Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- X (1905)
- Issue
- Heft 10 (10.3.1905)
- Date
- 1905-03-10
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 10. JÜDISCHE RUNDSCHAU. Seite 105. Gewinn- und Verlust-Conto per 31. Dezember 1904. Dt L. s. d. Lt* s. d. An Saläre. ״ Miete, Heizung und Bc- Beleuchtung .... 3 810 13 1 950 to 4 » Schreibmaterialien . . . 168 17 1 , Porto und Telegrammspesen 239 18 1 י Bureau-Spesen .... a Wechselu. Chequebücher- 258 8 8 Stempel. 66 6 10 ״ Spesen für Aktien-Verkaufe 116 2 8 י Annoncen. 134 6 2 p Diverse Versicherungen . 145 14 9 י Ausserordentliche Spesen , Gebälter und Spesen an 337 6 4 Agenten auswärts . . 570!8 3 י Advokaten und Revisions- Gebühren . 141 18 4 ״ Mobi!iar*Abnutzung . . . 64 7 1 , Einkommen-Steuer . . . 399 11 11 ״ Spenden und Almosen . . 19 14 10 ״ Abschreibungen .... 216 18 9 , Reserve für Dubiose . . 700 — — 8 341 13 2 , Netto-Gewinn. 6 348 2 8 L. 14 689 15 lü Cr. L. s. d. L. s. d. Per Gewinn aus Bankgeschäften: Aus Diskonten. 10 050 5 8 1 Zinsen *••••• 3 075 4 o , Provisionen .... 1 126 6 9 14 251 16 7 י Realisierter Kursgewinn 409 19 6 י Transfer-Gebühren . . 27 19 6 L. 14 689 15 10 Zur Situation im Zionismus Von Dr. Theodor Zlocisti. II. Indem ich auf die drei Arbeitsrichtungen für die Zionisten — nationale Erziehung in der Diaspora, politische Arbeit und kulturelle und wirtschaftliche Tätigkeit in Palästina — wiederum hinweise, bin ich mir durchaus im Klaren darüber, dass das keine profunden Oifenbarungen sind. Es ist nichts Neues woran ich wieder erinnere. Und es soll es auch nicht sein. Im Gegenteil! Es schien mir wichtig, in einer Zeit, da neue Tendenzen sich in unserer ■Bewegung bemerkbar machen und allerlei in ihren Ursachen durchsichtige, in ihrem Wesen aber unklare und unruhige Einseitigkeiten den lebendigen Geist ttnserer Gemeinschaft einuna abzuspüren scheinen, nochmals an reit, sie zu verteidigen mit ihrem Leben. Deiner haben alle vergessen, nur ich nicht. Darum folge mir, ich führe dich sicher.“ ״Und was soll ich? — Siehe, ich glaube nun zu wissen, was werden wird. Der Brand Jerusalems soll sich fortpflanzen von Stadt zu Stadt, von Land zu Land. Allüberall, wo Israel weilet, soll es untergeben. Die alte Weissagung will sich nicht erfüllen. Der Gott Israels hat anderes beschlossen. Antioclieia soll beginnen, Damaskos wird nicht zögern, Ephesos und Sardes folgen, warum sollte Javan schwcigen, wenn Aram seinen Mordruf erhoben? So lass mich hier meinem Schicksal entgcgenschen. Ich sah Untergang genug.“ — ״Wenn du feige geworden, Atnnon, spricht das Mädchen־ mit mächtiger Stimme, wenn das Fett der Knechtschaft schon dein Herz umwachsen: so lass dir sagen, dass cs gilt: Syrer zu töten, Römer zu morden! Was Rettung? Nicht gerettet wollen wir sein — aber gerächt! Noch die fernsten Geschlechter, die, so einst stehen auf dem Grabe Roms, sollen sagen: so ging Juda unter! so fiel es Verderben verbreitend dem Verderben in die Arme! Komm, Mann, dur sollst die Jünglinge wieder zur Schlacht führen, die Helden die Oanzheit unserer Bestrebung zu mahnen. Mit dem Zionismus geht es nicht anders als mit allem, was aus Menschensecle geboren ist und Menschenseele ist: Es ist nicht so oder so. Es ist so u n d so! So formlos und roh dieser bismarcksehe Satz klingt, so schwer wird es vielen, zu dieser Erkenntnis zu kommen. Fort mit allen Scheuklappen! Die wir die Lage des Zionismus erkennen wollen und in heiliger Sorge die Gefahren bannen müssen, wir sollen frei umnerblicken können. Zehn Jahre intensivster Arbeit und hastiger Geschichteentwickhng liegen hinter uns. Wir sind in der Zeit weitergeschritten und es ist nur natürlich, dass wir auch innerlich gewandelt worden sind. Psychologisch versteht es sich leicht, dass ein Dezennium persönlichster Arbeit in einer spezifischen Bewegung den ganzen Menschen nur auf diese Bewegung einspannt. Die näheren Interessen, die sich aus diesen fast dienstlichen Friktionen ergeben, lenken nur zu leicht den Blick in eine Richtung. Je weiter wir uns auf dem Wege befinden, immer das grosse Ziel vor Augen, um so stärker ist die Möglichkeit — die Gefahr! — dass wir den Ausgangspunkt vergossen; die Quelle, aus der wir die Kraft zu neuem Wollen geschöpft. Auf diese Quelle aber hinzudeuten scheint mir ein dringendes Postulat, Um die fetzt sich vor aus auftürmenden Schwierigkeiten glücklich zu nehmen. Der Zionismus steht im Augenblick, vor der grossen Gefahr, eine Partei zu werden. ParteÜebcn ist sicherer Tod. Das lehrt uns aller Parteion Geschichte. Sic sterben wie an der Erfüllung, so an der Verpflichtung ihrer leitenden Idee. Und das erste Anzeichen ihres Alterbrandes ist. wenn versucht wird, einen neuen Inhalt in die alten Formen hineiuzupumpen. An der Stelle sind wir fetzt angelang{. Wir müssen über sie hinwegkommen. So lange wir von Schlechtgelaunten zur Partei gesternpelt wurden, konnten wir darüber hinwcgschen, wenn cs uns auch wehe tat. Die Motive, die jene Aussensitzcr. Unzufriedenen. Abtrünnigen und Schmoll er dahin führten, uns als erstarrte Partei anzucrcifen. liegen klar zu Tage. Was als Erklärung des Abfalles gegeben würde, dass der Zionismus dogmatisch versteinert und taktisch verrannt war, war nur ein Trick. Eine Art geschickt arrangierter Selbstcntschuldigung vor dem eigenen Gewissen und der eigenen *־־ Ueberzeugung. Sie klammerten sich an die äusseriiehe Tatsache unserer Organisation. Der Zusammenschluss der Gleichgesinnten. die zu einem gemeinsamen Endziel strebten, war aber nur in Formen möglich, die parteilichen Charakter tragen. Und die Versuchung lag für manche nahe, die ihrer Struktur nach geborene Bezirksvereinlcr sind, in der notgedrungen ge'schaffeneu parteilichen Form das Wesen des Zionismus zu erblicken und ganz darin atifzugehen. Allein konnte man diese schmerzliehen Nebenwirkungen, die sich bei einer so grossen Anhängerschaft nie ganz vermeiden lasse!, schliesslich noch hinnehmen, so erwächst uns direkt eine Gefahr, wenn ietzt von denen, die sich als die Gcneralpachter des Zionismus gericrcn, die zionistische Bewegung dogmatisch fcstzulegen versucht wird. Da scheint es dringendes Gebot wieder darauf hinzuweisem dass der Zionismus nicht eine Partei im Judentum ist, sondern das Judentum schlechtweg. Das Judentum unter• wegs! Wir sind nicht eine Partei, die sich national nennt. zur Verteidigung. Ich gebe dir Mauern, bring du dein Schwert!" ... Und mit fester Hand ergriff sie meine Rechte, und zog mich fort. Aus einer Nische holte sie Helm und Schwert und Lanze. Dann führte sie mich durch den Hof in verfallenes Gemäuer. Mitten unter Trümmern war eine Falltüre geöffnet. ..Siehst du. sprach sie. hier bin ich hereekomnicn. Steige mit mir in den Schoss der Erde. Unter den Wellen des Orontes hinweg führt dieser Gang dich in das Herz der Stadt. Wenn wir hinaufsteigen, befinden wir uns im Hofe unseres Heiligtunts. Einst war dies ein Tempel der Diana, und die Priester zu heimlichem Gebrauch, gruben sich hindurch bis in das Haus der Priesterinnen der Daphne. Seleukos übergab es unterem Gcschleehte. und unlängst erst ward der verschüttete Gang von uns aufgefunden und gereinigt." Wir schritten eilends vorwärts. Schw׳eigen des Todes umgab uns. Plötzlich veriosch zischend die Fackel, von hcruntersickerndem Wasser getroffen. ״Gleb mir die Hand, Amtion, spricht schnell das Mädeben, feit!eite dich. Israels Söhne und Töchter sind Brüder und Schwestern, und wo sie wandeln durch das W . . V