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Jüdische Rundschau · 1905-03-10 · Heft 10 (10.3.1905) · page 14

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
X (1905)
Issue
Heft 10 (10.3.1905)
Date
1905-03-10
Page
– (sequence 14)
Language
German
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No. JO. Seite HO. _ JÜDISCHE RUNDSCHAU. Rundschau der Presse DIE WELT veröffentlicht in No. 9 an leitender Stelle einen Artikel von Dr. Pasmanik־Gcnf über ״Zeit- und Streitfragen im Zionismus•‘, der zu dem Schluss kommt, dass 1״. Von allen möglichen und unmöglichen Territorien Paiästina mit den Neben ländern das beste, günstigste und entwicklungsfähigste Territorium ist; 2. tatsächlich Palästina mit den Nebenländern mindestens eine gleich günstige — sogar in Bezug auf den Beginn der Arbeit — Antwort auf die Not der jüdischen Masse gibt, als irgend ein anderes noch unkulti• viertes Territorium; 3. d;c integrale Autonomie des jüdischen Gemeinwesens — nicht bloss in juristischer, sondern auch in wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht — nur in Palästina möglich ist; 4. der ostafrikanische Plan — auf den ja die Territorialistcn tatsächlich bauen — keineswegs berufen ist, die auf ihn gesetzten Hoffnungen zu erfüllen “ Dann fährt er fort: ״Es handelt sich aber nicht bloss um einen theoretischen, sondern hauptsächlich um einen praktischen Beweis d i. der siebente Kongress muss alle die Massregeln ergreifen, die den Beginn der praktischen Arbeit markieren sollen.“ Der GENERALANZEIGER FÜR DIE GESAMTEN IN- TERESSEN DES JUDENTUMS bringt in Nr. 10 einen Artikel ״Der jüdische Frauenbund־‘ von Bertha Pappenheim- Frankfurt a. M. der die Ziele und Bestrebungen des neugegründeten Bundes, über den wir früher bereits ausführ־ lieh berichteten, auseir.andersetzt. In den MITTEILUNGEN aus dem Verein zur Abwehr des Antisemitismus finden wir in dem Bericht über ein Referat des Herrn Justizrat Reinbacher folgende Sätze: ״Der Antisemitismus ist einmal da. und diejenigen, welche sich offen dazu bekennen, sind unsere schlimmsten Feinde nicht, denn alles, was sie hervorbrin;en, läuft auf eine Phrasendrescherei und auf ein demagogisches Gehetze hinaus. Aber gegen das stille, gegen das latente Gift, des unsern Volkskörper erfasst hat, und das namentlich in den akademisch gebildeten Kreisen, im Ofiizierskorps und im höheren Beamtentum um sich frisst, gegen diese unsichtbare und docli so dienstbare Macht im Dienste der Reaktion, ist sehr schwer anzukämpfen “ Die Einsicht beginnt also doch auch in gewissen Kreisen nun zu dämmern, obwohl natür'-'ch unmittelbar danach der Liberalismus wieder als Allheilmittel angepriesen wird. In der HASCHKAFA teilt deren Redakteur Ben- Jehuda mit, dass er sich von dem in Palästina bestehenden Komitee zur Erweiterung der hebräischen Sprache zurückziehe, und zwar weil er nicht zum Präsidenten dieses Komitees gewählt worden ist. — Es ist an sich anerkennenswert, dass jemand mit solcher Offenheit seine Eitelkeit aller Welt erzählt, aber wenn einer, dem eine Sache Herzensbedürfnis ist, aus solchen Gründen sie zu verlassen imstande ist, so ist er offenbar doch von den anderen Komiteemitgliedern durchaus richtig eingeschätzt worden, als sie ihn nicht wählten! Wir lesen in den ALLDEUTSCHEN BLÄTTERN: ..Eine amtliche Stimme über die deutschen SledclunKcn In Palästina. Der Konsul Keller in Haifa schreibt über die deutselten Siedelungen daselbst im HANDELSARCHIV 190-1 folgende bemerkenswerte Zeilen: ״Über die europäischen Ansiedlungen und deren Betrieb wf.rc noch zu bemerken, dass es namentlich die deutschen Siedelungen in Palästina sind, durch welche der Beweis geliefert wurde, dass Acker- und Gartenbau in diesem Lande noch eine grosse Zukttnit haben. Als vor etwa 34 Jahren die hiesige deutsche Sicdchng gegründet wurde auf einem ganz wilden Gru :dstitck. das viel Felsen und wenig Boden, aber den Vorteil hatte, dass cs ein gesunder Ihmkt war, da begegneten unseren Ansiedlern grosse Schwierigkeiten. Doch ihre Geduld und Ausdauer wurde re ehlielt belohnt: die meisten von ihnen sind durch ihren Fk-iss wohlhabend geworden, woiiir schon ein Beweis sein mag. dass hei einer Gesamtzahl von etwa *90 Familien keine wirklich unterstützungsbedürftige sich hefitdet. Die Ansiedler können ihre Erzeugnisse richtig verwerten und sind bestrebt, die Erträge zu steigern. So ־/. B. erzeugen sic auf der H«i!1e des Berges Karmel von den feinen TraiAien. die dort wachsen, hauptsächlich rote Affenthaler, und vvcissc Riessling. Jetzt auch schon alkoholfreien Wein, welcher bei den Morgenländern mit Wasser vermengt als labende Erfrischuug sehr gesucht ist. Dieses Erzeugnis ist zuckerhaltiger als das von den Trauben io Deutschland zubcrcitete.“ — Nach diesem schönen Zeug is wird sieh hoffentlich niemand mehr ohne besondere Sach- und Ortskenntnisse über deutsche Siedeluugen in Palästina in alisprecheudcr Weise üussern.“ Verschiedenes Über eine aus der BRESLAUER ZEITUNG entnommene Notiz, wird uns von zuverlässiger Seite gesell riehen: ״Rotschild soll in Kanada grosse Strecken Landes aiigekauft haben zur Ansiediung für Juden. Die Notiz, die auch in der B. Z. AM MITTAG stand, ist total erfunden. Sie rührt von folge!dem Vorfall her: Am 9. Februar wurden durch verschiedene jüdische Organisationen ca. 450 Auswanderer nach Kanada gesandt. Für diese soll bei neuen Eiseubaubauten. bei denen die Rothschilds stark beteiligt sind und vielleicht mit Hilfe der Rothschilds bei den Bauten Arbeit gefunden worden. Das ist alles. Die Auswanderer berührten Ratibor (daher SCHLES. ZEITUNG) und Ruhleben (daher B. Z. AM MITTAG).- - ■ ■׳■ — Nationalfond. «== Sammlungen für den Ndüonaifond und andere linnistisctic Zwecke sind nur noch an Jen Schatzmeister des Ze!!11.־׳- büros, Herrn Max WolUielner, Berlin NW. Hol.lein.•r ... -—- Ufer 10, zu senden. -—׳——--— Mitglieder ־ Versammlung der Berliner Zionistischen Vereinigung am l. III. 05 . . . . 6,45 Mk. Genera! - Versammlung der Berliner Zionistischen V e r ein i g u n g am 2. HI. 05 .... 16,15 ״ H. B., Berlin, .Vischeberach.!י — Stud. K., Berlin, für ein Frühstück bei H. B. 3,’— * David Struck, Berlin, anstatt Telegramm zur Hochzeit Rabbin.r Dr. Cohn• I tzkows» y . . , . 0,50 s Lazarus Barth. Messingwerk, gratuliert Leo Reichenbach, Thale, zur Verlobung .... 0,5) , Statt Telegramm ar. den ,Jüngsten Referendar* Siegfried N 0 t h rr. a n מ , Breslau, von seinen Litern 0," >, von Familie S. Nothmann 0,50, von der Zion. Ortsgruppe Gross-Strchlitz 0,50, von L. A n g r e s s O 50.zus. 2,— ״ Br. N . s, Harter.gewinn.!,— י Versammlung der Berliner Zionistischen Vc r e i ה i g u n g , Bezirk Osten, 9. II. 05 .... 2,10 ״ Versammlung de׳■ Berliner Zionistischen Vereinigung, Bezirk Osten, 16. II. 05 . . . 7,45 , L. B., Schreibgebühr.!,— י Frau Lina Wagner-Tauber, Berlin, Challahgcld . 2,— , L. H., l'fcnnigsammlung. 1,50 , Sammlung im Restaurant Bau mann, Berlin . . 3,30 , Versammlung der Berliner Zionistischen Vereinigung am 23. II. 05 . 7,75 . sert Rocsel, Berlin, anstatt Telegramm zur Hochzeit RabbT.er Dr. Cohn-Ra witsch. 0,50 י Adolf Hamburger, Breslau, aus Freude über einen Brief ans Königsberg. 0,50 , .VationaFond-Spendc von Max Lcwin, Zabrze, auf Veranlassung von Dr. Lcow-Zabrze. 2,50 , Nora Cos man, Berlin, gratuliert Frl. Else Neumark zum Geburtstage. j,— . Frau Dr. Goitein, Heidelberg, anstatt Telegramm zur Hochzeit G o i tei n •T e i n o w i t z. 0,50 ״ M. Mark, Heidelberg, gratuliert Frl. RahelGoitein zum bestandenen Examen. 3,— , M. Mark, Heidelberg, Sclbstbesteuerung .... 10,— , Jüdisch-akademischer wissenschaftlicher Verein , Ze f 0 ז Zion*, Friedberg i. H, Sammlung im Laufe des Semesters.23,— ״ Joseph Salz mann, Danzig, Arbitrage-Honorar . . 4,— ״ Nora C o s ni 1 n , Berlin, gratuliert Leo R c i c h c n b a c 11, Thale, zur Verlobung mit Frl. Selma N u s s b a u m , Fulda. 0,50 , י o p h i c Saul, Berlin, Sammlung beim Vorträge des Frl. Nora C o s m a n. 1,— ״ Sichel, München, anstatt Telegramm zur Hochzeit Dr. Straus-Goitein (unliebsam verspätet) . . 0,50 , Gertrud u. Hans Le vy, gratulieren dem Diplom- Ingenieur A. Berlowitz zum bestandenen Examen 1,— , Minna Adler, Köln, anstatt Telegramm zum Gcburtstage von Frau Dr. Carlebach. 0,50 , Aus München: Natioralfond-Büchscn pro Februar : Restaurant .Mü 1 Jer- ׳ LuJ.u'g Mayer . L-- » E h c c n c e ic h . , Caud. jur. Hirsch _ י* * י"* Restaurant Jochs- Land. jur. T h c i 1 - b e rg c r . . . 1,50 , h e i m e r . , . O _ ן וי• Dr. S. Kose h land 1- . Cand. mcd. Asch 1,50 . Land. mcd. Sichel 3,50 . C'and. ehern. Da Iberg - Lc vien . ־־%• Weigert . . 2,50 . Lobatz . . . . 1,— , In der General -Versammlung der Zionistischen Ortsgruppe München. 3,50 , Beim Vortrage von Oscar Martnorck.47,95 ״ Ludwig May er, Sammlung bei Ambrun n . . . 1,55 ,

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