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Jüdische Rundschau · 1905-01-06 · Heft 1 (6.1.1905) · p. Seite 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
X (1905)
Issue
Heft 1 (6.1.1905)
Date
1905-01-06
Page
Seite 4 (sequence 9)
Language
German
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Seite 4, No. 1. JÜDISCHE RUNDSCHAU eines Anderen", ״homerische Naivetat", ״politischer Grössenj wahn”, . ״inhaltslose Redensarten”, ״leere Behauptung", j *,Phrase”, usw.? Und wenn sich gar die Redaktion selbst za! der Bemerkung versteigt, die sich auf eine auch unseren Lesern bekannte Polemik bezieht: ״Die Wirkung dieser Tatsache kann durch einen noch so lebhaften Handel mit Effekten nicht abgeschwächt werden." Dieser einem zonistisehen Parteiblatte nicht wohl anstehende Ton richtet. sich selbst In einer Zeit, wo wir uns bemühen sollen, der Interregnumsregierung unserer Partei mit noch grösserer Hingebung zu foägen, als wir sie unserm geliebten Führer aus innerem Zwange heraus entgegenbrachten, wird es notwendig sein, dass wir um so mehr jede persönliche .Schärfe hinter den. sachlichen Momenten zurücktreten lassen. In einer Zeit, wo der Zionismus sich neu organisieren und Zusammenschlüssen muss, wo Fraktionengeist und gar zionsfeindlichcr Territorialismus den festen Bestand der Partei bedrohen, heisst es um so mehr, sich des alten Wortes unserer Weisen zu erinnern 2'הבם הזהדו נדניילם. . Wer klug ist und sein Volk liebt, wird sich jeder unnötigen Schärfe ohnehin enthalten. Aus der Beweguijg Sitzung des Distriktsbureaus und des Gruppenverbandes für Rheinland und Westfalen. Düsseldorf, 26. Dezember 190-i. Anwesend sind folgende Hcrren: Dr. K d e 1 s t ei n ־ Bonn, D. W 01 f s 0 h n - Köln, R.-A. Dr. Bodenheim er - Köln, Goldreich - Köln. Hoimann- Köln, Dr. C a h 11 - Mülheim a. «L Ruhr, Treu- Hagen. Dr. Jonas- Düsseldorf, Mich a- Iowsky-Düsseldorf, Rcfr. Jonas-Düsseldorf, L. Rosenberg-Essen, Tannenzapf-Essen, Lehrer Ehrlich- Schwelen, E. G ei b e r - Duisburg, A. G e I b e r - Duisburg. Dr. H. Epstein-Duisburg, stud. jur. Loewe (Hasmonäa), Duisburg. Dr. Edelstein eröffnet die Sitzung. Er berichtet zuerst über die Verhältnisse in Bonn: Man kann sich der Hoffnung Wngeben, dass die Bewegung in Bonn, wenn auch sehr langßam, so doch allmählich voranschreitet. Trotz der heftigen Gegnerschaft rechnet man schon mit dem Zionismus als einem massgebenden Faktor in den Gemeindeangelcgcnheiten. Goldreich: Die Kölner Ortsgruppe hat ca. 120 Mitglieder und ausserdem 100 Scheckeizahler. Wegen der nässt, und weder Regenschirm noch Mantel vermögen den geringsten Schutz dagegen zu leisten. Glücklicher kommt nur derjenige fort, der rechtzeitig eine Abaje, einen Beduinenmantcl aus hartem Segeltuch, unigeworfen hat und so wenigstens, einigen Schutz findet. Schon nach wenigen Minuten rieseln tausende von kleinen Wasserläufen von Terrasse zu Terrasse, und besonders unser Weg sammelt eine Menge dieser jungen Rinnsale in sich auf. Aber der Regen wird noch stärker, und der Wolkenbruch, der etwa dreiviertel Stunden anhält, verwandelt unseren Weg in einen Giessbach ,der sich schäumend und brausend von Fels zu Fels ergiessi. Unsere Pferde aber kennen jeden Stein im Wasser, und klettern im Gebirgsbach mit einer Sicherheit, die selbst bei Ziegen oder Gemsen unser Staunen erregen würde. Das Wasser selbst ist von den mitgcf&hrteu festen Bestandteilen dunkelrot gefärbt. Wir erreichen ein kleines Plateau, wo der Regen ein wenig geringer ist; bald aber steigt der Berg wieder an und gleichzeitig erreicht der Regen wieder seine ursprünlgliche Gewalt. Zugleich aber, türmen sich hier Felsen auf Felsen, und Stein auf Stein, und zwischen ihnen sieht das Auge des Reiters keine Spur eines Weges. Nur dort, wo das Wasser am stärksten und wildesten zwischen dem Gestein hervorschäumt, scheint das Ross [ schlechten Kassenverhältnisse hat man möglichst einheimische! Redner sprechen lassen. I Wolf so hn und Dr. B odenheim er. die auch über Köln berichten, teilen mit, dass man die RUNDSCHAU für die Mitglieder obligatorisch machen wid. Dr. Jonas: In Düsseldorf habe ich leider während der letzten 2 Monate nicht für den Zionismus arbeiten können, jedoch wird die Ortsgruppe von jetzt ab wieder durch zielbewusste Arbeit gestärkt werden. Dr. Epstein: Die Duisburger Ortsgruppe zählt 70 Mitglieder. Es werden möglichst viele Vorträge gehalten und jung-iüdische Abende veranstaltet, an denen man für Verbreitung geeigneter Broschüren sorgt Wir besitzen keine ansehnliche Bibliothek. Dr. Cahn: Wir können erwarten, dass man in Mülheim (Ruhr) mit dem erst später angenommenen Antrag, in jeder Ortsgruppe 2 Vorträge zu halten, ein günstiges Ergebnis erzielt wird. L. Rosenberg: jn Essen wird jetzt wieder eifriger gearbeitet. Die Ortsgruppe hat eine gute Zukunft. Treu: In Hagen hat unsere Bewegung sehr erfreu- Lehe Fortschritte gemacht, trotzdem dort keine Ortsgruppe besteht. Dann wird der schon erwähnte Antrag Wolfsohns eingebracht, in ieder Ortsgruppe noch mindestens 2 Vorträge zu halten. Verschiedene Herren sind sofort bereit, Vorträge zu halten. Der Antrag wird angenommen, wie auch der, dass die Vertrauensmänner überall, wo es möglich ist. zur sofortigen Gründung von Ortsgruppen verpflichtet sind. Wolfsohn macht darauf aufmerksam, dass man siel! in unserer Gegend auf Kleinarbeit verlegen müsse: vor allen Dingen komme cs darauf an. Schekel 7.u sammeln. Dieser Aufgabe müsse sich allerdings jeder, vor allem aber die Vorstände und Vertrauensmänner mit allem Eifer unterziehen. Auf eine Anfrage des Zcntralburcaus erklären die Vertreter der Ortsgruppen, bis Ende des Monats die Hälfte der Landesbeiträge nach Berlin abzuliefern. Dr. F pst ein führt noch aus, dass jegliche Geldspende zu Ehren Herzts nur dem Nationalgeschenk für die Kinder Herzis zufliessen dürfe. Die Zersplitterung der Kräfte durch Errichtung einer Anzahl verscliiedener Stiftungen würde nur den mächtigen Eindruck einer einheitlichen Ehrung zerstören. Unter allgemeinem Beifall wurde der Antrag angenommen, die nächste Distriktsvcrsammlung in Duisburg abztfhalten. P. L. Berlin. Am nächsten Sonnabend findet der Diskussaonsabend_ der freien Verbindung ״Hasmonäa" in der Alten Schönhauserstr. 23/24 statt. In der Debatte werden die in den letzten Diskussionen angeschnittenen Fragen weiter behandelt werden. Beginn %9 Uhr. Berlin. Der nächste Diskussionsabend der «Jüdischnationalen Frauen Vereinigung“ findet am Sonnabend, den 7. d. Mas., abends 9 Uhr. statt. Der nächste Geden Weg zu finden. Mit einer Sicherheit ohne Gleichen klettert es auch hier Schritt für Schritt empor, und nur zuweilen prüft es erst mit dem Fussc ein wenig, ob es einen festen Stein im Wasser findet, um darauf zu treten. Wir tun das Beste, was wir können, zugleich das einzige, was möglich ist, wir lassen die Zügel fallen und überlassen ganz und gar dem Pferde das Suchen des Weges Als der Regen endlich nachlässt und kein trockener Faden mehr an unserem Leibe ist, erreichen wir im Gebirge oben eine eingefasste Quelle, wo wir den Pferden zu trinken geben. Wir benutzen diese Gelegenheit, da unsere Speisen sich in einen undefinierbaren Brei verwandelt haben, um uns wenigstens an einem Tropfen Kognak zu erwärmen, und da hier , der Weg zeitweilig besser ist, zu Fuss etwas voran zu geben, uni die halb erstarrten Lebensgeister wieder ein wenig neu zu beleben• Zugleich bricht sich auch die Sonne siegreich Bahn durch das Gewölk und bald legten nur noch der aufgeweichte Boden und unsere durchnässten Sachen Zeugnis ab, dass hier eben noch alles mit schwarzen Wolken verhängt war. Wir biegen um den Berg nach rechts, und wie wir einen Blick in das Tal werfen, erblicken wir zum ersten Male den Genezarethsec. Obwohl sein nächster Punkt ^|^י^m^^^!י^יייw»^gויg^י^‘.«sy^וyי^^וjו^g^yוו?!1»י.yJ^wי«וpוa^ווו^■ייu^יww^iויy;וy

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