeiten. Als erste einen Aufsatz von Dr. Heinrich L o c w e über die Stadtschule in Palästina, dem sogar bereits ein Stundenplan dieser Zukunftsschufe beigegeben ist; ferner schreibt Dr. Sandler über die Lepra in Palästina, und Dr. Pasmanik setzt sich in längere! Ausführungen für die Siedelimgsgenosscnschait nach Oppenheimer ein. Sodann ist von zwei neuen Zeitimgsgriiudungcn zu bcrichten. Die Zionistische 1־Öderation Argentiniens gibt in Buenos Aires ei 1 neues Organ DER ZIONIST (im Jargon) heraus; und die Belgische Ziomsten-Füderatlon übersendet uns eben die erste Nummer der HATIKWAH. Monatsschrift der Belgischen Zionistcn-Eöderation, Revue rncnsuclle de la Federation Sioniste Beige. Das zweisprachige (deutsch und irnizösische) Blatt macht äusserlich und inhaltlich einen recht guten Eindruck. Ein ..Brief uit Holland'־ von Dr. J. H e n - Amsterdam sagt unter anderem: ״Trauriges Bild unseres Volkseleudes. dass e» 1 jüdischer Holländer (»der holländischer Jude deutsch reden soll für belgische Juden — welch ein ungesottcucr Mischmasch vo! nicht weniger als vier Völkern. Verschiedenes Die Bureauassistemen der jüdischen Gemeinde Berlin sinJ beim Gcmeindevorstand um Verbesserung ihrer Gehälter eingekommen, die bedeutend niedriger sind, wie die der Bureauassistenten des »Magistrats der Stadt Berlin. Aus London wird berichtet: Hier fand am letzten Sonntag in der grossen Wcsteud-Synagoge die Enthüllung einer für U.iihundertmidvierzig im südafrikanischen Kriege gefallene jüdische Soldaten errichteten Gedenktafel statt. Lord Roberts war Ijci der Feierlichkeit zugegen und bcmerkte, dass alle regulären Waffengattungen, sowie die Kolonialtruppen Südafrikas, Kanadas und Australiens unter den englisch-jüdischen Gefallenen vertreten waren. Aus Madrid wird gemeldet: In Toledo wurde in einem Hause der Calle de las Tornerias eine Synagoge arabischen Stils aufgedeckt, die vor die bekannte Toledaner Moschee hl Christo de la Luz aus dem XI. Jahrhundert zurückdatiert. Das Grundstück, wo der interessante Fund gemacht wurde, gehört dem Marquis de la Torecilla. de-scii Kunstsinn sachgcmässc Freilegung des Baudenkmais verbürgt. . flas BAYRISCHE VATERLAND schreibt: ״In Wien leuerte die studierende Judcuschicks Rachel Wein auf ihre ebenfalls stud'erende Landsmännin Silber zwei Revolverschiisse ab. ohne zu trefien. Motiv: Eifersucht.’• Es wird doch herrlich bestellt sein um ein Land, in dem die .,Judenprcssc" einmal nicht existieren wird und öas seine geistige Nahrung ausschl cssi.ch aus solchen Blättern von unverfälschter arischteutonischer Eigenart schöpfen wird. —Nationalfond —— Sammlungen Iür den Nationalfond und andere zionistische Zwecke sinJ lediglich zu senden an den Schatzmeister des Zentralbureaus, Herrn Max Woltsteincr. Berlin NW. aj, .~ Holsteiner Ufer tO. — - ־— ׳״ ׳■■ Elsa Gumpcrz, Htldesheim. 3,— Mk. Königsberger Zionistische Vereinigung. M. Wolfsohn, nachträgliche Purimgabe-Ablösung zu Ehren von Dr. Hoppe 5,—, M. L i f s c h i t z , beim Umzug 5,-, N. N., durch Wolfsohn 2,Frl. Thal, Ablösung der Purimgeschcnkc 2,—, William Arnsdorf, Hartenstein 2,—, Im Apollo-Theater 0,25, Sambursky & Frau, gratulieren S. G o 1 d* berg Kibarti, anlässlich des Familicn-Zuwachses 0,50, Rechtsanwalt Abrahamsohn, Sensburg, und seine Braut Frl. Jenny Wolpe, Kuss, danken herzlichst für die ihnen dargebrachten Glückwünsche 20,—, Nationalford Büchse im Hotel .Masie, Hintere Vorstadt Nr. 61 6,—.zus.' 41,6ל Mk.

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