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Jüdische Rundschau · 1904-12-02 · Heft 48 (2.12.1904) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
IX (1904)
Issue
Heft 48 (2.12.1904)
Date
1904-12-02
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Es ist selbstverständlich, dass die Vermehrung unserer Arbeit für die Zeitung auch unsere Freunde zu erneutem; und vermehrtem Interesse für unser Parteiblatt arispor- : nen wird, um so mehr, als sein Inhalt an Mannigfaltig- ' keit gewinnen wird. Unser bisheriger Redakteur wird ־ nach wie vor die Leitung des Blattes in seiner Hand behalten und die Adresse der Redaktion bleibt unverändert. Wir hoffen, durch Vergrösserung der Redaktion unser Blatt allmählich auf die Höhe zu heben, die dem Stande der zionistischen Bewegung entspricht. In diesem Sinne bitten wir, uns weiter das bisher geschenkte Vertrauen ־ bewahren und allseitig rege und fleissig an der Erreichung unserer Ziele mitarbeiten zu wollen. Die Redaktion der ״Jüdischen Rundschau“, Berlin NW. 52, Melanchthon Strasse 4. Das Fest des Zionismus. Wenn die Zeit kommt, wo die christliche Bevölkerung und mit ihr die liberale Judenschaft sich zum Weihnachtsfeste rüstet, wenn dann die jüdischen Waisenkindlein in Wilmersdorf sich auf das heilige Christfest freuen, dann können Juden, die noch historisches Be- wusstsein sich bewahrt haben,' das Andenken der ersten grossen Kämpfer für Glaubens- und Gewissensfreiheit feiern, die'ihrer Nation . die stammestümliche Selb- : ständigkeit in einem Kampfe errungen haben, den man den makkabäischen nennt! Sie schrieben ihren Namen in die Annalen der Weltgeschichte mit unverlöschlichen ־ Lettern. Sie waren kühn genug, für ein Judentum ein- ־ zutreten, das den Reichen für reaktionär galt, weil es national war, und das den Intelligenten als veraltet erschien, weil ihre Intelligenz eben in der feigen Negierung des eigenen Wesens bestand. Sie wurden von den fal- •sehen Vertretern der Religion gehasst, - weil sie :das Adresse für Geldsendungen und Bestellungen: Verlag Hüdlsdie Rundsdhaa, e. a. m. b. n Berlin n 51, Buguststrass« Br. 49a. Sprechstunden: v. 4—5 Uhr nachmittag«. Redaktion: tr. Helntldr koewe, Berlin‘HW. 52, IBelanduhonsfiasss 4. Alle Redife Vorbehalten. Abdruck cus der «lüdhthea Rundschau» nur bei votier Quellencnsabe gestattet IX. Jahrgang. nationale Leben nicht zu Pfaffentum werden lassen wollten, von den Ultrafrommen bekämpft, weil sie mit der Kultur fortschritteil und die ganze Zeitbildung in sich aufnahmen und von jenen höheren Zehntausend, deren Höhe in dem materiellen Besitz bestand, auf dem sie standen, als Idealisten gehasst und als reaktionär und revolutionär zugleich verschrieen. Das aber vermochte sie keinen Augenblick in dem wankend zu machen, was sic als das einzige Heil ihres Volkes erkannt hatten. Denn die Liebe zum eigenen Volke und Volkstume war es, die sie leitete. Dazu kam, dass sic sich vom ersteil Anfang an ihres endlichen Sieges voll bewusst waren. Keinen Augenblick haben die makkabäischen Brüder an dem endlichen Siege gezweifelt, wenn sie auch nüchtern genug waren, um die realen Verhältnisse richtig zu beurteilen und die Schwierigkeiten wohl zu sehen, die sich dem nationalen Wiederaufbau in den Weg türmten־.:! Die schwerste Zeit für diese Makkabäer und'ihre Anhänger, war es, als der anerkannte Führer der-Fünf, die an der Spitze des Volkes standen, das mit den Von aussen herandrängenden Feinden und mehr noch" mit den zerstörenden Kräften im Innern um seine Freiheit rang, jäh aus ihrer Mitte gerissen worden war und das Volk führerlos gelassen hatte. Das Herz des Volkes 1 schien getroffen zu sein, als Jehudah MakkabbLauf dem Felde von Elasa den Heldentod für sein Volk erlitten hatte. Aber nicht lange währte die Erstarrung, die durch den Tod des Führers die Kämpferschar getrofien zu haben schien. Bald fanden sich die Kämpfer von neuem zusammen, und scharten sich um die Brüder und Mitkant; *er'■ des Gefallenen, und was er im Leben nicht erreicht hatte, das gelang ihm durch seinen Tod: die grosse Mehrheit seines Volkes als ein einziges einmütiges Bruderheer hinter die Fahne der nationalen Freiheit zu scharen. Chanukah, das Fest, das die Makkabäer mitten im Kampfe und nicht erst nach errungenem Siege eingesetzt und gefeiert haben, versetzt uns in die Zeit, wo das grösste Geschlecht, das unser Volk seit Mosis Tagen hervorgebracht hat, die nationalen Ruhmestaten ausführte, denen kein Volk etwas Gleiches an die Sehe setzen kann ausser dem stammesverwandten Karthago. In dieser Zeit gedenken wir unseres gefallenen Führers. der seinen Tod gefunden hat, weil er sich seines Volkes wegen keine Ruhe gönnte und der als ein־ Heid gefallen ist in der Schlacht gegen die Gleichgiltigkeit » > . « # t \ I י { I i # i I!; f 1 I

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