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Jüdische Rundschau · 1905-03-03 · Heft 9 (3.3.1905) · page 11

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
X (1905)
Issue
Heft 9 (3.3.1905)
Date
1905-03-03
Page
– (sequence 11)
Language
German
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No. 9. JÜDISCHE RUNDSCHAU. Seite 95. Alsdann wird die Stadt al־‘ArI?ch, welche Actisancs gründete, um daselbst Sträflinge unter/ubringen, von neuem au der Völkerstrasse ließen; die Prophczcziung, weiche Reclus von 20 Jahren aussprach, ist heute der Verwirklichung nicht mehr fern. Durch dei! Suczkanal. der Ägypten abtrenut. ist Vorderasien wieder für den Sechapdel der Schwerpunkt des Festlands geworden: durch die Zunahme zukünftiger Eisenbahnen wird cs in gleicher Weise früher oder später der Zcntralnmrkt der Alten Welt werden. P r oi. D r. W. O u a s t a 11 a. (Aus IPEA S10NNISTA nach der Übersetzung in ALT- NEULAND. י) Feh verdanke diese Mitteilungen der Liebenswürdigkeit des Herrn Bcnvenuto Donati zu Modena, gegenwärtigem Direktor der ״IDE־!#! SIONISTA“ sowie einer Nummer der letzteren (Sep״־.Okt.• 1903), welche dem Baseler Kongress gewidmet war. s) Ich betrachte als Grenzen des peträischen Arabiens den Kanal und den Golf von Suez, den Goli von Akaba und den Wädi El-’Araba. die Linie von Er-Rata bis zum Ausgange des Toten Meeres. Es ist hier rieht der Ort, die Gründe ause'nar.Jerzusctzcn. weiche mich dhzu geführt haben, diese Grenzen festzulegen, und ich spare mir dies für meine Monographie über das peträische Arabien auf. :) Die Bchaupturg Strabos fGeogr.. lib. XVI. C.?, § 3h, dass d >r* der Tempel des Junitcr Casius. wo Pomp;•jus begraben wurde, sich erhob־ ist glaubwürdig; unter der IJentilikatioti a's M. Casius erscheint ein Zweilel ausgeschlossen. Die Lage scheint nicht allzusehr zum Bau eines monumentalen Tempels angetan, bemerkt Aschers •n rientig bei der Beschreibung eines Besuches an diesem Orte; aber ich glaube, die Annahme Gn-viUe Chesters, welche die O.-rtlichkeit 1RV» zwecks biblisch ־ archäo'ogischer Forschungen besuchte, bestätigen zu können, dass die Reste des Tempels unter dem Sandhügel verborgen seien. Al; S־:iänta al-Bahraüni ßey versicherte mir auf Befragen, das«.löst behauene 5:1 tne. Amphoren und alte Münzen gefunden zu haben; damit ich mich vrn der Wahrheit seiner Angaben überzeugen könnte, bot er mir liebenswürdigerweise einen Platz in seiner nacli jene־!! Striche angehenden Karawane an. Die Exkursion sollte letztes Frühjahr statttindo: dann wurde sie mehrere Male aufgeschr.hen. und ich musste nach Europa zurückehren, indem ich noch einmal das Ve־׳• langen unterdrückte, das Gebiet zu besuchen und irgend eine Nachgrabung anzustellen. . *) Auch in einer neulich von dem inger. eur A. H Paoictti ver־ AffenÜtchten Reisebeschreibung: La route d’ei Kantanh ä Ei-Arisch et Fufaa ii) der SocidttS de GCograpbie. Le Cairc 1903 — ,and ich diese Tendenz, zu emer festen Ansiedelung bestätict. In dem Gebiete zwischen El-Arisch und Palästina wohnt der Stamm der Suarki. welcher sich besonders dem Gerstenbau widme: — dem Stnde zum Trotz und dans der häufigen Regenfälle. Ich muss indes bemerken, dass Paoletti in se'r.cr kurzen Schlussnotiz: ,und noch mehrere It. der von mir beigegebenen Karte־, in L'ngenauigkeiten verfällt. Es wäre wünschenswert, zu wissen, ob die Grundlage für diese Karle aus eigener Beobachtung oder woher sonst entnommen worden sind, da der Plan des Wassers und alles von jeder anderen Karte abwc’cht. Der restliche Teil, welcher augenscheinlich der Carte de!3 Bisse Ecypte (Commiss'on des Domaines, Caire 1.S97! entnommen ist, ist genau, wohin tget der Rest, wie mir deucht, der a'tcn Kar e von Jacotin fjacotin Opera napolionica) entstammt, welche auf flüchtigen und ungenauen Aufnahmen beruht und in bezug auf d3s, was ich als die Grenzen des Bardawil und der Küste ansehe, vollkommen falsch ist. Ctr. Admiralty Charts (Damietta to El-Arish 1*5 corr. 1893» und Ascherson loc. cit., welche Beschreibung genau mit derjenigen, die mir AI) Saläma Bey, ein Kenner der Oertlichkeit, machte, Qbcreinstiiimit. Paoletti schreibt dem Gouvernement El-Arfsch eine Bevölkerung von 3003 Einw zu, während der Zensus von 1897 deren 16991 zählte — ferner einen Flächeninhalt von 860.0 qkm, wobei er mindestens um das Doppelte übertreibt. Und über anderes will ich schweigen. Genau so verhält es sich mit dem Arzte in Jerusalem. Der eine ßab mir die Form der aridere und ein dritter den Inhalt zu dem des ersten Mediziners. Dr. Rapp soll daher den Typus des jüdischen Arztes in Jerusalem darstellen. Ich verkehrte dort auch vielfach mit einem juiißen Arzte ans Russland, den ich auf seinen Krankenbesuchen begleitete und vieles von seinem Wesen habe ich bei Gestaltung des Arztes verwendet. So kompliziert auch die Verhältnisse in Jerusalem sind, ich habe sic an Hand erfahrener Leute koiiuk kennen Kcler.1t. .Aber in meiner Erzählung habe ich nur jene Personen und Verhältnisse geschildert, die mir t'iir die Gestaltung meines Gedankens notwendig schienen. Da ich schon im Schreiben bin. will ich auch erwähnen, dass ,.Marhulka" dem Leben nach erzählt ist. und dass auch die protestantischen Eltern in der Studie ,An der Klosterpforte" nicht erfunden sind, wie der Herr Referent glaubt. Als ich diese Arbeit an das Berliner Tageblatt sandte, in welchem sie zuerst erschien, schrie!) ich der Redaktion, dass ich die Akten dieses Lahes besitze. Es ist deutschen Protestanten, Untertanen des kanonengewaltigen Deutschland, dasselbe passiert, was so manche Indische Mutter zur Verzweiflung gebracht hat: ihr Kind wurde gegen den Willen der Eltern in einem katholischen Kloster tcstgehaltcit - und sie haben es nie w ieder zu sehen hekomme״. Ein Vorgang, den ich übrigens unter, Pius X״ und Kardinal Mery de Val nicht für möglich halte. Indem ich Air die Veröffentlichung dieser Zeilen meinen Dank ausspreehe. zeichnet mit besten Ziomgriissen Wien, im Februar 1905. Hochachtend H. Vork-Steiner. —I Aus der Bewegung ן— Berlin. Der für den Vortrag über Rabbi Mcir Rothenbürg in Aussicht genommene Referent ist leider verhindert. — Donnerstag den 9. März wird Herr D r. B i r a m über ״Don Josef von Naxos und seine Palä-; s t i na b c s t r e b u n ge n“ sprechen. Der Vortrag findet im | ..Neuen Klubhaus“. Kommaudantenstr. 72. statt. Gäste sind j herzlich willkommen. Der Vorstand. 1' Berlin. Berliner Zionistische Vereinigung, j Unsere Anregung, die Agitation von Person zu Person intensiver zu pflegen und zu diesem Zweck sich des neuen Flugblattes zu j bedienen, hat leider keinen Erfolg gehabt. Auch nicht eine einzige Neuanmcldui! g ist daraufhin { erfolgt. Hier muss eingesetzt werden. Unsere Mitglieder 1 müssen daran denken, dass r 11 r durch organische agitatorische | Arbeit wirklich Wertvolles geleistet werden kann., und zur; organischen agitatorischen Arbeit gehört es. dass jeder einzige : es als seine Pflicht erkennt, unsere Organisation zu stärken. ן Jeder muss in seinem Freundes- und Bekanntenkreise werben. 1 Wenn jedes unserer Mitglieder uns in jedem Monat nur einen י neuen Freund oder eine neue Freundin zuführt, so wird unsere; Bewegung bald auch an Umfang und Mitteln so zunehmen, wie; es ihr imponierendes Ziel verdient. Es darf nicht vergessen | werden, dass der Zionismus als Massenbewegung gedacht ist 1 und nur siegen wird, wenn er überall Massenbewegung wird.! Vielleicht ist folgende Anregung agitatorisch von Wert: Unsere . Mitglieder mögen •bei sicli einfache, kleine Thecabendc arrangieren, zu denselben ausser e'nigcn Gesinnungsgenossen auch der Sache noch Fe:n$tehe..’de einladen. An diesen Abno- . den muss dann die zionistische krage erörtert werden. Hier i im kleinen Kreise wird cs leicht gelingen. Missverständnisse zu 1 klären und neue Freunde zu gewinnen. Wer hilft nun ordent-; iich und zielbewusst mit? Anmeldungen neuer Mitglieder an; Dr. Klee. W., Neue Bayreutherstr. 2. Dr. Katz, N.. Greifswaldcr- 1 Strasse 1, oder J. Wagner, N. Prenzlauer-Allee 9.. erbeten. j Berlin Am Donnerstag dem 23. Februar 1905, referierte; in einer Mitgliederversammlung der B.Z.V. Dr. E. Simonson! über die 0״ s t a f r i k a f r a g e.“ Der Referent plädierte in; längeren mjt geistreichen Apercus gewürzten Ausführungen für! die Inangriffnahme der Besiedelung Ostafrikas unter eventueller; Mithilef der Zionisten. In der Diskussion traten dem entgegen : die Herren F e i w e 1, Dr. Israel Auerbach und Dr. I d el - sobn, während Dr. Lev ־ל den Re irenteu unterstützte und Dr. Jung m a n n eine Mittelstellung einnahm. Die Diskussion j wird am I. März fortgesetzt. | Berlin Am 20. Februar iand im Königshof eine Bej zirksversammhmg für den Bezirk W./SW. statt unter Leitung . von Dr. M ü h s a m. Dr. C i t r o n sprach über die ״Grundj lagen des Zionismus“. Anwesend etwa 30 Personen. ן Lebhafte Diskussion. I Königshütte. Liier haben im Monat Januar 2 Vorträge der * Herren Dr. Albert G o 1 d b e r g - Berlin und Rechtsanwalt Im Verlag ״Zion“ (Samuel InslichtX Wien, Untere Augarten-Strasse 9, wird für das Jahr 5666 ein Zionistischer Ktlender erscheinen, auf den wir unsere Gesinnungsgenossen schon jetzt empfehlend hinweisen möchten. Die rührige Verlagsbuchhandlung von Louis Lamm stellt, wie w׳ir erfahren, eine anastatische Neu-Auflage des bekannten zionistischen Werkes Drischatli Zion von Kallschcr, deutsch von Pr. Popper her. Das ist sehr erfreulich, da Exemplare dieses seltenen Buches seit vielen Jahren nicht mehr zu haben sind. Der Verleger stellt ־־ur . ׳eine glanz niedrige Auflage her. Ludwig Esclnvegc Zum Kampf um die deutschen Kohlen- Kohlenscluitze. Verlag Bodenrefonn (Damaschke),, Berlin, Lessingstrasse II. Preis 80 Pfg. Niemand, der sich mit der Bergwerksfrage beschäftigt, wird an dieser Arbeit voriibergehen können. Der westfälische ' Generalstreik hat die Oeffentlichkeit veranlasst, sicli vorwiegend mit der Bcrgarbeiterfrage zu beschäftigen. So erklärlich dieses Interesse ist, so liegt doch die Gefahr ausserordentlich nahe, dass ein grosser Teil des Kampfgebiets in einem für die Zechenbesitzer wohltätigen Dunkel bleibt. Diese Punkte •unmit sieh Ludwig Eschwege vor und er versteht cs. mit manchmal stürmischer Beredsamkeit davon zu überzeugen, dass die Bcrgarbeiterfrage doch nur ein geringer Teil der Bergwerksfrage überhaupt ist. Dem Verfasser kommt seine genaue Kenntnis der Börse 7.v Hilfe. Vieles, was er ei zählt, dürfte in der Presse wohl zum ersten Mai ausgesprochen sein. Die mit heissender Satire durchsetzte, aber dabei durchweg von heiligem Emst zeugende Arbeit, w׳ird noch lange auf der Tagesordnung der Oeffentlichkeit stehen.

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