Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- IX (1904)
- Issue
- Heft 49 (9.12.1904)
- Date
- 1904-12-09
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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// t, - ־ ׳: .׳ וי. ח Cj ח /T ן/ wö 13x4* ויין \^^äf . \ יי‘ יי*4י Abonnementspreis ^Zusendung Inbegriffen) Vierteljährlich 1 1. durah dl« Expedition: ■) In Berlin M. —,90. b) nach auswärts M l,— c) für das Ausland M. 1.50. «. loa PocUbonnement M.!«25 mavrate a!e viergespaltene PetiucIIe 25 Pf. loaaratonbellaoen .!SM Organ 5£x der für bin? 1 Adresse für Geldsendtmjeo ond Bestellungen: Verlag Sfldlsdie RandiAaa, E, Q. m. b. H. Berlin 0 51, Huguststrass« Ob 4t«. SpreäJtundtn: v. 4—S Uhr nachmittag*. Redaktion: Dr. Heinrich üeewe, Berlin flW. 52, ülelonchlhonsliasss 4. Alle Redtfe pcrbe&alfen. flbdrudr cus der »jMsrfien Rundsdiau» nur bei voller QueileRcngabe geslutlet No. 49. —יין—nwi■■!» Berlin, 9. Dezember 1904. 1. Tebeth 5235. IX. Jahrgang, Die Neuorganisation der zionistischen Partei Es ist eine massige Frage, die heute vielfach in zionistischen Kreisen diskutiert wird, ob wirklich unsere ganze Organisation auf den einen Mann berechnet war, der nun nicht mehr ist, ob das ein Fehler von vornherein und unter allen Umständen, ob es ein Vorzug im gegebenen Falle war usw. — müssig ist die Frage, weil sie bereits durch die Tatsachen beantwortet ist. Und sie ist imzcitgemäss, weil die Antwort, die das Leben, die der Tod uns gab, neue Fragen für uns birgt, deren Drängen uns minder wichtige Dinge vergessen lassen sollte. Wer die Ratlosigkeit in allen zionistischen Kreisen nach dem Tode Theodor Herzls mitangesehen, sie zeitweise mitempfunden hat, dem kann es nicht einen Augenblick zweifelhaft sein, dass das nicht nur die momentane Verwirrung war, aus dem Schmerz über einen so ungeheuren Verlust heraus geboren, sondern dass sich hier zum ersten Male vielleicht und in niederdrückender Weise zeigte, w i e sehr dieser eine Mann in unserer Bewegung alles war und wie wenig die anderen. Darum verstand ich es nie, wenn man von dem ״Nachfolger Herzls“ sprach. Als ob man den durch Majoritätsbeschluss schaffen könnte! Nein — haben wir der Vorzüge uns erfreut und gefreut, alles in der Hand eines solchen Mannes zu wissen, so müssen wir nun auch unbedingt die Konsequenzen daraus ziehen, die ,uns weniger erfreulich sind, will sagen, die Organisation ändern, die so, wie sie ist, nur existieren konnte, solange Herzl an ihrdr. Spitze stand. Das wird vor allem bei der jetzt immer intensiver einsetzenden Diskussion der Organisationsfrage zu bedenken sein, dass mit Halbheiten, mit Flickwerk hier nicht nur nichts getan, sondern nur vieles verschlimmert werden kann: Dass die zionistische Partei eine Reform an Haupt und Gliedern wird erleben müssen, soll sie nicht das schadenfrohe Wort unserer Neider wahr machen: ״Mit Theodor Herzl ist auch sein Traum, der Zionismus, begraben“. Handeln wir in Theodor Herzls Sinne, stellen wir die Idee über kleine Alltagsinteressen und Kommoditäten des Augenblicks, beginnen wir mit einer grosszügigen Reform der Organisation, damit diese ihrer Aufgabe würdig und gewachsen sei, d i e Organisation einer zerstreuten Nation zu sein. Damit soll nun durchaus nicht gesagt sein, dass jetzt Hals über Kopf ein nagelneues Organisationsstatut reschaffen werden müsse. Im Gegenteil: es soll Schritt für Schritt die Organisation ausgebaut werden, aber so. dass am Ende ein einheitliches Ganzes dabei heraus־, kommt. Indes ist das nur dann möglich, wenn man jetzt — abgesehen von den Fragen, die sofortige Erledigung heischen — sich auf die Diskussion und, seitens der massgebenden Körperschaften, auf die Festsetzung der Grundlinien derReform beschränkt. Ist darüber eine Einigung erfolgt, z. B. ob Zentralisation oder Dezentralisation und welcher Art, so können auch die bereits jetzt unbedingt notwendigen Massnahmen im. Einklang damit stehen, während sonst die Gefahr kaum zu vermeiden ist, dass jetzt unter dem Druck der Not- Wendigkeit raschen Handelns ״Reformen“ vorgenommen werden, die d e r Reform später im Wege stehen könnten. Von diesem Gesichtspunkt aus betrachtet, macht die nun seit Monaten in der WELT im Fluss befindliche Diskussion — es sei offen gestanden — noch einen etw״s zerfahrenen Eindruck. Jeder spricht von einer anderen Frage, die i h m speziell am Herzen liegt, und man redet auf diese Weise eigentlich aneinander vorbei, soweit man nicht mit einander streitet, was zu den erquicklichen Szenen einer solchen Diskussion, die unbedingt auch in persönlichen Dingen bei sachlicher Ruhe bleiben müsste, entschieden nicht gehört. Hier eine Wiederholung der verschiedenen Vorschläge zu geben, wie es ursprünglich beabsichtigt war, ist doch — schon aus Raummangel, wenn man nicht ungerecht sein wollte — nicht wohl tunlieh. Auch darf erwartet werden, dass diejenigen, die sich nunmehr in der JUEDISCHEN RUNDSCHAU der Diskussion der Organisationsirage beteiligen wollr’. die anderweit gemachten Darlegungen kenrfen und entsprechend so berücksichtigen werden, dass ihre Ausführungen auch unseren Lesern verständlich werden. Wir haben — zur Eröffnung der Diskussion in diesem Blatte — es vermieden, selbst Stellung zu nehm'״’ sparen uns vielmehr eine Darlegung unserer Mein׳״״* zu den speziellen Fragen noch auf, bis wir später in einem Rösumö versuchen werden, ie Quintesseriz der ganzen bis dahin stattgehabten Diskussion zu entwickeln. Einstweilen richten wir unsererseits an I 1♦ וי iF11״■ ־'״SW״,'«*,!/? ׳•tVS?