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Jüdische Rundschau · 1904-12-30 · Heft 52 (30.12.1904) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
IX (1904)
Issue
Heft 52 (30.12.1904)
Date
1904-12-30
Page
– (sequence 5)
Language
German
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* , j "" *t Mi* 0\c כסיס f ( \^j Abonnementspreis (Zusendung Inbegriffen) Vierteljährlich! 1• durah dlo Expedition! . a) In Berlin M. —,9a b) naih auswärts M I,— c) für das Ausland M. USa U lxn PoaUbonnement M 1.25 . Aimorato die viergespaltene Petitzclle 25 PI Inaoratonbellagan 15 M.!ץ, \ f \ ׳j v v* s ■ V/ W י */» ד"׳" ן ץ־־. j / O 0 C* 7H ין ן \ייי/ | ****I r ■־י f \ן ו j X V^.y Organ der! uw w ו# t! i! Adresse für Geldsendung» und Bestellungen: Verlag tadlsdie Runds<ft©4 E. Q. m. b. H. Berlin 1154, Sugustsfrasse Qr.!fc. Sprecfistundcn: v. 4—5 Uhr nachmittags. Redaktion: Dr. Helm!* tweue, Berlin 11.V?. 52, IRdandilhonslrosss 4. Alte Retfife vcrbshollen. Abdruck aus dtr *?üdisenen Rundsdrcu► nur bei voller Ouellencngcbc ßesfalid f• fs f% ץ• 6 No. 52. Schlagworte und Programme Als die JUEDISCHE RUNDSCHAU ihren neunten Jahrgang begann, den sie mit der heutigen Nummer beschÜesst, ahnte niemand vor. denen, die damals heftig für und gegen die Pläne Herzls kämpften, dass sie nach wenigen Monaten würden in einen anderen Kampf eintreten müssen um die Frage, wie das Werk des Toten am besten fortgefiihrt werde. Aber allzusehr — so will es uns scheinen — hat mm! jetzt plötzlich vergossen, worum inan damals stritt, als die eben aingewörfene Frage des Ugandaprojektes die Geister erregte und die im Anschluss daran erörterten Fragen, die infolge der Charkover Konferenz in die Diskussion gezogen wurden. Man glaubt wohl vielfach, um des Andehkens des grossen Toten willen den alten Streit begraben zu sollen und sich auf die Erörterung lediglich organisatorischer Fragen beschränken zu sollen, aber das dünkt uns eine falsche Ehrung. Wo sind denn alle die geblieben, die als Gegner Hcrzlscher Pläne und Herzlscher Politik ja immer behaupteten — und wir sind die letzten, den Ernst solcher Behauptung auch nur in Zweifel zu ziehen! — nicht die Person Herzls, sondern sein System zu bekämpfen? HerzI ist tot, aber sein System hat ja lebendige Vertreter, seine Politik wird fortgeführt. Vor wenigen Tagen ist die Meldung von der Abreise der Uganda-Expedition durch die Zeitungen gegangen, aber die Frage, an die dadurch wieder energisch erinnert wurde, und die früher einmal zu so dramatisch gesteigerten Erörterungen Anlass gab, scheint heute kaum mehr einen auizuregen. Nur hie und da war in der ganzen Debatte über die Organisationsfrage einmal ein leiser Hinweis zu vernehmen auf das Ostafrika-Projekt. *Es.ist aber kein Grund, weil der nächste Kongress wahrscheinlich sich mit dieser Frage nicht befassen wird, sie.einstweilen ad acta zu legen. Und man muss sagen, dass die Anhänger des Projekts da rühriger sind und mehr Verständnis für. die Situation zeigen, als die Gegner bis jetzt haben merken lassen. Denn man muss doch wohl nicht erst betonen, dass im Grunde genommen die O.staf rika-Frage, wie die Frage der zionistischen Politik überhaupt, jetzt bei der Frage der Neuorganisation entschieden wird. Natürlich sagen alle, dass bei einer neuen Organisation alle Richtungen im Zionismus berücksichtigt werden müssen; einer schlägt sogar die Zusammen- Setzung des Aktions-Komitees ans Mitgliedern der verschiedenen Parteien vor, welcher Vorschlag glücklicher Weise so aussichtslos ist, dass er nickt erst als eine verwirrende Utopie bekämpft zu werden braucht. Aber seien wir uns doch klar darüber: trotz des besten Willens, den jeder Zionist haben mag, auch den andersdenkenden Zionisten ihr Recht zu geMn, kämpft am Ende doch jeder tun die Macht, und wahrlich nicht für die Macht des anderen. Wir brauchen den Streit, ob der Egoismus oder der Altruismus der stärkere und ursprtinglichere Trieb des Menschen sei, noch lange nicht zu entscheiden, um es menschlich und erst recht politisch nur selbstverständlich zu finden, dass bei einer wenn auch nur teilweisen Neuordnung der Dinge *doch eben jeder für die Präponderanz seiner politischen Ideen ficht. Das ist so natürlich, dass wir nicht glauben, den Vorwurf aut uns zu laden, wir riefen die politischen Leidenschaften wach, wenn wir autfordern möchten, schon jetzt bei der Erörterung scheinbar rein organisatorischcr Dinge mehr an die politische Zukunft unserer Bewegung zu denken, als das bisher geschehen ist. Nicht die politische Leidenschaft, aber die politische Intelligenz der Zionisten möchten wir waclmifen, damit nicht durch Hcraushebung kleiner persönlicher und allerpersönlichster Nichtigkeiten die grossen sachlichen - Fragen verdunkelt werden, was ja sicherlich niemals Absicht Ist, aber allzuleicht die ungewollte Folge sein kann. - . Der VII. Zionisten-Kongrcss, wann immer er statt-' finde, wird sich von den bisherigen eben dadurch unterscheiden, dass er seine Entschlüsse nicht mehr unter dem mächtigen Einfluss der• überragenden Persönlichkeit Theodor Herzls fassen wird. Und so sehr zu wünschen ist, dass Herzlscher Geist auch über der siebenten jüdischen National-Versammlung liegen möge, so wird• doch ein anderer die Eröfinunggsrede verlesen, ein anderer den Präsidenten-Hammer führen; ein anderer.- der gewiss im Sinne Herzls zu handeln und zu sprechet: sich bemühen wird —; aber es wird dann eben doch erst zii untersuchen sein, Inwieweit das HerzI noch ist, und

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