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Jüdische Rundschau · 1904-11-24 · Heft 47 (24.11.1904) · page 15

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
IX (1904)
Issue
Heft 47 (24.11.1904)
Date
1904-11-24
Page
– (sequence 15)
Language
German
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:m!i . i r.f a, ־. II*' ' :4. - t-f -•-> i fl f f No. 46. JÜDISCHE RUNDSCHAU. Seite 413. 4©r russischen Juden durchziehen.auf die Schwermut, die durch alle ihre Gesänge hittdurchgeht, und auf die Lust und die Froh- IlchkeiL die alle Jene Volkslieder atmen, die aus chassidschcm Munde uns überliefert werden. Der Chassidismus ist der jüngste Zweig, den der Baum der Kabbalistik getrieben hat. aber zugleich der jüdischste, der am meisten zum Leben auf dieser Wc’t hinlenkt. Und die Juden haben cs nötig zu der altjüdischen Lehre zurückzukehren, die nichts von einem Lohn wusste in einer Welt, in der wir nicht leben, sondern uns versprach, dass wir lange wohnen werden in dem Lande, das anserm Volke zugeschworen ist als unser Eigentum, solange der Hinmiel über der Erde steht. Wir müssen den Weg zurückfinden, der das biblische Wort gebar: ״Die Himmel sind die Himmel des Ewigen, die Erde gab er den Menschenkindern.״ Das alte Gesetz auch, das wir von Mose empfangen haben, wollte kein Gesetz im Himmel und für den Himmel sein, sondem ein menschliches Geestz, das in uns lebt. Deshalb müssen wir uns ebenso weit von der Mystik und Schinkenorthodoxie fernhalten, wie uns eine unüberbrückbare Kluft von der judentumauflosenden Assimilation trennt. Zu einer Kenntnis des Judentums und seiner Geschichte, gehört auch ein W issen von der Geschichte 4er Kabbalistik. besonders aber vom Chassidismus. Mögen die neuen Schriften, von denen die aus den! Jüdischen Verlage, aber auch db Biscliofis recht gut ausgestattet sind, dazu beitragen. Kenntnis vom Chassidismus und von der KabbaD zu verbreiten. E I j a ij f rn. Meyers Grosses Konversations-Lexikon. Ein Nachschlagewerk des allgemeinen Wissens. Sechste, gänzlich neubearbeitete und vermehrte Auiiage. Mehr als HS 000 Artikel und Verweisungen auf über IS 240 Seiten Text mit mehr als 11000 Abbildungen. Karten und Plauen im Text und auf über 1400 Iiiustrationstafeln (darunter etwt 190 Farbendruck tafeln und dOO selbständige Kartcuhcilagcii) sowie 130 Textbei'agen. 20 Bände in Ha'.bieder gebunden zn je 10 Mark. (Verlag des Bibliographischen Instituts in Leip- . zig und Wien.) In unserer Zeit, in der die Entwickelung der Industrie und des Handels nach einem möglichst günstigen Ausgleich mit denn J Ausland drängt, ist cs für jedermann von dem grössten Inter- 1 esse, sich über alle den Handel die Handelsgeograpliie. die : Handelspolitik und Handelsverträge betreffenden Fragen orieni tieren zu können. Der soeben erschienene achte Band ' von Meyers Grossen Konversations-Lexikon kommt gerade I zur rechten Zeit, denn nin ihm sind, durch die alphabet.sche } Anordnung gegeben, eine ganze Reil e von fnisserst instruk-! tiven Artikeln über diese Materie vereint, die ein sehr gutes Bild von den wirtschaftlichen Aufgaben eines Staates zu geben geeignet Sind. Wohin eine falsche Volkswirtschaft führt, zeigt vortrefflich der Artikel ..Handelskrisen“. Auel! die rechtliche Seite dieser Fragen findet in den Artikeln ..Handelsgesetz’•. , ^Handelsrecht". *Handelsgerichte“ und ״Handelskammern" eine , eingehende Beleuchtung, während wir durch die Artikel! ..Handeiskompagnien“. ״Hansa“ sowie in dem Abschnitt ״.Grossbritannien", ״Geschichte der Kolonien“ über die Ent- Wickelung der wichtigsten Handelsbestrebungen unterrichtet werden. Die grossen mit treulichen Karten und!1lauen versehenen Sammelartikel ״Grossbritaunien". ״Griechenland". ״Hamburg“. ״Hannover“ s;nd in sich abgeschlossene Monographien. deren Lektüre zur Kenntnis dieser Länder und Städte besonders anzuraten ist. Auch hier sind es namentlich die von übersichtiichcn statistischen Tabellen begleiteten Kapitel über die wirtschaftlichen Gebiete und über die Staatswesen. die Finanzen, das Heerwesen und die Marine, die für uns besonderen Wert haben. Allgemeines Interesse haben auch die Artikel .Grundsteuer”. ״Grundeigentum“, ״Gründung“, ״Gütcrrccht". ״Haftpil eht“ und ..Hanptverhandlung". die taglieh auftretende persönliche Fragen behandeln. Ausserst lesenswert siad auch die geschichtlichen Artikel von ״Alt- Griechenland" und .,Grossbritannien“ in ihrer knappen und doch das Verständnis fördernden Fassung, desgleichen die Biographie ״Goethes“, der in einer Reihe von Bildnissen 1ms entgegentritt, und der Artikel ,.Griechische Literatur”. Dem Artikel Hamburg ist ein solcher Schmuck in der Tafel ״Hamburger B tuten'' beigegeben, um den Charakter und den Kunstsinn der Stadt kenntlich zu machen. Auch bei den andern Grossstädten ist diese Methode m־t Erfolg angewendet.— 56 Beilagen zieren das schöne Werk neben gegen zweihundert Textillustratioucn. eine grosse Reihe davon sind ganz neu. Die Ausführung ist eine durchaus mustergiltige. wir wir es bei den Verlagswerken des Bibliograplrschen Institüts ja gewöhnt sind. Principcs de colonlsation et de legislation coloniale. Par Arthur Gfrault. prnf., Poitiers. 2. 6d. entierement refondue et considdrablement augrn.. T. 1. 2. Paris: .. I. Larose 1904. 2 Bde. 8°. . ־G chsaal. ה Für die Miueilungeh an dieser Steile Obernimmt die Redaktion nur die pressgese1־Hche Verantwort! cHcü.! Der Misrachi wurzelt in dem Boden der schriftlichen und mündlichen uns überlieferten Gottesichre und hält treu zu den Satzungen des Basler Programms. Er verfolgt mithin keine politischen Sonderzielc und arbeitet mit all seinen zonistischeu Gesinnungsgenossen in den von diesen geschaffenen Landes- und Elnzelorganisat'oncn. Der Misrachi will durch seine Tätigkeiten den •breitesten Schichten der Jüdischen Gesellschaft die Erkenntnis abringen, dass die Pflege der Thora und Emunali. diese Grundsätzen des jüdischen Lebens mit den zionistischen Zielen sich zwanglos vereinigen lassen. — Das religiöse Bewusstsein bildet den Quell, aus welchem wir den Mut und das Verständnis schöpfen können zur Bewältigung der mühevollen, aber unserm geliebten Volke zum wahrhaften Segen gereichenden zionistischen Arbeit. Wie daher der gesetzestreue Jude gewöhnt ist. die Thora und deren Vorschriften als Grundlage zu betrachten, auf der alle seine Handlungen aufgebaut sein sollen, so bixlet diese naturgemäß» auch die festgefügte Basis, aui welcher der stolze Bau der jüdischen Nat'<s1 sich aufricliteu soll. Es wird daher d'e Aufgabe des Misrachi sein, seine engeren Gesinnungsgenossen und all diejenigen, die sch seinem Programine anschliessen. in das Verständnis der Lehre׳ einzuführe!!, in der Glaubensstärke zu kräftigen und nicht /um geringsteti ve bekamt zu mache-!! mit den nationalen Hochzielen der zionistischen Arbeit. Es wird andererseits auch seine Pflicht se:n. Angriffe, die gegen das religiöse Empfinde« der gesetzestreucn .luden gerichtet s'nd. in Wort und Schrift mannhart ab/uw׳ehren. Als die Mittel, die ihm zur Lösung dieser Aufgaben zur Verfügung stehen, bezeichnen wir: Regelmässige Zusammenkünfte. Belehrung vm! Mund zu Mund. Abhaltung von Schiur'm. die Verbreitung geeigneter in seinem Sinne gehaltener Literatur. Flugschriften. Vertreibung einer in hebräischer und einer :n den (seit• r Sprache gehauener Zeitschrift. Ausbildung von Wanderrednern u. dergl. m. Ven dem lebhaften Wunsche beseelt, auch von unserm Standpunkt aus jene mächtige Bewegung, die das gesamte jüdische Volk durch/.'eht. nach besten Kräften zu fördern richten wir den dringenden Appel! an a'.le gesetzestreucn Juden und an alle uns läsher «och fernstehenden gesetz.streuen Juden m't einzu treten in de« Kampf, ‘,er nicht mehr um! nicht wen:c.־f bezwecken will, als den ence!: Zusanimen'scl.h:ss aller auf Erden *el enden Juden auf den: Boden wahrhaft •fidisch n 1ti־>-!!;*!er Arbeit. זי- *' ־־*־ ן < * ־✓׳* י י• Gefl. Anmeldungen bittet mau an das ״Büro des Misrachi für Westeuropa" in Frankfurt a. M.. zu Händen des Schriftführers. Herrn Redakteur Saly Geis, Heiligkreuzstrasse di, zu senden. Büro des!Misrachi für Westeuropa. R!bb ncr Dr. N ״ bei. Leipzig. Jakob 5. Posen, Rabl,!!er Fr. N o I) e 1 ־ Leipzig. Präsident: JakobS. Pose v- Frankfurt a. M.. Vizepräsident: Dr. med. A d 1 e r - Lübeck: Dr. med. F r a 11 k - Altona; Dr. med. Jakob Feuchtw a n ge r - Frankfurt a. M. =■ Kleine Chronik. Berlin. In der Tonhalle hielt der Zentralverein für die Interessen der Jüdischen Gemeinde zu Berlin eme grosse, öhentliche W'ählerversammlung ab, in der Herr Schayer — übrigens Mitglied der B. Z. V. — ein sehr eingehendes und rednerisch vorzügliches Referat hie't. In der Diskussion fand Dr. Heinrich Loewe reichlich Gelegenheit, unter dem Beifall der Versammlung den ־zionistischen Standpunkt klar zu legen. All’artcc Israöllte Universelle. Infolge von Altersheschwcrden legte Herr Geh. Justizrat Dr. Fuld in Frankfurt a. M. sein Amt als Mitglied des Zentral-Kom tees nieder. Er wurde zum Ehrenmitglied des Komitees ernannt. Frefburg I. B. Am Samstag, dem 12. d. Mts., feierte der ״Verein Jüdischer Studenten“ zu Freiburg seine Antrittskneipe verbunden mit dein 1. Stiftungsfest. Die Kneipe, die von zahlreichen Freiburger Bürgern und Mitgliedern des I f I I » f b i i m .. X t -

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