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Jüdische Rundschau · 1905-03-03 · Heft 9 (3.3.1905) · page 15

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
X (1905)
Issue
Heft 9 (3.3.1905)
Date
1905-03-03
Page
– (sequence 15)
Language
German
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No. 9. JÜDISCHE RUNDSCHAU. Seite 99. Alliance I s r a c 1 i t c Universelle statt. Den Derieht über die Tätigkeit des Alliance, insbesondere im Jahre 1904. wird Juustizrat Dr. Heinrich Meyer Cohn erstatten. Gäste, die durch Mitglieder ein geführt werden, sind, willkommen. Karten stehen auf dem Bureau, Oranienburgcrstr. 42. zur V e r f ü g u 11 g. Aus ״Hohensalza“ ln Holiensalza (sprich: Inowrazlaw.) hat der .Verein für jüdische Geschichte und Literatur. Aclmsath-MereinT', sein Verei s.'est gefeiert. Der Herr Rabbiner hat in einer Lestrede die Bedeutung des Festes vom religiösen Standpunkt aus beleuchtet, und zur näheren I5,1־strati״n iührten Mitglieder des Vereins den Einakter ״Die M ä n n c r e!11 a u z i p a t i o n im Jahre 2000״’ auf. Kanu man von einem Verein für jüdische Geschichte und Literatur mehr deutschen Kosmopolit .!Ismus verlangen? Wahrlich, die Judenschaft von Inowrazlaw hat allen Anspruch, in der Geschichte des Judentums am An* fang des 20. Jahrhunderts ehen Ehrenplatz zu erhalten. Rundschau der Presse DIE WELT enthält in Nr. S interessante Mitteilungen über jüdische Parteiungen in Ungarn lind über das Verhalten des EGYENLÖSEü, des Organs der ..Magyaren mosaischer Konfession". — Das FRANKFURTER ISRAELI- TI SG iE FAMILIENBLATT bringt unter den! Titel .D i e lea und ihr Tun" den Protestbrief des Lidacr Rabbi• icrs und Vorsitzenden des ״Misrachi". Reines, gegen die Aufhebung der Chederschuleu in Palästina. Reines sicht darin eine ״systematische Verdrängung des Judentums" und schreibt weiter: ״Zwei Wege sind es. die aus dem Dilemma führen: lintweder Sie gestatten den Oesctzvstreucii. für ihre eigene Rechnung Chederschuleu •zu gründen und verzichten auf Ihre hislier geübte Praxis, ihnen für diesen Fall mit Vertreibung aus den Kolonien und der Entziehung der Unterstützung zu drohen oder Sie gewähren den Gesetzestreuen Platz in der Leitung der Schule, damit sic den Gang des Unterrichts überwachen können. Wir nehmen keinen Anstand zu sagen, dass der letztere Weg der empfehlenswertere ist, weil so Trennung und Einseitigkeit vermieden wird und die Erziehung cTtheitlich sein wird. Zu einem dieser beiden Wege müssen Sie sich bcqucnien; aber glattweg die religiöse Richtung.zu unterdrücken, das ist mehr als Unrecht, das ist eine geistige 111 - au isit ion!“ Unter dem Titel הטבע‘ ü"nn. Das Leben und die Natur, erscheint in Wilna eine neue Jugendzeitting in hebräischer Sprache. Die Zeitung hat zwei Abteilungen: für Kinder leichte punktierte und für die reifere Jugend an Inhalt etwas schwicrigere tnd unpunktierte Texte. Der Inhalt dieses ersten Heftes, das uns vorliegt, sowie dessen Illustrationen entsprechen in jeder Beziehung den Bedürfnissen der jugendlichen Leser beiderlei Alters und die Mitarbeiter bieten die Gewähr, dass die Zeitung sich auf der Höhe ihrer Aufgabe halten wird. Wie bekannt sein dürfte, herrscht zwischen den polnischen und Hthauischen Juden ein Antagonismus, der natürlich die Interessen unseres Volkes nicht fördert. Folgende Tatsache dürfte jedoch •auch die Kenner russischer Verhältnisse überrasclit haben. Die Vorsteher der Warschauer Gemeinde (Polen mosaischer Konfession) wollen, wie ihr Organ, der IZRAELITA, meldet, bei der Regierung eine Eingab», machen, in der sie nichts weniger verlangen, als dass bei Verleihung von neuen Rechten oder Inkrafttretung der alten Privilegien (die von der Regierung aus verschiedenen Gründen nicht innegehaltcn wurden), die in Polen geborenen Juden bevorzugt werden, während die aus Lithauen oder andern russischen Provinzen eingewandertei; Glaubensgenossen die Erleichterung nicht gemessen sollten. Eine herrliche Bliite der Assimilation, von der leider auch unsere östlichen Brüder nicht verschont sind. Verschiedenes Im Aufträge des königl. Provlnzialsehul!■ ollegiuni* sind folgende Anfragen 0.1 die Eltern der jüdischen Schüler und Schülerinnen der höheren Schulen in Berlin gerichtet worden: 1. Gehören Sie der Berliner Synagogengcnieinde an? 2. Gehören Sie einem anderen jüdischen Gcmeindeverbande an? •■b Haben Sie Ihren Austritt aus der Synagogengemeuide erklärt, 4. Sind Sie aus dem Judentum ausgetreten? — ns ist nicht recht ersichtlich, welcher! Zweck diese Anfragen haben. Vor vier Jahren wurde in der Nähe von Minsk eine jüdische landwiitsciiaftliche!־'arm gegründet zu dem Zwecke jüdische Kinder zu Ackerbauern zu erziehen. Da die Unterrichtszcit vier Jahre dauert, so wurden am 2. Februar ium ersten Male fertig ausgebiidete Zöglinge entlasse 1. Bei dem vor der Entlassung ungehaltenen örentlichcn Examen erwiesen sich die erreichten Resultate als höchst befriedigende. Aus der ״guten Gesellschaft“ von H o in c t wurde dem Gerichtspräsidenten, unter dessen Vorsitz die mit!russischer Gerechtigkeit geführten Verhandlungen in dem Kravvallprozcss stattfanden, eine mit mehr als dreissig Unterschriften verseltene Dankadresse überreicht. — Wahrscheinlich hatten die Unterzeichner Grund, dem Gerichtspräsidenten dankbar zu sein. Personalia Unser geschätzter Gesinnungsgenosse. Herr R echt sanwalt D r. Victor in Wandsbeck hat seinen Vater durch den Tod verloren. Wir sprechen ihm hierzu unser aufrichtigstes Beileid aus. Unser Gesinnungsgenosse Herr N. M a r g u I i c s in Ham- Inirg feiert mit seiner Gattin am 2. März das Fest der silbernen Hochzeit. Wir sprechen hierzu Frau und Herrn Margulics unseren aufrichtigsten Glückwunsch aus. Herr Margulics war irüher Vorstandsmitglied der Ortsgruppe Lübeck und ist jetzt Kassenwart der Ortsgruppe Hamburg, sowie Vertreter der Ortsgruppe im Verfcandsbureau der Hansestädte. Auch als hebräischer Schriftsteller hat sich Herr Margulics einen Namen gemacht. Herr Dr. Isaac Stein aus Harburg (Bayern) ist einstimmig als Rabbiner nach M e tu e l gewählt. "־Fi Sprechsaal 1—r För die *Mitteilungen an dieser Stelle übernimmt die Redaktion nur die pressgesetzHche Verantwortlichkeit. Durch einen Teil der Presse ist die Notiz gegangen. Herr D r. Nathan habe sich im ..Milfsvercin־‘ gegen den Zionismus ausgesprochen. Herr Dr. Klee ersucht uns uni den Abdruck folgenden Briefes des Herrn Dr. Nathan vom 27.11. an ihn: Sehr geehrter Herr! In dar WELT AM MONTAG vom 27. Febr. findet sich ein kurzer Bericht über die Mitgliederveriammlung des Hilfs- Vereins der deutschen Juden. Dieser Bericht enthält auch die Stelle: ״Dr. Nathan nahm bei dieser Gelegenheit gegen die zionistische Bewegung Stellung.“ Die Judenfrage könne nie durch Auswanderung gelöst werden. Dazu sei die Zahl der Juden viel zu gross.“ Richtig ist, dass ich gesagt habe, die osteuropäische Judenfrage könne durch Auswanderung nicht gelöst werden. Dazu fehle das Geld und dazu fehle das Land, wohin die betr. Personen zu befördern seien. Ich habe aber in keiner Weise mit diesen Ausführungen gegen den Zionismus Stellung nehmen wollen; ich habe das Wort Zionismus überhaupt nicht in den Mund genommen, und meine ganzen Ausführungen entbehrten absolut einer polemischen Spitze. Freilich ist es meine Ueberzeugung, dass eine Auswanderung von Millionen nicht in Frage kommen kann - zurZeit in keinen Fall — ob jemals, darüber brauchen wir uns den Kopf nicht zu zerbrechen, da wir Gegenwarts- Politik zu treiben haben. Injedeni Falle liegt mir daran. Ihnen und Ihren Freunden gegenüber klar zu stellen, dass die Mitteilung in der WELT AM MONTAG eine absolut falsche ist, und sie wird Ihnen bei meinem bisherigen Verhalten gegenüber Ihren Bestrebungen als innerlich durchaus haltlos erscheinen müssen. Mit freundlicher Empfehlung in grösster Hochachtung Hilfsverein der deutschen Juden. Paul Nathan. V =■» Nationalfond. —== Sammlungen für den N'ationalfond und andere zionistische Zwecke sind nur noch an Jen Schatzmeister des Zentralbüros, Herrn Mas Wollstetncr, Berlin NW. aj, HoMeiner --—.———• l|1*r 10, zu senden. ---- Willi Papel - Mobrin und Rechtsanwalt Jacob* sohn-Lübcck d?r.ken hcrzlichst für Verlobungs* g’üclwünsche der Zionistischen Ortsg r u p p e Lübeck, dtm z onistischcn S'air.mtisch im Kaffee Ott in Hamburg, D. Dr. Klee, Müh* s a m , H a n t k e - Berlin, D. Dr. Kalmus und Vax Levy, Leo Michael, S. Maigulies, A b ra h a m Hamburg urd Rechtfnnwalt Gronemann in Hanne ver.10,־— Mk. E. L. u. A. S, Zabrze, gratulieren Benno Schutz, Zabrze, *um Geburtsteg. J,— י Felix Rosenblüth, Messirgwcrk, dir 6 verlorene Wellen: es lebe die akadtrri?che Freiheit , . . 6,S0 » j 1

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