Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- X (1905)
- Issue
- Heft 1 (6.1.1905)
- Date
- 1905-01-06
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Organ der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Abonnementspreis (Zusendung Inbegriffen) vferteljihriich: 1. durch die ExpedHisn: a) in Berlin —,V0 .M. 6) nach auswärts I,— M. c) für das Ausland 1,50 M. 2. im Postabonaement 1,25 M. Inserlionsprels die viergespaltene Petit-Zeile oder deren Raum 2S Pfennig. =a Adresse fCr Geldsendungen und Bestellungen: Verlag Jüdische Rundschau, E. G. m. b. M, Berlin N. 54, Augustsfr. 49a. Geschäft»stunden der Expedition: täglich (ausser Sabbat und Sonntag) vormittags 10— 1 Uhr, nachmittags 3-7 Uhr. Adresse der Redaktion: - Berlin N W. 52, Mefanchthenslrasse 4. Alle Rechte Vorbehalten. Abdruck aus der Jüdischen Rundschau“ nur bei voller Quellenangabe gestattet. Nummer 1 Berlin, 6. Januar 1905 — 29. Tebeth 5665 x. Jahrgang Baseler Programm Der Zionismus erstrebt für das Jüdische Volk die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina. Zur Erreichung dieses Zieles nimmt der Kongress folgende Mittel in Aussicht: 1. Die zweckdienliche Förderung der Besiedelung Palästinas durch jüdische Ackerbauer, Handwerker und Gewerbetreibende. 2. Die Gliederung und Zusammenfassung der gesamten Judenschaft durch geeignete örtliche und allgemeine Veranstaltungen nach Massgabe der Landesgesetze. 3. Die Stärkung und Förderung des jüdisehen Selbstgefühls und Volksbewusstseins. 4. Vorbereitende Schritte zur Erlangung der Regierungszustimmungen, welche nötig sind, um das Ziel des Zionismus zu erreichen. An unsere Leser In dem Augenblick, wo wir in den zehnten Jahrgang eintreten, halten wir es für unsere Pflicht, unsern Freunden zu danken, die durch ihre freudige Hingebung an die nationaljüdische Sache zürn Gedeihen auch unseres Blattes beigetragen haben. Wie die Bewegung, so hat ihr Organ sich immer neue Kreise erobert. Die JUEDISCHE RUNDSCHAU, die wir vor beinahe drei Jahren übernahmen, hat sich seit dieser Zeit zu einem der gelesensten jüdischen Blätter entwickelt. Das verdankt sie in erster Linie ihrem treuen Festhalten an der zionistischen Sache, wie sie im Baseler Programm zum Ausdruck kommt. Wie der Zionismus stetig und sicher seinem Ziele näher kommt, ebenso stetig und sicher hat unser Blatt sich ausgebreitet. Es hat sich dabei bemüht, unter Wahrung seiner unverrückbaren zionistischen Ziele, jede Meinung frei und ehrlich zum Ausdruck kommen zu lassen. Die Redaktion, die unverändert wie seit beinahe drei Jahren fortbesteht, wird nach wie vor ihr Möglichstes tun, damit diese Haltung des Blattes keine Veränderung erleide. Sie wird jede Richtung im Zionismus wie bisher zu Worte kommen lassen, wird ihnen allen gegenüber an der Einigkeit und Einheit des Zionismus nicht rütteln lassen und •wird über alles die Sache des Zionismus, die Sache des Jüdischen Volkes stellen. In diesem Sinne hofft sie das Vertrauen, das ihr bisher von den Gesinnungsfreunden entgegengebracht wurde, zu rechtfertigen mit dem Vertrauen, das sie ihrerseits in gleichem Masse ihrem lieben so grossen Freundes- und Leserkreise entgegenbringt. JUEDISCHE RUNDSCHAU. Ostasien und Südafrika - Kaum ist die erste Kunde zu uns gedrungen, dass es dem gewaltigen Ringen der Preussen Ostasiens gelungen ist, die Feste zu nehmen, um die sie mehr als acht Monate mit Blut und Feuer geworben haben, vor der sie viele Tausende ihrer blühendsten Jünglinge in den sicheren Tod gesandt haben, weil sie in dem Verteidigungskrieg für Volk und Vaterland kein Opfer an Leib und Leben scheuen, da tönt von allen Seiten und Enden der bewohnten Erde der Widerhall, mit dem die verschiedensten Nationen in himdertstiminigem Echo dieses Ereignis begleiten. Die ganze Erde, die ganze Menschheit, deren Mitglieder sich eben im blutigen Kriege gegenseitig zerfleischen, sind doch nur eine Familie, ein Haus, in dem nichts geschieht, was nicht alle zugleich angeht. In diesem Sinne will die Depesche des MORNIN’Q LEADER in London gelesen sein, die ihm aus Kapstadt ztigeht. Danach habe die gesamte schwarze Bevölkerung der südafrikanischen Länder ihre Aufmerksamkeit auf das grossartige Kriegsercignis gerichtet und betrachte die Ucbcrgabe Port Arthurs als einen vernichtenden Schlag für die weisse Rasse. In dieser Form will die Nachricht mit Vorsicht genossen werden. Sic setzt ein hohes Mass politischen Verständnisses bei den schwarzen Eingeborenen Südatrikas voraus. Diese selben Schwarzen, denen man keine Menschenrechte einräumt, weil sie eine inferiore