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Jüdische Rundschau · 1905-01-13 · Heft 2 (13.1.1905) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
X (1905)
Issue
Heft 2 (13.1.1905)
Date
1905-01-13
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Organ der Zionistischen Vereinigung für Deutschland O Abonnementspreis (Zusendung Inbegriffen) »iertiljlhrlch: 1. durch die Expdition: a) in Berlin —M. b) nadi auswärts I,- M. c) für djs Ausland I.5U M. 2. Im Po*Ubonne״ent 1,25 AU rO Inscrtlonsprels die viergespaltene Petit-Zeile oder deren Raum 25 Pfennig. □ Adresse für Geldsendungen und Bestellungen: Verlag Jßd:sche Rundschau, E. G m. b.H.,Berlin V El, Augustslr. 49a. Oescbaf(»stunden der Expedition: tägiien (.■»us»cr Satbat und Sonntag) vormittags 10-1 Uhr, nachrtmiags 3-7 Uhr. Adresse der Redaktion: Berlin N W. 62, Melanchtnonstrasta 4. Alle Rechte Vorbehalten. Abdruck aus der rIQdlschcn Rundschau* nur bei voller Quellenangabe gestattet. Nummer 2; Berlin, 13. Januar 1905 — 1. Schebat 5665! X. Jahrgang Das Baseler Program rri und seine Gegner Der Leitsatz des Baseler Programms lautet: ״Der Zionismus erstrebt für das Jüdische Volk die Schaffung einer öffentlich-rechtlich; gesicherten Heimstätte in Palästina.“ Die Rachmones-Zionisten bekämpften die Worte ״für das Jüdische Volk“. Die Chowewe-Zion bekämpften die ״öffentlichrechtlich gesicherte Heimstätte“. Die Territorialisten bekämpften die Forderung ״m Palästina“. Damit ist das Baseler Programm — und die Gegnerschaft erschöpft. Nichts ist am Baseler Programm unbekämpft geblieben. Eine neue Partei von innen heraus kann sich nicht mehr dagegen erheben. Der Zionismus aber ist eine Dreieinheit. Von den drei Richtungen gehört keine zu ihm. Elias Auerbach. Die beiden Fragen , ln.der Sitzung des Grossen Aktionskomitees, die in der vergangenen Woche in W i e n stattgefunden hat, fand der Vorschlag, den Sitz der Leitung nach London zu vetlegen, eine ziemlich kühle Aufnahme, ja seitens der russischen Mitglieder des A.-K. sogar den entschiedensten Widerspruch. Der Grund für diese Ablehnung eines an sich״ zweifellos diskutablen Vor- Schlages liegt ausgesprochencrmassen in der Befürchtung, dass mit der Verlegung des Schwerpunktes der zionistischen Organisation nach dem Lande, das uns Uganda angeboten hat, eine Stärkung derjenigen Elemente verbunden sein würde, die wir wohl mit dem bereits eingebürgerten Sammelnamen Territorialisten bezeichnen dürfen, wiewohl uns selbstverständlich nicht unbekannt ist, welche verschiedenen und auch vom Standpunkt des Zionismus verschieden zu bewertenden Gruppen sich darunter bergen. Wir hatten in einer der letzten Nummern ausgeführt, dass es an der Zeit' sei, in dem gegenwärtigen Kampf an die Stelle der Schlagworte die Programme zu setzen, die dahinter stehen-hier haben wir die Illustration dazu. Es war natürlich vorauszusehen, dass der Vorschlag, London zum Zentralort der zionistischen Bewegung zu machen, als ein Vorstoss des Ugandismus, des Territörialismus aufgefasst werden würde. Wollte man das vermeiden, so hätte von vornherein der Vorschlag mit den entsprechenden Kautelen versehen sein müssen, wobei der Erfolg freilich noch immer?ד ciieihaft gewesen wäre, da nicht geleugnet werden kann, dass unter den gegenwärtiger. Verhältnissen tatsächlich die Verlegung der Zentrale nach London — sagen wir: ugandistisch aussieht, ohne hiermit die Ortsfrage grundsätzlich erledigen zu wollen. Wäre von der A.-K.־Konferenz der Vorschlag Ussischkins angenommen worden, erst den ausserordentlichen Kongress über die Ugandairage und dann den Kongress, der der siebente in der Reihe sein wird, abzuhalten, so wäre vielleicht mancher unnötige Streit, der so wahrscheinlich di6 Beratungen über die Organisation aufhalten wird, vermieden worden. Das ist nun nicht mehr zu ändern. Doppelt notwendig ist es aber nun, in der Organisationsfrage mit offenem Visier namentlich bezüglich der Ugandafrage vorzugehen, um nicht den Kampf, der sich dann auf der Tribüne des Kongresses noch abspielen wird, von vornherein auf ein gar zu niedriges Niveau zu stellen. 'Was wir fordem, ist dieses: Wer in der Organisationsfrage jetzt das Wort ergreift, soll keinen Zweifel lassen über seine Stellung zu der Frage des Ugandismus und des Territorialismus, soll klar sagen, ob er einfach ein Zionist oder ein Mitglied der zionistischen Organisation mit Vorbehalten territorialer Art ist, damit man den Zusammenhang zu erkennen vermag, der zwischen seinen sozusagen zionistischen Intentionen und seinen Vorschlägen für die Neuorganisation besteht. Denn — wir wiederholen hier absichtlich früher bereits Gesagtes — mit der Organisationsfrage wird zugleich die Frage des Ugandismus entschieden, auch wenn de iure erst einige Tage später darüber abgestimmt werden kann. Weil eben de facto kein Zioi^st dnen ugandistischen Vorstand wählen kann und wird, ebensowenig wie wohl ein Anhänger der Besiedelung Ugandas einen enragierten Gegner dieses Projektes wählen wird. Es scheint uns daher eine unabweisbare Notwendigkeit, diese beiden Fragen, d i e Fragen im gegenwärtigen Zeitpunkt, stets in der Diskussion zusammenzufassen — darauf kann nicht dringend und nicht oft genug hingewiesen werden! Weit eher ist es angängig, ohne aui die Frage der Neuorganisation einzugehen, eine prinzipielle Diskussion י über die Grundfrage unseres Programms, von der die ’ Ugandafrage eine seitliche Teilfrage bildet, die des Territorialismus zu führen. Und das wird sich unseres Erachtens sogar als notwendig erweisen. Denn während

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