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Jüdische Rundschau · 1904-12-23 · Heft 51 (23.12.1904) · page 12

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
IX (1904)
Issue
Heft 51 (23.12.1904)
Date
1904-12-23
Page
– (sequence 12)
Language
German
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No. 51. I * Seite <,458. JÜDISCHE RUNDSCHAU. ----——-- cs dem AbgeordnetenJ1aus,Jn dem vier Juden sitzen, an anderem offenbar sehr fehlt, das ist die ernste Seite dieser Sache. Rundschau der Presse DIC WELT teilt in Nr. 51 mit. dass die Ostafrika- Expedition, wie wir bereits in voriger Nummer nach den Tageszeitungen mitteilten, noch im Laute des Dezember abreisen-und Mitte Januar, ״in dem in Frage stehenden Territ־״ riutn" cintreffen wird. ״Die Kosten , der Expedition sud von privater Seite zur Vertilgung gestellt worden. Der Bericht der Expedition dürfte im April k. J. dem zionistischen Aktio is- Komitee vorliegend' — Unmittelbar danach berichtet DIE WELT über einen Vortrag Sir Harry .1 oh ns ton s. in dem er eine von seiner früheren negativen Haltung stark abweichende günstige Meinung über das in Ostafrika den Zonisten angebotene Gebiet üussert. Wenigstens gibt DIE WELT jetzt aber zu, dass.Jolmston sich früher sehr abiällig über das augebnteue Land geüusscrt hat; seine jetz'ge Meinungsünderung ercheint in den wenigen Zeilen, die unser Zentralorgau aus dem Vortrage mittcil't, sehr mangelhaft begründet. In den MITTEI- LUNGEN an dem Verein zur Abwehr des Antisemitismus macht Dr. Stransky einen'״Versuch zur Erklärung des Autisenitismus“ unter dem Titel ״('eher Wühngebijde im Völkerleben.*' Der Titel zeigt bereits, dass es ein Versuch mit u;1tauglichen Mitteln ist. So pr'rnitiv darf n!a:1 doch dem Autisemitsmus nicht kommen, wenn mau ihn ernsthaft abwehrcn will. -'-־ Dr. Blocks OESTERREICHISCHE WOCHENSCHRIFT knüpft an• ihre Mitteilung von der ostafrikanischeil Expedition die Bemerkung, ein besonders cinzuberiuender' Kongress habe die Frage zu entscheiden, ״ob Palästina oder U g a 11־ da”. Ach neiii, so weit sind wir glücklicher Weise doch noch nicht, wenn es vielleicht auch nach dem letzten Kongress eine Zeit lang hätte scheinen können, als spitze sich die Frage dahin zu. Inzwischen sind aber auch die begeistertsten Afrikaner wieder etwas nüchterner geworden. Persönliches Unser Gesinnungsgenosse Apotheker und Nahrungsmittel- Chemiker Isidor Mamlock, früherer Inhaber eines hyg.-chem. Laboratoriums in Strassburg i. Eis., bat die Görltizer Apotheke In der Görlitzer-Ecke Falkcnsteinstrasse gekauft und übernimmt dieselbe am I. Januar 1905. ־— Unserem Gesinnungsgenossen Isaak Bo schwitz, der am 25. Dezember in Königsberg i. Pr. seine Hochzc t feiert, übermitteln wir auch auf diesem Wege unsere herzlichsten Glückwünsche.. . * .... B־־“---- ,Sprechsaal ־כם För die Mitteilungen an dieser Stelle übernimmt die Redaktion nur die prcssgeseizüche Verantwortlichkeit. In No. 50 der JÜDISCHEN RUNDSCHAU weist Dr. Israel Auerbach ganz richt'g in seiner Besprechung des von mir übersetzten Werkes von Dr. Sapir ״Der Zionismus” einige Fehler nach. Die Sache verhalt sich folgcndermassen: Der ,Jüdische Buch- und Kunst-Verlag Brünn" erhielt irrtümlicherwcisc von rry ein falsches Manuskript. Nachdem sich der Irrtum hcra'.sgestellt hatte, forderten Dr. Sapir und ich das eingesandte Manuskript zurück, mit dettt Bemerken, dass acr Herr Verleger sofort ein anderes — das richtige — erhalten wird. Da aber keine Antwort vom ״Jüdischen Buch- und Kunstverlag” kam, schrieben Dr. Sapir und ich ihm kollektiv, dass wir cs ihm verbieten, das eiligesandte Manuskript, so wie es ist, abzudrucken. Zu unserem grössten Erstaunen-erfuhren wir aber nach kurzer Zeit - ־ allerdings nicht vom ״Verlag", der uns nach Empiang des Manuskriptes überhaupt nicht mehr einer Zeile würdigtu ־ - dass die Uebersetzung doch gedruckt wird. Wir baten, dass man tms doch wenigstens die Korrekt!! 1b o g e 11 cinscudc, damit wir doch noch einmal an die Sache Hand legen körnten. Aber auch diese Bitte wurde seitens des ״Jüdischen Buch- und Kunstverlags’* stillschweigend vetweigert. Da mm der Briinner Verlag trotz des Verbotes des Verfassers und Uebersetzers ein falsches Manuskript zun« Abdruck brachte, so leime ich im Namen des Herrn Dr. Sapir und in meinem Namen jegliche Verantwortung für die in dei Uebersetzung vorkomtnenden Fehler ab. Herr Dr. Sapir vetsteht deutsch gut lind hat das richtige Manuskript selbst redigiert. Dem Briinner Verlag ist ferner mitteteilt worden, dass in Russland bald die vierte vollständ g umgearbeitete und bedeutend vergrösserte Auflage erscheint, w elche dann als zweite deutsche' Auflage benützt werden konnte, aber auch diese Mitteilung lässt der ..Verlag” unbeachtet. Was aber am Allerwiclitigsten erscheint, ist Folgendes. Der ״Jüdische Buch- und Kunstverlag" erhielt• die Leber- Setzung unentgeltlich und verpflichtete sich, e ne gewisse Summe dem Jüdischen Nationalfond zu zahlen, was aber bis jetzt noch nicht gescheiten ist. Mit Zionsgruss: Ingenieur A. B c 11 j a m i n. ==־ Nationalfond. ■«=-- Sammhißfen für den Nationaifond und andere zionistische Zwecke sind nur noch an Jen Schatzmeister des ZentralbQros, Herrn Max Woltstetner, Berlin N'V. ג!, Hol.teloer —-- Ufer 10, zu senden. ———■־-י—־— Frl. Recha Bloch, Freiburg i. B., aus ihrer Satntnclbüclise .. 6,— Mk. Apothekenbesitzer J. Mamlock, Berlin, anstatt Telegramm zur Hochzeit Fleisch mann-Gold- Schmidt, Hamburg.. I,— ״ surdiiäten die Auffassung der Orthodoxen fuhren muss. Da auch für sie die Bibel noch Kanon ist und als heiliges Buch bindende Kraft hat. stehen sie auf dem Standpunkt, .auf dem matt ü! talmudiselier Zeit vor I5U0 Jahren stand, dass nämlich jede Erscheinung des Alltagslebens aus der Bibel heraus erklärt werden müsse. Diese Auffassung des jiid selten Schritttunis aber und ihre Heiligsprechung hängt an tms wie ein Bleigewicht und hemmt uns an jedem Fortschritt und jeder Ent- Wicklung. Es ist nicht nur das Ritual, das uns von einander trennt, cs sind vor allem dese verkrüppelten mittelalterlichen Anschauungen, die sie vertreten, und die der Zionismus n'ciit vertreten darf, denn der Zioiisimtis ist eine moderne Bewegung in des Wortes bester Bedeutung. Zu der ganzen Auflassung des Verfassers passt es dem! auch, dass er auch die moderne Naturwissenschaft (S. 20) lächerlich macht und bekämpft. Er sollte sie lieber, kennen lernen und sich mit ihr auseinandersetzen. Der Grundtoit. der aus der ganzen Broschüre spricht, ist der: Wir Orthodoxen sind die eigentlich wahren Vertreter des Juderttunts, leider alter wird de Orthodoxie iiumeriseit schwächer und innerlich kraftloser, daher ist es ganz wertvoll, wenn die Orthodoxen •auch Zionisten werden, der Zonismus ist kein Ziel als solches, sondern mir ein Mittel zum Ziel, minilieh zur Orthodoxie Das alles sagt der Verfasser ganz deinlieh und unverblümt. S. -17 'spricht er von den Orthodoxen als der ״Elitegruppe des jüdischen Heerbannes" und stellt S. 24 die Forderung auf. der nationale Jude müsse religiös werden. '; I Was aber die Rothsche. Brsehiire vor den andern Örtliodoxen voraus hat. und was sie uns nahe bringt, das ist der 1 Wille und die Liebe zum Judentum. Im Gegensatz zu der; überwiegenden Mehrzahl der andern Orthodoxen nämlich, j denen das opus Operation genügt und die iin übrigen dem; Judentum Innerl ch lind üiisscrlich entfremdet sind, tritt Roth ■ mit Recht gegen d e immer weiter um sich greifende Christiani-; siertmg und Zersetzung der Ideenwelt des Judentums aut <S. 22 ff.). Int Gegensatz zu den Abtrünnigen und denen, die I das Judentum nicht wollen und cs zu einer Koufessdn herab-; drücken wollen, stellen uns die Orthodoxen immer noch nabe. denn der Weg der Reformen führt aus dem Judentum heraus, j G. W. Hcrzlsoiidcrnutnmer der Jüdischen Rundschau. Es sind! schon etliche Wochen vergangen, seitdem de Herzlnummcr! der JÜDISCHEN RUNDSCHAU erschienen ist; widrige Um- - stände hinderten bis jetzt, ,dass sie augezeigt wurde. Diese i Versäumnis jedoch hat den Vorteil, dass jetzt wiederum auf I sie aufmerksam gemacht wird. Im Gegensatz zu den beiden ' ander.! erschienenen Hcrz.lmimmerii, denen der WELT und OST UND WEST, tritt die der RUNDSCHAU bescheiden und auspruchlos auf und gibt doch mehr als die andern. Das kirnst- : lerischc Moment allerdings tritt in sehr geringem Masse her- , vor, allein wer ein wirkliches Bild von Herz! gewinnen will. \ der nehme die Herzlmmimer der RUNDSCHAU zur iHand, denn sc ist mit Her;׳, und Verstand zugleich geschrieben. Das Hauptsächlichste über Hcrzl und von ihm selbst wird hier geboten; als Zionist und als Schriftsteller, als Gesunder und ujs Kranker wird er uns vorgcfiihrt; seine letzten Stunden, sein Tod unJ sein Begäugo s sind ergreifend und anschaulich zugleich geschildert. Die Nummer ist wert verbreitet zu werden . gw.

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